28.12.2006

Südafrikareise von Frank und Brigitte Riesenbürger

Reisebericht Südafrikareise vom 18.11.2006 – 07.12.2006


Capetown – Karoo – Gardenroute – Winelands

Zunächst ein Lob an Umfulana! Die Reiseorganisation war hervorragend, die Zusammenstellung der Unterkünfte abwechslungsreich und interessant. Die Wegbeschreibung zu den Unterkünften war ausreichend, eine Straßenkarte ist dennoch notwendig. Bei Abholung des Leihfahrzeuges gab es bei Avis eine Tourenkarte, die incl. der Beschreibung von Verkehrsbeschilderungen alle Detailinformationen beinhaltete.

Bevor wir zur Detailbeschreibung der jeweiligen Unterkünfte kommen, möchten wir vorweg ein Fazit ziehen: Der Anspruch „Reisen für Individualisten“ wurde Umfulana mehr als gerecht! Die Vielfältigkeit der Ziele und Unterkünfte machte dies deutlich. Es war immer die Möglichkeit gegeben, nach eigenen Vorlieben den Urlaub zu gestalten. Da wir sehr sportlich sind, mangelte es uns auch nicht an der notwendigen Bewegung. Aus unserer Sicht gab es nicht die geringsten Kritikpunkte an der Reisegestaltung. Jeder Gastgeber hatte sein eigenes Charisma und das muss man auch als besonderen Teil dieser Reise in Südafrika wahrnehmen. Viele der einzelnen Gastgeber hatten uns mit einem wunderbaren Frühstück verwöhnt; einige mit einem tollen Dinner. Jeder Gastgeber hatte Besichtigungstipps und gute, detaillierte Ratschläge für uns parat und konnte uns gut über die von uns geplanten Ausflüge beraten.
Nochmals vielen Dank an Umfulana für diese wunderbare Reisegestaltung.

Und hier jetzt die Reisebeschreibung im Detail:

Um ein wenig neugierig zu machen, hier die Etappenunterkünfte mit kurzen Schlagwörtern zusammengefasst:

1. lange Nacht, 2. kunstvoll, 3. Natur pur, 4. verry british, 5. Luxus pur, 6. Seeblick, 7. zu Gast bei Freunden, 8. einsame Stille, 9. nice sundowner


1. Lange Nacht über Afrika:

Die erste Unterkunft gestaltete sich in Form eines Airbus A340. Hier hielten wir uns immerhin 12 Stun-den auf und gewannen durch die Lockerheit der SA-Airways-Besatzung bereits einen ersten Eindruck von der Herzlichkeit die uns in SA erwarten sollte. Der Service bei SAA war bestens.
Nur mit dem Schlafen war es trotz eines ruhigen Fluges nicht so gut bestellt. Schlafdefizite konnten aber in ausreichendem Maße nachgeholt werden.


2. Kunstvoll

Pünktlich in Cape Town um 6.00 Uhr gelandet, wurde nach problemlosen Einreiseformalitäten der Mietwagen in Empfang genommen. Was ebenso schnell und problemlos von statten ging. Einer der wenigen negativen Überraschungen allerdings war der einzige aber leider defekte Geldautomat auf dem Flughafen. Beschaffung von Bargeld war allerdings gegen entsprechende Gebühren auf dem Flughafen möglich. Bereits auf der Fahrt Richtung Cape Town stellten wir fest, dass der Tafelberg völlig klar zu sehen und, sein „bekanntes Tischtuch“ nicht vorhanden war. Da wir erst gegen Mittag in der Unterkunft einchecken sollten, beschlossen wir kurzfristig entsprechend aller Empfehlungen die erste Gelegenheit zur Besteigung des Table Mountains wahrzunehmen. Das dachten sich wohl auch viele andere Touristen an diesem warmen und klaren Morgen und so staute sich bereits morgens vor 9.00 Uhr eine Schlange mit 45 Min. Wartezeit vor dem Cable Way. Kurz entschlossen zwei Flaschen Wasser gekauft und die Wanderung zum Tafelberg aufgenommen. Obwohl wir eher zu den Ausdauersportlern gehören, war dieser Aufstieg nur mit besonderen Anstrengungen zu bewältigen. Vielleicht lag es auch an der ungewohnten Hitze an diesem Sonntagmorgen. Oben angekommen wurden wir jedoch mit einem herrlichen Ausblick auf CT belohnt. Runter ging es dann mit dem Cable Way und zur Unterkunft . Dort wurden wir von Barry und Mina herzlich empfangen. Das Guesthouse zeichnete sich wirklich durch Liebe zum Detail aus. Künstlerische Neigungen der Gastgeber waren wirklich nicht zu übersehen. Unser Zimmer – ein Traum mit direktem Zugang zum ver-wunschenen Garten. Schade nur, dass wir diese – wie auch viele andere unserer Unterkünfte – aufgrund unserer zahlreichen Aktivitäten kaum nutzen konnten. Abends in der Bar fand man aber die Zeit den Tag in netter Gesellschaft ausklingen zu lassen. Ein großer Vorteil dieser Unterkunft war die Nähe zur Waterfront: Ein besonderes Highlight von CT. Die Lebensfreude der Menschen und insbesondere der Straßenmusiker hat uns stark beeindruckt. Die Waterfront bietet Gastronomie in großer Anzahl, ein riesiges Einkaufszentrum, einen Hafen und eine tolle Atmosphäre.
Zum Programm in CT aus unserer Sicht gehören natürlich die zahlreichen Museen, die Longstreet, Signal Hill und unerlässlich natürlich die Capetour zum Cap der guten Hoffnung. Hier lohnt sich auch ein Besuch der Bolders Beach mit den Pinguinen. Zurück sollte der Trip über den Chapmans Peak Drive gehen, einer der schönsten Küstenstraßen der Welt.


3. Natur pur in der Karoo:

Nach vier Nächten in CT ging es weiter in die Karoo. Man sollte beachten, dass sowohl auf der N1 als auch auf der N2 zahlreiche Baustellen vorhanden waren. Dort müssen Wartezeiten von bis zu 20 Minuten je Baustelle einkalkuliert werden. Da die erste Tour über 460 Kilometer ging, empfiehlt es sich, hier frühzeitig aufzubrechen. Ansonsten sind die Hauptstraßen, insbesondere die Autobahnen, in einem Top-Zustand. Achtung! Vielerorts wird geblitzt. Unbedingt die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit einhalten. Übrigens das Linksfahren stellte kein Problem dar; wir haben uns schnell daran gewöhnt.

Die nächste Unterkunft – Karoo National Park. Das NP-Camp besteht aus mehreren Häusern im kap-holländischen Stil. Das Camp liegt mitten im Park und zeichnet sich zunächst durch eine für uns sehr ungewohnte Ruhe aus. Mit dem Auto fährt man direkt an die Unterkunft und ist quasi sofort auf der Terrasse mit Blick auf die Karoo. Die Häuser sind mit allem ausgestattet und für Selbstversorger ideal. Der Einkauf sollte allerdings bereits außerhalb vom Camp stattfinden, da die Einkaufsmöglichkeiten in Bezug auf Lebensmittel sehr eingeschränkt sind. Das Camp bietet alternativ ein Restaurant mit guter Küche. Die Unterkünfte sind solide und entsprechen allem, was von einem Camp zu erwarten ist. Es ist sogar ein Swimmingpool vorhanden.

Innerhalb des Camps unternahmen wir zunächst eine vierstündige Wanderung mit sehr guter Fernsicht über die Karoo. Mit dem Auto können schließlich die ersten Zebras, Springböcke, Kudus und auch Riesenschildkröten in freier Wildbahn beobachtet werden.


4. Verry british in Graaff Reinet:

Graaff Reinet – ein sehr freundlicher Gastgeber Roy erwartete uns und führte uns zu dem großzügigen Apartment. Das im britischen Stil geführte Haus verfügte über einen großzügigen Garten in dem wir morgens bei herrlichem Wetter mit einem sensationellen Frühstück verwöhnt wurden. Ein Frühstück für Genießer. Muffins, Brot und Müsli waren „homemade“ und eine Gaumenfreude. Eine Unterkunft zum Wohlfühlen mit besonderem Charme. Am Nachmittag Besichtigung von Graaff Reinet – ein beschaulicher Ort mit besonders stilvollen Häusern. Im Reinethuise kann man einen Einblick in die Geschichte und die Lebensart in dieser Stadt gewinnen. Danach ging es in die game-viewing-area. Ein Naturreservat, gelegen an einem Stausee, ideal zur Tierbeobachtung. Nicht versäumen sollte man die Valley of Desolation. Diese wunderbare Landschaft lädt zu einem einzigartigen Sundowner ein. Kulinarisch empfehlen wir das (etwas unscheinbare) Restaurant Caledonia – schräg gegenüber des B&Bs gelegen. Ein von Holländern geführtes Restaurant mit erstklassischer Küche der Karoo.


5. Luxus pur in Addo:

Richtung Küste ging es nun in die grünen Citrusplantagen nach Addo. Das Country House hatte ein besonderes Ambiente. Ausstattung und Service ließ keine Wünsche offen. Eine äußerst gepflegte Anlage, ein wunderbares Zimmer und sogar eine eigene abgeschlossene zusätzliche Dusche unter freiem Himmel lud zum genießen ein. Höhepunkt war das erlesene 7-Gänge-Menue am Abend im besonderen Ambiente direkt am hauseigenen See.

Für uns als sportlich Ambitionierte war natürlich der gut ausgestattete Fitnessraum eine willkommene Abwechslung. Ein Lauf durch die Orangenplantagen wurde zum besonderen Erlebnis als uns zwei unbeherrschte Hunde eher unfreundlich begleiteten. Wirklich wilde Tiere aber waren im Addo Elephant Park zu besichtigen: In diesem großen Nationalpark konnten unzählige Tier vom Büffel bis zum Elefanten beobachtet werden. Wir entschlossen uns zur Fahrt mit dem eigenen Auto durch diesen Park. So konnten wir nach eigenen Wünschen anhalten und auch länger stehen bleiben. An der Parkinformation steht eine Tafel, auf der Besucher mit Magneten vermerken konnten, wo die größten Tieraufkommen an diesem Tag zu sehen waren; eine nette Sache zur Orientierung.

Natürlich auch hier wieder eine Wanderung: In der Nähe des Addo Parks, ca. 16 km entfernt, kann der Zuurberg Section Hiking Trail durchwandert werden. In 4 Stunden bietet sich hier für Naturliebhaber eine abwechslungsreiche Landschaft: Beginnend mit kargem Buschland, absteigend in Dschungel-wald, durch Wiesenlandschaft wieder hoch ins karge Buschland kann man die Vielfältigkeit der Land-schaft erleben.


6. Seeblick im Tsitsikamma-Nationalpark:

Wenngleich auch eine kurze – aber eindrucksvolle – Station war der Tsitsikamma-Nationalpark. Eine großzügige Anlage für Tagesausflügler, Camper und Apartments direkt am Indischen Ozean. Besonders sehenswert die Mündung des Storms River Mouth mit der berühmten Hängebrücke.

Die von uns bewohnte Oceanette hatte bereits einige Jahre hinter sich, was nicht zu übersehen war. Die Verpflegung auch in diesem Camp ist sehr eingeschränkt. Einkaufen sollte man außerhalb. Auch hier ist ein Restaurant vorhanden. Der Aufenthalt hier war zwar kurz aber trotzdem lohnens-wert: Ein wunderschöner Sonnenuntergang und ein Frühstückskaffee mit Delfinen.


7. Zu Gast bei Freunden in Knysna:

Über die N2 und dann durch das Natures Valley (dieser Umweg sollte unbedingt eingeplant werden) ging die Fahrt nach Knysna. Hier wurden wir von Katharina und Joachim wirklich wie Freunde empfangen – und so empfanden wir das auch während unseres gesamten Aufenthalts in der Lodge. Nicht nur die einzigartige Unterkunft in den im Xhosa-Stil erbauten Lodges machte den Aufenthalt in dieser Anlage zu einem besonderen Höhepunkt der Reise. Wundervolle Gastgeber und auch weitere nette Gäste ließen uns schöne Abende an der Bar verbringen. Knysna liegt mitten in der Gardenroute. Von hier aus können zahlreiche Aktivitäten unternommen werden. Wir entschieden uns für eine anspruchsvolle Küstenwanderung – dem Kranshoek Walk. Wandererfahrung kann bei diesem 9 – km – Trail von Vorteil sein.
Ein Ausflug führte uns in das Rhino-Base-Camp. Während einer zweistündigen Safari erfährt man Lustiges und Wissenswertes über Pflanzen und Tiere dieses Parks. Dieser letzte Tierpark in unserer Reise komplettierte unsere „big-5-Sammlung“. Nashörner, Giraffen, Nilpferde, Zebras und sogar ein Löwenpärchen konnten hier aus nächster Nähe beobachtet werden.

Knysna bietet (mit einer kleinen Waterfront) gute Einkaufsmöglichkeiten – viele Restaurants.


8. Einsame Stille – De Hoop Nationalpark:

Entlang der Gardenroute führte uns die N2 zu unserem vorletzten Aufenthalt im Bushcamp innerhalb des De Hoop Nature Reserve. Die Anfahrt zum Camp war sicherlich etwas abenteuerlich. Ging es doch ca. 50 Km über eine Schotterpiste. Aber allein die Überquerung des Breede Rivers mit einer durch Muskelkraft gezogenen Flussfähre ließ diese Fahrt zu einem besonderen Erlebnis werden. Das einsam gelegene Camp ist besonders geeignet für Menschen die sich nach Ruhe und Abgeschiedenheit sehnen. Keine Straßen, keine Shops, kein Handy-Empfang und gelegentlich auch kein Strom machten den Aufenthalt hier zu einer wahren Ruheoase. Aber auch hier konnten wir eine ein-drucksvolle Wanderung unternehmen. Entlang an einem Süßwasserdelta hat sich uns ein wahres Vogelparadies eröffnet. 10 Km weiter Richtung Küste entdeckten wir eine einzigartige weiße Stranddünenlandschaft. Auch hier sind stundenlange Küstenwanderungen möglich. Für Selbstversorger ist das Buschcamp weniger geeignet – die Gastgeber bieten jedoch abends ein sehr gutes Dinner.


9. Nice Sundowner in den Winelands:

Unsere letzte Station führte uns zunächst an der Küste entlang zurück Richtung Kapregion. Da wir unbedingt noch Wale sehen wollten wählten wir diesen Weg und hatten auch Glück: In Hermanus konnten wir an der Küste Wale mit ihren Jungen beobachten. Dann ging es Richtung Paarl. Die Landschaft veränderte sich nun extrem. Durch die Weinberge, vorbei an zahlreichen Weingütern, erreichten wir unser letztes Gasthaus. Zum Abschluss noch einmal ein Top Gasthaus vom Feinsten! Mitten in einem Weingut gelegen empfing uns ein sehr freundlicher Gastgeber, der uns auch abends beim Candellightdinner ein Vier-Gänge-Menü servierte. Hier konnten wir sowohl den Sonnenuntergang als auch den Mondaufgang (Vollmond) genießen. Ein wahrhaft krönender Abschluss in einer sehr luxuriösen Unterkunft. Sehr früh morgens mussten wir uns Richtung Flughafen aufbrechen. Hier noch ein Tipp von uns: Auf dem Flughafen in Kapstadt gibt es zwei Abgabestellen für Leihfahrzeuge – national und international. Die Internationale findet sich gleich rechts an der Einfahrt zu den Abgabestationen.
Die Abgabe des Fahrzeuges und das Einchecken ging sehr flott von statten, so dass man in aller Ruhe in der Duty Free Zone seine letzten Rands ausgeben kann.


Der Abschied von Südafrika war für uns nicht einfach. Hatten wir doch Dank Umfulana und den Menschen Afrikas einen tollen Urlaub erlebt und werden sicherlich hierher wieder zurückkehren – haben wir doch auch ein Stück unseres Herzens in Afrika gelassen.



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