02.01.2007

Südafrikareise von Manfred Wichmann

Sehr geehrter Herr Garstka,
gerne möchten wir Ihnen über unsere Südafrika-Reise vom 13.11. bis 1.12.2006 berichten, gerade weil wir die Reiseberichte anderer Kunden mit Interesse verfolgt und dabei viel Wissenswertes erfahren haben.
Zunächst das Wichtigste vorweg: Unsere Reise war traumhaft und hat unsere – sicherlich nicht geringen – Erwartungen sogar noch übertroffen. Dies lag zum einen an Südafrika, seinen freundlichen Menschen, den grandiosen Landschaften, dem guten Essen und vor allem dem exzellenten Wein, dem angenehm trockenen Frühsommerklima und und und... Zum anderen lag es aber auch an Ihrer wiederum perfekten Organisation, die wir bereits auf unserer Neuseelandreise vor zwei Jahren kennen- und schätzenlernen durften. Wer bei Umfulana bucht, bekommt keinen seelenlosen Großkonzern mit seinen Beförderungsfällen, sondern trifft auf nette und vor allem kompetente Menschen, die einem aus ihrem reichen Erfahrungsschatz unaufdringlich viele hilfreiche Tips geben.
Im einzelnen:
Flug: Wir sind mit SAA in der Economy-classs von Frankfurt nach Kapstadt (vielen Dank für die vorgebuchten Zweierplätze auf der rechten Seite mit traumhaftem Blick auf den Tafelberg im Landeanflug), von Johannesburg nach Durban sowie von Durban über Johannesburg nach Frankfurt geflogen. Die in diesem Forum teilweise geäußerte Kritik an SAA können wir nicht bestätigen. Der A 340 von SAA hat wesentlich mehr Beinfreiheit als beispielsweise die Boeing 747 anderer Mitglieder der Star Alliance. Zudem waren die Flüge weitestgehend pünktlich (lediglich in Johannesburg konnte und wollte man verständlicherweise nicht in einen Gewittersturm hinein starten), die Besatzungen freundlich und das Essen genießbar. Leider scheint der A 340 von SAA wirklich ein Problem mit der Klimaanlage zu haben. Wie bereits in einem anderen Reisebericht erwähnt, herrschte auch bei unserem Rückflug von Johannesburg nach Frankfurt in einem Sitzplatzsegment “deep freeze”, während die anderen Teile der Economy-class tropisch warm waren. Statistisch gesehen zwar ein angenehmer Mittelwert, aber leider nicht für alle. Das Problem wurde pragmatisch gelöst: Die Maschine war nicht voll, so daß der Kapitän anbot, je nach entsprechendem Wärmebedürfnis vom einen in den anderen Teil zu wechseln.
Mietwagen: Unsere zwei Avis-Mietwagen waren durchweg neu. Zudem reicht der Classic Polo von seinem Kofferraum völlig, um zwei große Koffer dort von außen unsichtbar verschwinden zu lassen.
Unterkünfte:
The Twelve Apostels (Camps Bay): Luxuriöses Hotel in traumhafter Lage unterhalb der Bergkette der Twelve Apostels. So war man schnell in Kapstadt (das Hotel bietet einen kostenlosen Shuttlebus-Service zur Waterfront an), hatte aber auch kurze Wege zur Seilbahn auf den Tafelberg sowie zum Nationalpark am Kap der guten Hoffnung. Vielen Dank übrigens für die zwei riesigen Zimmer mit Meerblick. Besonders schön sitzt man im Restaurant mit Blick über den Atlantik und genießt vor allem die Schätze aus dem Weinkeller.
Grootbos Nature Reserve (Gaansbai/Hermanus): Ideale Unterkunft, um von der Steilküste aus auf eigene Faust in wenigen Metern Entfernung Wale zu beobachten. Überdies vermittelten die im Preis inbegriffenen Rangertouren interessante Einblicke in die Flora des “Cape Floral Kingdoms“. Unser in der Garden Lodge gelegene Chalet war eher ökologisch korrekt funktional-rustikal (das Bad allerdings sehr modern und ansprechend hell gehalten). Dies stand in Kontrast zu den ambitionierten Inspirationen einer jungen Küchenchefin mit ihren Essenskreationen. Mal sehen, wie lange sie dort noch tätig ist. Übrigens gab es in Grootbos den besten Kaffee der gesamten Reise, wenn denn der Strom floß und die Kaffeemaschine funktionierte.
Boutique Hotel: Ideal gelegenes Hotel für einen Stopover in der Mitte Kapstadts mit vielen Antiquitäten bestückt sowie mit Ausblick auf den Tafelberg (auch von der Toilette aus!). Interessantes Gebäuderevitalisierungs(=rettungs)projekt in Kapstadts Innenstadt mit direktem Zugang zu vielen guten Restaurants. Für einen längeren Erholungsurlaub wegen der lebendigen Umgebung nur bedingt und zwar für jüngere Unternehmungslustige oder für ältere Schwerhörige geeignet. Die nette Crew junger Leute nahm überdies regen Anteil an der über das kostenfrei angebotene Internet recherchierten Niederlage von Eintracht Frankfurt.
Rovos Rail: Als nahezu tägliche Geiseln von Mehdorns Deutscher Bummelbahn konnten wir uns nicht vorstellen, wie luxuriös und entspannend Zugfahren sein kann. Schon der Empfang war klasse: Eigenes Abfertigungsgebäude, ein geigendes Duo, kleine Häppchen und Getränke. Nur so wird man börsenfähig. Dann das Abteil mit seinem breiten Doppelbett, das auch tagsüber nicht hochgeklappt wurde. Man konnte dort ganz einfach liegenbleiben und die Landschaft vorbeifahren lassen. Ganz zu schweigen vom persönlichen 24 Stunden Service, den ausgezeichneten Menüs sowie den Weinen verschiedenster edler Weingüter. Wir würden Rovos Rail jederzeit dem Blue Train vorziehen, da er 48 Stunden (und nicht 24 Stunden) für die Strecke von Kapstadt nach Pretoria braucht. Dadurch fährt der Zug langsamer, man sieht mehr von der Landschaft und ganz wichtig: nachts steht der Zug, was den Schlaf erleichtert.
Negativ ist bloß, daß Bahnfahren in Deutschland jetzt noch weniger Spaß macht.
Game Lodge in Mabula: Wir waren froh, uns aufgrund der Hinweise in den Reiseberichten für den Chauffeur Service von Avis entschieden zu haben. Dieser war nur unwesentlich teurer als ein eigener Mietwagen, aber viel entspannender. Man muß sich nicht auf den Verkehr konzentrieren, nicht auf die Strecke achten und so genossen wir es, bereits bei der Anfahrt unseren ersten Game Drive zu absolvieren. Unser Chauffeur hatte sich verfahren, und deshalb mußte er sich seinen Weg quer durch das Mabula Game Reserve zwischen Löwen, Zebras, Rhinos, diversen Antilopenarten und anderem Getier bahnen. Der Streßfaktor im eigenen kleinen Mietwagen wäre wahrscheinlich höher gewesen.
Die Lodge selbst ist ein Traum. Vier einzelne Chalets, die weit von einander entfernt stehen, und ein Haupthaus, in dem fünf Personen uns beide (weil wir die einzigen Gäste waren) verwöhnten. Man kann sich dort wundervoll entspannen, Tiere vom eigenen Balkon beobachten (zur Begrüßung kam gleich – wie auch an den folgenden Tagen – eine Giraffe vorbei) oder auf diversen Pirschfahrten, den Geräuschen des Buschs lauschen und abends die halbe Milchstraße im Firmament entdecken. Danke für den Tip, in diese abgeschiedene private Lodge zu gehen und nicht in ein menschenüberflutetes anderes Ressort. Zudem ist das Gebiet malariafrei.
BB in Salt Rock: Den Abschluß unserer Reise bildeten erholsame Tage in diesem kleinen ruhigen Bed and Breakfast mit insgesamt fünf Zimmern. Das B&B ist ideal zum Entspannen und Nichtstun und gerademal fünf Minuten zu Fuß vom Indischen Ozean entfernt. Sehr zum Leidwesen meiner streichelwütigen Frau wurde allerdings der agile Haushund Molly fast ständig vor ihr versteckt gehalten... (wahrscheinlich auf ausdrücklichen Wunsch des Hundes).
Fazit: Wahrscheinlich durch unsere bevorstehende Reise nach Südafrika – und zwar zum ersten Mal – sensibilisiert, hatten wir in deutschen Zeitungen viele Berichte über die schlimme Kriminalität und die dort drohenden Gefahren entdeckt. Zurückblickend müssen wir sagen, daß für uns die größten “Gefahren” von der Sonne und einer die Tageswärme genießenden zweieinhalb Meter langen schwarzen Mamba in einem unserer Quartiere (wir verraten aber nicht, welches es war, weil die Schlange zwischenzeitlich wahrscheinlich ohnehin “umgesiedelt” worden ist) ausgingen. Verhält man sich “normal”, meidet man bestimmte Gebiete vor allem nachts, steht nach menschlichem Ermessen einem sicheren Urlaub nichts im Wege. Diese Einschätzung befindet sich allerdings in völligem Kontrast zum subjektiven Sicherheitsempfinden vieler weißer Südafrikaner. Beim Anblick diverser gesicherter Gebäude fühlt man sich an die DDR-Grenzanlagen erinnert: Stacheldraht und Wachtürme prägen die Vorstadtidylle. Dies deckt sich mit einem Erlebnis am Ende unserer Reise: Wir befanden uns abends gegen 20.00 Uhr zu Fuß auf dem Rückweg vom Abendessen in einem Villenviertel des verschnarchten Örtchens Salt Rock am Indischen Ozean, als wir schnell noch über eine Straße liefen, um vor einem heranbrausenden Auto auf die andere Straßenseite zu kommen. Die gleiche Idee hatte auch ein Schwarzer, der ebenfalls hinter uns herlief, um die Straße zu überqueren. Kurze Zeit später kam das Auto (ein Jaguar) zurück und eine der drei weißen Ladies fragte, ob es uns gut gehe. Wir seien doch vor einem “African Gentleman” geflüchtet, der uns verfolgt habe. Unsere Erklärung, wir hätten uns nur schnell vor dem nahenden Fahrzeug in Sicherheit bringen wollen, wurde mit ungläubigem Staunen und der Bemerkung quittiert, wir sollten gut aufpassen, weil man nachts nicht zu Fuß gehe.
Für weitere Informationen stehen wir gerne unter der Internetadresse zur Verfügung.
Ihnen sowie dem gesamten Umfulana-Team danken wir herzlich für den schönen Urlaub und wünschen ihnen allen ein glückliches neues Jahr.
Ihre Sandra Frahn und Manfred Wichmann



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