06.03.2007

Südafrikareise von U. und W. Münch

Liebes Umfulana Team

Spät, aber er kommt; der Dank für eine wunderschöne Reise (23.10.2006- 12.11.2006), die wir mit Ihrer Hilfe machen durften.

Vielen Dank für die sorgfältige Planung, die Buchung der Unterkünfte ,die Routenauswahl und allem anderen, was unsere Tour durch SA zu einem unvergesslichem Erlebnis gemacht haben.
Aus diesem zeitlichen Abstand heraus werden die kleinen und größeren Katastrophen die eine solche Reise unweigerlich begleiten zu kleinen lustigen Anekdoten, die jeden Reisebericht auflockern.
Sollte jemand sich an eine solche Tour wagen, dann möge er drei Ratschläge beherzigen:

1.bitte nicht mit BA fliegen, obwohl die Vorbuchung der 2- Sitze ein guter Tipp war, doch am
Ende steht man in nach 11 Stunden Flug, mit Verspätung ohne Gepäck in Johannisburg ( das nicht alleine) und hat dann evtl. noch wie wir ca. 300km Autofahrt vor sich,; außerdem ist die gesamte Kontrolle am Flughafen eine Schikane, die zur Farce wird ; das Gepäck kam 24 Stunden später nach

2. km –Angaben auf der Karte sind besser dazu geeignet, denn Wegweiser an den Straßen
neigen dazu entweder nicht vorhanden , unlesbar oder unrichtig zu sein
3. steht irgendwo urplötzlich ein Hinweisschild auf eine Brückensperrung, so sollte man diese
wohlwollend beherzigen; kann Umwege bis zu 250 km ersparen (passiert auf der Fahrt von
Graaf Reinet nach Sedgefield

Begonnen haben wir unsere Reise in Johannisburg. Nach überstandenenTurbulenzen im Flughafen konnten wir einen fabrikneuen VW-Polo übernehmen, der uns auf der ganzen Fahrt nie im Stich gelassen hat. Seine rote Farbe war gewöhnungsbedürftig, denn in SA sind eigentlich alle Autos weiß. Die Fahrt nach Hazyview lässt kein richtiges SA Feeling aufkommen, die Landschaft könnte auch irgendwo in Europa liegen. Durch die zahlreichen Verspätungen. konnten wir schon am ersten Tag ausprobieren, wie es sich nach Sonnenuntergang in SA Autofahren läst. Dafür entschädigte der beleuchte Sabie-River mit den Gästerondavels und die Gastfreundschaft auf der Farm.

Nur die Flusspferde wollten sich nicht sehen lassen. Auf der Panoramaroute am nächsten Tag begann Afrika sein wahres Gesicht zu zeigen.Das Lowfeld im dichtesten Nebel, die Potholes bei über 40 Grad und einem unendlichen, traumhaften Blick bei den 3 Rondaveln.

Die Fahrt in den Krüger-Park war nur kurz und abseits der Hauptpisten machten wir uns auf den Weg zum Camp im Süden des Krüger Parks. Es ist ein eigenartiges Gefühl, die Tiere so hautnah zu erleben.
Das Safari- Zelt war als einzige Unterkunft auf der Reise nicht unbedingt zu empfehlen. Vor allem da die Paviane gut mit Klett- und Reißverschlüssen umgehen können und so ungehindert in den Koffern wühlen können Auch empfiehlt es sich Safaris vorzubuchen; wir konnten leider nur noch an einer Nachtsafari teilnehmen. Wir haben dennoch die Big Five mit nach Hause genommen und den wunderschönen Ausblick von der Sabieterrasse genossen. Doch Vorsicht, seien sie schneller als die Vögel.

Weiter führte uns der Weg ins Königreich Swaziland. Die Grenzformalitäten muß man erlebt haben. Endlose Zuckerrohplantagen, so weit das Auge reicht. Dazwischen kleine Farmen. Ein Bild eines anderen Afrika. Dafür gab es im Game Reserve wieder Elefanten, Nashörner und Giraffen pur. Das Camp, nur im Schein der vielen Petroliumlampen, ist ein Erlebnis. Auch hier finden sich liebevoll mit Schleifen zusammengebundene Handtücher, dekorative Zweige und sogar ein Nachtgebet. Solche Kleinigkeiten haben dazu beigetragen, diese Reise zu etwas Besonderem zu machen.

Verläst man Swaziland, wird deutlich, wie reich eigentlich SA ist. Auf der Fahrt nach Felixten, hätten wir noch einen Abstecher nach St Lucia machen sollen. Die Chance haben wir vertan, dafür aber den Charme von dem Country House genossen. Das Abendessen war phantastisch. Jeder Gang wurde vom Hausherren selbst präsentiert. Doch leider musste er an diesem Abend kapitulieren, denn gegen vier deutsche Paare kam er nicht an und resignierte. Es tut uns heute noch leid. Wir haben versucht, es am nächsten Abend wieder auszugleichen. Der Tag dazwischen gehörte dem Hluhluwe Umfolozi Park. Wunderschöne Landschaften, doch kaum Tierbeobachtungen; es war viel zu heiß an diesem Tag, und für Tierbeobachtungen am Morgen bzw. Abend war das Quartier nicht geeignet, da die Entfernung zu groß war..

Nach ein paar Stunden an einem einsamen Strand am Indischen Ozean, Parkwächter inklusive, fuhren wir weiter, wieder zurück ins Landesinnere. Bayrischer Wald mit Zuludörfer begleitete uns in Richtung Herrmannsburg, bis dichter Nebel alles verschwinden ließ. Die vielen Schulkinder in ihren Uniformen am Straßenrand machten diese Fahrt nicht ganz einfach. Dieses Phänomen der Schulkinder hat sich nicht restlos entschlüsseln lassen ; wann findet eigentlich Unterricht statt? Die Kinder laufen zu jeder Tageszeit. Rätselhaftes Afrika. Hat man den Nebel hinter sich gelassen, dann findet man sich mitten in Deutschland wieder. Eichen und roter Backstein sind der Mittelpunkt der Missionsstation Herrmannsburg, heute noch eine deutsche Schule und der Ausgangspunkt von Umfulana. Uns hatte der Nebel doch wieder eingeholt und so blieb Zeit, unter der sachkundigen Führung von Tante Inge in die Geschichte der Missionsstation einzutauchen. Jeden Reisenden aus dem norddeutschen Raum erinnert ihr spitzes“ ST „ an zu Hause. Dabei hat sie Hermannsburg kaum verlassen. Vielen Dank für den schönen Nachmittag. Unser Dank gilt auch Quanta, die uns für diese Nacht beherbergte. Ihre Kreativität kennt keine Grenzen. Vielen, vielen Dank für den wunderschönen Abend. Wer dort hin kommt, sollte sich einfach überraschen lassen. Die Krönung wäre noch der Besuch mit Vic Schütte bei den Zulus gewesen. Hat leider nicht geklappt. Wer interessiert ist, sollte es vielleicht bei der Buchung berücksichtigen. Auch ein Abstecher zum Ende der Welt, zu den heißen Quellen von Lilani ist empfehlenswert, doch bei schlechterem Wetter zu unterlassen.

Geht die Reise weiter in den Royal Natal National Park , bitte bei Quanta um Einkaufsmöglichkeiten nachfragen. Sie hat eine guten Tipp.

Durch atemberaubende Landschaften ging es weiter ins Park Camp der Drakansberge. Uns erwartete ein großzügiger Bungalow mit traumhaften Blick auf das berühmt Amphitheater. Leider fiel die für den nächsten Tag geplante Tour ins Wasser; es war der einzige Regentag auf der ganzen Reise. Dank lieber Reisebekanntschaften wissen wir trotzdem, was uns am Ende der Tour erwartet hätte. Der Sonnenaufgang am nächsten Tag entschädigte wieder.
Durch die endlosen Weiten der afrikanischen Landschaft fuhren wir weiter über des Golden Gate nach Ladybrand. Dort wurden wir , neben anderen Gästen, Besitzer eines ganzen Hauses. Die Hausherren sahen wir erst beim etwas disziplinierten Frühstück wieder. Wer würde in Deutschland ein Haus voller alter Möbel seinen Gästen überlassen?

Die Landschaft wurde immer trockener und am Ende Tages erreichten wir Graaf Reinet. Ein wunderhübsches Städtchen inmitten sehr karger Landschaft. Von den Felsen des Valley of Desolation hat man wunderschöne Blicke auf die Stadt und Halbwüsten. Egal von welchem Punkt man ins Land hineinschaut, die unendliche Weite und die Vielfältigkeit der Landschaft zieht einen immer wieder in seinen Bann und läßt sich nicht ausreichend in Worte fassen ; man muß es selber erleben. Auch das die Tatsache , sich mit Umfulana auf Reisen zu begeben , keine schlechte Entscheidung ist, zeigte eine Kleinigkeit. Als Roy, dem Besitzer von Avondust klar wurde, mit wem wir gebucht hatten, lautete seine Anweisung:“ Not this room, the Rose Room is reserved for Ulli and Walter“. Schade, es war nur für eine Nacht.

Das Grün der Gardenroute war nach dem Braun der Landschaft der letzten Tage wohltuend. Im Haus Seeblick empfing uns wieder die sprichwörtliche sa. Gastfreundschaft. Die Gespräche mit der Familie Strobel haben uns , wie mit Quanta auch, SA aus der Sicht seiner Bewohner kennen lernen lassen.

Der Weg nach Kapstadt war die letzte Herausforderung. Mit einem kurzem Abstecher nach Hermanus erreichten wir Kapstadt, wo uns neben der gastfreundlichen Pat auch der stürmische Cap Doctor empfing. Mit einem liebevollen „ That`s the tour for your day“ schickte sie uns jeden Morgen auf den Weg. So fand jeder von uns auch bei Nacht wieder sicher nach Hause. Sie organisierte auch am letzten Tag eine Township-Tour. Vielleicht hat sie auch den Cap Doctor in den letzten Stunden vor dem Abflug zum Schweigen gebracht, so dass ein Blick vom Tafelberg der krönende Abschluss der Reise war.

Es war eine wunderschöne Reise. Mit den gewonnenen Eindrücken und Erfahrungen im Hintergrund steht fest, dies war nicht die letzte Reise auf den schwarzen Kontinent: Afrika, wir kommen wieder.

Vielen Dank an alle, die diese Reise für uns mitorganisiert und in ihrem Land aufgenommen haben.



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