Kalahari: Reise in die Stille - Südafrika
Kalahari: Akazie mit Webervögelnestern

Rote Erde, flirrende Luft

Expedition in die Kalahari

Rote Dünen, endlose Weite und tiefe Stille: Die Reise führt durch einen menschenleeren Teil Südafrikas. Auch wer schon häufig in Südafrika war und das Land zu kennen meint, gerät ins Staunen.

Diese Reise wird nach Ihren Wünschen individuell angepasst.

Von Johannesburg nach Potchefstroom

Mietwagenannahme

Mietwagenannahme

Vermieter: AVIS South Africa
Fahrzeug: Toyota RAV 2x4 o.ä. Automatik (IFAR)
Tarif: premium cover
Station: Johan­nesburg, Airport

Von Johan­nesburg nach Potchef­st­room

145 km | 2:00 h
Man verlässt die dicht besiedelte Region um Johan­nesburg in südwest­li­cher Rich­tung auf der N12. Hinter Soweto endet die Metro­pol­region und das tradi­tionelle Buren­land beginnt.

Soweto

Arbeiter, Jazzmusiker und Drogenbosse
Keiner weiß genau, wieviele Menschen heute in Soweto wohnen. Die Schätzungen schwanken zwischen zwei und vier Millionen. Heute ein Stadt­teil von Johan­nesburg, war Soweto während der Apart­heid das größte aller süda­fri­ka­ni­schen Town­ships. Schwarze durften sich damals nicht ohne Geneh­migung in weißen Städten aufhalten, sondern hatten grund­sätz­lich in ihren Home­lands zu wohnen. Anderer­seits kam die Wirt­schaft ohne die billigen Arbeits­kräfte nicht aus. So entstand im Laufe der Zeit neben jeder Stadt und Indu­s­trie­anlage ein eigenes Town­ship für schwarze Arbeiter. Im South Western Town­ship of Johan­nesburg (SoWeTo) formierte sich der Wider­stand gegen die Apart­heid. Nelson und Winnie Mandela waren hier zu Hause; 1976 brach der Schüler­auf­stand aus, der blutig niederge­schossen wur­de und den Freiheits­kampf in eine neue Phase führte. 
Soweto ist bis heute eine faszi­nierende Welt für sich, in der es Squatter Camps, aber auch Millio­näre gibt, wo aus Müll gebaute Hütten stehen, aber auch die Villen der Drogenbosse.
Wer Soweto besich­tigen will, sollte dies aus Sicher­heits­gründen in einer Gruppe tun. Auf Wunsch vermit­teln wir Führungen.

Gauteng

Platz des Goldes
Gauteng ist das Sotho-Wort für „Platz des Goldes“. Die Provinz wur­de erst 1994 geschaffen und bildet die Großräume um Johan­nesburg und die Haupt­stadt Pretoria ab. Mit 17.000 Quad­ratki­lome­tern ist es die kleinste Provinz Süda­frikas, zugleich aber mit 15 Millionen Einwoh­nern die bevöl­ke­rungs­reichste. Große Shopping Malls, Bars, Hotels, Casinos und eine ausgeprägte Unter­hal­tungs- sowie Kultur­szene machen Gauteng zu einer pulsierenden Region. Das Indu­s­trie­revier, das mit den Goldfunden von 1886 seinen Urknall erlebte, gehört heute zu den dynamischsten Wachstums­regionen der Erde.

Apart­heid Museum

Das 2001 eröffnete Museum doku­men­tiert das System der Apart­heid – von den frühen Anfängen ab 1948, über ihre Entwick­lung bis zu ihrer Been­digung 1994 und der sich anschließenden Aufarbei­tung. Dabei wird auch der geschicht­liche und poli­ti­sche inter­na­tio­nale Kontext der Apart­heid erläu­tert. Es ist das einzige Museum, das ausschließ­lich der Apart­heid gewidmet ist. Neben einzelnen Ausstel­lungs­stü­cken erfolgt die Doku­menta­tion anhand von zahlrei­chen Texten, Fotogra­fien, Plakaten und Filmen. Schwer­punkte sind die Auflösung des Johan­nesburger Stadt­teils Soph­ia­town 1955 bis 1963 und der Schüler­auf­stand in Soweto 1976.
A

North West Province

Highveld zwischen Kalahari und Johannesburg

Die Nordwest-Provinz grenzt im Norden an Botswana und im Osten an Gauteng. 3,5 Millionen Einwohner teilen sich eine Fläche von gut 100.000 Quad­ratki­lome­tern.

Noordwes, wie die Provinz auf Afri­kaans heißt, liegt auf dem fla­chen inneren Hoch­pla­teau, dem soge­nannten Highveld. Zwischen dem nur selten Wasser führ­enden Molopo River und dem Vaal River gibt es kaum Ober­fläc­hen­wasser. Die Sommer sind heiß und der Nieder­schlag beträgt durch­schnitt­lich 500 Millimeter pro Jahr. Die Tswana-Völker ma­chen mehr als neun Zehntel der Bevöl­ke­rung aus. Die Weißen spre­chen haupt­säch­lich Afri­kaans. Mais und Erdnüsse werden überall ange­baut, Tabak, Weizen und Zitrusfrüchte nur im Nord­osten. Rinder und Schafe werden in großer Zahl beweidet. Auch Bergbau spielt auch eine wich­tige Rolle.

In einem Gästehaus in Potchefstroom

1 Nacht | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das hoch­wer­tige Gäste­haus liegt im Univer­si­tätsviertel von Potchef­st­room. Restau­rants und Geschäfte sind in der Nähe, aber weit genug entfernt, um fried­lich und ruhig zu sein.

Morgens wird man von einem Vogelkonzert im Garten geweckt. Eigen­tümer und Personal sind hilfsbe­reit und freund­lich. Die sechs Zimmer sind geräumig und gut einge­richtet.

Free State

Süda­frikas Burenre­publik
Als 1800 in Kapstadt der Union Jack, die Fahne der briti­schen Krone, gehisst wur­de, begannen die dort ansäs­sigen Buren nieder­ländisch-deutsch-franzö­si­scher Abkunft um ihre kulturelle Iden­tität zu fürchten. Im legendären „Großen Trek“ zogen viele von ihnen mit ihren Ochsenwagen ins Landes­in­nere, fort vom „sündigen Ägypten“ auf der Suche nach dem „gelobten Land“. Fernab der verhassten Engländer grün­deten die Afri­kaaner, wie sich die Buren fortan nannten, mehrere Burenre­publiken. eine davon war der Oranje Vrystaat. Von Anfang an jedoch war der Frei­staat eingezwängt zwischen den Briten und den Sothos, mit denen es zu mehreren Kriegen kam. Nach den Buren­kriegen wur­de der Frei­staat 1902 britisch annek­tiert und schließ­lich Teil des süda­fri­ka­ni­schen Region. Bis heute ist der Frei­staat das länd­lich-sitt­liche „Plat­te­land“ im Zentrum Süda­frikas. Kulturell wird es noch von den Nach­fahren der Buren domi­niert, obwohl die schwarze Bevöl­ke­rung fast 90 Prozent ausmacht. Von der alten Buren­herr­lichkeit zeugen die präch­tigen Kirchen in allen Provinz­städt­chen, in denen bis heute kaum Englisch gespro­chen wird.

Potchef­st­room

Buri­sche Provinz­stadt im alten Transvaal
Die Provinz­stadt am Fluss Mooi­river liegt im ehema­ligen Transvaal 120 Kilometer südwest­lich von Johan­nesburg und hat heute etwa 50.000 Einwohner. Die Stadt ist stark geprägt von den Voort­rekkern, wie man die Buren nannte, die Anfang des 19. Jahrhunderte mit ihren Ochsenwagen durch das südliche Afrika streiften. Sie wur­de 1838 von Andries Hendrik Potgieter gegründet und gilt damit als älteste euro­päi­sche Sied­lung nörd­lich des Vaal. Von 1844 bis 1848 war sie Haupt­stadt einer Burenre­publik. Während des Zweiten Buren­kriegs stand in Potchef­st­room eines der ersten Konzent­ra­ti­ons­lager für die buri­sche Zivilbevöl­ke­rung.

Von Potchef­st­room nach Kimberley

355 km | 4:30 h
Eine Weile fährt man am Vaal entlang, dem Nebenfluss des Orange Rivers, nach dem die Buren­provinz Transvaal benannt ist.
B

Northern Cape

Menschenleere, endlose Weite

Die Provinz Nordkap, auf Afri­kaans: Noord-Kap, ist mit 370.000 Quad­ratki­lome­tern größer als Deutsch­land, hat aber mit 1,1 Millionen Einwohner weniger Einwohner als Köln.

Zwischen dem Atlantik im Westen und dem Vaal River gibt es nur zwei Städte mit mehr als 50.000 Einwoh­nern: die Diaman­ten­stadt Kimberley und Upington am Ufer des Orange Rivers. Dafür gibt es sechs Natio­nalparks, darunter den Kgalagadi-Transfron­tier Park, einen der größten Natio­nalparks der Erde. Wegen des heißen und trockenen Klimas herr­schen Trockensavannen und Halbwüsten vor. Im Norden geht die Provinz in die Kala­hari über. Lebens­ader des Nort­hern Capes ist der Orange River, der über Tausende Kilometer als Fremdfluss durch die Halbwüste fließt.

Zu Gast in einem Country House in Kimberley

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das Gäste­haus ist ein kleines Juwel, wie man es in einer abge­legenen Provinz­stadt nicht erwarten würde. 2015 hat es gleich mehrere Preise gewonnen – für hoch­wer­tiges Ambi­ente, phan­ta­sievolles Design und gastfreund­li­chen Service.

Rings um den Pool herrscht eine geradezu wohn­liche Atmo­sphäre, in der man sich gern aufhält und mit anderen Reisenden ins Gespräch kommt. Liebe zum Detail spürt man überall, besonders bei den Mahlzeiten. Zum legendären Big Hole sind es gut zwei Kilometer.

Mokala National Park

Wild­reiche Übergangszone zwischen Kala­hari und Karoo
Der knapp 30.000 Hektar große Natio­nal­park südwest­lich von Kimberley wur­de 2007 eröffnet und ist damit der jüngste Natio­nal­park von Süda­frika. Er schützt eine Übergangszone zwischen der Karoo und der Kala­hari. Im Süden findet man die für die Karoo typi­schen Dole­rit­hügel, die aus Vulk­an­ge­stein bestehen. Dazwi­schen tut sich eine weite Savannen- und Busch­landschaft auf. Neben zahlrei­chen Antilo­pen­arten, unter denen auch die seltene Rappen­an­tilope ist, leben Breit- und Spitzmaul­nas­hörner im Park. Im Feuchtgebiet an der Mündung des Vaal in den Orange River haben sich seltene Wasservögel ange­siedelt.

Kimberley

Stadt der Diamanten und der Gier
1866 wurden Diamanten nahe am Oranje-Fluss gefunden, worauf ein Diaman­tenrausch einsetzte. In wenigen Monaten wuchs die Sied­lung auf über 30.000 Einwohner. Als der Diaman­tenhandel 1873 in eine Krise kam, weil der Abbau zuneh­mend schwierig wur­de und die Preise verfielen, kaufte Cecil Rhodes die Mine, die ihn zum reichsten Mann der Welt machte.  Er und sein Gegen­spieler Barnato prägten nicht nur die Geschichte der Stadt sondern des ganzen südli­chen Afrikas. In Kimberley wur­de der Grund­stein zum Reichtum Süda­frikas gelegt.

Museen in Kimberley

Stadt­ge­schichte und histo­ri­sche Fotos
Das McGregor Museum doku­men­tiert die Geschichte und Ökologie der Provinz Nort­hern Cape. Auch zur Stadt­ge­schichte Kimber­leys gibt es dort Ausstel­lungen. Cecil Rhodes hatte das Haus 1897 als Hotel und Sana­to­rium erbauen lassen und hat während der Bela­ge­rung durch die Buren um die Jahrhundert­wende selbst dort gewohnt. In der Duggan-Cronin Gallery sind über 8000 Fotogra­fien ausge­stellt, die Alfred Duggan-Cronin zwischen 1919 und 1939 von den ursprüng­l­i­chen Bewoh­nern der Region und ihren Tradi­tionen gemacht hat. Daneben werden dort unter anderem origi­nale Fels­zeich­nungen der San gezeigt.

Von Kimberley nach Van Zylsrus

410 km | 5:00 h

Wonder­werk-Höhle

älteste Feuer­stelle der Welt
2012 machten Wissenschaftler aus Toronto in der 140 Meter weit ins Erdin­nere reichenden Höhle einen sensa­tionellen Zufallsfund: In einer 0,99 bis 1,07 Millionen Jahre alten Schicht fanden sie ange­schmorte Knochen, Asche verbrannter Pflanzen und andere Hinweise auf Feuer. Sie haben damit die älteste bekannte mensch­liche Feuer­stelle der Welt entdeckt. Damit verschob sich die Annahme, ab wann unsere Vorfahren das Feuer nutzten. Frühere gesi­cherte Fund­stellen sind ledig­lich etwa 400.000 Jahre alt. In der Wonder­werk-Höhle haben die Früh­men­schen der Gattung Homo Erectus aber bereits vor einer Millionen Jahre gekocht oder gegrillt – allerdings weder mit Holz noch Holzkohle, sondern mit trockenem Laub und Gras, denn die Feuer­tempe­ratur lag unter 700 Grad Celsius.

Kuruman

Stärkste Naturquelle der südli­chen Hemis­phere
Das Wüsten­städt­chen in der Kala­hari ist aus einer briti­schen Missi­ons­sta­tion hervor­gegangen. Sie gilt als „Oase der Kala­hari“, da sich dort Berge, Wasser und dichte Vege­ta­tion mitten in einer Halbwüs­ten­region finden. Dies verdankt die Stadt stärkste Naturquelle der südli­chen Hemis­phere, Die Oog, auch Eye of Kuruman genannt. Sie liefert täglich etwa 20 Millionen Liter Wasser guter Qualität. Die Quelle ist Natio­naldenkmal. Benannt ist die Stadt nach Kudumane, einem San-Häupt­ling des 18. Jahrhunderts. Es treten extreme Tempe­ratur­un­ter­schiede zwischen Sommer und Winter auf. Während der Wintermo­nate gibt es regelmäßig Frost, von Dezember bis April sorgen feuchte Nord- und Nord­ostwinde für häufige Gewitter, im Sommer werden trotz der Höhenlage die 40 °C über­schritten. Die durch­schnitt­liche Nieder­schlags­menge beträgt 420 mm pro Jahr.
C

Kalahari

Rote Dünen, weiße Gräser, schimmernde Salzpfannen

Die 1,2 Millionen Quad­ratki­lometer große Senke bedeckt einen großen Teil des südli­chen Afrika. Das voll­kommen flache Becken reicht von Süda­frika über Namibia bis Angola und nimmt den größten Teil Botswanas ein.

Nach Osten erstreckt sie sich bis Zambia und Zimb­abwe. Eigent­lich ist die Kala­hari eine Trockensavanne, wird aber wegen des roten Sandes als Wüste bezeichnet. Charak­te­ris­tisch sind die sog. Pfannen, in denen der selten fallende Regen zusam­men­läuft und bald wieder verdunstet. Zurück bleibt dann eine weiß gelb­liche Salzkruste. Promi­nen­testes Beispiel ist die Etosha Pfanne in Namibia. Obwohl es kein Ober­fläc­hen­wasser gibt, ist die Kala­hari über­ra­schend wild­reich. Die Tiere ziehen – von Zäunen unge­hindert – hin und her, immer dem Regen nach.

Zu Gast in einem Wüstenhotel am Molopo

1 Nacht | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Mitten in der menschenleeren Kala­hari liegt ein winziger Ort namens Vanzylsrus. Vermut­lich hat sich ein Voort­rekker namens Van Zyl an der Oase am Trockenfluss Molopo niederge­lassen.

Später wur­de ein Laden für die Farmer aus einem weiten Umkreis aufge­macht. In den 1950iger Jahren wurden ein paar Zimmer ange­baut und so entstand nach und nach ein Hotel für Geschäfts­rei­sende, die nicht viel mehr als ein kühles Bier und ein Bett brauchten. 2007 – als die Kala­hari auch touris­tisch entdeckt wur­de – wur­de es komplett umge­staltet und folgt einem neuen Konzept. Heute erin­nert nur die Fassade an die verschlafene Zeit. Innen ist ein künst­le­risch gestal­tetes Boutique-Hotel entstanden mit farbigen Wänden, Mosaiken und Skulpturen. Nahezu jeder Raum ist mit antiken Möbeln und handgefer­tigten Accessoires einge­richtet. Die exzel­lente Küche, eine Bar mit Lounge und ein Swimmingpool runden den Aufent­halt ab.

Molopo

Lebens­ader in der Kala­hari
Rivier nennt man im südli­chen Afrika einen Fluss, der nur zeitweise Wasser führt. Der Molopo ist ein solcher Trockenfluss: trotz seiner Länge von 960 Kilome­tern und einem Einzugsgebiet, das mit 370.000 Quad­ratki­lome­tern größer ist als ganz Deutsch­land, führt er nur ganz selten Wasser. Seine Quelle sprudelt bei Lich­tenburg. In der Nähe der Augrabies Falls mündet er schließ­lich in den Orange River. Auch wenn der Molopo kein Wasser führt, ist er die Lebens­grundlage für viele Säuge­tiere und Vögel, darun­ter  Buschböcke, Spitzmaul­nas­hörner und Elen­an­tilopen. Im Fluss finden Erdmänn­chen ihren idealen Lebens­raum.

Von Van Zylsrus nach Kala­hari Tented Camp

334 km | 7:30 h

Askham

Verschlafenes Nest in der Kala­hari
Der verschlafene Ort auf dem Weg zum Kala­hari Transfron­tier Park hat sich ab 1931 um eine Schule entwi­ckelt, in die Kinder aus der halben Kala­hari gegangen sind. Bereits mit sieben Jahren wohnten sie im Internat und haben ihre Eltern oft ein halbes Jahr nicht gesehen. Ein paar Kilometer weiter wur­de gleichzeitig eine Polizei­sta­tion einge­richtet, die in einem riesigen Gebiet für Ordnung sorgen sollte. Da die Polizei mit Kamelen auf Streife ging, wur­de eine Kame­laufzucht begonnen – mit zeitweise mehr als 400 Tieren. Heute ist Askham eine Versorgungs­sta­tion für die Farmer ringsumher. Reisende finden eine Tank­stelle und einen Super­markt.
D

Wilderness Camps in der Kalahari

Urerfahrungen jenseits der Zivilisation

Was man in den Wilder­ness Camps des Kgalag­kadi Transfron­tier Natio­nalparks erlebt, ist selten geworden: voll­kom­mene Stille, einen Nacht­himmel, der seines­glei­chen sucht, und eine Welt im Urzu­stand, in der es außer der Camp­struktur kein Anzei­chen mensch­li­cher Zivili­sa­tion gibt.

Dafür muss man auf Komfort verzichten. Die Camps liegen mutter­see­le­n­allein im „Land of Thirst“. Es gibt keine Restau­rants, keine Tank­stellen, keinen Pool. Nur wenige, unbe­wirt­schaf­tete Wohn­stellen, die teils fest verbaut und teils aus Zelt­stoff gefer­tigt sind. Was man essen und trinken will, muss vorher mitge­bracht und selbst zubereitet werden. Dafür ist ein Abend am Lagerfeuer mit selbst gebra­tenem Fleisch ein unver­gess­li­ches Erlebnis.

Zu Gast im Kalahari Tented Camp

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Ohne Verpflegung

Das Camp liegt hoch auf einer roten Sand­düne, mit Blick auf ein Wasserloch in einem ausge­trock­neten Fluss­bett, wo sich ständig Tiere zur Tränke sammeln.

Da es keine Zäune gibt, muss nachts mit Über­ra­schungs­be­su­chen von Löwen oder Schakalen gerechnet werden. Die schlichten Wohn­zelte haben einen Schlaftrakt mit Deckenven­ti­lator, ein Bad und eine voll ausge­stat­tete Küche. Drei Kilometer weiter liegt das Camp Mata Mata, wo es einen Shop und eine Tank­stelle gibt. Insge­samt gibt es 15 Zelte, doch sie stehen so weit ausein­ander, dass man sich allein in der Wüste wähnt.

Kgalagadi Transfron­tier National Park

Größtes Landgebiet der Erde im Urzu­stand
Der Park (früher Kala­hari Gemsbok Park) umfasst zusammen mit dem Reservat auf der Seite Botswanas 3,8 Millionen Hektar (!) und ist damit eines der wenigen großen Gebiete der Erde, die im Urzu­stand erhalten sind. Große Herden von Wild können unge­hindert umher­ziehen. Zu den Raubtieren des Parks gehören der große Kala­hari Löwe, Leopard, Gepard, verschiedene Arten der Hyäne, Wildhund und Schakal. Nicht weniger als 215 Vogel­arten sind verzeichnet. Die Tages­tempe­raturen steigen im Sommer oft über 40 Grad und sinken in Winternächten bis unter null Grad ab. Insbe­sondere in der Regenzeit gibt es unbe­schreib­lich schöne Farb­spiele: Rötliche Dünen, grüne Akazien, ein tiefblauer Himmel und zum Greifen nahe Haufenwolken.

Von Kala­hari Tented Camp nach Xaus

62 km | 50 Minuten
E

Kgalagadi Transfrontier National Park

Größtes Landgebiet der Erde im Urzustand

Der Park (früher Kala­hari Gemsbok Park) umfasst zusammen mit dem Reservat auf der Seite Botswanas 3,8 Millionen Hektar (!) und ist damit eines der wenigen großen Gebiete der Erde, die im Urzu­stand erhalten sind.

Große Herden von Wild können unge­hindert umher­ziehen. Zu den Raubtieren des Parks gehören der große Kala­hari Löwe, Leopard, Gepard, verschiedene Arten der Hyäne, Wildhund und Schakal. Nicht weniger als 215 Vogel­arten sind verzeichnet. Die Tages­tempe­raturen steigen im Sommer oft über 40 Grad und sinken in Winternächten bis unter null Grad ab. Insbe­sondere in der Regenzeit gibt es unbe­schreib­lich schöne Farb­spiele: Rötliche Dünen, grüne Akazien, ein tiefblauer Himmel und zum Greifen nahe Haufenwolken.

Zu Gast in der Xaus Lodge

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Vollpension mit Aktivitäten

Das Busch­camp liegt hinter dem klas­si­schen Camp Twee Rivieren. Vor ein paar Jahren hat eine Gruppe von San, deren Vorfahren seit Jahrhunderten das Land besiedelten, das Sied­lungs­recht im Südwesten des Kgalagadi Parks zurü­ck­er­halten.

Gemeinsam mit dem South African National Parks Board hat die Kommune ein Projekt gestartet, das man community based toursim nennt. Reisende werden beherbergt und in das tradi­tionelle Leben des Jäger- und Samm­lervolkes eingeführt. Gäste über­nachten in einer strohge­deckten Hütte, wo sie auf west­li­chen Komfort jedoch nicht verzichten müssen. Auch ein Swimmingpool ist vorhanden – eine seltene Wohltat in der Hitze der Kala­hari. Pirschfahrten mit einem offenen Allrad-Jeep werden ange­boten. Dabei sieht man regelmäßig Löwen, Leoparden, Geparden und viele anderswo selten gewor­dene Tiere. Etwas Besonderes aber sind die Buschwande­rungen mit den San-Jägern, die in die Kunst des Spurenle­sens ihrer Vorfahren und deren Über­lebens­tech­niken einführen.

Von Xaus nach Upington

317 km | 5:30 h
Die Straße führt an Salzpfannen vorbei durch die Kala­hari und und zum Teil durch Riviere. So heißen die Flüsse, die nur spora­disch Wasser führen.
F

Orange River

Fremdfluss in der Wüste

Der Orange River ist mit 2000 Kilome­tern Länge Süda­frikas größter und wasser­reichster Fluss. Er entspringt im regenrei­chen Hoch­ge­birge von Lesotho und durch­quert den trockenen Westen als Fremdfluss, d.h.

er hat nach dem Zufluss des Vaal keinen Zulauf mehr. Bei Colesberg ist er zum Gariep Damm aufge­staut, ein gigan­ti­sches Bewäs­se­rungs­system aus den 1960ger Jahren. Ein Wild­wasser also, das mitten durch die Wüste fließt. Bei Augrabies donnert er in grandiosen Wasser­fällen 160 Meter in die Tiefe und fließt danach durch eine roman­ti­sche, kaum zugäng­liche Schlucht. Zum Kanu­fahren ist er ganzjährig geeignet.

In einem Gästehaus in Upington

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das kleine Gäste­haus liegt in einem Vorort von Upington in einer schönen, tropi­schen Garten­anlage mit Swimmingpool.

Die zehn Zimmer sind kürz­lich renoviert worden und bieten viel Komfort wie Klima­anlage, Haart­rockner, Safe und Minibar. Ein herzhaftes Früh­stück wird jeden Morgen zubereitet, Grill­mög­lichkeiten stehen im Garten zur Verfügung.

Upington

Grüne Oase am Orange-River
Die Stadt am Oranje Fluss ist Haupt­stadt der nörd­li­chen Kapregion und Tor zur Kala­hari. Wer zum Kala­hari Park will, hat hier die letzte Möglichkeit, in den gut sortierten Super­märkten einzukaufen und die Vorräte aufzu­füllen. Upington gilt als eine der heißesten Städte Süda­frikas. Obwohl das Ther­mometer oft die 40-Grad-Marke über­steigt, bleibt die Hitze wegen der geringen Luftfeuch­tigkeit erträg­lich. Dass die Stadt trotzdem grün wirkt, verdankt sie dem Orange River und der künst­li­chen Bewäs­se­rung. Ein schmales, grünes Band zieht sich über 280 Kilometer am Fluss entlang, wo neben Weizen, Gemüse, Zitrusfrüc­hten, Datteln und Baumwolle vor allem Wein ange­baut wird.

Kala­hari Oranje Museum

Heimatmuseum von Upington
Sehens­wert in Upington ist besonders die alte, am Oranje-Fluss gelegene Missi­ons­sta­tion, der der deutsch­stäm­mige Reve­rend Schröder 1875 aufge­baut hat. Heute ist dort das Heimatmuseum von Upington, das Kala­hari Oranje Museum, unter­ge­bracht. Vor dem Haus steht ein lebens­großer Esel aus Bronze, ein Denkmal für die zahl­losen Esel, die selbstlos und bescheiden zum Aufbau Süda­frikas beige­tragen haben.

Augrabies Falls

Donnernder Wasserfall in der Halbwüste
Die Augrabies Falls liegen 120 Kilometer west­lich von Upington und 40 Kilometer nordwest­lich von Kakamas. Der durch­schnitt­liche Regen­fall beträgt 107 mm/Jahr und beschränkt sich vor allem auf die Zeit zwischen Januar und April. Im Park domi­nieren die Kontraste: Von den grandiosen Wasser­fällen des Orange Rivers unweit des Camps bis zur Halbwüste ist das Land das ideale Ökosystem für Springbok, Klipspringer, Kudu, Eland, Gemsbok, Breitmaul­nashorn und eine Viel­zahl von Vögeln. Der Wasserfall ist der sechstgrößte der Erde und zählt zu den Naturwundern Afrikas. Die Flora ist typisch für wasser­arme Zonen. Sie besteht aus dem eigen­tüm­li­chen Köcherbaum, dessen groß­zel­lige Blätter hervor­ra­gende Wasser­spei­cher sind, dem Kameldorn, der Baumfuchsie und der wilden Olive.

Wande­rung am Orange River

Erfah­rung von Einsamkeit und Stille
Die Wande­rung führt von den Augrabies Falls über dem Ufer des Orange Rivers fluss­abwärts. Zurück geht man durch das Hinter­land. Eine Erfah­rung von Einsamkeit und Stille. (HIn und zurück: 4 Stunden, 14 Kilometer, auf und ab: 90 Meter)

Von Upington nach Calvinia

415 km | 5:00 h
Die Strecke von Nord nach Süd führt größtenteils durch das Grootvloer, eine Senke mit einem Rivier, wie man die Fluss­betten nennt, die fast nie Wasser führen.

Verneuk Pan

Ausge­trock­neter Salzsee
Die Salzpfanne nörd­lich von Brandvlei ist durch natür­liche Austrock­nung eines Sees entstanden. Das Gebiet ist etwa 50 Kilometer lang und elf Kilometer breit. Der Name leitet sich vom Afri­kaans-Wort verneuk für „Täuschung“ ab und bezieht sich auf die dortigen Luft­spiege­lungen. Das Gebiet wur­de bekannt, als 1929 der briti­sche Renn­fahrer Malcolm Campbell dort vergeb­lich versuchte, den Landge­schwin­digkeitsre­kord zu brechen. Heute nutzen Drachenflieger die Aufwinde über der glut­heißen Pfanne.

Brandvlei

Wüsten­städt­chen an einer Straßenkreuzung
Die Klein­stadt im Distrikt Namakwa liegt 120 Kilometer von Loeriesfontein im Kreuzungs­be­reich der Straßen R27 und R357. 
Benannt ist die Stadt nach einem Voort­rekker mit dem Nach­namen Brand. Er kampierte an dieser Stelle beim Sakrivier, einem Trockenfluss, der nur nach ergiebigen Regen­fällen Wasser führt. Funde von Fossilien belegen, das die trockene Halbwüste rund um die Stadt vor 20 Millionen Jahren mit subtro­pi­scher Vege­ta­tion bewachsen war. Heute gibt es im Städt­chen einen Super­markt, eine Tank­stelle und natür­lich eine nieder­ländisch reformierte Kirche.
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Calvinia

Kapholländisches Provinznest am Hantam-Gebirge

Die nach dem Genfer Reformator Calvin benannte Stadt wur­de 1847 von nomadi­schen Trekkburen gegründet, die sich samt ihren Ochsen und Schafen am Oorlogskloof Fluss nieder­ließen.

Nur wenig hat sich seither in dem verschlafenen Provinz­städt­chen geändert, das bis heute ein Farmer­zentrum für ein weites Umland geblieben ist. Immer noch prägt die reformierte Kirche das Ortsbild, daneben gibt es eine Synagoge, in der heute ein Heimatmuseum unter­ge­bracht ist, und ein paar Häuser im kaphol­ländi­schen Stil. Wenige Kilometer nörd­lich erstreckt sich das Hantam-Gebirge, das heute zum größten Teil unter Natur­schutz steht. Einige Wander­wege zwischen zwei und sieben Stunden führen auf das Plateau, von wo man eine herr­liche Aussicht hat.

Hantam Huis

1 Nacht | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Zwar ist das Nordkap die größte Provinz Süda­frikas, jedoch galt die dünn besiedelte Halbwüste mit ihren endlosen Weiten, Schaffarmen und wenigen Provinz­städt­chen als wenig attraktiv.

Erwin und Alta Coetzee, ein Arzt­ehe­paar, fanden immer schon, dass ihrer Heimat unrecht getan wird. Seit fast 20 Jahren restau­rieren sie vom Verfall bedrohte kaphol­ländi­sche Häuser. Eines davon ist das Hantam House aus dem Jahr 1854, das älteste noch erhal­tene Haus des Ortes. Mehr als zehn Jahre hat es gedauert, bis das ehrwür­dige Gebäude wieder in altem Glanz erstrahlen konnte. Heute beherbergt es das Restau­rant, wo es Gerichte und Getränke nach alten Buren­rezepten gibt – abends bei Kerzen­licht und während der Blumen­blüte auch draußen.

Von Calvinia nach Clanwil­lian

195 km | 3:00 h
Die einsame Straße führt durch das kaum besiedelte Nort­hern Cape. Erha­bene Gebirgszüge mit überdurch­schnitt­li­chem Nieder­schlag und regen­arme Hügellandschaften wech­seln einander ab. Clanwil­liam ist die einzig nennens­werte Stadt auf der langen Strecke.

Western Cape

Vielfäl­tige Provinz zwischen den Ozeanen
Die Wes-Kaap, wie die Provinz auf Afri­kaans heißt, liegt im Südwesten Süda­frikas und ist mit 130.000 Quad­ratki­lome­tern knapp doppelt so groß wie Bayern. Die Provinz erstreckt sich vom Kap der Guten Hoff­nung aus ungefähr 400 Kilometer am Atlantik nach Norden und ungefähr 500 Kilometer am Indi­schen Ozean nach Osten. Von den sechs Millionen Einwoh­nern leben die allermeisten im Großraum Kapstadt. Teile des Nordens und des Nord­os­tens sind prak­tisch unbe­wohnt. Landschaft­lich und klima­tisch ist das Westkap sehr vielfältig. Der größte Teil der Provinz zeichnet sich durch medi­ter­ranes Klima mit kühlen, feuchten Wintern und heißen, trockenen Sommern aus. Fünf Natio­nalparks gibt es am Western Cape und mehr als 60 Natur­schutzgebiete.

Sevilla Rock Art Trail

Wanderweg zu 8.000 Jahre alten Fels­zeich­nungen
Der einfache Wanderweg ist vier Kilometer lang und dauert etwa zwei bis drei Stunden. Er führt an einem Bach über das Gelände der Traveller's Rest Farm zu neun verschiedenen Fels­zeich­nungen und -gravuren der San, deren Alter auf bis zu 8.000 Jahre (!) geschätzt wird. Informa­tionen und eine Karte mit Wegbe­schreibung gibt es im kleinen Shop auf der Farm. Da Hin- und Rückweg gleich sind, kann man jederzeit umkehren. Allerdings sind die inter­essan­testen Zeich­nungen erst am Ende des Weges.

Wupper­thal

Rooibos Plan­tage auf ehema­liger Missi­ons­sta­tion
1830 kamen die ersten Missio­nare aus dem Rhein­land nach Süda­frika und grün­deten – Wupper­thal. Heute hat der Ort 4.000 Einwohner, eine Schule, eine Klinik und eine Pfarrei. Die Missi­ons­sta­tion bestand aus weißge­tünchten, strohge­deckten Häusern, von denen einige immer noch stehen. Rings umher wird Rooisbos-Tee ange­baut. Ein Wanderweg führt durch die reizvolle Umge­bung zu Fels­zeich­nungen der San.
H

Cedarberge

Steinzeitliche Gravuren in bewaldeten Schluchten und an roten Felsen

Rund zwei Stunden nörd­lich von Kapstadt liegt eine gewal­tige Gebirgskette mit einer Länge von 100 Kilome­tern und einer Höhe von über 2000 Metern.

Tiefe Schluchten zerschneiden das unweg­same Gebirge, deren Talsohle meist bewaldet ist. Von den rötli­chen Kuppen und Gipfeln blickt man über über die menschenleere Wildnis, in der bizarre Fels­forma­tionen Orien­tie­rung geben. Dass bis vor wenigen hundert Jahren die Cedarberge von Jägern und Samm­lern bewohnt war, die in Höhlen und unter Fels­über­hängen lebten, davon zeugen die Fels­zeich­nungen, die man überall findet. 71.000 Hektar der Gebirgs­welt stehen mittlerweile unter Natur­schutz. Durch dieses Gebiet führen viele Wander­wege mit unter­schied­li­chen Schwie­rigkeitsgraden.

Zu Gast in einem Retreat am Doring River

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Vollpension mit Getränken

Das Gäste­haus liegt völlig einsam in der Weite der Cedarberge, 1,5 Auto­stunden von Clanwil­liam, dem nächsten Ort, entfernt.

Es bietet bis zu zehn Gästen Platz, die in einer der strohge­deckten und dennoch komfor­ta­blen Lehmhütten unter­ge­bracht werden. Der eigent­liche Luxus der Unter­kunft besteht jedoch in der ursprüng­l­i­chen Bergwildnis, die das Haus bis zum Horizont umgibt, und der tiefen Stille. Mehrere Wander­wege führen von der Lodge in die Berge, zu Aussichts­punkten, Höhlenzeich­nungen und Bade­stellen. Mahlzeiten werden im Haupt­haus serviert.

Vredendal

Wo der Frieden zwischen Buren und Hotten­totten geschlossen wur­de
Schon wenige Jahre nach Gründung der Kapko­lonie zogen die ersten Buren mit ihren Ochsenwagen nach Norden. 1668 wur­de ihnen von den Khoi San, die sie auch „Hotten­totten“ nannten, Vieh gestohlen. Da die Kräftever­hält­nisse noch nicht eindeutig waren, lief die Sache auf einen Kompromiss hinaus. Das Tal, in dem der Friede geschlossen wird, heißt seither „Vredendal“. Sehens­wert in der Nähe der Matzikama Eco Park, der ein Stück Sukkulen­tenkarroo schützt und durch den schöne Wander­wege führen. 

Von Clanwil­lian nach Lange­baan

249 km | 3:30 h
Das einsame Land zwischen den Cedarbergen und der Westküste wird durch­quert. Während es die meiste Zeit des Jahres öde liegt, verwandelt es sich nach den gelegent­li­chen Regenfällen, vor allem im August, in ein großes Blumen­re­servat.

Fynbos

Einzig­ar­tiges Pflanzenreich am Kap
Das gibt es welt­weit nicht noch einmal: Die Flora am Western Cape ist einzig­artig. Selbst wiki­pedia gerät ins Schwärmen. Auf einem relativ kleinen Gebiet von 50.000 Quad­ratki­lome­tern kommen mehr als 8.500 Farne und Blütenpflanzen vor, von denen 70 Prozent nur hier und sonst nirgends auf der Welt gedeihen. Der Vergleich mit Nieder­sachsen ist vielleicht nicht ganz fair, aber das Bundes­land ist etwa genauso groß, beherbergt jedoch nur 1700 Arten, von denen keine einzige endemisch ist. Die bekann­testen Gewächse unter den „feinen Büschen“ sind die Protea und der Roibos. Durch Anbau von Obst und die Ausdeh­nung der Sied­lungs­gebiete ist das Fynbos Biom, das zum Welt­natur­erbe zählt, gefährdet. Zu seinem Schutz sind insge­samt acht Natur­re­servate einge­richtet worden, darunter der Tafelberg, der Westcoast National Park oder das Bavaans-Kloof.

Citrusdal

Zentrum des Oran­ge­n­anbaus
Die Stadt mit 7000 Einwoh­nern liegt im Tal des Olifants-Flusses am Fuß der Zederberge. Mit einer Ernte von rund 100.000 Tonnen pro Jahr ist sie das Zentrum des Orangen- und Zitronen-Anbaus. Auf der Farm Hexrivier wächst der mit rund 250 Jahren älteste Oran­genbaum Süda­frikas. Nach wie vor trägt der Baum alljähr­lich Früchte. In den Anbau­gebieten Citrusdal Moun­tain und Citrusdal Valley wächst ein begehrter Weißwein. Gegründet wur­de die Stadt 1916 durch die Nieder­ländisch-reformierte Kirche in Süda­frika.

The Baths

Heiße Quellen auf einer Farm
1840 entdeckte William Mann bei Citrusdal eine Thermalquelle. Er notierte in sein Tage­buch: “The water looked so tempting that none of us could resist, so our horses were turned to graze, our packs were opened, and we had each of us a glorious dip and a clean shirt.” Über 100.000 Liter kris­tallklares, 43 Grad heißes Wasser sprudelt stünd­lich aus der Quelle. Heute gehört The Bath zu einer Farm. Die Besitzer haben mehrere Becken ange­legt, darunter kalte und warme. Außerdem gibt es einen Spiel­platz mit Tram­polin und ein Restau­rant mit kleinem Shop. Wer unter­wegs dort Rast machen möchte, muss sich zuvor anmelden. (+ 27 22 921 8026/7)
I

West Coast National Park

Paradies für Zugvögel und Wanderer

Kormo­rane, Austern­fi­scher und ungezählte andere Vögel teilen sich das Sumpf­land. Im Sommer, wenn die Zugvögel der Nordhalbkugel kommen, werden etwa 750.000 Vögel gezählt.

Sie werden vom großen Fisch­reichtum angezogen, für den der vom Südpol kommende Benguela Strom sorgt. Der 27.500 Hektar große Park reicht von der Lange­baan Lagune bis zur Sald­anha Bay. Hier befinden sind 30 % der süda­fri­ka­ni­schen Salzmar­schen. Den Park erkundet man am besten mit dem Motorboot oder zu Fuß. Der Postberg Trail ist wohl der reizvollste. Er ist rund 28 Kilometer lang und führt durch eine nahezu unbe­rührte Dünenwelt.

Zu Gast auf einem historischen Landsitz

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Etwa eine Auto­stunde nörd­lich von Kapstadt liegt Lange­baan, ein histo­ri­scher an der Westküste.

Auf einem Hügel, von dem man die Bucht von Lange­baan über­bli­cken kann, thront das ehema­lige Farmhaus – ein Land­sitz aus dem Jahr 1860, der im kaphol­ländi­schen Stil renoviert wur­de. Alle Zimmer haben Lagu­n­en­blick, die meisten auch einen eigenen Kamin. Im Winter wird das Restau­rant von pras­selndem Kaminfeuer gewärmt. Die für die Westküste typi­sche Gastfreund­lichkeit rundet den Gesamt­ein­druck ab.

Sald­anha Bay

Präh­is­to­ri­sche Fußspuren an natür­li­chem Hafen
Die Bucht an der Südwest­küste von Süda­frika bildet den größten und tiefsten natür­li­chen Hafen Süda­frikas und kann auch von großen Fracht­schiffen mit über 20 Meter Tiefgang ange­laufen werden. Benannt ist die Bucht nach dem portugie­si­schen Kapitän, António de Sald­anha, der hier 1503 als erster Euro­päer an Land ging. 1997 wurden fossile Fußspuren entdeckt. Sie gehören zu zwei Menschen der Gattung Homo Sapiens, die vor 117.000 Jahren (!) am Rande der Lange­baan Lagoon spazieren gegangen sind. Rund 15 Kilometer östlich der Sald­anha Bay war Anfang der 1950er-Jahre bereits ein relativ gut erhal­tenes Schädel­dach von Homo erectus entdeckt worden.

Von Lange­baan nach Cape Town

150 km | 2:00 h
Die Straße führt in einigem Abstand parallel zur Küste nach Süden. Der von weither sichtbare Tafelberg gibt die Rich­tung vor.

Robben Island

Von der Gefäng­nis­insel zum Welt­kultur­erbe
Die kleine Insel in der Tafelbucht ist seit Mitte der 1990iger Jahre Welterbe der UNESCO, nachdem sie viele Jahrhunderte als Gefäng­nis­insel diente. Der berühm­teste Gefan­gene war Nelson Mandela, der dort mehr als zwei Jahrzehnte verbrachte. Seine vier Quad­r­at­meter große Einzel­zelle ist heute Teil eines Museums und kann besich­tigt werden. Neben der span­nenden Geschichte kann man auch die bunte Kalt­wasser-Flora bewundern. Die Küste ist ein natür­li­cher Lebens­raum für Seehunde und Pinguine. Von der Waterfront starten geführte Ausflüge nach Robben Island, die in der Regel einen halben Tag dauern.
J

Kapstadt

Urbanes Leben zwischen zwei Ozeanen

Allein die Stadt am Kap der Guten Hoff­nung würde eine Reise nach Süda­frika lohnen. Kapstadt ist die älteste Stadt Süda­frikas.

Hier ist der erste Kommandant, Jan van Riebeeck, 1652 gelandet, und von hier aus sind die Buren ins Land vorge­drungen. Um 1800 hat die nieder­ländi­sche Ostindien-Handelsge­sellschaft den Stütz­punkt an die engli­sche Krone abge­treten. Seitdem ist der engli­sche Einfluss in der Stadt zuneh­mend gewachsen und hat sie zur libe­ralsten Stadt Süda­frikas gemacht. Die Abschaffung der Apart­heid hat hier ihren Ausgangs­punkt genommen.
Es wird kaum eine Stadt dieser Erde geben, die schöner gelegen ist. Mitten­drin erhebt sich der Tafelberg rund tausend Meter über der Stadt. Von unten wirkt er flach wie ein Tisch. Meist ist er mit Wolken verhangen, die einem Tisch­tuch ähneln. Östlich sind Wein­güter zu finden, deren Produkte mit allen Spitzenweinen der Welt mithalten können. Der südliche Zipfel der Halb­insel mit dem Kap der Guten Hoff­nung ist heute Natur­schutzgebiet. Hier kann man einsame Wande­rungen mit Blick auf zwei Ozeane unter­nehmen. Wer baden möchte, tut das besser auf der Ostseite am Indi­schen Ozean, der immer um zwei Grad wärmer ist als der Atlantik mit dem vom Südpol kommenden Benguela Strom.

Zu Gast in einer Lodge in Constantia

3 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Im schönsten Teil des Constantia-Tals zwischen Kapstadt und dem Kap der Guten Hoff­nung liegt die im kaphol­ländi­schen Stil gehal­tene Lodge.

Umgeben von einem großen Garten bietet sie eine herr­liche Sicht auf die umliegenden Berge. Die luxu­riösen Gäste­zimmer – alle mit Blick auf den Garten – verfügen über Telefon, Minibar, Kaffee- und Teeko­cher. Im Garten befinden sich ein elf Meter langer Swimmingpool und ein strohge­deckter Grill­platz. 2020 wur­de die Lodge für ihr ökologi­sches und soziales Engage­ment ausgezeichnet.

Tafelberg

Sensa­tionelle Aussicht, seltene Pflanzen­viel­falt
Berlin hat den Tiergarten, New York den Central Park – aber Kapstadt hat etwas Gewal­tiges: eine 65 Quad­ratki­lometer große Wildnis mitten in der Stadt, die diese um mehr als 1.000 Meter über­ragt. Der Tafelberg prägt die Silhou­ette Kapstadts. Sein höchster Punkt ist  mit 1.087 Metern der Maclear's Beacon. Neben der sensa­tionellen Aussicht gibt es oben eine seltene Pflanzen­viel­falt. Etwa 1.400 Arten sind iden­ti­fi­ziert – mehr als in ganz Großbri­tan­nien! Viele von ihnen sind endemisch, also nirgendwo sonst auf der Welt zu finden. Wer den Tafelberg erkunden will, kann die Seil­bahn nehmen oder von der Talsta­tion aus zu Fuß gehen. Zuvor sollte man jedoch den Wetterbe­richt hören, da das Wetter schnell umschlagen kann.

Victoria & Alfred Waterfront

Leben­diges Viertel am Hafen
Der Grund­stein des Werft- und Hafen­vier­tels wur­de 1860 von Prince Alfred, dem Sohn der Königin Victoria gelegt, als er sich auf einer Reise durch die Kolo­nien befand. In den 1990iger Jahren entstand ein leben­diges Viertel mit Boots­anlege­stellen und Märkten, einem Fischerei- und einem Yacht­hafen. In den restau­rierten Hafengebäuden fanden Rari­tä­tenläden, Büros und Museen Platz, daneben zahl­lose Restau­rants und sogar eine Brauerei. Eine Besonder­heit ist das Two Oceans Aqua­rium, das in über 30 Becken 300 Fisch­arten aus dem Atlantik und dem Indi­schen Ozean zeigt. Straßenmusikanten und -schau­spieler bevöl­kern das Viertel, während Seehunde auf den Docks dösen und sich am allgegenwär­tigen Fischge­ruch ergötzen.

Kap-Halb­insel

Natio­nal­park zwischen Kapstadt und Kap der Guten Hoff­nung
Die 35 Kilometer lange Halb­insel zwischen Kapstadt und dem Kap der Guten Hoffnung ­be­steht aus vorwiegend mit Fynbos bewach­senen Höhen­zügen und stei­nigen Flächen. Ein Groß­teil hiervon gehört zum Table-Moun­tain-Natio­nal­park, der mehrere einzelne Gebiete umfasst.
Im Norden liegen der Tafelberg und der Bota­ni­sche Garten Kirs­tenbosch. Auf der West­seite befinden sich Camps Bay und die in Hout Bay begin­nende Küsten­straße des Chapman’s Peak Drive entlang des Höhen­zuges der Zwölf Apostel. An der Südspitze ist der Table-Moun­tain-Natio­nal­park, in dem unter anderem wilde Paviane und Strauße leben. Im Osten liegt Boulder’s Beach mit einer Kolonie von Brillenpinguinen und den Ortschaften Simon’s Town und Fish Hoek.

Wande­rung auf dem Tafelberg

Phäno­me­nale Aussichts­punkte und einsame Schluchten
Die meisten Kapstadt-Besu­cher begnügen sich mit einem Kurzausflug auf den Tafelberg. Wer etwas weiter geht, wird mit immer neuen Aussichts­punkten und einsamen Winkeln belohnt. Und schnell stellt man fest: Was von unten flach wie eine Tisch­ober­fläche aussieht, ist voller Erhe­bungen und Schluchten. Der Rundgang beginnt und endet an der Berg­sta­tion der Seil­bahn. (3:30 Stunden, 10 Kilometer, auf und ab: 410 Meter)

Durch das Echo Valley an der False Bay

Wande­rung durch einen zauber­haften Milkwood-Wald
Die Wande­rung führt durch einen zauber­haften Wald mit knor­rigen Milkwood Bäumen zu einem natür­li­chen Amphi­theater. Durch manche der Täler und Schluchten geht man auf Holz­stegen. In Kalk Bay kann man im Café Olympia Rast machen. (3 Stunden, 7 Kilometer, auf und ab: 480 Meter)
Gute Grundkondi­tion nötig. Überwiegend gut begehbare Wege. Tritt­si­cher­heit erforder­lich.

Wande­rung am Kap der Guten Hoff­nung

Wind und Wellen, Steil­küste und zwei Leucht­türme
Die kurze und einfache Wande­rung führt an der Südspitze des Kaps entlang. Während die allermeisten Besu­cher mit Bussen zum Schild fahren, um sich dort zu fotogra­fieren, kann man den Massen auf einem Pfad entlang der Steil­küste entgehen. Ziel sind zwei Leucht­türme. Am Cape Point kann man im „Two Oceans“ einkehren und dann denselben Weg zurückgehen. (hin und zurück: 2 Stunden, 6 Kilometer, auf und ab: 270 Meter)

Mietwagenabgabe

Station: Cape Town, Airport

19 Tage
ab 2.299,00 €
pro Person bei zwei Personen im Doppelzimmer
Leistungen
  • Übernachtung im Doppelzimmer
  • Mahlzeiten (wie oben aufgeführt)
  • Mietwagen (wie oben aufgeführt)

Auf Wunsch buchen wir auch die passenden Flüge für Sie.

Diese Reise kann jederzeit beginnen.
Empfohlene Reisezeit: April–Oktober

Die Preise können je nach Saison variieren.
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Das Afrika Team

Tel.: +49 (0)2268 92298-61

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