07.10.2013

Tansaniareise von Bernd, Dagmar, Rüdiger, Gabi, Uwe und Marina

In aller Frühe am Sonntag, den 11. August, brachen wir – drei Ehepaare, die langjährige Freunde sind – zu unserer Reise nach Tansania auf. Da es unser Wunsch war, für die geplante Rundreise überwiegend kleine Camps zu buchen, hatten wir eine lange „Vorlaufzeit“, in der die Vorfreude stetig wachsen konnte, aber auch die Frage größer wurde: Kann die Realität das einlösen, was die Vorstellungskraft sich ausmalt? Die klare Antwort vorweg: Ja, die Realität war größer und beeindruckender als die Vorstellungskraft, weil die Planung erstklassig, die Tagestouren gut zu bewältigen, der Ablauf stimmig und abwechslungsreich und die Fahrer/ Führer (Athman und Nathan) vor Ort sich als wahre Glücksgriffe herausstellten!

Nachdem wir auf dem Flughafen Kilimanjaro pünktlich angekommen waren und die Einreiseformalitäten hinter uns gebracht hatten, wartete schon unser Guide Athman auf uns. Er brachte uns zur Arumeru River Lodge, die uns hauptsächlich als Schlafstelle für eine Nacht vor der eigentlichen Rundreise dienen sollte. Am folgenden Tag ging es Richtung Tarangire NP, wo wir zwei Nächte in der Tarangire River Lodge verbracht haben. Welch ein Unterschied zur Arumeru River Lodge – kein Zaun, Zeltunterkünfte direkt an der Abbruchkante zum Fluss, Massai, die uns in den Nachtstunden zum Zelt brachten oder dort abholten, und ein grandioser Weitblick über den ausgetrockneten Flusslauf. Zum Frühstück schon eine Gnu-Herde, trompetende Elefanten sowie die Versicherung des Lodge-Managers, dass die Geräusche in der Nacht nicht von Menschen, sondern tatsächlich von Löwen stammten …!

Der Tarangire NP hat uns mit seinen vielen Tieren überwältigt: ob badende Elefanten zum Mittagessen, viele Löwen oder eine beeindruckende Natur. Schon hier kam der Verdacht auf, dass es schwer werden würde, diese Eindrücke zu übertreffen. Nach zwei Tagen traten wir die Fahrt an den Lake Eyasi an, wenige Kilometer Asphaltstraße, aber über 50 Kilometer Dirt Road. Sowohl auf dem Hin- als auch dem Rückweg blockierten beschädigte LKWs die Fahrstrecke, sodass Umwege – für uns interessant, für den Fahrer anstrengend – nötig waren. Die Fahrten ermöglichten aber auch wunderbare Filmaufnahmen, die zeigen, wie wir sechs durchgeschüttelt wurden?. Die kleine Kisima Ngeda Lodge am Lake Eyasi ist ein wahres Paradies, das wie aus dem Nichts auftaucht, nachdem man mehrere Stunden durch roten Staub, Staub, Staub gefahren ist. Die Besitzer sind einfach wunderbar – wir hatten einige wirklich informative und spannende Gespräche mit beiden – und ihre kleine Lodge ist mit viel Liebe gestaltet. Das Besondere an der Lodge ist aber nicht die Natur – die für sich selbst fantastisch ist –,sondern die Möglichkeit, die Hadza, einen noch in nahezu steinzeitlichen Verhältnissen lebenden Stamm, zu besuchen und mit ihnen auf die Jagd gehen zu können. Es ist wahrscheinlich für die meisten von uns schwer vorstellbar, dass die Hadza diese Begegnungen nur zulassen, damit wir von ihrer Kultur und Lebensumständen erfahren und nicht um möglichst viel von uns zu lernen oder zu übernehmen. Sie gewinnen durch die Besuche und das Interesse der Fremden an Ansehen im Land und entwickeln Selbstbewusstsein. Die Jagd, das Feuermachen mit dem Reibholz sowie das Braten und Essen (!) der mit Pfeil und Bogen erlegten Vögel hat sich tief in unsere Erinnerung eingegraben.

Von hier ging es Richtung Ngorongoro Krater, wo wir drei Nächte im Ngorongoro Farm House untergebracht waren. Das Farmhouse war für uns eine gute Basis für Fahrten zum Manyara NP und in den Krater. Der Manyara NP überraschte uns mit üppiger Vegetation, hinter der die Tiere einen guten Schutz hatten und sich vor unseren neugierigen Blicken gut verbergen konnten. Nur die Größten – Giraffen und Elefanten – ragten heraus und belohnten uns mit Einblicken in die Dynamik der Familien- / Gruppenverbände. Am nächsten Tag ging es dann in den Ngorongoro-Krater. Schon die Anfahrt zum Kraterrand wurde von einem einzelnen Löwen begleitet, bevor der überwältigende Blick in den Kratergrund frei wurde. Noch vor der Fahrt in den Krater selbst haben wir kurz am Grabmal von Michael Grzimek († 1959) und seinem Vater Bernhard Grzimek († 1987) vorbeigesehen.

Für uns wurde es auf der Reise immer klarer, dass der Wunsch, nach Tansania zu reisen, auch maßgeblich von Dokumentarfilmen wie „Die Serengeti darf nicht sterben“ beeinflusst war. Im Krater selbst haben uns die Vielfalt der Tierpopulation überwältigt und die großen Vogelschwärme, die direkt über unsere Köpfe geflogen sind, begeistert. Leider sind aber inzwischen sehr, sehr viele Geländewagen dort unterwegs, sodass bei einer Gruppe von Löwen bis zu 30 Fahrzeuge zusammenkommen können. Der Park leidet unter seiner Popularität und so viel Verkehr, obwohl der Eintritt enorm teuer ist, würde aber ohne Besucher nicht existieren. Ein klassisches Dilemma!

Konnte es noch besser werden auf dieser Reise und welche Akzente würde die Serengeti setzen? Zunächst einmal war es etwas Besonderes, das letzte Ziel unserer Safari mit einem kleinen 12-sitzigen Flugzeug zu erreichen. Von oben konnte man schon die riesigen Gnu-Herden sehen und die Serengeti machte ihrem Namen – endlose Ebene – alle Ehre. Kaum gelandet, wurden wir von unserem neuen Guide Nathan empfangen und statt direkt ins Olakira Camp, ging es zu unserer Freude direkt auf eine Pirschfahrt. In einer tollen Landschaft mit riesigen Steinformationen trafen wir auf den ersten Leoparden während unseres Aufenthalts in der Serengeti. Zum Mittagessen ging es zum Olakira Camp, das nur 300 Meter vom Mara River entfernt liegt. Die Crew vor Ort hat uns sofort überzeugt und das Camp schlichtweg begeistert. Unsere Zelte, das Essenszelt mit dem langen Tisch zum gemeinsamen Dinner am Abend, die spannenden und unterhaltsamen Gespräche mit den anderen Gästen sowie das delikate Essen sind für uns schnell der Inbegriff für ein fantastisches Safaricamp geworden.

Wir hatten kaum unsere Zelte bezogen, da holte uns Nathan schon ab und wir sahen zum ersten Mal, wie Tausende Gnus den Mara River überquerten und das sehr nahe bei unserem Camp. Weder der einfachste Überweg noch die Nähe der riesigen Krokodile scheinen eine Rolle zu spielen, wenn die ersten Tiere die Querung beginnen. Der Klang der Gnu-Stimmen begleitete uns den ganzen Tag und war auch das Hintergrundgeräusch während der Nacht – sehr beruhigend! In der Folge haben wir auf weiteren Pirschfahrten alles an Tieren gesehen, was man sich nur vorstellen und wünschen kann. Selbst eines von nur noch 5 Nashörnern der Serengeti und sowohl die bekannten Raubtiere (Löwen, weitere Leoparden, ein Gepard) als auch viele Büffel und Flusspferde bekamen wir zu sehen. Unvergesslich wird auch das Frühstück bei Sonnenaufgang bleiben.

Als Abschluss unserer Tansaniareise war ein entspannender Badeaufenthalt auf Sansibar geplant. Die gewählte Unterkunft, die Hakuna Matata Lodge, hat diese Anforderung mehr als erfüllt. Rose und Fritz sind wunderbare Gastgeber und ihre Lodge bietet Ruhe und einen traumhaften Blick, auf den Indischen Ozean. Für uns war aber der Höhepunkt unseres Aufenthalts der Besuch der privaten Sandbank 10km vor der Küste, die nur bei Ebbe aus dem Wasser herausragt. Mit einem Boot und zwei Mann Besatzung ging es morgens circa eine Stunde hinaus auf den Ozean. An einem Korallenriff vor der Sandbank gab es Gelegenheit, die Unterwasserwelt schnorchelnd zu erkunden, bevor wir uns das wohlverdiente Picknick auf der viel zu schnell immer kleiner werdenden Sandbank schmecken ließen.

Dank Umfulana hat die gesamte Planung und Durchführung der Reise ganz hervorragend geklappt. Frau Tiemann ist perfekt auf unsere Vorstellungen eingegangen und hat dank ihrer Kenntnisse vor Ort unsere Reise zur Traumreise werden lassen.

Begeisterte Tansaniareisende:
Dagmar & Bernd (Bensberg)
Gabi & Rüdiger (Neuss)
Marina & Uwe (Rösrath)



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