Neuengland

Bürgerlich, kleinstädtisch, europäisch: Neuengland

Bürgerlich, kleinstädtisch, europäisch: Neuengland

Heimat der Pilgrim Fathers und Yankees

Nachdem der britische Abenteuer John Smith um 1614 die Küste zwischen New York und Kanada erkundet hatte, schrieb er ein Buch mit dem Titel „A Description of New England“. Damit lockte er zahllose Emigranten aus seiner Heimat in die Neue Welt. Ab 1620 kamen die Pilgrim Fathers und gründeten Plymouth, Massachusetts Bay und Boston, wo 1773 in der Boston Tea Party die amerikanische Unabhängigkeit erklärt wurde. Bis heute gelten Neuengland und Boston ans die Geburtsstätte der Vereinigten Staaten. Der bürgerlich-kleinstädtische Charakter Neuenglands war als Heimat der Yankees immer ein Gegenpol zu den von Plantagenwirtschaft geprägten Südstaaten. 



Sehenswürdigkeiten Neuengland


Salem Witch Museum

Über die Hexenverfolgungen der Pilgrim Fathers

1692 wurde der Pfarrer von Salem, Reverend Samuel Parris, schwer krank. Als der Dorfarzt Hexenwerk diagnostizierte, begann eine hyterische Verfolgung, an deren Ende schließlich 19 Männer und Frauen gehenkt wurden. Ein weiter Mann wurde tot geprügelt, sieben starben im Gefängnis. Der Prozess wurde für damalige Verhältnisse außergewöhnlich gut protokolliert. Ursache waren wohl der fanatische Teufelsglaube der frommen Pilgrim Fathers, ein paar Zerwürfnisse in der Gemeinde und eine Pockenepidemie. Das Museum dokumentiert die Geschichte und zieht Parallelen zur Hexenjagd unter McCarthy in den 1950er Jahren.

www.salemwitchmuseum.com


Boston

Vornehme Hauptstadt von Neuengland

Die größte Stadt von Neuengland und Hauptstadt des Bundesstaates Massachusetts ist mit vier Millionen Einwohnern und einem wichtigen Flughafen die Drehscheibe im Nordosten der USA. Als eine der reichsten und ältesten Städte Amerikas ist sie auch Sitz der Harvard University und des MIT (Massachusetts Institute of Technologie). Über die Tea Party von 1773 ist Boston untrennbar mit der amerikanischen Geschichte verbunden. Damals warfen als Indianer verkleidete Siedler aus Protest gegen die englische Teesteuer die Ladung eines britischen Schiffes ins Meer, was bis heute Jahr für Jahr am Independence Day gefeiert wird. An die alte Tradition erinnern historische Stadtviertel wie Beacon Hill oder North End, wo Kopfsteinpflaster und Villen in großen Gärten noch nicht dem Betonwahn zum Opfer gefallen sind.
Die Stadt ist Schauplatz amerikanischer Geschichte, Kultur und Bildung. Boston und Cambridge hat ein sehr gutes öffentliches Nahverkehrsnetz und man erreicht alle Sehenswürdigkeiten im Stadtzentrum gut per Subway(U-bahn), Bus oder mit dem Taxi.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Bostons sind aber auch durch einen vier Kilometer langen markierten Stadtwanderweg, den Freedom Trail, miteinander verbunden.


Cape Ann

Fischerdörfer und Künstlerkolonien

Die Landzunge von Essex County liegt 30 Kilometer nordöstlich von Boston und ist bekannt für seine malerischen Fischerdörfer und Künstlerkolonien. Bereits im 17. Jahrhundert wurde die Halbinsel von Fischern besiedelt und im 19. Jahrhundert von Städtern aus Boston als Sommerfrische entdeckt, wovon noch einige hübsche Residenzen zeugen. Wer an den Stränden baden will, muss abgehärtet sein. Von Gloucester aus werden Whale Watching Touren angeboten, die zu den besten ihrer Art an der Ostküste zählen.


Canterbury Shaker Village

Heimat der religiösen „Schüttler“

Shaker sind eine christliche Freikirche, die aus dem Quäkertum hervorgegangen ist. Ihr Name leitet sich von dem rituellen Schütteltanz her, der bei ihnen als eine Form der Verehrung Gottes gilt und ist eine Zusammenziehung aus Shaking Quakers. Shaker lebten zölibatär in klösterlichen Gemeinschaften. Mitte des 20. Jahrhunderts gab es etwa 20 Siedlungen mit 6000 Mitgliedern. Oft wurden sie wegen ihrer merkwürdigen Schüttel-Gottesdienste verspottet. Mittlerweile sind sie fast ausgestorben. Eine der letzten Gemeinden ist das Caterbury Shaker Village. Der Ort steht unter Denkmalschutz und ein Museum wurde eingerichtet, in dem die christliche Bewegung dargestellt und erklärt wird.

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Quabbin Reservoir

Trinkwassertalsperre und Naherholungsgebiet

Nach dem Bau des Winsor Dam entstand nach 1930 das drittgrößte Binnengewässer von Massachusetts. Heute versorgt der 100 Quadratkilometer große künstliche See zusammen mit dem Wachusett Reservoir die Großstadt Boston mit Trinkwasser. Rings um den See führen Wanderwege zu Picknickplätzen und Aussichtspunkten. Besonders schön ist der Blick von der Staumauer.

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Lake Winnipesaukee

Buchten, Kanäle und 274 Inseln im größten See New Hampshires

Er ist der größte See von New Hampshire und wirkt dennoch nicht gigantisch. Das liegt an seiner stark zergliederten Küstenlinie und den 274 Inseln. Wer auf dem See von Bucht zu Bucht fährt, durch Kanäle schifft und die Inseln umschifft, hat eher den Eindruck, in einer ganzen Seenplatte unterwegs zu sein. Bereits im 19. Jahrhundert wurde der malerische See von Touristen aus New York und Boston entdeckt, die der Sommerhitze an der Küste entgehen wollten. Heute gibt es rund um den See viele Freizeitmöglichkeiten zu Wasser und zu Lande.


Kennebunkport

Vom Fischerdorf zum Präsidentendomizil

Das Dorf am Kennebunk River wurde bereits 1602 gegründet. Ursprünglich ein Fischer- und Schiffsbauerdorf, ist es seit über einem Jahrhundert ein beliebtes Seebad. Das prominente Ferienziel der Wohlhabenden gilt als einer der teuersten Ferienorte im Nordosten der USA. Es gibt ein kleines Viertel mit Souvenirläden, Kunstgalerien und Restaurants. Der schönste Sandstrand ist der Goose Rocks Beach nördlich von Walkers Point, wo das Sommerhaus der Präsidentenfamilie George H. W. Bush (senior) steht.


Providence

Göttliche Vorsehung und religiöse Toleranz

Die Stadt heißt nach der göttlichen Vorsehung, die die frommen Väter bei der Stadtgründung 1636 Gott selbst am Werk sahen. Ihr evangelikaler Glaube schloss religiöse Toleranz jedoch nicht aus. Der Ort sollte ein Refugium für Andersdenkende und Verfolgte werden, was durch eine strikte Trennung von Kirche und Staat erreicht werden sollte. Heute ist das ehrwürdige Providence mit knapp 200.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Neuengland. Wegen der vielen Studenten, die an den Universitäten und USA-weit bekannten Colleges eingeschrieben sind, macht die Stadt einen lebendigen und jungen Eindruck.


Plymouth/Massachusetts

Wo die Pilgrim Fathers mit der Mayflower landeten

1620 landeten die ersten Pilgrim Fathers mit der Mayflower an einem Felsen, den sie nach ihrer englischen Heimat „Plymouth Rock“ nannten. Der Überlieferung nach soll William Bradford unter ihnen gewesen sein, der die Kolonie Plymouth gründete, eine Vorläuferin der Vereinigten Staaten von Amerika. Heute zählt die Stadt 50.000 Einwohner. Am Hafen der Stadt liegt eine Nachbildung der Mayflower. An die frühe Einwanderung erinnert auch das Pilgrim Monument von 1907, das bis heute die dritthöchste Statue der USA ist. Südlich der Stadt gibt es ein Freilichtmuseum, in dem das Leben in den frühen Kolonien lebendig dargestellt wird.


Plimoth Plantation

Historisches Dorf der Pilgrim Fathers

Im Jahre 1620 erreichten die ersten Pilgrim Fathers an Bord der Mayflower den Plymouth Harbor und errichteten nicht weit von der Küste die erste dauerhafte Siedlung von Europäern in der Neuen Welt. Ihre Siedlung wurde in einem Freilichtmuseum rekonstruiert, in dem Schausteller wie im 17. Jahrhundert leben. Häuser wurden nachgebaut, Tiere zurückgezüchtet und selbst kleinste Details rekonstruiert. Die Darsteller unterhalten sich in einem englischen Dialekt, der weit vom amerikanischen entfernt ist. Zum Museum gehört auch eine Indianersiedlung der Wampanoag, in der Indianer in traditioneller Kleidung das Leben ihrer Vorfahren darstellen. Darunter auch die Herstellung von Booten aus Baumstämmen und die Errichtung von Hütten und Häusern aus Rinde. Die nachgebaute Mayflower II am Plymouth Rock, dem Anlegeort der Pilgerväter, gehört ebenfalls zum Museum. 

www.plimoth.org


Portland

Mit dem Postboot zu den Schären-Inseln

Die Hafenstadt im Bundestaat Maine liegt in der Casco Bay mit ihren zahllosen kleinen Schären-Inseln. Die Stadt wurde dreimal niedergebrannt; von den Indianern, den Engländern und einmal durch einen Stadtbrand. Heute präsentiert sich Old-Portland traditionell mit einer hübsch restaurierten Altstadt. Auch der Old Port zieht viele Touristen an.Besonders schön ist ein Ausflug mit dem Postboot zu den Inseln, der an der Waterfront beginnt und dort gebucht werden kann. Berühmtester Sohn der Stadt ist Stephen King, der viele seiner Romane in Portland spielen lässt.


Newport

Sommerresidenz des amerikanischen Geldadels

Die 1639 gegründete Stadt liegt genau zwischen Boston und New York, weshalb sie sich als Zwischenstation für Handelsschiffe anbot. 1658 war Newport Gründungsort der ersten bedeutenden jüdischen Siedlung auf dem Gebiet der britischen Kolonien in Nordamerika. Noch heute zeugt die Touro Synagoge von dieser Zeit. Während der Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung wurde die Stadt von den Briten eingenommen und teilweise zerstört, worauf sie nie wieder ihre frühere Bedeutung erreichen konnte. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt als Sommerresidenz des amerikanischen Geldadels populär. Besonders glanzvoll ist die Villa von Cornelius Vanderbilt, The Breakers. Bekannt ist Newport auch durch das Newport Jazz Festival und das Newport Folk Festival.


Mashantucket Pequot Museum

Ethnologisches Museum der nordamerikanischen Indianer

Das ethnologische Museum wird vom Stamm der Mashantucket Pequot betrieben und stellt auf fast 30.000 Quadratmetern Kunst- und Gebrauchsgegenstände der Indianer im östlichen Nordamerika aus. Die ältesten Ausstellungsstücke stammen aus der Eiszeit. Eine besondere Attraktion ist die originalgroße Nachbildung eines indianischen Küstendorfes aus der Zeit vor dem ersten Kontakt mit Europäern.

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Martha's Vineyard

Ferieninsel der Oberschicht

1602 wurde entdeckte Bartholomew Gosnold die von den Wampanoag Indianern bewohnte Insel. Wegen des warmen Meerwassers ringsumher hatte sie ein besonders angenehmes Klima . Er gab ihr den Namen Martha's Vineyard – nach dem wilden Wein, der damals dort wuchs und seiner Tochter Martha. Heute ist  "The Vineyard" eine Insel der Prominenten. Barack Obama und seine Familie verbrachten während seiner Präsidentschaft fast alle Sommerferien auf der Insel. Wein wächst noch heute auf der Insel. Die Rebflächen sind der Herkunftsbezeichnung Martha’s Vineyard AVA zugeordnet.


Mystic

Hafenspelunken aus dem 19. Jahrhundert und ein Sklavenschiff

Der 4.000-Einwohner-Ort ohne eigenen Stadtrat glänzt durch seine Geschichte, die seit Jahrhunderten mit dem Meer verbunden ist. Gegründet wurde der Hafen von Walfängern, wovon bis heute die hübschen Kapitänshäuser an der Gravel Street erinnern. Später siedelten sich Bootsbauer und Werften an. Die wichtigste Sehenswürdigkeit von Mystic ist der Seaport, ein einzigartiges Freilichtmuseum am Mystic River, in dem ein Hafenstädtchen aus dem 19. Jahrhundert nachgebaut ist – mit Spelunken, Seilmachereien und der Amistad, einem berüchtigten Sklavenschiff.

www.mysticseaport.org


White Mountains

Besonders großartig sind die von Norden nach Süden laufenden Appalachen im Bundesstaat New Hampshire, wo sie nach den meist schneebedeckten Granitbergen White Mountains heißen. Die raue Wildnis mit kahlen, abgerundeten Gipfeln und engen, u-förmigen Schluchten ist ein Outdoorparadies par excellence. Durch den 320.000 Hektar großen White Mountain National Forest führen ausgedehnte Wander- und Skilanglaufwege, u.a. der berühmteste Fernwanderweg der USA, der Appalachian Trail. Höchster Berg ist der Mount Washington mit knapp 2.000 Metern, der bekannt ist für sein Extremwetter. Temperaturunterschiede von 40° zwischen Berg und Tal sind keine Seltenheit, ebenso Stürme mit orkanartigen Winden. Wer auf den Gipfel will, der einer Mondlanschaft gleicht, kann das zu Fuß tun, aber auch per Bahn oder mit dem Auto. Die Straße auf den Gipfel ist vermutlich die spektakulärste Panoramafahrt im ganzen Osten der USA. Informationen über die angebotenen Aktivitäten und Wandermöglichkeiten gibt es im Pinkham Notch Visitor Centre.

Im Nordwesten des Parks gibt es weitere Wandermöglichkeiten, zum Beispiel der nette 2 Meilen Rundweg durch die Flume Gorge(Schlucht). Start/Endpunkt sowie weitere Informationen findet man im Visitor Centre des Franconia Notch State Park.


Stockbridge

Neuengland aus dem Bilderbuch

Das Dorf am Housatonic River wirkt wie einem neuenglischen Bilderbuch entsprungen. Es liegt inmitten von Wäldern, Seen und Sümpfen. 1734 bauten Missionare hier eine Station für Indianer. Das Missionshaus steht heute noch, die Indianer wurden trotzt gegenteiliger Versprechungen umgesiedelt. Ortsmittelpunkt ist das Red Lion Inn, ein über hundert Jahre alter Gasthof. Rings umher haben sich Künstler angesiedelt. Ganz in der Nähe ist der Berkshire Botanical Garden.




Weitere Sehenswürdigkeiten Neuengland




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