Neuengland

Bürgerlich, kleinstädtisch, europäisch: Neuengland

Bürgerlich, kleinstädtisch, europäisch: Neuengland

Heimat der Pilgrim Fathers und Yankees

Nachdem der britische Abenteurer John Smith um 1614 die Küste zwischen New York und Kanada erkundet hatte, schrieb er ein Buch mit dem Titel „A Description of New England“. Damit lockte er zahllose Emigranten aus seiner Heimat in die Neue Welt. Ab 1620 kamen die Pilgrim Fathers und gründeten Plymouth, Massachusetts Bay und Boston, wo 1773 in der Boston Tea Party die amerikanische Unabhängigkeit erklärt wurde. Bis heute gelten Neuengland und Boston als die Geburtsstätte der Vereinigten Staaten. Der bürgerlich-kleinstädtische Charakter Neuenglands war als Heimat der Yankees immer ein Gegenpol zu den von Plantagenwirtschaft geprägten Südstaaten. 



Sehenswürdigkeiten Neuengland


Berkshire Hills

Indian Summer in sanftem Mittelgebirge

Das sanfte Mittelgebirge im Westen von Massachusetts ist ein Ausläufer der Appalachen. Bereits im 19. Jahrhundert wurde die Schönheit der Region von den reichen Küstenbewohnern entdeckt, die ihren Familien entzückende Sommerresidenzen errichteten. Im Indian Summer entwickeln die waldreichen Täler eine unübertreffliche Farbenpracht. Der Mohawk Trail, der einem alten Indianerpfad folgt, ist eine der schönsten Panoramastraßen von Neuengland.


Block Island

Sandstrände und einsame Buchten

Östlich von Long Island liegt eine wahre Bilderbuchinsel: auf saftigen Weiden grasen Milchkühe, im Hafen ankern Segelyachten, auf Felsenklippen stehen bunte Leuchttürme und im Inselinneren ducken sich Schindelhäuser zwischen den Hügeln. Als der Niederländer, Adriaen Block, 1614 auf der Insel landete, war sie von Narragaset-Indianern bewohnt. 30 Jahre später kaufe eine religiöse Gemeinschaft die Insel für 40 Pfund. Zwischendurch wurde sie von Piraten als Versteck genutzt. Im 19. Jahrhundert entdeckten reiche Ostküstler die Idylle. Besonders sehenswert sind die beiden historischen Leuchttürme, die Mohegan Bluffs sowie das Natur- und Vogelschutzgebiet im Norden. 

Zur Website:
www.blockislandinfo.com


Burlington

Freundlich liberale Atmosphäre in der Stadt am See

Die ersten europäischen Siedler ließen sich hier erst in den 1770er Jahren nieder, als ein militärisches Fort am Winooski River für Schutz vor Indianern sorgte. Die Kolonisten rodeten den Wald und begannen mit der Landwirtschaft. Die University of Vermont wurde 1791 als Agricultural College of Vermont in Burlington gegründet. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Burlington Hafenstadt und Hauptort für den Import kanadischen Holzes. Dadurch wuchs die Bevölkerung schnell auf 2.000 Einwohner an. 1823 wurde der Lake Champlain Canal eröffnet, der eine durchgehende Schiffsverbindung von New York City bis Montreal ermöglichte. Dadurch und durch den Eisenbahnanschluss 1830 wuchs Burlington zur größten Stadt Vermonts heran. Heute herrscht dort eine freundlich- liberale Atmosphäre mit Straßencafés, Seerestaurants und alternativer Szene.


Canterbury Shaker Village

Heimat der religiösen „Schüttler“

Shaker sind eine christliche Freikirche, die aus dem Quäkertum hervorgegangen ist. Ihr Name leitet sich von dem rituellen Schütteltanz her, der bei ihnen als eine Form der Verehrung Gottes gilt und ist eine Zusammenziehung aus Shaking Quakers. Shaker lebten zölibatär in klösterlichen Gemeinschaften. Mitte des 20. Jahrhunderts gab es etwa 20 Siedlungen mit 6000 Mitgliedern. Oft wurden sie wegen ihrer merkwürdigen Schüttel-Gottesdienste verspottet. Mittlerweile sind sie fast ausgestorben. Eine der letzten Gemeinden ist das Caterbury Shaker Village. Der Ort steht unter Denkmalschutz und ein Museum wurde eingerichtet, in dem die christliche Bewegung dargestellt und erklärt wird.

Zur Website:
www.shakers.org


Cape Ann

Fischerdörfer und Künstlerkolonien

Die Landzunge von Essex County liegt 30 Kilometer nordöstlich von Boston und ist bekannt für seine malerischen Fischerdörfer und Künstlerkolonien. Bereits im 17. Jahrhundert wurde die Halbinsel von Fischern besiedelt und im 19. Jahrhundert von Städtern aus Boston als Sommerfrische entdeckt, wovon noch einige hübsche Residenzen zeugen. Wer an den Stränden baden will, muss abgehärtet sein. Von Gloucester aus werden Whale Watching Touren angeboten, die zu den besten ihrer Art an der Ostküste zählen.


Great Barrington

Hübsche Kleinstadt in den südlichen Berkshires

Die Kleinstadt im südlichen Berkshire wurde 1726 gegründet. an der baumbestandenen Main Street gibt es noch ein paar Häuser und Kirchen aus der Gründerzeit. Unter den „20 Best Small Towns in America“ steht Great Barrington auf Paltz 1. Das liegt auch an den schönen Pubs, Restaurants und Antiquitätenläden, die viele Besucher anziehen. Im frisch renovierten Mahaiwe Theater finden regelmäßig Konzerte statt.

Nähere Informationen:
www.townofgb.org


Lake Winnipesaukee

Buchten, Kanäle und 274 Inseln im größten See New Hampshires

Er ist der größte See von New Hampshire und wirkt dennoch nicht gigantisch. Das liegt an seiner stark zergliederten Küstenlinie und den 274 Inseln. Wer auf dem See von Bucht zu Bucht fährt, durch Kanäle schifft und die Inseln umschifft, hat eher den Eindruck, in einer ganzen Seenplatte unterwegs zu sein. Bereits im 19. Jahrhundert wurde der malerische See von Touristen aus New York und Boston entdeckt, die der Sommerhitze an der Küste entgehen wollten. Heute gibt es rund um den See viele Freizeitmöglichkeiten zu Wasser und zu Lande.


Martha's Vineyard

Ferieninsel der Oberschicht

1602 wurde entdeckte Bartholomew Gosnold die von den Wampanoag Indianern bewohnte Insel. Wegen des warmen Meerwassers ringsumher hatte sie ein besonders angenehmes Klima . Er gab ihr den Namen Martha's Vineyard – nach dem wilden Wein, der damals dort wuchs und seiner Tochter Martha. Heute ist  "The Vineyard" eine Insel der Prominenten. Barack Obama und seine Familie verbrachten während seiner Präsidentschaft fast alle Sommerferien auf der Insel. Wein wächst noch heute auf der Insel. Die Rebflächen sind der Herkunftsbezeichnung Martha’s Vineyard AVA zugeordnet.


Mashantucket Pequot Museum

Ethnologisches Museum der nordamerikanischen Indianer

Das ethnologische Museum wird vom Stamm der Mashantucket Pequot betrieben und stellt auf fast 30.000 Quadratmetern Kunst- und Gebrauchsgegenstände der Indianer im östlichen Nordamerika aus. Die ältesten Ausstellungsstücke stammen aus der Eiszeit. Eine besondere Attraktion ist die originalgroße Nachbildung eines indianischen Küstendorfes aus der Zeit vor dem ersten Kontakt mit Europäern.

Zur Website:
www.hydrotechusa.com


Minute Man National Historical Park

Wo der Unabhängigkeitskrieg begann

Der Park umfasst das vier Quadratkilometer große Gebiet, in dem der Unabhängigkeitskrieg am 19. April 1775 begann. Entlang der Massachusetts Route 2A zwischen Concord und Lexington sowie auf dem Stadtgebiet von Lincoln gibt es viele Sehenswürdigkeiten, unter anderem die Old North Bridge, der zentrale Schauplatz im Amerikanischen Unabhängigkeitskireg und der acht Kilometer lange Battle Road Trail, an dem entlang das Schlachtfeld restauriert ist.

Zur Website:
www.nps.gov


Mystic

Hafenspelunken aus dem 19. Jahrhundert und ein Sklavenschiff

Der 4.000-Einwohner-Ort ohne eigenen Stadtrat glänzt durch seine Geschichte, die seit Jahrhunderten mit dem Meer verbunden ist. Gegründet wurde der Hafen von Walfängern, wovon bis heute die hübschen Kapitänshäuser an der Gravel Street erinnern. Später siedelten sich Bootsbauer und Werften an. Die wichtigste Sehenswürdigkeit von Mystic ist der Seaport, ein einzigartiges Freilichtmuseum am Mystic River, in dem ein Hafenstädtchen aus dem 19. Jahrhundert nachgebaut ist – mit Spelunken, Seilmachereien und der Amistad, einem berüchtigten Sklavenschiff.

Nähere Informationen:
www.mysticseaport.org


Newport

Sommerresidenz des amerikanischen Geldadels

Die 1639 gegründete Stadt liegt genau zwischen Boston und New York, weshalb sie sich als Zwischenstation für Handelsschiffe anbot. 1658 war Newport Gründungsort der ersten bedeutenden jüdischen Siedlung auf dem Gebiet der britischen Kolonien in Nordamerika. Noch heute zeugt die Touro Synagoge von dieser Zeit. Während der Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung wurde die Stadt von den Briten eingenommen und teilweise zerstört, worauf sie nie wieder ihre frühere Bedeutung erreichen konnte. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt als Sommerresidenz des amerikanischen Geldadels populär. Besonders glanzvoll ist die Villa von Cornelius Vanderbilt, The Breakers. Bekannt ist Newport auch durch das Newport Jazz Festival und das Newport Folk Festival.


Old Sturbridge Village

Vom neuenglischen Alltag im 19. Jahrhundert

Mit einem Areal von über 80 Hektaren ist Old Sturbridge Museum das größte Freilichtmuseum in Neuengland. Insgesamt können 40 authentisch restaurierte Gebäude des 19. Jahrhunderts besichtigt werden. Unter anderem Wohnhäuser, Läden, öffentliche Gebäude und Handwerksbetriebe, die in ihrer Vielfalt ein differenziertes Gesamtbild der ländlichen Lebenswelt um 1830 entstehen lassen. Kostümierte Schauspieler vermitteln den Besuchern einen Eindruck des historischen Alltags und in diversen Vorführungen werden anschaulich verschiedenste Arbeitsprozesse demonstriert. 

Old Sturbridge Village:
www.osv.org


Plimoth Plantation

Historisches Dorf der Pilgrim Fathers

Im Jahre 1620 erreichten die ersten Pilgrim Fathers an Bord der Mayflower den Plymouth Harbor und errichteten nicht weit von der Küste die erste dauerhafte Siedlung von Europäern in der Neuen Welt. Ihre Siedlung wurde in einem Freilichtmuseum rekonstruiert, in dem Schausteller wie im 17. Jahrhundert leben. Häuser wurden nachgebaut, Tiere zurückgezüchtet und selbst kleinste Details rekonstruiert. Die Darsteller unterhalten sich in einem englischen Dialekt, der weit vom amerikanischen entfernt ist. Zum Museum gehört auch eine Indianersiedlung der Wampanoag, in der Indianer in traditioneller Kleidung das Leben ihrer Vorfahren darstellen. Darunter auch die Herstellung von Booten aus Baumstämmen und die Errichtung von Hütten und Häusern aus Rinde. Die nachgebaute Mayflower II am Plymouth Rock, dem Anlegeort der Pilgerväter, gehört ebenfalls zum Museum. 

Nähere Informationen:
www.plimoth.org


Plymouth/Massachusetts

Wo die Pilgrim Fathers mit der Mayflower landeten

1620 landeten die ersten Pilgrim Fathers mit der Mayflower an einem Felsen, den sie nach ihrer englischen Heimat „Plymouth Rock“ nannten. Der Überlieferung nach soll William Bradford unter ihnen gewesen sein, der die Kolonie Plymouth gründete, eine Vorläuferin der Vereinigten Staaten von Amerika. Heute zählt die Stadt 50.000 Einwohner. Am Hafen der Stadt liegt eine Nachbildung der Mayflower. An die frühe Einwanderung erinnert auch das Pilgrim Monument von 1907, das bis heute die dritthöchste Statue der USA ist. Südlich der Stadt gibt es ein Freilichtmuseum, in dem das Leben in den frühen Kolonien lebendig dargestellt wird.


Providence

Göttliche Vorsehung und religiöse Toleranz

Die Stadt heißt nach der göttlichen Vorsehung, die die frommen Väter bei der Stadtgründung 1636 Gott selbst am Werk sahen. Ihr evangelikaler Glaube schloss religiöse Toleranz jedoch nicht aus. Der Ort sollte ein Refugium für Andersdenkende und Verfolgte werden, was durch eine strikte Trennung von Kirche und Staat erreicht werden sollte. Heute ist das ehrwürdige Providence mit knapp 200.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in Neuengland. Wegen der vielen Studenten, die an den Universitäten und USA-weit bekannten Colleges eingeschrieben sind, macht die Stadt einen lebendigen und jungen Eindruck.


Quabbin Reservoir

Trinkwassertalsperre und Naherholungsgebiet

Nach dem Bau des Winsor Dam entstand nach 1930 das drittgrößte Binnengewässer von Massachusetts. Heute versorgt der 100 Quadratkilometer große künstliche See zusammen mit dem Wachusett Reservoir die Großstadt Boston mit Trinkwasser. Rings um den See führen Wanderwege zu Picknickplätzen und Aussichtspunkten. Besonders schön ist der Blick von der Staumauer.

Zur Website:
www.foquabbin.org


Salem Witch Museum

Über die Hexenverfolgungen der Pilgrim Fathers

1692 wurde der Pfarrer von Salem, Reverend Samuel Parris, schwer krank. Als der Dorfarzt Hexenwerk diagnostizierte, begann eine hysterische Verfolgung, an deren Ende schließlich 19 Männer und Frauen gehängt wurden. Ein weiter Mann wurde tot geprügelt, sieben starben im Gefängnis. Der Prozess wurde für damalige Verhältnisse außergewöhnlich gut protokolliert. Ursache waren wohl der fanatische Teufelsglaube der frommen Pilgrim Fathers, ein paar Zerwürfnisse in der Gemeinde und eine Pockenepidemie. Das Museum dokumentiert die Geschichte und zieht Parallelen zur Hexenjagd unter McCarthy in den 1950er Jahren.

Zur Website:
www.salemwitchmuseum.com


Sandwich

Von der ältesten Siedlung am Cape Cod über einen Holzsteg zum Strand

Das 20.000-Einwohner-Städtchen im Norden von Cape Cod ist die älteste Siedlung auf der Halbinsel. Sandwich empfängt einen mit herausgeputzen Holzhäusern aus dem 18. Jahrhundert, einer typisch neuenglischen Kirche und einem parkähnlichen Stadtbild. In der 67 Gove Street liegt das Heritage Museums and Gardens. Das Heimatmuseum  stellt amerikanische Volkskunst und Oldtimer aus. Der Sandwich Board Walk führt über Planken aus der Ort durch die Marsch bis zum Town Nek Beach.

Zur Website:
visitsandwichcapecod.com


Stockbridge

Neuengland aus dem Bilderbuch

Das Dorf am Housatonic River wirkt wie einem neuenglischen Bilderbuch entsprungen. Es liegt inmitten von Wäldern, Seen und Sümpfen. 1734 bauten Missionare hier eine Station für Indianer. Das Missionshaus steht heute noch, die Indianer wurden trotzt gegenteiliger Versprechungen umgesiedelt. Ortsmittelpunkt ist das Red Lion Inn, ein über hundert Jahre alter Gasthof. Rings umher haben sich Künstler angesiedelt. Ganz in der Nähe ist der Berkshire Botanical Garden.


Wanderung zu den Bash Bish Falls

Abkühlung in Wildwasserbecken

Südlich von Great Barrington fallen die Bash Bish Falls 15 Meter tief in eine Schlucht. Unterhalb der Fälle sind zwei Becken, in denen man sich an heißen Sommertagen abkühlen kann. (hin und zurück: 1:45 Minuten, 4,5 Kilometer, auf und ab: 280 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de


Wendell State Forest

Schwimmen, Wandern und Picknicken

Der große Staatswald südlich des Millers River ist ein Eldorado für Wanderer und Mountainbiker. Vom Besucherzentrum mit Pavillon und Picknickplätzen beginnen verschiedene Wege. Es gibt dort einen zehn Hektar großen Teich mit klarem Wasser zum Schwimmen und Angeln. Am nördlichen Ende von Wickett Pond befindet sich eine kleine Bootsrampe. Der Metacomet-Monadnock Trail durchquert den Wald.


Yale University

Eliteuni seit 1701

Die Eliteuniversität wurde 1701 gegründet und gilt neben Havard als die beste in den USA. Uhren und Karosserien wurden hier erfunden, aber auch Korkenzieher, Angelhaken und Hamburger. Die Kennedys haben hier studiert, ebenso Bill Clinton oder Jodie Foster. Die neogotischen Gebäude liegen im Zentrum von New Haven und sind von Restaurants, Cafés, Museen und Theatern umgeben. 




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