24.04.2019

Vietnamreise von Ute und Helmut Häuser

Es war unsere erste Reise in ein asiatisches Land.

Wir trafen auf eine für uns neue Kultur und Lebensweise. Hanoi, als erste Station in Vietnam, war sehr beeindruckend hinsichtlich dem pulsierenden Leben in den Straßen der Altstadt. Die Führung am ersten Tag durch die schmalen Straßen mit den vielen Garküchen direkt am Straßenrand, den stationären und fliegenden Händlern, dem chaotischen Verkehr aus zigtausenden Mopeds, Vespas und Scooter, war für uns absolut überwältigend.
Nach dem lebhaften Hanoi, war unser Aufenthalt in der trockenen Halong Bucht als auch die Kreuzfahrt auf einer wunderschönen Dschunke in der Bucht von Halong, ein überragendendes landschaftliches Erlebnis.
Unsere nächste Etappe war die alte Königstadt und ehemalige Hauptstadt Hue. Die Führung durch die verbotene Stadt, die Besichtigung der Königsgräber brachten uns einen tiefen Einblick in die lange und wechselhafte Geschichte Vietnams. Unser Reiseführer hat uns mit seinen geschichtlichen Kenntnissen viel darüber berichten können. Nach der durchaus anstrengenden Führung durch die Historie, war die Bootsfahrt auf dem Parfümfluss eine willkommene Erholung.
Am folgenden Tag hatten wir den Transfer mit dem Auto von Hue nach Hoi An. Während der Fahrt dorthin, machten wir ein Stop im Bach Ma, Nationalpark. Die Wanderung durch den Park führte uns zu einem Wasserfall und auf eine Anhöhe, wo vom Verfall bedrohte französische Kolonialvillen standen, die der Erholung französischer Besatzer dienten. Während des Vietnamkriegs war dies ein wichtiger Stützpunkt der amerikanischen Armee.
Unsere Fahrt endete schließlich in Hoi An, einer ehemaligen Hafenstadt und heutigem Unesco- Weltkulturerbe. Allerdings wird die fast vollständig erhaltenen Altstadt mittlerweile von Touristenströme aus China und Südkorea regelrecht überrannt. Eine Radtour durch die Reisfelder im Umland und zum Strand war eine gern angenommene Erholung von dem Trubel der Altstadt. Besonders eine Massage in einem „Spa“ am Strand sollte man sich gönnen. Nicht vergessen darf man den Besuch bei einem Schneider, der in kürzester Zeit maßgeschneiderte Kleidung anfertigt. Vielleicht sollte man sich aus Deutschland ein schönes Schnittmuster mitbringen.
Allerdings unterliegen die Strände von Da Nang bis Hoi An mittlerweile einem ungebremsten Bauboom, sodass die Idylle wie wir sie in Hoi An noch vorfanden bald der Vergangenheit angehören.
Saigon, als nächste Station unserer Reise, brachte noch eine Steigerung hinsichtlich der motorisierten Zweiraddichte auf den Straßen. Ho Chi Minh City präsentierte sich als eine deutlich stärker westlich orientierte Stadt als wir es bisher auf unserer Reise erlebt hatten. Ein unvergessliches Erlebnis war die Fahrt auf einer Vespa durch das abendliche Saigon, inclusive Restaurant- und Barbesuche. Die Stadtbesichtigung brachte viele Höhepunkte z. B. ein Besuch in einer alten traditionellen vietnamesischen Apotheke sowie dem Unabhängigkeitspalast.
Die vorletzte Etappe unserer Reise war die Stadt Can Tao im Mekong Delta. Die Wasserlandschaft des Mekong Deltas mit ihren unzähligen Flussläufen, dem exotischen schwimmenden Markt, eine Fahrradtour auf einen der vielen Inseln im Delta mit der tropischen Vegetation und vielen uns unbekannten Früchten, war unbeschreiblich. Im wunderschönen, im Kolonialstil gebauten Hotel Victoria, wären wir gerne länger geblieben.
Nach so vielen neuen Eindrücken erholten wir uns auf der Insel Puh Quoc. Dieses naturbelassene Gelände, welches an einen tropischen Regenwald grenzt, braucht etwas Eingewöhnungszeit und überzeugt dann doch durch seine Nähe zur Natur und war damit auch Kontrast zu den überall sichtbaren Nebenwirkungen eines boomenden Landes. Während im Resort, durch Einsammeln des ständig angeschwemmten Plastikmülls für Sauberkeit gesorgt wird, findet man außerhalb der Anlage die Überbleibsel der Umweltverschmutzung.
Es war eine Reise in ein Land mit großer Historie, leidvollen Erfahrungen durch Besatzungen und Kriege, wunderschöner Natur und Strände. Wir lernten eine Bevölkerung kennen, die tief verwurzelt ist mit ihrer Kultur und Tradition aber jetzt konfrontiert wird mit einer, wie einer unserer Reiseführer es beschrieb „ kapitalistisch orientierten sozialistischen Marktwirtschaft unter kommunistischer Führung“. Ein unglaublicher Spagat!
Trotz aller Hektik und Betriebsamkeit im Alltag beeindruckt die großartig Freundlichkeit der Menschen in diesem Land!




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