Christine Janker | Kanada
Mai 2009
Ende Mai 2009 machten wir uns für 16 Tage auf den Weg nach Kanada – mit einem Umfulana-Booklet und viel Vorfreude im Gepäck. Unsere erste Station war Vancouver. Wir hatten im Vorfeld schon viel über die Stadt gehört. Wir waren doch sehr gespannt, ob wir sie auch so „wunderbar“ finden werden. Nach Entgegennahme unseres Mietwagens am Flughafen sind wir nach „North-Vancouver“ in das wunderschöne Haus von Ruth und Rex gefahren. Das Anwesen stammt aus den 20er-Jahren und ist mit sehr viel Liebe zum Detail eingerichtet. Nach dem herzlichen Empfang durch Ruth gab es von ihr auch gleich einen guten Tipp zum Abendessen für uns.
Am nächsten Morgen feierten wir den Geburtstag einer Mitreisenden und die vorab per Mail verabredeten Accessoires wie Sekt und Geburtstagskuchen zierten nicht nur den Frühstückstisch, sondern waren auch noch sehr schön arrangiert. Obwohl: nach dem wirklich herausragenden Frühstück mit fünf Gängen konnten wir vorerst keinen Kuchen mehr essen. Das haben wir dann abends nachgeholt.
Vancouver selbst steht schon vollends im Zeichen der Winterspiele 2010. Alles wird nett zurechtgemacht und überall begegnet man Miga, Quatchi und Sumi – den offiziellen Maskottchen der Winterspiele.
Die Stadt ist fantastisch – der Ausblick auf das Meer mit schneebedeckten Bergen im Hintergrund hat uns total begeistert. Es gibt natürlich unzählige Möglichkeiten, die Stadt zu erkunden. Da wir nur einen Tag Zeit hatten, entschieden wir uns für eine Stadtrundfahrt mit dem Hop-On-Hop-Off-Bus. Man erhält einen guten Überblick über die Stadt und diverse Sehenswürdigkeiten. Bei strahlendem Sonnenschein auf dem Oberdeck zu sitzen und hier und da auszusteigen, um sich Dinge aus der Nähe anzusehen, ist schon ein guter Urlaubsauftakt. Eine komplette Rundfahrt dauert 90 Minuten und umfasst 20 Stationen, an denen man aus- bzw. einsteigen kann. Fahrkarten können an jeder Haltestelle gekauft werden und kosten ca. 38 CAN$ pro Person.
Nach einem schönen Spaziergang im Stanley Park, den man auf dem „Seawall“ komplett umrunden kann, sind wir noch zur „Capilano Suspension Bridge“ gefahren, die praktischerweise nur drei Gehminuten vom B&B entfernt liegt. In diesem sehr schön angelegten Park kann man viele „Giant Trees“ und Totempfähle bewundern, aber auch „todesmutig“ die Capilano Hängebrücke überwinden. Am Ende des Parkrundgangs kann man sich kostenlos eine Art Urkunde ausstellen lassen, die wir als Andenken sehr lustig fanden.
Fazit nach ca. 2 Tagen: Das B&B von Ruth & Rex ist wirklich toll, wir wären gerne viel länger geblieben. Das Gleiche gilt für Vancouver: Wunderbar!
Unsere zweite Etappe führte uns nach Victoria, auf Vancouver Island. Die Fähre nach Sidney in der Swartz Bay legt in Tsawwassen, einem Vorort von Vancouver, ab und auf der Überfahrt gibt es neben zahllosen kleinen Inseln und wunderschönen Landschaften manchmal sogar Wale und Seehunde zu sehen.
In Victoria angekommen, einer sehr schönen kleinen Stadt mit Naturhafen und ohne Hochhäuser, führte uns unser Weg nach Rockland, einem Vorort, der mit zahlreichen kleinen Schlössern und tollen Häusern beeindruckt.
Gleich auf dem Weg liegt „Craigdarroch Castle“, ein wunderschönes altes Schloss. Insbesondere am Abend sieht es aus wie ein Geisterschloss aus dem Mittelalter. Ein Spaziergang durch das Viertel sollte durch die tollen, parkähnlichen Straßen bis zum Strand gehen. Oder vielleicht auch nur gleich gegenüber des B&B’s den tollen Park des „Britischen Empires“ besichtigen, der sich zwar in Privatbesitz befindet, aber tagsüber für die Öffentlichkeit geöffnet ist. Auch unsere Gastgeber im Abbeymoore, Anne und Ian, haben es an nichts fehlen lassen und auch hier wären wir gerne viel länger geblieben.
Am nächsten Tag haben wir eine „Whale Watching Tour“ auf einem Schnellboot gemacht, das uns ein bisschen das Gefühl gab, in einem James-Bond-Film mitzuspielen. Wir können dieses Schnellboot im Vergleich zum Schlauchboot sehr empfehlen, da die Anfahrt zu den verschiedenen Punkten einfach atemberaubend war. Wir bekamen warme Sachen ausgeliehen, obwohl es in Victoria an diesem Tag mit 36 Grad der heißeste 3. Juni seit Aufzeichnung des Wetters gewesen sein soll. Als unser Boot in Höchstgeschwindigkeit war, waren wir jedoch sehr froh über unsere windabweisende und wärmende Kleidung. Es war ein toller Ausflug, wo wir neben Seehunden auch Zwergwale und einen Grauwal sowie Weisskopfseeadler beobachteten.
Über Nanaimo sind wir tagsdrauf nach Tofino, einem kleinen Surferstädtchen direkt am Meer, weitergefahren. Auf dem Weg dorthin gibt es mehrere lohnenswerte Zwischenstopps, beispielsweise kurz hinter Victoria einige sehr schöne Aussichtsplätze mit Blick auf die Bucht. Der „Coombs Farmers Market“ später im Landesinneren gehört aus unserer Sicht definitiv nicht dazu. Das Waldgebiet „Cathedral Grove“ wiederum kurze Zeit später lädt zu verschiedenen kleinen Rundgängen ein, auf denen man bis zu 800 Jahre alte Bäume und die mit 76 Metern zweithöchste Douglas-Tanne Kanadas bestaunen kann.
Weiter über die Panorama-Strecke nach Tofino. Dort angekommen haben wir zunächst den beeindruckenden „Long Beach“ angesehen – ein menschenleerer Strand, der seinen Namen nicht ohne Grund hat:-)
Unser B&B Gull Cottage war zu Fuß ca. eine Minute (!) vom Chesterman Beach entfernt – eine unglaublich tolle Lage direkt am Strand. Duncan und Robin haben uns viele Tipps und Informationen zum Pacific Rim Nationalpark, zu Wanderwegen und Restaurants gegeben. Wir können das Restaurant „Shelters“ empfehlen, wo man auf einer Terrasse leckerste Meeresfrüchte genießen kann.
Durch das Alberni Valley sind wir die Panoramastrecke zurück gefahren, um von Comox mit der Fähre nach Powell River an die sogenannte Sunshine Coast überzusetzen. Dieser Küstenabschnitt liegt im Regenschatten von Vancouver Island zwischen Gibson und Sechelt. Die Überfahrt mit der Autofähre war „eine Wucht“ – wir konnten uns an der tollen Landschaft kaum satt sehen.
Nach einer weiteren Überfahrt sind wir am Fähranleger „Earls Cove“ angekommen. Da es schon spät wurde, hofften wir auf unserer Strecke ein gutes Restaurant zu finden, da wir schon lange unterwegs waren. Zufällig entdecken wir das Ruby Lake Resort, welches von Giorgio & Aldo Cogrossi geführt wird. Mit dem tollen Blick auf den Ruby Lake haben wir noch dazu ein geniales Abendessen bekommen und können nur jedem empfehlen, dort Station zu machen. Uns hat es so gut gefallen, dass wir am nächsten Nachmittag wieder dorthin gefahren sind, um mit dem Ruderboot den See zu erkunden und anschließend wieder dort zu speisen. (www.rubylakeresort.com)
Später am Abend sind wir dann in unserer Unterkunft angekommen und hatten schon bei Dunkelheit das Gefühl, das dieses eine ganz besondere Location sein muss. Im Steilhang gebaut, mit Blick auf eine wunderbare Bucht, ist das B&B „Stonehaven“ wirklich etwas ganz Besonderes. Auf der eigenen kleinen Terrasse umgeben von Weißkopfseeadlern zu frühstücken, ist kaum in passende Worte zu kleiden – es war atemberaubend.
Nun ging es in die Berge – wir wollen die Rocky Mountains sehen! Letztmalig per Autofähre setzen wir nach Horseshoe Bay über, um uns auf den Weg nach Whistler zu begeben. Wir hatten verschiedenes über den Skiort gehört und waren sehr gespannt, was uns hier erwartet. Dass wir ausgerechnet auf diesem Teilstück unseren ersten Bären sehen würden, hatten wir nicht vermutet.
Whistler ist vergleichbar mit einem Alpenstädtchen mit einem sehr netten, kleinen Zentrum, wo man neben ausgedehntem Shopping ausgezeichnet Eis essen kann. Wir jedenfalls haben den Nachmittag dort verbracht und uns richtig wohl gefühlt.
Zum Abendessen können wir den Nicklaus North Golf Club empfehlen. Von unserem B&B war es ein schöner Spaziergang am See entlang. Das Restaurant lädt auch deshalb zum verweilen ein, da man von der schönen Terrasse einen sehr schönen Ausblick hat.
Schon am nächsten Morgen ging es weiter über Kamloops nach Clearwater. Die Bergstraßen waren faszinierend und mit ein bisschen Glück kann man verschiedenste Tiere beobachten.
Unsere Unterkunft war als „heimeliges B&B in der Wildnis“ beschrieben und wir konnten uns so recht nicht vorstellen, was uns erwartete. Als wir im „Mystic Mountains“ ankamen, empfing uns erst einmal Kyle sehr herzlich und stellte sich und seinen Zoo vor: Neben drei Hunden, drei Katzen, zwei Eseln natürlich auch seine drei Alpakas, die sich schon als Bärenvertreiber ausgezeichnet haben. Kyle hat dort in der Abgeschiedenheit wirklich eine Oase zum Wohlfühlen geschaffen. So fühlten wir uns dann auch hätten gerne noch 2-3 Monate (!) dort verbracht.
Unsere Aktivitäten: In unmittelbarer Nähe des B&B’s liegt der Wells Gray Provincial Park, in dem man ausgedehnte Wanderungen und Tierbeobachtungen machen kann. Uns hat es an die Hemlock Falls gelockt, die wirklich einen Besuch lohnen. Auch auf der Fahrt sieht man immer wieder Rotwild oder Bären am Wegesrand (ca. 45 Minuten vom B&B entfernt).
Am nächsten Tag stand eine Rafting-Tour auf dem Programm. Bei den vielen schönen, klaren und eiskalten Flüssen in dieser Gegend können wir diesen Spaß wirklich uneingeschränkt empfehlen.:-)
Kyle ist auch gerne bei der Auswahl eines Anbieters behilflich.
Nach wieder einmal wie im Fluge vergangenen Tagen ging es nun weiter Richtung Jasper Nationalpark. Wir waren sehr gespannt, welche Tiere wir nun zu Gesicht bekämen. Die Fahrt war wieder geprägt von unendlichen Weiten, viel Natur und überwältigenden Bergen und Bergformationen.
Unser Ziel war die Overlander Mountain Lodge, die am Rande des Jasper NP liegt. Wir begannen gleich zu überlegen, welche Wanderung wir mit den Miette Hot Springs verbinden könnten, die wir unbedingt ausprobieren wollten. Diese Quelle ist über 60 Grad heiß, wird jedoch auf sehr angenehme 40 Grad herunter gekühlt. Der Gedanke, nach einer anstrengenden Wanderung direkt in einem warmen Pool mit Blick auf die Berge zu entspannen, erschien uns als sehr gute Idee. Wir entschieden uns für eine Wanderung, die direkt an den Miette Hot Springs startet. Sie führte uns über ca. 700 Höhenmeter über Schneefelder zum Gipfel mit einem herrlichen Blick auf die Skyline des Berges Sulpher. Die ca. 2-stündige Wanderung ist zwar anstrengend, weil stetig bergan gehend, wir können sie jedoch sehr empfehlen. Das Erreichen des Gipfelkamms und der wunderbare Rundumblick über die Region belohnt doch sehr.
Unsere nächste Etappe führte zum Banff Nationalpark, über den Icefields Parkway, die wohl eine der spektakulärsten Bergstraßen der Welt ist. Wir sahen viele Tiere, wunderschöne Seen und tolle Berge. Man hat den Eindruck, sich pausenlos zu wiederholen, aber die beeindruckende Landschaft zieht einen wirklich in den Bann. Bei den Überlegungen, wo wir auf der Strecke unsere Stopps planen, haben wir uns sehr schwer getan, da die Reiseführer vieles als sehenswert einstufen. Wir haben uns für den „Athabasca Gletscher“, den „Peyto Lake“, den „Bow Lake“ und einen längeren Stopp in Lake Louise entschieden.
Der Athabasca Gletscher ist einerseits sehr beeindruckend. Andererseits aber auch sehr stark von Touristen frequentiert, so dass wir nach einem kurzen Stopp entschieden, nicht auf den Gletscher zu gehen.
Die nächste Station war der Peyto Lake, der durch feine Gesteinspartikel eine unglaubliche intensive Farbe erhält, die – je nach Jahreszeit – zwischen türkis und azurblau wechselt. Nach ca. 10 Minuten Fußweg erhält man einen überwältigenden Blick auf diese unwirkliche Farbe und man kann nicht glauben, was die Natur für ein „Wunderwerk“ erschaffen hat. Wir waren jedenfalls sehr beeindruckt.
Weiter zum Bow Lake, der auch von Gletschern gespeist wird und – obwohl er nicht so eine beeindruckende Farbe hat wie der Peyto Lake – steht er ihm aus unserer Sicht in nichts nach. Der See war zum Teil noch zugefroren und besticht durch seine Lage, eingebettet in ein wunderschönes Bergmassiv.
Letzter See: Lake Louise. In Lake Louise Village kann man kleinere Besorgungen machen, gut Kaffee trinken und Kuchen essen. Wir hatten uns entschieden, mit der Seilbahn „im Skigebiet“ zu fahren, um die schneebedeckten Gipfel von Mount Temple (3543m), Mount Whyte (2983m) und Mount Niblock (2376m) zu bestaunen. Nach einem kurzen Informationsfilm saßen wir auch schon im Sessellift und fühlten uns ein bisschen wie im Skiurlaub – nur der Schnee auf den Pisten fehlte. Vom Aussichtsplateau wurden wir belohnt mit einem Rundumblick auf die wunderbare Bergwelt und mit dem Fernglas konnten wir einen ersten Blick auf den Lake Louise erhaschen.
Nach einer kurzen Fahrt zurück in bzw. durch den Ort hindurch, auf der anderen Seite den Berg wieder hinauf, kann man nach wenigen Minuten den Lake Louise auch aus der Nähe bestaunen. Auch er besticht durch seine einzigartige türkisblaue Farbe, die vom Steinmehl stammt, welches vom Gletscherschmelzwasser in den See gespült wird. Wir empfehlen den Besuch des Sees am späten Nachmittag oder frühen Abend, da dann der Touristentrubel nachlässt und man in Ruhe die Schönheit des Sees bestaunen kann.
Am frühen Abend erreichten wir Canmore, wo unser Gästehaus am Fuße der Three Sisters zu finden war. Das B&B Hidden Falls lässt wirklich keine Wünsche offen. Ann & Pat sind unglaublich liebe und herzliche Gastgeber. Hinter dem Haus hat Pat diverse Hollywoodschaukeln aufgebaut, die einem den Blick auf die „eigenen“ Wasserfälle noch angenehmer machen.
Für unseren letzten ganzen Tag haben wir uns einen Ausflug nach Westernart vorgenommen. Pat hat uns die Ranch „Rafter Six“ empfohlen, da sie einem ein wenig das Gefühl vom Wilden Westen und Cowboys vermittelt (www.raftersix.com).
Nach ca. 20 Minuten Fahrt kamen wir in Seebe an und wurden bereits von „Dave“, unserem Reitbegleiter, für unsere „intermediate tour“ erwartet. Nach der Zuteilung der Pferde haben wir mit ihm einen knapp zweistündigen Ausritt durch das wunderschöne Valley unternommen. Es war ein toller Abschluss unserer Reise.
Am nächsten Morgen ging es nach Calgary. Aufgrund der Kürze der Zeit bis zum Abflug reichte es lediglich noch für einen abschließenden kleinen Rundgang – diesmal wieder in der „Zivilisation“.
Vorbei ist vorbei – aber egal. Es war zwar unsere erste Reise nach Kanada, aber sicherlich nicht unsere letzte!
Vielen Dank an das Team von Umfulana. Die Reise war wieder einmal bestens organisiert und hat uns insbesondere wieder durch die herausragende Auswahl der Unterkünfte begeistert.