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Unser B &B in North Vancouver
Unser B &B in North Vancouver – ©Silke Block
Fisherman’s Wharf Victoria, Vancouver Island
Fisherman’s Wharf Victoria, Vancouver Island – ©Silke Block
Markt in Ganges, Saltspring Island
Markt in Ganges, Saltspring Island – ©Silke Block
Abendstimmung im Hafen von Tofino
Abendstimmung im Hafen von Tofino – ©Silke Block
Chesterman’s Beach bei Tofino
Chesterman’s Beach bei Tofino – ©Silke Block
Whistler Mountain
Whistler Mountain – ©Silke Block
Wells Grey Provincial Park
Wells Grey Provincial Park – ©Silke Block
Mount Edith Clavell
Mount Edith Clavell – ©Silke Block
Lake Louise vom Big Beehive aus
Lake Louise vom Big Beehive aus – ©Silke Block

Silke Block | Kanada

Juli 2009

26 Tage Vancouver – Victoria – Salt Spring Island – Tofino – Sunshine Coast – Whistler – Clearwater – Jasper – Banff – Calgary

Mit neun Stunden Zeitverschiebung und einer zweistündigen Verspätung durch Gewitter in London kamen wir in Vancouver in einem wunderschönen Flughafengebäude an. Es erwies sich als gute Idee, mit der Premium Economy Class von British Airways geflogen zu sein. Durch erheblich mehr Beinfreiheit und breitere Sitze verging die Zeit wortwört-lich „wie im Fluge“. Um 22.00 h (gefühlten 7.00 h morgens nach Hamburger Zeit) emp-fing uns unsere erste Gastgeberin sehr warm-herzig und bot uns einen liebevoll zusam-mengestellten Snack an. Mit dem Jetlag im Körper unternahmen wir am Folgetag eine Wanderung durch den Capilano Canyon, der direkt vor der Haustür unseres B&B liegt.

Am zweiten Tag entdeckten wir die Stadt per Fahrrad. Jedem, der sich das Fahrradfahren zutraut, können wir das sehr empfehlen. (48 CAD für 2 Pers. und acht Stunden) Rund um den Stanley-Park (12 km), um Granville Is-land usw. sind ausgezeichnete, breite Fahr-radwege entstanden.

Skyline Vancouver vom Stanley Park aus
Das B&B stellte sich auch im Nachhinein als das beste auf der Reise heraus. Die „Oase der Ruhe“ ist das Haus allerdings nur, wenn man ein Zimmer nach hinten bekommt. Das Zimmer vorn liegt direkt an der Hauptstraße, die auch nachts stark befahren wird. Das Frühstück war extraordinär mit mehreren Gängen, und die Tipps und die Hilfsbereitschaft waren ganz speziell.
Mit der Fähre ging es von Tsawwassen nach Vancouver Island.

Fisherman’s Wharf Victoria, Vancouver Island
Die Unterkunft in Victoria war auch sehr schön und unser Gastgeber gab uns sehr wertvolle Tipps. In Victoria konnten wir uns das zugegebenermaßen touristische „Whale-Watching“ nicht entgehen lassen und fuhren mit unserem „speed boat“ auch in ein Gebiet mit 20 Walen. (115 CAD pro Pers. bei EagleWing Tours in der Fisherman’s Wharf).

Im Speedboat um Whale-Watching

In beiden Unterkünften konnte das Internet benutzt werden.
Zu unserer dritten Station fuhren wir durch das Weingebiet „ Cowichan Valley“ und setzten von Crofton nach Salt Spring Island über. Diese Insel hatten wir nach einem Bericht im Fernsehen auf eigenen Wunsch eingebaut. Sie ist eine Oase der Entschleunigung und noch von etlichen Bewohnern aus der Hippiezeit geprägt. Man sollte sich den Markt am Samstag nicht entgehen lassen!

Samstagsmarkt in Ganges, Salt Spring Island
Auf der ganzen Insel findet man vorwiegend ökologisch gefertigte Produkte. Wir konnten hier wunderbar wandern, und vom Mount Maxwell hat man einen wundervollen Blick auf die ganze Umgebung, besonders auf die vielen kleinen Inseln rundherum.

Blick vom Mount Maxwell
Die Unterkunft allerdings entsprach nicht unseren Vorstellungen und auch nicht dem sonstigen Umfulana-Niveau. Es begann damit, dass der Gastgeber keine Buchung vorliegen, wohl aber mehrere Male mit Umfulana korrespondiert hatte. Wir wurden also erst einmal wieder weggeschickt, weil das Zimmer erst hergerichtet werden musste. Das große Badezimmer hatte kein Waschbecken; dieses befand sich vor dem Badezimmer im Flur. Wir mussten uns zum Frühstück den Kaffee/Tee selbst zubereiten. Das Frühstück lag zusammengewürfelt auf einem Teller: Pancakes neben Joghurt neben Heidelbeeren neben Würstchen. Das Frühstück konnte man nur auf der Terrasse zu sich nehmen. Eine schöne Idee, solange das Wetter mitspielt. Sonst aber wäre es schwierig geworden, denn es gab nur einen kleinen Gate-Leg-Table, zu dem ein Stuhl passte. Dass die Suite großräumig sein sollte, können wir nicht bestätigen. Das Badezimmer war riesig, dafür aber der Schlafraum umso kleiner. Der Gastgeber war nicht sehr hilfsbereit oder kommunikativ, und zum Schluss wollte er uns noch von unse-rer Kreditkarte die Summe abziehen, da es ihm nicht gelungen war, von Umfulana das Geld abzubuchen.
Auf dem Weg nach Tofino kamen wir durch Chemainus, einen kleinen Ort, der durch seine Wandmalereien auffällt.

Danach darf man auf keinen Fall „Cathedral Grove“ verpassen! Imposante Bäume sind inmitten dieses pazifischen Regenwalds zu finden.
In Tofino mussten wir leider an den gebuchten drei Tagen einmal zwischendurch umziehen. Man gab uns dort den Tipp, möglichst noch im Februar für den Sommer zu buchen, denn dann gehen die meisten Buchungen ein.

Abendstimmung im Hafen von Tofino
Die erste Unterkunft war sehr schön, beson-ders unser „rain-forest-room“ und die Gastgeber sehr hilfsbereit und nett. In der zweiten Unterkunft war die Gastgeberin nicht annähernd so freundlich und hilfsbereit, eher etwas „muffelig“. Das Zimmer war sehr klein, so-dass man gar nicht richtig auspacken konnte. Am meisten hat uns aber gestört, dass es zu dem benachbarten Zimmer eine Verbindungstür gab, durch die man die Gespräche anderer Gäste hören konnte. Dadurch waren beide Zimmer nicht sehr intim.

Chesterman’s Beach bei Tofino
Am Chesterman’s Beach konnte man wunderbare Spaziergänge machen und den zu-meist jungen Surfern zusehen, die im eisigen Wasser den ganzen Tag versuchen, auf ihren Brettern zu stehen. Eine Bootsfahrt zu natürli-chen heißen Quellen war auch sehr beeindru-ckend, zumal wir dabei Grauwale, Seeotter und Weißkopfadler entdecken konnten. (95 CAD pro Pers.)
Für die Fahrt an die Sunshine Coast haben wir uns für eine andere als die von Umfulana vorgeschlagene Strecke entschieden, da die Fährverbindungen über Comox zeitlich sehr unglücklich lagen. Über den nördlichen Weg wären wir erst nach 20.00 h dort angekommen, sofern alles gut gegangen wäre. Ansonsten wären wir an diesem Tag gar nicht angekommen. Wir setzten also von Nanaimo zur Horseshoe Bay über und von dort mit einer zweiten Fähre nach Langdale. Die nächste Unterkunft war architektonisch sehr beeindruckend.

Stonehaven Boutique Beachfront B&B

Unser kleines Zimmer lag direkt am Meer mit Meereszugang, und da es sehr warm war, konnten wir tatsächlich auch länger baden. Mit der Wassernähe waren allerdings auch die Mücken verbunden, und unser Essen vom Barbecue haben wir nur am ersten Abend draußen zu uns genommen! Ein Mückenmittel ist unverzichtbar in diesem Bereich! Da es in der Nacht gar nicht richtig abkühlte und die Sonne nachmittags auf das Zimmer brannte, wir wegen der Mücken aber das Fenster kaum öffnen konnten (es war ein Mückengitter eingesetzt und das Fenster konnte ein wenig aufgekurbelt werden), kamen wir nachts kaum zur Ruhe. Der gemeinsame Bereich ist sehr großzügig gestaltet, und hier kann man sich in einer Küche auch selbst verpflegen.
In Whistler waren wir froh, dass wir zwei Nächte gebucht hatten.

Whistler Mountain und Green Lake

Der Ort selbst ist zwar weitgehend uninteressant, umso spannender aber die Fahrt mit der Gondel auf den Whistler Mountain. Dort kann man mit dem Sessellift noch höher fahren, wo man schöne Rundwege hat und eine schöne Aussicht. Neuerdings gibt es auch eine Fahrt „peak to peak“, durch die man auf den benachbarten Blackcomb Mountain gefahren wird (45 CAD pro Pers.).

Whistler Mountain

Leider durften wir an diesem Tag dort nicht aussteigen, weil es am Vortag einen Brand auf diesem Berg gegeben hatte, aber allein die Fahrt mit der verbindenden Gondel war schon beeindruckend. Dies ist auch die höchste frei-hängende Gondel der Welt. Rundherum gibt es schöne Seen, in denen man, von Bergen umrundet, herrlich baden kann. Auch per Fahrrad kann man auf dem „valley trail“ den Ort wunderbar auf ausgebauten Fahrradwegen umrunden. Whistler ist auch ein Mekka für Downhill-Biker aus der ganzen Welt. Unser Gastgeber war ein stets zu Scherzen aufgelegter junger Mann, und folglich lief die Frühstückszeit jeweils sehr heiter ab.
Unsere Fahrt nach Clearwater verlief z. T. durch brennende Wälder. Auf Teilen der Fahrt war der Feuergeruch weit zu spüren, und die Berge waren von den Brandwolken oft verhüllt. Lillooet, das wir gegen 12.00 h passierten, wurde um 18.00 h evakuiert, wie wir später erfuhren. 2000 Menschen wurden nach Kamloops gebracht. Die weitere Fahrt führte uns durch eine wüstenähnliche Gegend, die nicht sehr attraktiv war. Wir waren froh, als wir in Clearwater wieder eine grünere Gegend vorfanden.

Unsere Tagestemperaturen bewegten sich seit der Sunshine Coast immer bei 35 Grad oder mehr, und auch hier war es nicht anders. Im Wells Grey Park konnten wir verschiedene Wasserfälle anschauen, und der Clearwater Lake eignet sich ausgezeichnet für Bootsfahrten aller Art. Auch Rafting wird angeboten.

In unserem B&B gab es außer den angekündigten drei Hunden auch noch drei Katzen, zwei Esel und zwei Alpakas, die sich aber in einem Gehege befinden.
Unser nächstes Quartier lag am Rande des Jasper-Nationalparks. Wir waren zunächst nicht sehr begeistert von der Unterkunft, da es sich um ein altes Haus mit niedriger Decke und karger Ausstattung handelte, das zudem noch sehr dicht am Highway lag. Auf unser Beharren hin bekamen wir eine andere „cabin“ angeboten, die deutlich weiter entfernt vom Highway und viel moderner war. Hier konnten wir endlich auch einmal wieder unseren Koffer ganz auspacken, weil genügend Platz vorhanden war. Das Frühstück war hier nicht im Preis inbegriffen, man konnte es aber für 9 CAD extra buchen.

Jasper National Park
Da die Unterkunft 23 km von Hinton und 55 km von Jasper entfernt liegt, probierten wir dieses kontinentale Frühstück, und auch wenn es jeden Morgen das gleiche gab, waren wir doch sehr zufrieden, mal nicht die üblichen deftigen Frühstücke mit Bratkartoffeln, Rührei, Pfannkuchen, gebratenem Gemüse zu uns zu nehmen, sondern es bei Toast, frischem Jogurt und frischem Obstsalat mit Orangensaft zu belassen. Jasper selbst ist nicht spektakulär, aber die Umgebung, wie der Maligne Lake oder der Mount Edith Cavell sind beeindruckend. Schade war nur, dass wir erst einmal 55 km zum Zentrum des Nationalparks fahren mussten, um dann zu weiteren Zielen zu kommen. Dadurch verliert man viel Zeit mit der Anfahrt.

Mount Edith Clavell
Unsere letzte Station war der direkt anschließende Banff Nationalpark. Schon der Icefield Parkway, der Jasper und Banff verbindet, bietet verschiedene Punkte, an denen man unbedingt stehen bleiben sollte. Ob man sich die Fahrt auf den Athabasca Gletscher zumuten möchte, muss jeder selbst entscheiden.

Athabasca Glacier, Columbia Icefield

Wir haben die Fahrt mitgemacht, waren aber von den 20 Minuten, die man auf dem Glet-schereis zubringen durfte, etwas enttäuscht. Natürlich ist es spannend, mit einem Schneemobil auf einem Gletscher zu fahren, aber das Areal, auf dem man sich bewegen durfte, war sehr klein. Ab dem Ort Lake Louise kann man auf der Panoramastrecke 1 A langsamer, aber sehr schön fahren. Zurzeit befindet sich zudem der Highway 1 im Bau, sodass das Fah-ren ab Lake Louise nicht angenehm ist.

Lake Louise vom Big Beehive aus

Banff selbst ist eine touristische Kleinstadt mit vielen Restaurants und Läden aller Art. Besonders schön fanden wir die Wanderung vom Lake Louise zum Lake Agnes, zu dem wir über den „Big Beehive“ gelangten. Von diesem Aussichtspunkt schaut man sowohl auf den einen als auch auf den anderen See. Wanderstiefel sind hier zu empfehlen, da die Strecke zum Teil etwas steil ist. Sie ist aber für jeden machbar. Der letzte Tag führte uns zum Lake Minnewanka und zum Johnson Lake. Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen von unserer zweitbesten Unterkunft mit sehr aufgeschlossenen, hilfsbereiten B&B-Gastgebern, die uns alle Wünsche erfüllten und sehr aufmerksam waren. Das Zimmer war sehr individuell und angenehm, und auch in diesem Haus konnten wir uns abends einen kleinen Snack zubereiten, da das gesamte Geschirr zur Verfügung stand.

Außerdem hatten wir schöne Begegnungen mit Menschen aus anderen Teilen der Erde, und wir wurden auf diese Weise sprachlich durchaus gefordert, wenn es über den übli-chen „small talk“ deutlich hinausging. Wir fuhren am Rückreisetag parallel zum Highway 1 auf einer sehr schönen Straße auf Calgary zu, wo wir abends um 21.35 h Richtung London abhoben.

Es war eine sehr beeindruckende, wunderbare Reise mit vielen Höhepunkten und großem Glück mit dem Wetter, und unsere Entschei-dung, keine Rundreise zurück nach Vancou-ver, sondern eine Einmalstrecke nach Calgary zu machen, fanden wir auch im Nachhinein richtig. Vieles kann man nicht sehen oder vertiefen, und auch in 26 Tagen lernt man nur kleinste Teile dieses riesigen Landes kennen.