Manuela Siewert | Neuseeland
Februar 2008
Liebes Umfulana-Team!
Zunächst vielen Dank für die beinah perfekte Organisation eines unvergesslichen Urlaubs. Sämtliche Wegbeschreibungen stimmten bis auf zweimal bis aufs i-Tüpfelchen. Bis auf zwei B&Bs waren alle Unterkünfte ausnahmslos gemütlich und komfortabel, so dass wir so manches Mal bedauern mussten, mancherorts nicht länger bleiben zu können.
Die absoluten Highlights der Reise waren:
• Hollyford Track – Wenn man erstmal die 18km des ersten Tages hinter sich gebracht hat, die einen auf gut ausgebauten Pfaden durch die beeindruckenden Regenwälder des Hollyford Valleys führen, ist der Rest nur noch ein Spaziergang. Besser und komfortabler kann man das Fjordland nicht erleben als auf dieser Wanderung.
• Tongariro Crossing – Wer die Abgeschiedenheit der Berge sucht, ist hier falsch. Jeden Morgen beginnt hier eine wahre Völkerwanderung, obwohl die Alpinwanderung wirklich anspruchsvoll und stellenweise kein Zuckerschlecken ist. Wer aber den Aufstieg geschafft hat, der wird mit einer beeindruckenden Fels- und Vulkanlandschaft à la Mordor und – zumindest bei gutem Wetter – mit fantastischen Ausblicken belohnt.
• Kairua Park, Rotorua – Dieser Stadtpark mitten in Rotorua ist sehr zu Unrecht nur in wenigen Reiseführern erwähnt. Hier kann man fernab von Touristenscharen stundenlang zwischen blubbernden Schlammlöchern und dampfenden Tümpeln auf Entdeckungstour gehen.
• Kauris – Niemand sollte sich den ehrfurchtgebietenden Anblick dieser mächtigen Bäume entgehen lassen.
• Franz Josef Gletscher – Obwohl auch einer DER Touristenmagneten der Südinsel und entsprechend gut besucht, lohnt sich ein Besuch bei einem der beiden Gletscher Fox oder Franz Josef in jedem Fall.
Was man sich sparen kann:
• Maori-Villages in Rotorua: Sicher, einen Haka bekommt man nicht mal eben an jeder Straßenecke getanzt. Was man aber in den „echten“ Maori-Dörfern geboten bekommt, ist zu 80% uninspirierte Touristen-Folklore, wie man sie in Neuseelands eigentlich nur in Rotorua findet. Kann man sich anschauen – muß man aber nicht.
• Cable Car, Wellington: Nur für eingefleischte Fans antiker Straßenbahnen. Man fährt 5 Minuten lang in gähnend langsamem Tempo einen Berg rauf bzw. runter – das war's, keine spektakulären Aussichten, keine Aufregung, so spannend wie feuchte Socken. Wer die Strecke stattdessen läuft, hat mehr davon.
• Auckland: Auch wenn Auckland wunderschön gelegen ist und sicher an Attraktionen reich: Auckland ist eine hektische, übervölkerte Großstadt wie jede andere auch. Für sowas kommt man nicht nach Neuseeland. Für jemanden, der gerade wochenlang auf einsamen Landstraßen unterwegs war, ist Auckland ein Kulturschock.
• Arrowtown: Die Vergangenheit als Goldgräberstädtchen zeigt sich in Gestalt einer hübschen Straße mit Western-mäßigen Gebäuden, leider wird das pittoreske Flair durch die ständig zwischendurch fahrenden und parkenden Autos zerstört, den Rest erledigen die Scharen von Touristen. Bis auf das kleine Museum gibt es wenig interessantes zu entdecken, dafür kann man in den zahlreichen Souvenirshops eine Menge Geld loswerden. Wenn man unterwegs nach Queenstown ist, kann man den Abstecher nach Arrowtown mitnehmen, muß man aber nicht.
Nun zu den B&Bs. Die für uns mit Abstand schönsten Unterkünfte mit den nettesten Gastgebern hatten im Haus auf Scarborough Hill in Christchurch, im Haus am See in Queenstown und im Lehmziegelhaus im Rewarewa-Tal in Tairua. Und natürlich: Schuh-Haus am Abel Tasman Park. Ausnahmslos alle Gastgeber waren unglaublich gastfreundlich und hilfsbereit, viele haben uns einen tiefen Einblick in ihr Kiwi-Leben gewährt.