Christina | Südafrika
März 2007
Unsere Reise führte uns 5000 km von Süd nach Nord quer durch Südafrika, entlang faszinierender Natur, unterschiedlichster Kultur und vielen Unterkünften mit Wohlfühlambiente.
3,5 Wochen haben wir uns Zeit genommen, eine Aufenthaltsdauer, die sich als „gerade richtig“ erwies. Natürlich hätten wir die meisten Stationen noch ausdehnen wollen… doch immerhin hatten wir trotz der langen Fahrstrecken ausreichend Zeit für Erholung und stressfreie Unternehmungen.
Unsere Stationen im Einzelnen:
Kapstadt – 3 Nächte
Da die ursprünglich vorgesehene Unterkunft nicht verfügbar war, vermittelte Umfulana die Mountain Table Lodge als „Ausweichunterkunft“.
Ein Volltreffer: sehr geschmackvoll eingerichtete Zimmer, angenehme Frühstücksatmosphäre auf der Terrasse (kostenloses Extrafrühstück am Ankunftsmorgen), ruhig, doch zentral gelegen.
Zur Waterfront kann man laufen (doch es empfiehlt sich ehr das Taxi für 3-4 EUR); die Seilbahn zum Tafelberg ist ebenfalls in gut erreichbarer Distanz.
Wer nach Robben Island fahren möchte, sollte auf Grund des großen Zulaufs bereits am ersten Tag Tickets reservieren (Waterfront, Nelson Mandela Gate), ein Besuch ist absolut lohnenswert: ehemalige politische Gefangene führen über die Insel und vermitteln einen Überblick über die politische Vergangenheit und Gegenwart des Landes (zur Vorbereitung der Reise ist die Autobiographie von Nelson Mandela: „Der lange Weg zur Freiheit“ sicherlich lesenswert!).
Knysna – 3 Nächte
In schlichten, geschmackvollen Rondavels untergebracht und gut umsorgt fühlten wir uns hier sehr wohl. Die Gastgeber sind junge deutsche Auswanderer, die bei der Ausflugsplanung gerne behilflich sind. Der kleine Pool ist sauber (was bei den meisten anderen Unterkünften im südafrikanischen Herbst leider nicht der Fall war) und läd zum Relaxen ein.
Buffelsbaai: Traumstand mit kaltem Wasser, ideal zum ausgiebigen Strandspaziergang und Delfinbeobachtung
Tsitsikamma NP: in etwa 1-1,5 Fahrstunden erreichbar, aus unserer Sicht ein “kann” aber kein “muss” – gut ausgeschilderte Spazier- und Wanderwege führen durch die Küstenvegetation.
Die nördliche Weiterfahrt über den Prince-Alfred´s-Pass bietet hervorragende Ausblicke und ist bei gutem Wetter mit einem normalen PKW befahrbar (ca. 3 Stunden Fahrzeit meist auf Schotterpisten).
Graaf- Reinet- 2 Nächte
Die Unterkunft liegt zentral und ruhig in einem gemütlichen Garten, die Atmosphäre/ Gastgeber erschienen uns aber etwas “eigen”, die Einrichtung der Zimmer etwas “in die Jahre gekommen”, die beschriebene luxuriöse Villa konnten wir hauptsächlich im Haus der Gastgeber selbst entdecken. Grundsätzlich als Zwischenstation aber insbesondere auf Grund der Lage geeignet.
Die Entscheidung in Graaf- Reinet eine zusätzliche Nacht einzuschieben haben wir nicht bereut: Das direkt bei der Stadt gelegene “Valley of Desolation” bietet gute Möglichkeiten für unterschiedlich lange Wanderungen/Spaziergänge, die sehr gut ausgeschildert sind. Bei einem Picknick auf dem Berg konnten wir anschließend das sonnig-trockene Wüstenklima im März und einen sagenhaften Ausblick auf die Landschaft und die Stadt genießen.
Empfehlenswert ist auch ein kurzer Besuch in der direkt schräg gegenüber der Unterkunft gelegenen “alten Bibliothek” (u.a. Dokumentation mit Orginalbriefen von Robert Sobukwe.
Ladybrand, 1 Nacht
Zwischenstation in sehr stilvoll eingerichteter alter Villa. Die Gastgeberin wohnt selbst nicht in der Arbutuslodge. Da wir die einzigen Gäste waren, überließ sie uns gleich das ganze Haus inkl. zwei Schlafzimmern, so dass wir am Abend unser “Hausherrendasein” in vollen Zügen genießen konnten!
Zur Weiterfahrt nach Nordosten haben wir den Weg durch Lesotho gewählt (lohnenswert!). Die Straße von Maseru zu den nördlichen Grenzübergängen ist asphaltiert und gut befahrbar, allerdings sollte man wegen einer ehr aufwendigen Grenzprozedur, vieler Straßenkontrollen und Ortsdurchfahrten 2-3 zusätzliche Stunden einplanen.
Wer Lebensmittel einführt, muss an der Grenze den Kassenbon vorweisen! (bei Weiterfahrt in die Drakensberge mit Selbstverpflegung ist der Einkauf von haltbaren Lebensmitteln in Ladybrand empfehlenswert; einzige Alternative: kleinerer Supermarkt in Clarens, nörldich von Lesotho)
Royal Natal NP, 3 Nächte
Sehr schön gelegenes Camp mit ausführlichen Wandermöglichkeiten, Frühstückstisch mit Blick auf das Amphitheater und Zeit zum Relaxen, herrlich!
Bei zu später Ankunft hängt der Schlüssel glücklicherweise “am Brett” vor der Rezeption, denn die von Umfulana angedachte Ankunftszeit ist mit einer Fahrt durch Lesotho und Golden Gate nur schlecht vereinbar. Vor Einbruch der Dunkelheit sollte man aber in jedem Fall im Camp eingetroffen sein.
Hermannsburg, 1 Nacht
Ein warmer Empfang, ein unglaublich leckeres Abendessen und viele Interessante Gespräche haben diese Station zu etwas ganz besonderem gemacht! Die laut Reiseführer zunächst fernab jeglicher Tourismuspunkte gelegene Unterkunft bietet zwei “besondere” Begegnungen: Quanta, unsere Gastgeberin, vermittelte uns noch am Abend unserer Ankunft eine Führung durch das Museum der Deutschen Schule Hermannsburg, hier wurde die Vergangenheit deutscher Missionare in Südafrika lebendig! Den nächsten Vormittag verbrachten wir mit Vic, einem ehem. Entwicklungshelfer der Region, der mit uns eine Schule, ein Krankenhaus und eine Großfamilie der Zulus besuchte und Kontakt zu den Einheimischen vermittelte.
Empangeni, 2 Nächte
4-Gang- Menu vom Spitzenkoch in gemütlich privater Atmosphäre- ein Gaumenschmaus!! Die Betreuung hier war einzigartig, unser Zimmer grandios (hier hatten wir Glück, da wir die einzigen Gäste waren). Doppelplus!
Auf Grund der auswärtigen Lage sollte man in dieser Unterkunft unbedingt bei Tageslicht ankommen!
St. Lucia: in ca. 1-1,5 Std. Fahrzeit erreichbar, ein interessantes Ausflugsziel am Indischen Ozean, empfehlenswert sicherlich eine Bootsfahrt mit Tierbeobachtung, (der staatliche Anbieter ist im Preis/Leitungsverhältnis den privaten Bootstouren vorzuziehen!)
Swasiland, 1 Nacht
Diese Nacht im offenen Bushcamp gehört zu den Highlights der Rundreise! Nach einer abendlichen Pirschfahrt, die sich direkt an die Ankunft am Parkplatz anschließt, einem Abendessen im Schein von Petroleumlampen, einem kurzen Schlaf in besonderem Ambiente, eine Morgenpirsch und kurzem Frühstück stehen wir jedoch viel zu schnell wieder an unserem Auto – dies ist der einzige Wehmutstropfen: die Nacht ist voll von Höchepunkten für die der Zeitplan extrem knapp ist... buchbar ist hier ein “24 Stunden” Aufenthalt- dies muss aber im Zusammenhang mit der Anschlussunterkunft gut geplant werden...
Die Möglichkeiten zur Tierbeobachtung im Park sind erstklassig, es ist möglich, die Tiere aus allernächster Nähe zu erleben... teils sogar ziemlich nah...
Komatipoort. 1 Nacht
Die Unterkunft ist sehr angenehm und wir wurden freundlich empfangen. Ein sauberer Pool läd zum Relaxen ein, was, nach der anstrengenden Nacht in Swasiland, genau das Richtige am Nachmittag ist! Trees Too B&B ist eine konfortable Ausweichstation wenn die Camps im Krüger NP ausgebucht sind. Die direkte Lage am Park ermöglicht eine frühe Pirschfahrt, hat man einmal die etwas zeitaufwendige Registrierung am Eingang überstanden (aussteigen, anstehen, warten, warten, warten...zumindest in den Osterferien).
Krüger NP, 1 Nacht Skukuza Camp, 1 Nacht Satara Camp
Die Parkunterkünfte sind einfach aber funktional. Kochgelegenheiten gibt es nur in Gemeinschaftsküchen, die “Küche” der Pavillions beschränkt sich auf einen Grillplatz und einen Kühlschrank- ergo waren unsere eingekauften Spaghetti nicht wirklich angebracht. Die Versorgung durch Restaurants im Park ist aber grundsätzlich gegeben.
Abgesehen von Leoparden haben sich uns die Big Five nach einigem Suchen prächtig präsentiert. Auch Geparden konnten wir entdecken. Außer einer Nachtpirsch im offenen Jeep (in Ferienzeiten am besten im Voraus buchen) sind wir im eigenen Auto unterwegs gewesen, ein ganz anderes Safarigefühl als in Swaziland aber nicht weniger schön!
Sabie, 3 Nächte
Ein netter Schweizer mit seiner deutschen Frau, die sich viel Zeit nahmen und uns mit detailgenauen Ausflugstips und leckerem Obstler versorgten, führen dieses Gästehaus, das ein ganz eigenes italienisch-schweiz-afrikanisches Stilgemisch aufbietet. Der Ort bietet viele Restaurants, hier konnten wir noch einmal richtig entspannen.
Der Blyde River Canyon und die benachbarten Wasserfälle bieten genug Interessantes für einen gesonderten Urlaub: hier kann man phantastische Wanderungen oder aber auch nur eindrucksvolle kleine Rundgänge machen. Das Klima ist nach der Schwüle des Krügerparks angenehm “kühl”, tägliche Gewitter sorgen für ein faszinierendes Wolkenspiel.
Sudwala Cave: eine Schlechtwetteralternative in der näheren Umgebung, doch von dieser angeblich ältesten Höhle der Welt waren wir enttäuscht.
Insgesamt hat uns die Rundreise sehr gut gefallen. Ein dickes Lob an Umfulana! (Kleiner Hinweis an die Organisation: die Wegbeschreibungen waren oft in entgegengesetzter Richtung angegeben, was teilweise verwirrend war-... hier hat aber das erstklassige Kartenmaterial von Avis Abhilfe schaffen können.)
Wir werden bestimmt wieder mit Euch verreisen, denn es war eine ganz besondere Reise, bei der jede Station ihren ganz eigenen Flair vermitteln konnte! Vielen Dank für die gute Betreuung!