Martin Glogger | Südafrika
April 2007
Südafrika – 21.4.-7.5.2007
Nach einem 10-Stunden-Flug von Frankfurt am Main landeten wir am 22.04.2007 am frühen Morgen in Johannesburg. Nachdem wir unser Mietauto am Flughafen abgeholt hatten, ging es einige hundert Kilometer südostwärts in die Drakensberge bzw. zum Royal Natal Park. Das Linksfahren und -schalten war schon eine ziemliche Umstellung und sehr gewöhnungsbedürftig! Die Weite dieses Landes war absolut faszinierend, man fährt und fährt, die Straße geht immer geradeaus und man sieht nur eine Menge Kühe, die links und rechts neben der Straße grasen. Die einzelnen Ortschaften sind ewig weit auseinander. Unterwegs machten wir Rast in Harrismith, wo wir in einem Gehege Strauße und Ziegen füttern konnten und wo wir zum ersten Mal „südafrikanisch“ gegessen haben. Dann ging es mitten hinein in den Royal Natal Park, denn unsere erste Unterkunft, das Park Camp, lag mitten in diesem Park direkt vor einer gewaltigen Bergkulisse, genannt das Amphitheater, die uns anhand der Form (oben war alles flach) sofort an den Tafelberg erinnerte.
Das Camp bestand aus einigen kleinen, strohgedeckten, urgemütlichen Häusern, von denen jedes mit Küche, Bad usw. ausgestattet war. Dort waren wir Selbstversorger, der nächste Supermarkt, wo man einkaufen konnte, war ca. 30 km weg. Dies störte jedoch in Anbetracht der traumhaften Lage dieses Camps keineswegs. Diese Ruhe, mitten in solcher Natur, als Erholungsort hervorragend geeignet, auch für Familien mit Kindern, von denen auch einige dort Urlaub machten.
Am nächsten Morgen fuhren wir nach Bergville und dann zum nahegelegenen „Spionkop Nature Reserve“. In diesem Park haben wir Gnus, Zebras, verschiedene Antilopenarten, darunter die großen Kuhantilopen und auch Giraffen gesehen. Wir sind des öfteren auch aus dem Auto ausgestiegen und zu den Tieren hingegangen, um sie näher sehen zu können. Teilweise sind sie erst gegangen, als wir bis auf wenige Meter herangekommen waren. Es war schon beeindruckend, wenn man einer Giraffe, die immerhin 5-6 m hoch ist, sozusagen „Aug in Aug“ gegenübersteht! Dieses Tier wirkte trotz seiner enormen Größe sehr friedlich und freundlich.
In diesem Park, der übrigens umgerechnet nicht einmal 2 € pro Person Eintritt gekostet hat, haben wir den ganzen Tag verbracht, und das hat sich absolut gelohnt! Anschließend haben wir uns im Supermarkt von Bergville noch mit Lebensmitteln und Holz versorgt und dann abends vor unserem Häuschen im Camp gegrillt. Es war ein Erlebnis, dort ganz still vor dem Feuer zu sitzen und den Tieren zu lauschen und diese Umgebung einfach auf sich wirken zu lassen.
Am nächsten Tag sind wir vormittags zum „Police Helmet“ (Polizeihelm) gewandert, einem gewaltigen, einzeln stehenden Fels, der seinen Namen absolut zu Recht trägt. Man konnte ihn von unserem Haus aus sehen, aber der Weg da hinauf war dann doch ziemlich weit. Ganz haben wir den „Helmet“ auch nicht erreicht, weil der Wanderweg immer mehr zugewachsen und es deshalb nicht ganz ungefährlich war, ihn zu benutzen, weil teilweise Löcher im Boden waren, die man dann nicht sehen konnte. So sind wir umgekehrt und nach einer Pause (es war ziemlich heiß dort oben, obwohl es Herbst war in Südafrika, brannte die Sonne ganz schön) wanderten wir noch „in die andere Richtung“ vom Camp aus gesehen, zuerst durch ein kleines Wäldchen, das man ohne Weiteres als Urwald bezeichnen konnte, dann weiter zu den „Tiger Falls“, einem Wasserfall auf der anderen Seite des Berges (Ca. 1 1/2 Stunden hin und zurück). Auf diesem Weg hatten wir herrliche Ausblicke auf den Royal Natal Park. Abends haben wir nochmal gegrillt und die Stille dieser Bergwelt genossen. Die Leute, die das Camp betreut haben, waren sehr freundlich und haben, obwohl wir nur Übernachtung hatten, sogar gespült, die Betten gemacht und auch den Grill gesäubert, womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten.
Am 25.4. sind wir morgens ziemlich früh raus, um den Sonnenaufgang zu beobachten, was auch ein absolut einmaliges Erlebnis war. Anschließend verließen wir das Camp und fuhren Richtung Durban. Vorher hielten wir in Howick, einem kleinen Städtchen an, um den dortigen Wasserfall anzusehen. Anschließend besichtigten wir noch das „Midmar Dam“, ebenfalls ein Naturreservat, aber unserer Ansicht nach eher ein Wassersport- und Badepark, denn der Rasen war gepflegt (sah richtig englisch aus) und bis auf Wasservögel waren auch keine Tiere vorhanden. Mit dem Spionkop zwei Tage vorher in keiner Weise zu vergleichen! Darum sind wir bald wieder weiter auf dem Weg Richtung Durban und haben dann in der Nähe von Pietermaritzburg noch den Queen-Elizabeth-Park besichtigt und sind dort ein bißchen gewandert. Zu mehr reichte die Zeit leider nicht mehr, weil wir unsere nächste Unterkunft in Salt Rock erreichten mußten, einem kleinen Ort nördlich von Durban. Als wir dort ankamen, erzählte uns der Besitzer, daß ca. 3 Wochen vorher ein kleiner Tsunami gewesen sei und der Strand erst jetzt wieder genutzt werden könnte. Am Strand sahen wir, daß der „kleine“ einiges an Schaden angerichtet hatte; bei einigen der Häuser, die direkt am Indischen Ozean waren, fehlen Teile der Garenzäune und einige Meter Erdboden hatte das Wasser auch fortgespült. An einem Strandabschnitt konnten wir jede Menge Krabben beobachten, die das Meer angespült hatte. Die Unterkunft selbst war sehr schön und bequem, ein Swimmingpool direkt vor unserem Zimmer, und zum Meer nicht weit.
Am nächsten Tag fuhren wir zum „Valley of the thousand hills“, einem wunderschönen großen Tal mit vielen, vielen grünen Hügeln, wo überwiegend Zuckerrohr angebaut worden war. Dort waren wir dann den ganzen Vormittag, nachmittags sind wir wieder zum Strand von Salt Rock, um im indischen Ozean zu baden. Der Wellengang war enorm, es kamen richtige Brecher an den Strand, es war faszinierend zuzusehen und sich den Wind mit der kräftigen Salzluft um die Nase wehen zu lassen. Beim Schwimmen jedoch mußte man damit rechnen, von den Wogen umgerissen zu werden, was allerdings dem Badespaß keinen Abbruch tat, wie man an den vielen Menschen sehen konnte, die sich begeistert in die Fluten stürzten.
Am nächsten Tag ging's zum Flughafen von Durban, wo wir mit einer kleinen Maschine (ca. 50 Sitzplätze) 1200 km nach Port Elizabeth flogen. Leider hat es an dem Tag etwas geregnet und es war bewölkt, so daß wir vom Flugzeug aus keine besonders gute Sicht hatten. In Port Elizabeth angekommen, war es erst mal wesentlich kühler als in Durban, man merkte zusätzlich zum Regen, daß wir nun in einer anderen klimatischen Zone waren, denn in Durban hatte es ja ein bißchen subtropisches Klima gehabt, nun waren wir wieder „gemäßigt“. Als wir unsere Unterkunft in der Nähe des Addo-Elephant-Park erreichten, goß es ca. eine Viertelstunde wie aus Kübeln, so daß wir nicht mal aus dem Auto konnten, aber hinterher schien gleich wieder die Sonne, so daß wir nach dem Auspacken gleich noch die Umgebung erkundet haben. Wir machten einen Abstecher nach Kirkwood, von wo aus wir einen schönen Ausblick auf die Zuurberge hatten, die ebenfalls ein Naturschutzgebiet sind. Anschließend kehrten wir zur Unterkunft, einer Zitrusplantage zurück, und wanderten zwischen Orangen- und Limonenbäumen herum, sowas hatten wir vorher auch noch nie gesehen.
Am nächsten Tag besuchten wir den Addo-Elephant-Park, in dem es die größten Elefanten gibt, da sie dort zum einen geschützt sind und zum anderen Nahrung im Überfluß zur Verfügung haben. In diesem Park haben wir den ganzen Tag verbracht und viele, viele Tiere gesehen (Elefanten natürlich, Zebras, Kudus, Strauße, Affen, Warzenschweine, Schakale). Auf ein Rhinozeros und einen Leoparden oder Löwen haben wir vergeblich gehofft, aber diese Tiere sind so scheu, daß man sie höchst selten zu Gesicht bekommt. Aber die, die wir gesehen haben, waren sowieso schon eine Menge; da es an diesem Tag nicht so heiß war und ab und zu mal geregnet hat, haben sich mehr Tiere gezeigt als man normalerweise zu sehen bekommt, ist uns gesagt worden. Da haben wir also auch noch viel Glück gehabt. Die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen, war ein ganz besonderes Erlebnis. Die meisten sind schön stehengeblieben, so daß man sie ausgiebig betrachten konnte, und die Elefanten sind direkt am Auto vorbeigegangen, ganz gemächlich. Da sieht man erst mal, wie groß die sind, wenn sie direkt an einem vorbeigehen und das ganze Auto dunkel wird, weil der Elefant die Sonne verdeckt. Der Höhepunkt war abends an einem Wasserloch, als eine ganze Herde von Elefanten ankam und getrunken hat.
Am Tag darauf fuhren wir zum Tsitsikamma Nature Reserve, wo wir in einer Lodge abstiegen, einer Art Camp mit vielen kleinen netten Häuschen direkt am Wald gelegen. Zuerst besichtigten wir die Paul-Sauer-Brücke, die über eine tiefe Schlucht führt (139 m), in der unten der Storms River verläuft. In dem Park wanderten wir zum Storms River, der dort in den Indischen Ozean mündet und genau an der Mündung von der Suspension Bridge, einer Hängebrücke, überspannt wird.
Am anderen Ufer erstiegen wir eine Seite der Schlucht und hatten dann einen traumhaften Überblick über das Meer und den Fluß. So viele verschiedene Landschaften wie von dort aus haben wir sonst noch nie gesehen; man konnte außer Meer und Fluß noch Berge, Wald, Wiesen und das typische Buschland direkt am Meer sehen. Abends grillten wir wieder vor unserem Häuschen. Man konnte wählen, ob man abends ein normales Essen wollte oder selber grillen. Das gefiel uns sehr gut, also wurde gegrillt. Als wir abends dann beim Feuer saßen, flogen Fledermäuse vorbei und Affen kletterten über uns in den Bäumen.
Am nächsten Tag wanderten wir von der Lodge den „River Trail“ entlang, wobei klettern eher der richtige Ausdruck wäre. Der Weg führte direkt am Fluß Cruise entlang, wo wir über Steine auf und ab wie die Bergziegen klettern mußten. Es war ein einmaliges Erlebnis. Der Weg dauerte hin und zurück ca. 3 Stunden. Nachmittags schauten wir uns den „Big Tree“ an, einen 800 Jahre alten Baum, der aufgrund seiner Höhe und seines Umfangs sehr beeindruckend war. Im Anschluß daran fuhren wir nach Plettenberg Bay, einem Ort mit traumhaften Stränden und einem wundervollen Ausblick. Zum Baden allerdings war es schon zu kalt, mehr als bis zu den Knien ging nicht.
Am darauffolgenden Tag fuhren wir wieder weiter nach Swellendam zu unserer nächsten Unterkunft. Unterwegs sahen wir uns Knysna an, eine große Meeresbucht. Am hinteren Ende der Bucht war das Wasser ziemlich ruhig, während es am Eingang toste. An einer Seite des Eingangs gab es einen Aussichtspunkt, von dem aus man einen super Blick auf die gesamte Bucht hatte. Dann fuhren wir über George auf die R 62, eine Straße, die quer durch die kleine Karoo führt und von der aus wieder die unterschiedlichsten Landschaftstypen zu sehen waren. Auch dort wurde uns wieder die Weite bewußt – Straße endlos, auf 40, 50 km kein Ort, keine Stadt zu sehen. Als wir über einen Paß fuhren, um dann wieder Richtung Swellendam zu gelangen, lief uns auch noch ein Mungo über den Weg, so einen hatten wir auch noch nicht gesehen.
Von Swellendam aus besuchten wir dann das De Hoop Nature Reserve. Besonders beeindruckt haben uns dort die Dünen, die sich über mehr als 6 km entlang der Küste hinziehen. Auch Delphine konnten wir von dort aus beobachten. Anschließend ging es noch zum Kap Aghulas, dem südlichsten Punkt von Afrika, wo auf einer Steintafel genau verzeichnet war, wo der Indische Ozean aufhört und wo der Atlantische anfängt.
Schließlich fuhren wir Richtung Kapstadt, dem Ziel unserer Reise. Auf dem Weg dorthin fuhren wir über Franschhoek und Stellenbosch, um uns noch ein paar Weinberge anzuschauen. Nachdem wir unsere Unterkunft dort bezogen hatten, besuchten wir die Waterfront, einen Stadtteil am Hafen, in dem sich ein Geschäft und ein Restaurant an das andere reiht.
Am nächsten Tag fuhren wir zum Bloubergstrand, von dem aus man einen traumhaften Blick auf den Tafelberg hat.
Anschließend ging's mit der Gondel auf den Tafelberg, wo wir dann ein paar Stunden gewandert sind. Der Berg ist ca. 3 km lang und verhältnismäßig breit und eben wie ein Brett. Die Aussicht von dort war dank guten Wetters atemberaubend. Abends ging's wieder an die Waterfront, wo es sogar ein Paulaner Brauhaus mit Brezen, Weißwürsten, Nürnberger Rostbratwürsten und Sauerkraut gab.
Am 5. Mai machten wir eine Stadtrundfahrt und besuchten unter anderem Kirstenbosch, einen wunderschönen botanischen Garten an der Südseite des Tafelbergs und Hout Bay, wo wir Seehunde im Freien beobachten konnten. Am letzten Tag des Urlaubs ging es Richtung Simon's Town zu den Pinguinen. Die waren absolut sehenswert, wir sind sehr lange dort geblieben, um sie zu beobachten.
Anschließend fuhren wir zuerst zum Cape Point, dem südlichsten Punkt der Kap-Halbinsel und dann zum Kap der guten Hoffnung. Von diesen beiden Punkten, die in einem Naturschutzgebiet liegen, hatte man wieder traumhafte Ausblicke auf das Meer und die Halbinsel. Am nächsten Morgen ging's dann zurück nach Hause.
Dieser Urlaub war wunderbar, fast die ganze Zeit über hatten wir ein Traumwetter und wir möchten uns bei Umfulana herzlich bedanken, daß alles so gut organisiert worden ist. Die Wegbeschreibungen waren genau und wir haben fast immer gleich hingefunden, alle Häuser, in denen wir übernachtet haben, waren schön gelegen, gut ausgestattet und die Gastgeber freundlich und hilfsbereit. Am besten gefallen haben uns jedoch das Park Camp und die Tsitsikamma Lodge. Die Art der Unterbringung mitten in der Natur, die kleinen Häuschen waren genau nach unserem Geschmack. Wir können Umfulana absolut weiterempfehlen, wenn jemand individuell nach Südafrika reisen möchte.