Dr. Astrid Großmann | Südafrika
Juli 2007
Wien, 30.7.2007
Liebe Frau Tiemann,
auch wir können uns nur in die Reihe jener einordnen, die voll des Lobes über die Organisation durch umfulana sind. Es hat wirklich alles bestens geklappt bei der Organisation (ein kleines Problem, verursacht durch einen Kommunikationsfehler bei der Datenübertragung innerhalb eines Quartiers war – Dank des guten Rufes von umfulana – kein Problem).
Da ich bei der Lektüre der Reiseberichte vor der Buchung gerne ein paar mehr Details gefunden hätte, möchte ich dies bei diesem Bericht über unsere Rundreise mit Start/Ziel Johannesburg berücksichtigen.
Die gewählten Quartiere waren größtenteils wirklich hervorragend. Zumeist nur wenige Betten und daher sehr familiär, was, in Verbindung mit dem Umstand, dass unsere Reisezeit (1.7. – 15.7.2007) in den südafrikanischen Winter und damit auch in die Nebensaison gefallen ist, bedeutet hat, dass oft nur sehr wenige Gäste – manchmal nur wir – anwesend waren.
Konkret zu den Unterkünften und die möglichen Aktivitäten:
- Farm bei Hazyview – sehr hübsch gelegen, unser Pavillon gut eingerichtet (sogar ein kleiner Elektroofen war vorhanden). Das Essen bei Hans war toll (nicht gerade billig, R 180,00 p.P.), die Unterhaltung mit ihm sehr interessant (eine Alternative zum Essen auf der Farm war für uns das Hotel/Restaurant Hippo Hollow, direkt an der Abzweigung von der Hauptstraße).
Den Empfehlungen folgend haben wir den Blyde River Canyon besucht (sehenswert), zu Mittag in Graskop bei Harry’s Pancakes gegessen (vorreservieren wäre nicht schlecht) und dann noch Pilgrim’s Rest besucht (na ja – Freilichtmuseum)
- Nkorho Bush Lodge – faszinierend, direkt im Game Reserve, offen für Wildtiere (ausgenommen Elefanten, für die besteht ein Elektrozaun) und daher am Abend außerhalb des Haupthauses nur mehr der Aufenthalt im Zimmer möglich. Unser Bungalow (Nr. 1) dürfte noch nicht renoviert gewesen sein, war nicht schlecht, aber die anderen (vermutlich 2, 3 und 4) dürften besser sein. Das Essen (Vollpension) in Ordnung.
Die Game Drives waren eine Sensation. Im offenen Auto, in Begleitung eines Rangers und eines Trackers, die Tiere aufzuspüren bzw. zu verfolgen, z.T. mit 40 – 50 km/h in der Dunkelheit, ist ein Erlebnis – auch wenn es von 4 Fahrten bei 3 geregnet hat. Das positive Highlight war – neben The Big Five – das Beobachten einer Leopardin mit ihrem 2 – 3 Wochen alten Jungen (auch unser Ranger hat so etwas bis jetzt nicht gesehen, dieses Gebiet wurde nach uns für 2 Monate gesperrt, um das Junge einmal heranwachsen zu lassen), das negative Highlight war ein Reifenplatzer im unwegsamen Gelände, knapp 10 Minuten nachdem wir 2 Löwenmännchen (recht imposant, daher eher Löwenmänner) verfolgt hatten. Sie können sich vorstellen, dass wir Touristen (wir waren zu sechst) mucksmäuschenstill im Auto im Dunkeln saßen
- Lodge im Bergregenwald – von der Anlage und der Ausstattung das absolute Highlight. Unser Bungalow hatte statt Wände mit Fenstern nur Plachen (Bungalows 1 & 2), die unter tags hochgezogen waren und den Blick auf den Regenwald und die Anlage zur Gänze freigaben. Ein Gasofen war vorhanden, zusätzlich fanden wir am Abend zwei Wärmeflaschen im Bett vor. Das Badezimmer echter Luxus, inkl. großer Eckbadewanne (war nach ein paar Tagen mit Dusche und bei kühlen Temperaturen schon sehr willkommen). Das Essen hervorragend, entweder im Speiseraum – ebenfalls mit Plachen, die noch bis am Abend hochgezogen waren und zusätzlichen großen Heizstrahlern – oder vor einem offenen Feuer. Ein Erlebnis!
Die Lodge ist bestens geeignet, in den südlichen Krüger Park hineinzufahren (ca. 40 min. Anfahrt). Wir haben uns mit dem Besuch eines Lokals (in der Lino’s Lodge, The Deck’s Restaurant) am Rande des Parks begnügt, dort sehr gut mittaggegessen, und doch auch in der Ferne einen Elefanten beobachtet
- Lodge im Zululand – von der Lage der absolute Hit! Unser Bungalow befand sich an einem Abhang, Blick über den Fluss und die Ebene bis hin zu den Bergen. Eine riesige Schiebetüre aus Glas hat diesen Blick voll freigegeben – sensationell der Sonnenaufgang am ersten Tag, direkt vom Bett aus zu beobachten.
Die Game Drives unterscheiden sich drastisch von jenen auf der Nkorho Lodge – sie sind eher als Nature Drives zu bezeichnen (die Big Five gibt es dort eigentlich nicht, auch wenn wir Sichtungen eines Elefanten, eines Nashorns und von Büffel erzählt bekommen haben). Beobachtet werden können Antilopen, Gnus und Nyalas, sonst werden einem Pflanzen, Bäume, Termiten, Vögel und auch Sterne (fantastischer Sternenhimmel) erklärt.
Wir haben jedenfalls beschlossen, nach dem Bush Walk in der Früh (sehr empfehlenswert) einen Ausflug in den Hluhluwe Park zu machen (ca. 1 h Fahrzeit), wo wir doch mehr auf unsere Rechnung gekommen sind, was Wildtiere betrifft (Giraffen, Büffel, Hyänen, Nashörner und eine aufregende Begegnung mit einem Elefantenbullen, der uns straßenfüllend entgegengekommen ist – wir haben Fersengeld gegeben und haben umgedreht!).
- Das B&B in Salt Rock schien uns von Anfang an nicht so interessant, aber Dank der Freundlichkeit der Gastgeber und deren Tipps war auch dieser Aufenthalt interessant.
Hier haben wir einen schaurigen Eindruck bekommen, welche Sicherheitsprobleme in Südafrika teilweise bestehen – Salt Rock ist eine Küstenstadt, reiht sich in diverse andere ein (insbesondere Ballito), wo reiche Südafrikaner offensichtlich ihre Zweitwohnsitze an der Küste haben. Die Konsequenz – Häuser mit hohen Mauern, Stacheldraht, ja Elektrozäune, große Hunde, Sicherheitsdienste, die häufig kontrollieren und die – so steht es auf den Tafeln an den Häusern – beim Einsatz schießen! Ungewohnt für uns Europäer, insbesondere für uns Österreicher, die wir ja bekanntlich auf der Insel der Seligen leben. Dennoch – keine besondere Gefahr im Konkreten, aber doch ein komisches Gefühl.
- ehemalige Missionsfarm (in Hermannsburg) mit der oft erwähnten Quanta war der nächste Stop. Wieder ein Kontrastprogramm. Sehr freundlich aufgenommen, ein stilvolles Candlelight Dinner an beiden Abenden, vorzügliches Essen, dazu eine gute Flasche südafrikanischen Rotwein, schön, dort gewesen zu sein.
Das Museum durchaus einen Besuch Wert (Quanta organisiert das gerne). Dazu ist die Lektüre des Tagebuches von Quantas Urgroßmutter zu empfehlen, die 1864 von Deutschland ausgewandert ist und einen Missionar geheiratet hat.
Natürlich spannend der Ausflug mit Vic Schütte – auch wenn offensichtlich die Großfamilie schon sehr an Besuche gewöhnt ist (üblich der Obulus für das Fotografieren der Kinder, die „Chefin“, die Großmutter, darf man nicht fotografieren). Ein paar Geschenke (Zuckerln, Kugelschreiber) wurden von der Großmutter in Empfang genommen (ob die 16 Enkel etwas davon gesehen haben, bin ich mir nicht sicher). Sehr interessant der Besuch im Krankenhaus und in einem Kindergarten, die Zauberin war nicht so sehr unsere Sache.
- Zuletzt ging es in die Drakensberge, das Park Camp am Cathedral Park, das von der Lage besticht. Der Bungalow war sehr schön, allerdings ohne Küche, d.h. nicht für die Selbstversorgung geeignet (alle „b“ Bungalows haben keine Küche, nur die „a“ verfügen darüber). Es gibt auch ein Restaurant, Essen mittelprächtig, eher groß, nicht besonders gemütlich. Das Didima Camp war auch die größte Anlage (ungefähr 60 Doppelbungalows, d.h. ca. 120 Betten).
Sowohl Cathedral Peak als auch das Amphitheater im Royal Natal National Park (hoher Wasserfall, aber derzeit kein Wasser!), zu dem wir einen Ausflug machten (ca. 1 h Fahrzeit) sind tolle Bergkulissen, haben uns aber naturgemäß als Österreicher nicht so beeindruckt wie die Tierparks.
Ganz allgemein kann man sagen, dass die Gastgeber und deren Personal überaus freundlich und bemüht waren. Es fanden sich immer wieder Gelegenheiten, Informationen über Südafrika zu bekommen (besonders von Hans, Quanta und den Rangern auf der Nkorho Lodge, die uns auch bei den Essen Gesellschaft leisteten).
Schade, dass diese 14 Tage so schnell vorübergegangen sind. Das Programm war relativ dicht, insgesamt haben wir rd. 3.200 km zurückgelegt, viel Zeit für Muße bleibt nicht. Dies insbesondere deswegen weil es um ca. 18 h finster wird, d.h. zumeist haben wir versucht, zu diesem Zeitpunkt wieder im Quartier zu sein (die Straßen sind in der Nacht – Menschen, Tiere – nicht wirklich zu empfehlen).
Abschließend noch ein paar Informationen und Tipps:
- Die Zeit- (reine Fahrzeit) und Kilometerangaben von Umfulana haben weitgehend gestimmt
- Ausfahrt vom Flughafen Johannesburg Richtung Hazyview: zuerst Richtung Boksburg, ca. 5 km, dann links auf N 12
- Fahrt durch Swaziland – Richtung Big Bend – nicht gut beschildert, besonders wenn es Richtung Siteki geht, Abzweigung nach rechts ca. nach 5 km – Schild mit Hühnerfarm, Beschilderung erst wieder ca. 1 km nach Kreuzung (haben wir erst beim 3. Anlauf gefunden)
- Achtung auf Autobahnen – kaum Rast- und Tankstellen (über 100 km Abstand), gilt auch für die Rückfahrt zum Flughafen Johannesburg – letzte Tankstelle ca. 120 km vorher
- Einkaufsmöglichkeiten gibt es in mehreren Orten, oft sehr gut sortierte SPAR-Märkte
Nun, nachdem ich diesen Urlaub nochmals Revue passieren habe lassen, nochmals die Fotos betrachtet (eine kleine Auswahl füge ich bei) habe, wird der bisherige Eindruck verstärkt: Ein sensationeller Urlaub:
- Hervorragende Organisation
- Schöne bis außerordentliche Quartiere
- Unvergessliche Eindrücke und Erlebnisse, obwohl natürlich nur ein kleiner Teil von Südafrika besucht werden konnte.
Danke dem Team von umfulana und den Partnern für diesen beeindruckenden Urlaub!
Astrid und Robert Großmann