Martina und Jürgen Zeidler | Südafrika
November 2007
Reisebericht unserer Südafrikareise vom 8.11.2007 bis 25.11.2007
In diesem Jahr erfüllten wir uns – anlässlich unserer Silberhochzeit – einen lang gehegten Wunsch: eine Reise nach Südafrika. Unsere Erwartungen waren sehr hoch, da wir schon ziemlich viele Informationen und Berichte anderer über ihre Reisen erhielten, die uns in unserem Vorhaben bestärkten.
So sollte es eine ganz besondere und individuelle Reise werden, also durchforschten wir das Internet nach geeigneten Reiseanbietern und kamen ziemlich schnell auf Umfulana. Nachdem wir die vielen Reiseberichte auf der Umfulana-Homepage studiert hatten, war der Wunsch geboren, mit dem Mietauto das Land zu erkunden.
Umfulana plante uns eine Route, die uns, ausgehend von Kapstadt, zu den Zielen Nationalpark Große Karoo – Graaff Reinet in der Karoo – Addo-Elephant-Park – Tsitsikamma-NP – Knysna an der Gardenroute – Stellenbosch in den Winelands führte.
Wir hatten uns bewusst für einen kleinen Teil des Landes entschieden, weil wir in der doch relativ kurzen Reisezeit die einzelnen Stationen nicht nur auf unserem Wunschzettel ‚abhaken‘, sondern ohne Hatz und Eile die Etappen absolvieren wollten. Die anderen Ecken des großen Landes wollen wir zu einem späteren Zeitpunkt unbedingt auch noch bereisen.
Die Organisation durch Umfulana ließ keine Wünsche offen, die Wegbeschreibungen waren gut beschrieben und zeugten von Ortskenntnis, so dass wir keine Probleme hatten, unsere Unterkünfte zu finden.
Das Abholen und am Ende der Reise das Abgeben des Mietautos verlief unkompliziert und problemlos.
Mit dem Linksverkehr, mit dem wir das erste Mal konfrontiert waren, kamen wir nach kurzer Zeit gut zurecht. In weiser Voraussicht bestellten wir uns ein Auto mit Automatikgetriebe, so mussten wir uns das Schalten mit der linken Hand nicht antun. Nach anfänglicher, mehrfacher Verwechslung von Blinker und Scheibenwischer (so outen sich die Touristen) hatten wir bald den Bogen raus.
Sämtliche Unterkünfte waren hübsche, kleine, mit Bedacht ausgewählte Häuser mit sehr netten Gastgebern. Auch die abwechslungsreiche Auswahl der Kategorien der Unterkünfte war angenehm, so z. B. das 5-Sterne-Country House in unserer Station Addo-Elephant-Park, wo morgens das Auto frisch gewaschen auf dem Parkplatz stand oder während wir beim Abendessen auf der herrlichen Terrasse saßen, die Musikanlage in unserer großzügigen Suite mit entspannender Musik ‚gefüttert‘ wurde und die Betten aufgeschüttelt wurden, um nur einiges zu nennen oder die einfachere, aber genauso angenehme Hütte direkt am Meer gelegen im Tsitsikamma-NP. Hier konnten wir die Delfine direkt von unserer Hütte aus beim Wellenspiel beobachten. Übrigens war diese Unterkunft entgegen anders lautender Berichte weder abgewohnt noch runtergekommen oder schmutzig. Im Gegenteil war das Häuschen am Meer voll ausgestattet, sehr sauber und ordentlich und man hätte dort durchaus 14 Tage verbringen können.
Genannt sein sollen auch unbedingt das Guest House in Kapstadt, geführt von Barry und Mina, die einen wundervollen Garten zwischen den hohen Häusermauern angelegt haben, die historische Villa in Graaff Reinet, die seit ca. 3 Monaten von Hanniki und Nico Hattingh liebevoll geführt wird und auch die Lodge in Knysna, bewirtschaftet von einem jungen deutschen Paar, Katharina und Joachim, die vor einigen Jahren nach Südafrika ausgewandert sind. Hier sind wir jedoch einen Tag eher als geplant abgereist, u. a. weil die Unterkunft auf Grund langer Regentage vor unserem Urlaub ziemlich muffig war und dies zum Schlafen unangenehm war. Hierzu an anderer Stelle mehr. Ansonsten aber auch eine schöne, herrlich gelegene Lodge. Herrlich gelegen war auch das 4-Sterne Country Inn inmitten der Weinfelder des Zevenwacht Wine Estate in Stellenbosch mit direkter Sicht auf den Tafelberg. In der Abenddämmerung ein toller Blick mit dem leuchtenden Häusermeer und dem Tafelberg im Hintergrund. Im Karoo-NP hatten wir ein riesiges Chalet für uns mit einem wundervollen Blick in eine grandiose Landschaft, und es war toll, den Geräuschen der Nacht auf der großen Terrasse zu lauschen oder am Morgen die Tiere zu beobachten.
In dem kleinen Abschnitt des Landes, welchen wir bereisten, haben wir so vielfältige, abwechslungsreiche und atemberaubende Landschaften gesehen,wie kaum anderswo. Wir waren total beeindruckt und unsere Erwartungen wurden mehr als erfüllt.
Unter anderen wären hier zu nennen, die Küstenlandschaften rund um das Kap der Guten Hoffnung (leider war der Chapmans Peak Drive wegen heruntergefallener Gesteinsbrocken gesperrt) , die unendlichen Weiten der Halbwüste Große Karoo mit ihrer kargen und doch faszinierenden Vegetation, das Valley of Desolation in Graaff Reinet, die vielen Games Reserves, z. B. im NP Große Karoo, Graaff Reinett oder im Addo-Elephant-Park, in denen man viele Tiere auf verschiedenste Art und Weise beobachten konnte oder der wunderschöne Tsitsikamma-NP mit seiner wilden Küste des Indischen Ozeans. Leider konnten wir hier nur eine Nacht verweilen. Unsere Empfehlung wären mindestens zwei Nächte, es lohnt sich auf jeden Fall, da es landschaftlich auch wunderschön ist und man hier viele Wanderungen unternehmen oder einfach nur dem wilden Treiben der riesigen Wellen zuschauen kann. Und mit etwas Glück, wie uns geschehen, kann man sogar Wale und Delfine sichten. Auch auf den Fahrten zwischen den einzelnen Zielen beeindrucken die herrlichen Landschaften.
Im Addo-Elephant-Park konnten wir bei einer Tagesfahrt durch dieses große Reservat viele Elefanten, Zebras, Büffel und andere Wildtiere beobachten, ebenso konnten wir bei mehreren Fahrten durch die Wildgebiete in der Großen Karoo viele Tiere sehen. Die viel genannten Big five bekamen wir nicht zusammen, was jedoch nicht unbedingt unser Bestreben war. Dafür ist sicher der Krüger-NP am besten geeignet.
Nicht zu vergessen natürlich der Tafelberg in Kapstadt, der sich an drei von vier Tagen von seiner besten Seite, nämlich ohne Wolken, zeigte. Natürlich nutzten wir diese Chance zum ‚Aufstieg‘ per Seilbahn. Die Kabine der Seilbahn dreht sich im Verlauf der Fahrt einmal um 360°, so dass man einen tollen Rundumblick genießen kann. An einem der vier Tage in Kapstadt haben wir eine Rundfahrt um das Kap der Guten Hoffnung unternommen, mit einigen Anhaltestationen unterwegs, so unter anderem Muizenberg, Simon's Town, Boulders Beach mit seinen imposanten Pinguinen, das Natur Reservat am Kap sowie den Cape Point und Platboom Bay. Bei strahlendem Sonnenschein war das ein wundervoller Ausflug mit atemberaubenden Ausblicken.
Natürlich haben wir auch ausgiebig die Waterfront erkundet und einen kleinen Ausflug mit dem Schiff gebucht. Sehnswert ist auch das Two Oceans Aquarium an der Waterfront. Da wir Liebhaber südafrikanischer Weine und speziell der Weine des Weingutes Groot Constantia sind, war der Besuch dieses Weingutes Pflicht.
Leider sind vier Tage für Kapstadt auch ein bißchen wenig, aber unser Urlaub gab nicht mehr her.
Auch die herrlich gelegene Stadt Knysna mit ihrer wunderschönen Lagune, der herrlichen Lage mitten in der Gardenroute war sehenswert und wir haben auch hier keine Langeweile gehabt. Jedoch machte uns hier das Wetter einen Strich durch die Rechnung, denn bei 24-h Dauerregen macht es auch keinen Spaß mehr, die kleine Waterfront von Knysna abzulaufen und in den zahlreichen Restaurants auszuharren oder bei strömendem Regen Wanderungen zu unternehmen.
Hier jedoch war unsere vorzeitige Abreise, wie schon erwähnt, eine glückliche Fügung, denn an unserem eigentlichen Abreisetag war die Straße zwischen Knysna und George bereits wegen Überflutung auf Grund der starken Regenfälle der letzten Zeit gesperrt. Laut Fernsehberichten wurden bereits Evakuierungen der Bevölkerung durchgeführt. Wir hatten das Ausmaß der Regenfälle auf unserer Fahrt am Vortag auf dieser Strecke, die wir ja nehmen mußten, schon sehen können. Unkompliziert konnten wir per Telefonat mit Umfulana noch eine Zwischenunterkunft für eine Nacht in Stellenbosch buchen, bevor wir dann an unserem letzten Ziel, dem Zevenwacht Wine Estate anreisen konnten. Hier und in den Winelands von Paarl, Stellenbosch und Franchhoek hat man jede Menge Möglichkeiten für Weinverkostungen, die wir auch genutzt haben.
Das Abendessen war auch kein Problem, es gab jede Menge Empfehlungen der jeweiligen Gastgeber, es war aber auch kein Problem auf die Suche zu gehen, das Angebot guter Restaurants war mehr als ausreichend.
Unsere Reise war mehr als gelungen und wir waren ein wenig stolz auf uns, dass wir den Mut hatten, mit Hilfe von Umfulana mit dem Mietauto ganz individuell das Land zu erkunden. Wir waren beeindruckt von den Landschaften, der Pflanzenwelt,den Menschen und Tieren und der Abschied von Südafrika fiel uns nicht leicht. Wir konnten unsere Unternehmungen selbst nach unseren Wünschen gestalten, erhielten aber immer auch Tipps für Ausflüge und Unternehmungen von den Gastgebern. In fast jedem Quartier waren wir bestens untergebracht und konnten so unseren Urlaub genießen.
Nochmals vielen Dank an Umfulana, wir werden Sie weiterempfehlen und sicher selbst noch einmal nach Südafrika zurückkehren.