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©Sabine und Ulrich Becker
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Sabine und Ulrich Becker | Südafrika

April 2009

Hallo Frau Tiemann, Herr Garstka und liebes Umfulana-Team,

auch wir sind wieder da – leider – schon lange.
Unsere dritte Reise mit Umfulana führte uns vom 20.04. – 11.05.2009 nach Südafrika und war wieder in bereits gewohnter Qualität zu einem Volltreffer geworden.

Am 20.04.09 starteten wir zu einem Nachtflug ab Frankfurt nach Johannesburg. In Reihe 56 des alten Jumbos der Lufthansa ließ es sich einigermaßen aushalten und eine besonders freundliche Flugbegleiterin trug zu einem kurzweiligen Flug bei.
In Johannesburg bestiegen wir nach reichlich 2 Std. Aufenthalt unser Flugzeug zum Weiterflug nach Kapstadt. Den Mietwagen hatten wir selbst über Budget gebucht – die Konditionen waren wie bei unserer Namibia-Reise vor 3 Jahren deutlich günstiger – die Übergabe ging zügig vonstatten und wir bekamen ein fast neues Auto.

Auf Grund der guten Wegbeschreibung fanden wir ohne Probleme den Weg zum B&B in Green Point. Barry bereitete uns einen herzlichen Empfang und später kam noch Mina hinzu.
Wir bezogen die Garden Suite, packten unsere Sachen aus und machten uns zu Fuß auf den Weg zur beeindruckenden Waterfront. Am nächsten Morgen sollte es dann mit dem Bus der Red Line zur Stadtrundfahrt gehen und natürlich auf den Tafelberg. Das Wetter war gut, die Seilbahn fuhr und wir hatten sowohl bei der Stadtrundfahrt als auch auf dem Tafelberg bei einer kleinen Wanderung wunderschöne Ausblicke. Es war Feiertag und in der Stadt waren alle Geschäfte geschlossen, also gingen wir zu einem kleinen Bummel und zum Essen wieder an die Waterfront.

Nach einer weiteren Nacht erlebten wir am Morgen eine unangenehme Überraschung: Unser parkendes Auto hatte eine Beule. Wir telefonierten mit Budget und mit der Polizei und machten uns dann auf den Weg zur Polizeistation. Dort wurde der Fall in einem Buch vermerkt und eine müde Polizistin gab uns noch die Telefonnummer zwecks Rückfragen mit. So wie der Tag begann – im strömenden Regen – so verlief er auch. Auf dem Weg zum Kap der Guten Hoffnung wurden wir immer wieder von Sturm und heftigen Regengüssen begleitet. Trotz allem konnten wir einige schöne Eindrücke sammeln: in Muizenberg am menschenleeren Strand, in Simons Town, wo wir einen kurzen Stadtrundgang machten und zum Schutz vor einem Gewitter im Quarterdeck bei einer Tasse Kaffe Unterschlupf suchten und mit dem Wirt, der bereits in Heidelberg (D) war, in´s Gespräch kamen, im Spielzeugmuseum, bei den Pinguinen in Bolders, natürlich am Kap selbst und bei der Rückfahrt über Kommetjie. Im Dunkeln kamen wir in Kapstadt an und fuhren zum Essen direkt wieder zur Waterfront.

Der nächste Tag führte uns dann nach Kirstenbosch zum Botanischen Garten, wo wir uns aus Zeitgründen mit einem Wägelchen durch den Park chauffieren ließen. Das Wetter hatte es mit uns gut gemeint, die Sonne schien. Nach dem Mittag fuhren wir zurück in die Stadt und machten uns zu Fuß auf den Weg ab CTICC zum Markt, zum Company´s Garden und ließen die berühmte Long Street auf uns wirken. Leider verging die Zeit wie im Flug und wir mussten uns verabschieden. Am Abend saßen wir noch mit zwei anderen Umfulana-Reisenden, die die Tour in umgekehrter Richtung gefahren waren, in Barrys Bar. Die beiden jungen Männer reisten am Folgetag nach Deutschland zurück und wir machten uns – wieder im strömenden Regen – auf den Weg nach Knysna. Der Abschied bei Barry und Mina fiel uns nicht leicht, dieses Gästehaus würden wir auf jeden Fall wieder besuchen.

Die Küstenstraße nach Hermanus im Regen war leider nicht so spektakulär, aber in Hermanus hatte der Regen eine Pause und wir machten einen kleinen Spaziergang. Mina hatte uns erzählt, dass Gäste im April bereits Wale gesehen hatten, aber wir hatten diesbezüglich kein Glück. Der berühmte Walausrufer war natürlich auch nicht da, aber insgesamt hat uns der Ort recht gut gefallen. Zügig ging es dann weiter Richtung Knysna, wo wir wieder im Dunkeln ankamen. Joachim von der Lodge in Knysna wartete bereits auf uns und nachdem wir unsere Sachen verstaut hatten, stattete er uns mit Informationen zu Restaurants aus und wir fuhren zur kleinen Waterfront in Knysna.
Im Restaurant 34° South aßen wir hervorragenden Fisch. Das Restaurant war wie ein kleines Museum, und uns gefiel es dort so gut, dass wir am folgenden Abend wieder hinfuhren.

Nach einer ruhigen Nacht und einem hervorragenden Frühstück entschieden wir uns für eine Fahrt über Plettenberg Bay zum Natural Valley. Nach anfänglichem Sonnenschein schüttete es dann über Stunden wieder wie aus Kannen. Gegen Abend konnten wir jedoch noch einige Ausblicke von den Heads genießen.

Viel zu schnell mussten wir uns auch von Knysna verabschieden und am nächsten Morgen starteten wir bei strahlendem Sonnenschein über den Prince Alfreds Pass nach Graff Reinet. Die Option über den Pass zu fahren, erfuhren wir von Joachim und wir wurden mit einer wunderschönen Landschaft belohnt. Im Schnelldurchgang wurden die an der Strecke liegenden Ortschaften durchfahren bzw. ein kurzer Stopp eingelegt.

Gerade rechtzeitig am späten Nachmittag erreichten wir Graff Reinet und fanden sofort unsere Unterkunft, eine historische Villa. Nach einem sehr freundlichen Empfang der britischen Gastgeber wurden wir sogleich mit reichlich Informationen versorgt und bezogen unser Zimmer, welches uns absolut gefiel. Ein wunderschön gepflegtes Anwesen, die Zimmer im englischen Stil eingerichtet, großes Bad, liebevolle Details (Windlicht zum draußen sitzen usw.).
Es war wieder Feiertag und wir versorgten uns im geöffneten Supermarkt noch schnell mit Getränken. Danach fuhren wir am Stausee vorbei zum Valley of Desolation, wo wir den Sonnenuntergang beobachten wollten. Es war die absolut richtige Entscheidung, wir konnten anfangs noch ein paar Affen beobachten und die Natur zog uns auch hier wieder in ihren Bann. Im Coldstream ließen wir uns ein gutes Essen schmecken und bei einem Glas Wein im Garten unseres Anwesens ließen wir den Abend ausklingen.

Am nächsten Morgen erwartete uns ein wunderschön gedeckter Frühstückstisch und wir bekamen ein leckeres Frühstück, very british. Bei der Verabschiedung wurden noch schnell einige Informationen über die deutsche Wirtschaft ausgetauscht und dann mussten wir auch schon wieder los.
Allerdings sind wir uns einig, dass bei einer nächsten Südafrika-Reise Graff Reinet und Avondrust wieder ins Programm muss, und nicht nur für eine Nacht!

Die längste Strecke unserer Reise erwartete uns jetzt. Wir machten uns auf den Weg in die Nähe von Clarens, zur Oranje Guest Farm. Die Fahrt war trotz der teilweise kargen Landschaft nicht uninteressant und schneller als erwartet kamen wir auf der Farm an. Uns erwartete ein wunderschönes Anwesen, im Hintergrund die Felsformationen des Golden Gate von der untergehenden Sonne angestrahlt.
Die Zimmer sind sehr schön ausgestattet, überall frische Blumen. Im Restaurant entschieden wir uns für das Menü und wurden auch hier nicht enttäuscht.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach einem ausgiebigen Frühstück in das Künstlerstädtchen Clarens, welches uns auf Anhieb gut gefiel. Leider verging die Zeit wie im Flug und wir mussten zur Weiterfahrt aufbrechen.
Durch den Golden Gate Nationalpark fuhren wir über Bergville zu einem Park Camp in den Drakensbergen. In allerletzter Minute erreichten wir vor Schließung die Rezeption und bezogen unseren Bungalow in der „ersten Reihe“ zum Amphitheater. Ein atemberaubender Anblick. Überrascht waren wir auch von der Sauberkeit und sehr guten Ausstattung der Küche.

Nach einer Wanderung am nächsten Morgen zog es uns wieder nach Bergville, wo wir bereits am Vortag das afrikanische Treiben beobachteten. Lange Schlangen am Geldautomaten – es war Monatsende. Ein scheinbar absolut wirres Gewusel bei den Sammeltaxis. Irrsinnig, was dort alles eingeladen wird. 16 Personen konnten wir zählen, natürlich müssen auch die Einkäufe noch mit. Wir kamen uns hier wie absolute Exoten vor.

Nach einer weiteren Nacht im Camp fuhren wir nun Richtung Hermannsburg zu Quanta. Hier wurde schon so viel darüber berichtet und wir waren gespannt, wer uns dort erwartet.
Ein überaus herzlicher Empfang in einem wunderbar eingerichteten B&B und sofort ging es weiter zum Museum in Hermannsburg. Wir erfuhren viel Interessantes, besichtigten noch das Schulgelände und den Friedhof und genossen dann das knisternde Kaminfeuer und hervorragende Dinner bei Quanta. Bis Mitternacht saßen wir mit ihr zusammen und fühlten uns wie Familienmitglieder. Quanta ist eine wunderbare und warmherzige Gastgeberin, wir sind noch heute begeistert.

Am nächsten Morgen holten wir Vic Schütte in Greytown ab und fuhren mit ihm zu einem Kral des Zulu-Stammes. Zuerst besichtigten wir das Kranken- und Waisenhaus und waren sehr überrascht, welche gute medizinische Versorgung dort den Menschen zuteil wird. Danach fuhren wir in den Kral und nahmen Platz in der Hütte der Großmutter, sprachen mit deren Schwiegertochter, besichtigten die Kochhütte und gingen anschließend zur Zauberin. Auf dem Rückweg wurden wir zu einer Zulu-Hochzeit eingeladen und wir nahmen einige Zeit an dem Fest teil. Die Menschen fanden es toll, dass wir da waren und wollten oft fotografiert werden, damit „die da drüben“ (Europa) sie sehen. Ein wirklich glücklicher Zufall.

Nach einem weiteren tollen Dinner und Frühstück mussten wir auch von Quanta Abschied nehmen und überlegten uns, die Quellen von Lilani zu besuchen. An der Hauptstraße entschieden wir jedoch, direkt nach Stanger zu fahren und zu unserem großen Glück wurden wir hier zu einer indischen Hochzeit eingeladen. Nur mit Mühe gelang es uns, das Dinner zu verweigern und wir fuhren weiter zu einer ehemaligen Zuckerrohrfarm bei Felixton. 5 Hunde bereiteten uns einen lautstarken Empfang.
Wir waren die einzigsten Gäste an diesem Tag und genossen nach einem kleinen Spaziergang ein hervorragendes Menü.

Am nächsten Tag fuhren wir zum Indischen Ozean bei Mtunzini und nahmen ein kleines Bad an einem kilometerlangen, menschenleeren Sandstrand. Danach besuchten wir noch die Lagune. Hier konnten wir den lustigen Affen zusehen, beobachteten Krebse, ließen Zebras vor uns die Straße überqueren. Gerade rechtzeitig vorm Dunkelwerden erreichten wir wieder unsere Unterkunft. Nach einem guten Dinner und einem kräftigen Frühstück am Morgen zogen wir weiter Richtung Swaziland. Unterwegs legten wir noch einen Stopp am St. Lucia Wetland Park ein und machten eine Bootsfahrt mit. Wir sahen viele Hippos, Krokodile und Wasservögel.

Nun mussten wir uns sputen und bis 16.00 Uhr beim Treff zum Wilderness Camp sein. Mit kleiner Verspätung kamen wir an und die Fahrt zur Unterkunft beinhaltete sofort einen Game Drive. Wir sahen eine Elefantenfamilie, Giraffen, Impalas, Warzenschweine und anderes Getier. Ein guter Auftakt!

Nach Bezug unseres offenen Bungalows aßen wir im Freien unser Menü in der Nähe des Lagerfeuers. Wir waren die einzigsten Gäste im Camp und hatten deshalb den Eindruck, dass unser Abendessen nur aufgewärmt war. Es war leider nicht besonders schmackhaft. Aber das Camp und die Game Drives entschädigten dafür. In der Nacht bewegte sich hinter unserem Bungalow ein White Rhino, wir wurden auch einmal durch Krach aufgeschreckt, konnten dieses aber nicht zuordnen. Es war eine einzigartige Erfahrung, mit diesen Geräuschen im Busch zu schlafen.
Am nächsten Morgen gingen wir erneut auf Game Drive. Leider konnten wir die Elefanten nicht mehr finden, dafür aber Büffel, Rhinos und alle anderen Tiere vom Vortag. Nach einem Frühstück am Lagerfeuer mussten wir das Camp bereits wieder verlassen und wurden zu unserem Auto gefahren.

Nun führte uns unsere Reise weiter durch Swaziland zum Krüger Nationalpark. Wir fuhren durch das Crocodile Gate und erreichten ganz knapp vor Torschließung das Pretoriuskop-Camp. Unterwegs konnten wir einige Tiere, u. a. einen Büffel sehen, aus Zeitgründen war eine Tierbeobachtung nicht möglich. Dieses Camp ist das einzigste, welches wir nicht wieder besuchen würden, die Bungalows waren nicht besonders eingerichtet, die Bettdecken rochen unangenehm und die Küchenausstattung war nur noch sehr dürftig. Alles wirkte ziemlich abgewohnt, obwohl uns die Lage gefiel. Aber für eine Nacht ist es akzeptabel.

Am nächsten Morgen fuhren wir durch den Park zu einem Camp im Süden, welches uns wesentlich besser gefiel.
Leider regnete es wieder und es kamen kaum Tiere zum Vorschein. Gegen Abend hatten wir dann noch etwas Glück und konnten einen Elefanten aufspüren sowie an einem kleinen See zum Sonnenuntergang die Hippos betrachten. Nach einem weiteren Tag der Tierbeobachtung bei mäßigem Wetter konnten wir zum Abschluss kurz vor Ausfahrt aus dem Park nochmals Elefanten sehen. Zwischendurch turnten die Affen auf unserem Auto herum, so dass wir nachher schauten, ob evtl. Beulen zurückgeblieben waren.

Auf dem Weg nach Sabie zu unserer letzten Unterkunft kamen wir wieder in ein mächtiges Gewitter. Zum Glück hatte unser schönes Zimmer in der Villa in Sabie auch eine Heizung. In unmittelbarer Nähe zur Unterkunft befinden sich einige Gaststätten, so dass man zu Fuß schnell zu seinem Abendessen gelangt.

Felix statte uns mit vielen Informationen und am nächsten Tag mit einer Kühlbox für unser Picknick aus. So starteten wir zu den verschiedenen Wasserfällen und zum Blyde River Canon, spazierten zu den Potholes und bewunderten den Anblick der Three Rondavels. Die Sonne schien und wir genossen diese wunderbare Landschaft.
Auf der Rückfahrt überraschte uns wieder ein kräftiges Gewitter, so dass wir die Minenstadt nicht besichtigen konnten.
Wir waren jedoch zufrieden und hatten noch ein langes Gespräch mit Felix und Ute, wo wir immer noch neue Dinge über Südafrika erfahren konnten.
Zum letzten Abendessen gingen wir wieder zum Woodsmann. Leider vergingen die 3 Wochen wie im Flug und nach einem leckeren Frühstück mussten wir uns verabschieden und den Weg Richtung Flughafen Johannesburg antreten. Die Fahrt führte bei strahlendem Sonnenschein über den Long Tom Pass und pünktlich gaben wir unser Auto bei Budget im Terminal ab.
Der alte Jumbo der LH brachte uns in einem ruhigen Flug wieder zurück nach Frankfurt.

Fazit der Reise: Wie gewohnt, erhielten wir beste „Umfulana-Qualität“. Alle Unterkünfte waren wieder sehr verschieden, aber immer einzigartig. Zu den meisten möchten wir gerne wieder hinfahren und auch das Pretoriuskop-Camp, welches ein Ersatz für das ausgebuchte Camp im Süden war, konnte den Reiz der Reise nicht trüben. Wir lernten viele interessante Menschen kennen, alle Gastgeber waren durchweg sehr herzlich und hilfsbereit.
Vielen Dank für die gute Arbeit! Vielleicht fahren wir nächstes Jahr wieder nach Afrika – wir sind schwer am Überlegen!