Dr. Roland Regner | Baltikum
Mai 2008
Nach 24 Tagen und ca. 5000 km mit dem eigenen Auto durch Polen, Königsberg, Litauen, Lettland und Estland sind wir wohlbehalten und um viele interessante Eindrücke reicher nach Leipzig zurückgekehrt. Die Reise mit Umfulana zu planen, hat sich als gute Idee erwiesen. Vielen Dank! Es hat alles geklappt. Auch wenn es anfänglich ein paar Kommunikationsprobleme hinsichtlich der Anzahl zu buchender Zimmer für ein Ehepaar mit erwachsenem Sohn gab, so stellte dies eigentlich unter Beweis, dass Umfulana auch bei unvorhergesehenen Problemen flexibel, professionell und individuell reagieren kann. In allen Unterkünften wurden wir freundlich als Umfulana-Reisende empfangen. Man hatte den Eindruck, dass Umfulana im baltischen Hotelwesen als Synonym für Seriosität und Zuverlässigkeit interpretiert wird.
Polen und die baltischen Republiken sind im Juni völlig entspannt auf den vorgeschlagenen Strecken zu durchfahren. Es bleibt genügend Zeit für eigene Unternehmungen. Die russische Enklave Kaliningrad stellt hinsichtlich Straßenqualität und notwendiger Gelassenheit beim Durchexerzieren der russischen Grenzkontrollprozedur schon einige spezielle Anforderungen an den ahnungs- und arglosen Autotouristen aus Deutschland. Die Verkehrssituation in und um Riga wurde an dieser Stelle schon ausführlich beschrieben und wird sich wahrscheinlich auch so bald nicht verbessern.
Für uns haben wir das als Abenteuer-Element eingeordnet, das ja auf einer guten Reise nicht fehlen sollte. Auf jeden Fall empfiehlt es sich, ab und an einen längern Blick auf eine möglichst detaillierte Karte zu werfen. Es muss einem nicht automatisch klar sein, dass man die kurische Nehrung in nördlicher Richtung nur mit der Fähre verlassen kann. Das Danziger Hotel war selbst unter Taxifahrern nicht bekannt und die Sache mit der Schranke in Riga ist auch nicht ganz einfach, wenn man zufällig am falschen Ende der Stadt ankommt. Das ist ungefähr so, wie wenn man sich in der Auffahrt zum Parkhaus entscheidet, dass man eigentlich doch nicht parken möchte …
Da sich das Wetter bei uns von der besten Seite zeigte, war alles bestens. Wir können uns aber vorstellen, dass wenn es die Regenmacher – wie bei uns glücklicherweise nur in Kalvi – zu gut meinen, ein Vier-Tage-Aufenthalt im Vier-Sterne-Schloss etwas lang werden könnte. Die kulinarischen Überraschungen sowohl in Kalvi als auch in Diklu waren eher nicht unser Fall.
In Kalvi ist bei Regen und warmen Wetter in dieser Jahreszeit der Weg zum Strand eine Mückentortour und angesichts des irgendwie unsauber wirkenden und auch riechenden Strandes aus unserer Sicht nicht zu empfehlen. Dies war aber unser sehr persönlicher Eindruck – es mag sein, das dies andere anders sehen.
Die vielen positiven Berichte über die von Umfalana ausgewählten Unterkünfte können wir bestätigen. Am angenehmsten und persönlichsten fanden wir den Aufenthalt in der Villa Elvira am kurischen Haff.
Die Rückfahrt mit der Fähre von Ventspils nach Rostock ging in Ordnung und war nach der doch recht langen Fahrt erholsam. Wenn etwas länger Zeit gewesen wäre, hätte man, wenn man sich schon mal wegen Kaliningrad dem Visumstress unterzogen hat und man schon in Narva ist die 160 km bis St. Petersburg auch noch dranhängen und von dort „zurücksegeln“ können. Aber auch Tartu, der Peipussee und viele andere schöne Flecken haben zum längeren Verweilen eingeladen. Vielleicht das nächste Mal. Abschließend ein Tipp für alle, die mal eben schnell in das Kaliningrader Gebiet fahren wollen – etwa um auf den Spuren ihrer ostpreußischen Vorfahren zu wandeln. Man sollte darauf vorbereitet sein, nichts von alledem, wovon uns berichtet wurde, vorzufinden. Keine Gebäude, keine Friedhöfe mit deutschen Namen und auch niemanden, der einem Auskunft darüber geben kann, wie es an irgendeiner Stelle früher aussah, wie der Ort hieß oder wer dort gewohnt hat. Wenn man etwas finden will, muss man sich sehr gründlich darauf vorbereiten und sich möglichst an beständigen geografischen Besonderheiten orientieren. Wenn man nach einem bestimmten Ort sucht, sollte man ggf. eine alte Karte mit einem aktuellen Luftbild von Google Earth vergleichen – dort findet man dann, falls es den Ort überhaupt noch gibt, den aktuellen russischen Namen.