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Dreharbeiten zur lettischen Soap
Dreharbeiten zur lettischen Soap – ©Bernhard Vidoni
Einsame Nordküste von Saremma
Einsame Nordküste von Saremma – ©Bernhard Vidoni
Sozialistische Relikte
Sozialistische Relikte – ©Bernhard Vidoni

Bernhard Vidoni | Baltikum

August 2008

Hallo Herr Garstke,

Ihre Email für das Feedback ist noch einmal ein positiver Schlusspunkt einer dank Ihrer Organisation sehr positiv verlaufenen Reise.
Wir haben ganz viele, sehr unterschiedliche Eindrücke sammeln können.
Zuerst aber zu Ihren Leistungen. Wir können sicher sagen, dass wir damit rundum zufrieden waren. Alle Buchungen haben geklappt und wir wurden überall schon erwartet.
Die Routenbeschreibung war eindeutig und wir haben alle Ziele in der angegebenen Zeit gut erreichen können.
Die Qualität des gebotenen war unterschiedlich, wobei das Ots Spa in Kurassare natürlich einsame Spitze war. Von der Größe und Ausstattung des Zimmers über den Service und das Essen war alles auf hohem Niveau und stand von uns bisher besuchten Spitzenunterkünften in nichts nach.
Bei den anderen Hotels gibt es allerdings noch Raum für Verbesserungen, wobei wir nicht übersehen wollen, dass sich da wohl auch höchst unterschiedliche Preisklassen darstellen.
Dass dem Hotel in Tallinn am ersten Morgen die Milch ausgegangen war, hätten wir ja mühelos verkraftet, wenn wir nicht beim Verlassen des Hotels den geöffnetet Supermarkt direkt neben dem Hotel gesehen hätten. Ansonsten war man sehr um unsere Zufriedenheit bemüht, konnte sich gut auf Deutsch oder Englisch verständigen und wirkte freundlich und aufgeschlossen. Einen Eindruck, den wir insgesamt von Estland hatten, vielmehr jedenfalls als von Lettland.
Dikkli Pils ist von der äußeren Erscheinung natürloch ein Traum, allerdings wirkt es wie eine Perle in einer noch sehr unaufgeräumten Umgebung. Der Ort selber wie auch die nähere Umgebung des Palastes stellen einen sehr starken Kontrast zu dem wunderschön restaurierten Ensemble dar.
Wir hatten einerseits das Pech, dass die Bauarbeiten an einem Nachbargebäude unvermeidlichen Lärm produzierten, andererseits gerieten wir in die Dreharbeiten zu einer Soap des lettischen Fernsehens, so dass wir das Spektakel einer nächtlichen Hochzeitsfeier und eines privaten Feuerwerks genießen konnten. Nicht zu erwähnen die Filmcrew beim morgendlichen Frühstück inklusive der bereits stark geschminkten, vom Personal des Hotels bewunderten, Hauptdarsteller.
Schade aber, dass so wenig Wert auf eine adäquate Betreuung der Hotelgäste gelegt wird. Das fängt mit der wenig einladenden, an eine Museum erinnernden Hotelhalle an und setzt sich mit der wunderschönen Terrasse über dem Eingangsportikus fort, auf dem die Reste vom Picknick anderer Gäste in Form von abgegessenen Plastiktellern herumlagen. Kaffee oder Kuchen bzw. kalte Getränke wurden dort nicht angeboten, obwohl so ein Service sich an dieser Stelle fast von allein anbietet. Beleg dafür waren die anderen Gäste, die mit dem Inhalt ihrer Minibar auf diese Terrasse kamen. Dafür lag der Frühstücks- und Abendessenraum im Keller, während im rechten Flügel des Hauses im EG drei große Räume einfach leer stehen. Underperformance nennt man so etwas in Amerika. An der Qualität von Früstück und Abendessen gab es dagegen wenig zu mäkeln. Hinweise auf Ausflugsmöglichkeiten und Unternehmungen in der unmittelbaren Umgebung waren dagegen wenig vorhanden. Es hat jedenfalls einige Zeit gebraucht bis wir unsere halbtägige Kanutour auf der Gauja organisiert hatten. Hartnäckiges Durchfragen hat uns geholfen. Ich könnte mir angesichts der vielen vorhandenen Störche auch noch mehr naturkundliche Exkursionen unter kundiger Führung vorstellen.
Riga hat uns von seiner Größe und dem Großstadtcharakter überrascht. Da wäre auch noch die Beschreibung der Anfahrt zur AVIS-Filiale in der Stadt deutlicher im Stadtplan zu kennzeichnen. Es hat sich uns auch nicht erschlossen, warum wir das Auto schon um 11.30 Uhr abgeben sollten. Die etwas gelangweilte Dame am Empfang jedenfalls zeigte keine Eile, als wir uns für eine durch den dichten Verkehr und viele Baustellen bedingte halbstündige Verspätung entschuldigten.
Das Hotel ist für die Besichtigung der Altstadt perfekt. Man ist mitten in der Altstadt und dennoch nicht im Trubel. Bei schönem Wetter braucht man das Zimmer wohl nur zum Schlafen, bei schlechtem Wetter könnte man allerdings trübsinnig werden, da es klein und dunkel ist.
In Riga haben uns die auch im Reiseführer bereits erwähnten Jugendstilensembles besonders beeindruckt, aber man sieht je weiter man sich vom Stadtzentrum entfernt um so mehr was fast 50 Jahre Sozialismus der Stadt angetan haben. es gibt für die Bauwirtschaft noch viel zu tun.