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Eine Gruppe von Männern spielt Musik im Sand
Traditionel Village – ©Prof. ir. Hylke Crone
Eine Herde von Elefanten steht am Ufer eines Flusses
Elephants – ©Prof. ir. Hylke Crone
Hippo
Hippo – ©Prof. ir. Hylke Crone
Monkey car
Monkey car – ©Prof. ir. Hylke Crone
Ein Baum ohne Blätter steht in der Mitte eines Feldes
Baobab Lodge – ©Prof. ir. Hylke Crone
Yellow billed Stork
Yellow billed Stork – ©Prof. ir. Hylke Crone
Fisherman at the Okavango river
Fisherman at the Okavango river – ©Prof. ir. Hylke Crone
Giraf
Giraf – ©Prof. ir. Hylke Crone
Lions club at Botswana
Lions club at Botswana – ©Prof. ir. Hylke Crone

Prof. ir. Hylke Crone | Botswana

September 2008

Bericht mit Begegnungen von Unterwegs

Wir sind am 26. September 2008 mit dem Auto nach Düsseldorf gefahren, haben das Auto am Flughafen abgestellt und sind dann nach München geflogen um von dort mit dem Flieger weiter nach Windhuk zu fliegen. Abfahrt von zu Hause war Freitag 14 Uhr Ankunft in Windhuk war Samstag morgen 7 Uhr. Auf dem Flughafen nehmen wir das geliehene Auto in Empfang. Das Auto war gut. Wenn man so einen Mietwagen übernimmt muss man immer auf sämtliche Kleinigkeiten wie Schrammen, Beulen usw. achten da man andernfalls bei Rückgabe damit rechnen muss für die Schäden aufzukommen. In diesem Fall brauchten wir uns allerdings keine Sorgen zu machen denn es gab eigentlich kaum eine Stelle am Wagen die nicht verkratzt oder beschädigt war. Man bekommt einen Zettel auf dem alles vermerkt steht was bei Übernahme beschädigt ist. In diesem Fall wäre bei der Rückgabe ein Kratzer mehr oder weniger gar nicht aufgefallen. Die Fahrzeugrückgabe nach drei Wochen verlief dann auch problemlos! Wir haben mit dem Auto ca 3000 km gefahren und waren sehr zufrieden trotz einer Strecke von unzähligen Schlaglöchern, aber davon später.

Hier die Wahrnehmungen die mehr oder weniger für alle drei Länder gelten.

Zu dem Personal einer Lodge wäre noch folgendes zu sagen. Das Management-Ehepaar ist weiß, alle anderen sind schwarz. Das Management ist jung, ich schätze zwischen 25 und 30 Jahren, kinderlos und kommt meistens aus Südafrika. Darauf angesprochen, gab man uns zu verstehen, dass die Schwarzen noch nicht in der Lage sind diese Funktion zu übernehmen; auch nicht in den kommenden Jahren.

Die Temperaturen tagsüber waren zwischen 36 und 38 Grad und nachts etwa 20 Grad niedriger. Eine Temperatur die man ganz gut vertragen kann. Es ist eine trockene Hitze. Wenn man dann schlafen geht, meist nicht später als 22Uhr, bedeckt man sich höchstens mit einem Bettlaken. Nachts wird es dann so kalt (ca. 10/15 Grad) dass man sich dann mit der bereitgelegten Decke zudeckt.

Alle Aktivitäten wurden immer von einem Schwarzen begleitet. Sie waren die großen Kenner. Unglaublich wie sie sich beispielsweise in dem großen Gelände auskannten und den Weg zur Lodge immer wieder pünktlich zurückfanden und das obwohl wir quer feldein unterwegs waren oder teilweise selbst durch Flüsse fuhren. Dazu kommt das sie einen Geländewagen fahren können müssen, mit dem Boot die Touristen sicher durch den Sumpf schippern sollen, alle Fragen in der englischen Sprache verstehen und nach Zufriedenheit auch beantworten sollen, die Namen der Vögel, des Wildes und der Pflanzen kennen, die man während des Ausflugs sieht, den Touristen immer freundlich zu Worte stehen und so viel Vertrauen ausstrahlen damit sich die Gäste immer sicher und wohl fühlen. Und ganz nebenbei entdecken sie auch noch das alles, nach dem wir uns die Augen aus dem Kopf gucken. Kein einziges Mal habe ich erlebt das wir Touristen eher etwas gesehen haben als unser Begleiter. Es sind wirklich Tausendsassas, vor denen man nicht genug Respekt haben kann.

Im Allgemeinen kann man von der schwarzen Bevölkerung sagen dass sie ausgesprochen freundlich und mitteilsam ist. Man hat uns immer gerne und ausführlich unsere Fragen beantwortet. Sie haben Witz und Humor und untereinander viel Spaß. Eine weitere Eigenschaft die man ihnen nachsagt betrifft ihre Ehrlichkeit. Bei unseren Unterkünften wurde uns immer wieder versichert, dass es nicht nötig sei „Wertsachen“ im Safe aufzubewahren, auch wenn er vorhanden sei. Bei der großen Diskrepanz von arm und reich ist meine allgemeine Devise nichts liegenzulassen um keine Gelegenheit zum „Mitgehenlassen“ zu bieten. Hier fand ich mein Misstrauen aber Fehl am Platz und wie sich herausstellte auch zu recht.

Bericht mit Begegnungen von Unterwegs.

Wilderness Lodge

Unsere erste Unterkunft war die Immanuellodge, etwa 20km außerhalb von Windhuk. Wir wurden vom Besitzer herzlich begrüßt. Es war zehn Uhr morgens und wir hatten uns schon darauf vorbereitet das wir so früh noch nicht in unser Zimmer können. Aber es war kein Problem und der dreistündige Morgenschlaf hat uns sehr gut getan. Im Gespräch mit dem Besitzer erfuhren wir dass sie die Lodge vor einem Jahr übernommen haben. Die Familie, zwei Töchter und ein Hund haben Ihr Zuhause in Deutschland aufgegeben und bemühen sich hier wieder ein neues aufzubauen. Bis auf die Jüngste, die hin und wieder noch Heimweh hat, gefällt es den anderen ausgezeichnet. Wenn man an ihrem Umgang mit den Gästen beurteilen kann ob ihr Entschluss Erfolg haben wird, dann bin ich davon durchaus überzeugt. Wir können sie nur wärmstens empfehlen und wünschen ihnen alles Gute.

Die Frans Indongo Lodge liegt von Windhuk ca. 300km nördlich. Der Name der Lodge ist gleichzeitig auch der Eigentümer der Lodge. Er ist der einzige Schwarze in Namibia dem eine Lodge gehört. Vom Vieh hütenden Kind zum vermutlich wohlhabendsten Mann Namibias. Auch hier waren die Gastgeber ein deutschsprachiges Ehepaar. Sie stammt zwar aus Namibia, aber ihre Vorfahren waren Deutsche und er kommt aus Dresden. Ausbildung und Erfahrung haben sie in Deutschland und in der Schweiz gesammelt. Die sieben Mitarbeiter sind Schwarze, hauptsächlich Frauen. Sie verwöhnen die Gäste, die beinah alle deutschsprachig sind, auf angenehme Weise. Nicht immer geht alles so wie man es gedacht hat, aber mit einem freundlichen Lächeln und bemüht alles wieder in Ordnung zu bringen, fühlt man sich hier durchaus wohl.

Rundu

Nach allen kritischen Bemerkungen die wir gelesen hatten war die Wirklichkeit besser als erwartet. Es ist ein Hotel in der Art von “Links und Rechts von der Autobahn”.

Das Zimmer war nicht klein. Die Klima Anlage hat funktioniert, es gab ein Schwimmbad und das Essen war in Ordnung.

Die Namushasha Lodge liegt im Osten des Caprivistreifen am Ufer des Kwando Flusses. Eine Besonderheit dieser Gegend sind die Badestellen der Flusspferde und über 300 Vogelarten. Uns wurde ein sehr schöner, großer Bungalow zugewiesen der allerdings noch sehr staubig und auch nicht ganz komplett war.

Nicht alles klappte. Es gab Kaffee und Teebeutel zum Selbstbereiten, aber keinen Wasserkocher. Verschiedene Stehlampen, aber keine Anschlüsse, Kerzen – ab 22Uhr wurde das Licht ausgeschaltet- aber keine Streichhölzer. Von der Idee gut, aber nicht konsequent durchgeführt. Als wir dies bei der Rezeption bemängelten, ließ man uns einen anderen Bungalow sehen. Da der erste aber so viel schöner war haben wir gesagt das wir warten wollen bis alles in Ordnung gebracht ist. Nach liebloser Verteilung des Staubs haben wir uns entschlossen doch zu bleiben, denn die Lage und die großzügige Raumverteilung war wirklich klasse.

In dieser Unterkunft haben wir gesehen wie wichtig ein gutes Management ist. In dieser Lodge war das Management nicht für diesen Beruf geeignet. Sie hatten viel zu wenig Personal und das vorhandene war nicht ausgebildet, schienen uninteressiert, unfreundlich und faul. Abgesehen von der Empfangsdame bei der Rezeption, sprachen sie kaum ein Wort englisch und konnten weder lächeln, geschweige dann lachen. Sehr schade. Wir haben an den zwei Tagen, die wir hier verblieben zwei Bootsfahrten gemacht. Eine zu zweit (und Begleiter natürlich) und am nächsten Tag noch mit vier anderen, deutschen Gästen. Sie gehörten zu einer Busreisegruppe (30 Personen), die uns am Abend zuvor im Speiseraum in die Ecke gedrückt hat.

Auf unseren Ausflügen haben wir hier nicht so viel zu sehen bekommen. Zur falschen Zeit am, falschen Ort! Kann man nichts machen, an den Bootbegleitern hat es jedenfalls nicht gelegen. Dafür wurden wir schon frühmorgens mit Vogelsang begrüßt. Vor unserem Balkon standen zwei Bäume die ständig von den verschiedensten Vogelarten besucht wurden. Ein farblicher und musikalischer Genuss.

Am Nachmittag haben wir noch ein traditionelles Buschmanndorf besucht, wo uns ein Junge, 22Jahre alt, zeigte wie seine Eltern Fallen gestellt haben, ihren Hühnern gelehrt haben vor dem Dunkelwerden mittels Leiter in einem „Hochhaus“ zu übernachten, Vorräte sicher gelagert haben, Gäste mit Tänzen begrüßt oder aber der Medizinmann böse Geister vertrieben hat.

Die Elephant Valley Lodge war unsere nächste Bleibe. Bevor wir uns hierhin auf den Weg machten, mussten wir anrufen um zu vereinbaren wann wir in Kasane am Flughafen sind. Von dort würden wir mit einem lodgeeigenen Geländewagen abgeholt während wir unseren Wagen dort sicher zurücklassen können.

Die Elephant Valley Lodge liegt in Botswana und wir waren gespannt wie es bei der Grenze klappt. Wir mussten beide an Ort und Stelle ein Visum für Botswana kaufen und die schriftliche Anfrage zur Grenzüberschreitung für das Auto musste noch bezahlt werden. Die Höhe des zu zahlenden Betrages ist variabel und von was sie abhängig ist, keine Ahnung. Wir wussten hiervon und nahmen es gelassen hin. Das ausfüllen von zig Formularen war in unseren Augen aber schon ein bisschen stressig und überflüssig. Ein Formular ohne eingetragene Telefonnummer war nicht komplett; aber wer weiß, vielleicht bekommen wir in nächster Zeit doch auch Anrufe aus Afrika.

Da wir bis zum Treffen am Flughafen noch alle Zeit hatten, haben wir uns noch ein bisschen in Kasane umgesehen. Es hat eine regionale Einkaufsfunktion und es wimmelt nur so von Menschen. Es gibt alles mögliche zu kaufen. Schuh-, Kleidung-, Spielzeug-, Elektrogeschäfte, was man sich nur vorstellen kann. Außerdem gibt es Supermärkte, Restaurants, Buchläden und Behörden, wie zum Beispiel ein Postamt.

Einen Supermarkt mussten wir natürlich auch von innen sehen. Die Auswahl war ziemlich groß und wenn man den Leuten beim Essen zusah sicher auch lecker. Auch Gemüse, Nüsse und Obst wurde in großen Variationen und Mengen angeboten.

Pünktlich um 16 Uhr wurden wir abgeholt. Es dauerte ungefähr eine halbe Stunde bis wir in der Elefant Lodge ankamen. Hier erfuhren wir dass man ein email Bericht bekommen hat um uns mit mitzuteilen, das die Nata Lodge – wo wir sechs Tage später verbleiben sollten – am Vortag abgebrannt ist und man für uns inzwischen eine andere Unterkunft gefunden hat. Da haben wir also noch mal Glück gehabt!

Hier in der Elefant Lodge machten wir unsere erste Bekanntschaft mit der Zeltunterbringung. Wir waren angenehm überrascht; selbst ein “Badezimmer” war vorhanden. Übrigens die Temperaturen im Zelt waren äußerst angenehm. Was bei dieser Lodge deutlich anders war als bisher, war die Nationalität der Besucher. Die meisten waren Engländer und das sollte sich auch für die Zeit in Botswana nicht mehr ändern.

Obwohl die Grenze nach Zimbabwe nur gut 25 Kilometer entfernt ist, ist das Unternehmen gar nicht so einfach.

Im Drei-Länder-Eck, (Botswana, Namibia, Zimbabwe) die richtige Straße nach Zimbabwe zu finden erweist sich als nicht ganz einfach. Wir fahren ein bisschen hin und her, fragen hier und dort und sind schließlich an der richtigen Grenze.

Hier dauert es dann allerdings etwas länger und wie man weiß, Zeit hat seinen Preis. Die Währung ist US- Dollars und man bringt alles Mögliche in Rechnung. Als wir dann endlich wieder im Auto sitzen und die Grenze überqueren wollen, klopft noch ein Mann an die Scheibe und will uns eine, wie er beteuert, absolut notwendige, Autozusatzversicherung verkaufen. Wir schließen die Versicherung also ab, sind überzeugt übers Ohr gehauen zu sein, und drohen dem Verkäufer das Geld wiederzuholen, wenn wir erfahren das es nicht notwendig ist.

Gorges Lodge erreichen wir zur Mittagszeit. Wir setzen uns auf die Terrasse und genießen den herrlichen Ausblick.

Am Abend im Restaurant sind wir zu acht, verteilt an vier Tischen. Das Essen ist schmackhaft und wird mit viel Liebe aufgetischt. Die Ober sind aufmerksam und zugänglich und sorgen für ein nettes Abendessen. Für den nächsten Vormittag haben wir beschlossen mit dem eigenen Auto nach Victoria Falls zu fahren, uns den Wasserfall anzusehen, eine Kleinigkeit in dem Ort zu essen bevor wir uns die Fälle aus der Luft ansehen.

Die Victoriafälle. Auf einer Breite von fast zwei Kilometern stürzt der gewaltige Zambesifluss 120 Meter in die Tiefe.

Es ist schon sehr beeindruckend wenn man durch den Park läuft und von verschiedenen Positionen- mehr oder weniger berieselt – dem Schauspiel des Wassers folgt. Auf der Zambia-Seite hat man ein kleines Schwimmbecken abgegrenzt, in dem ganz Mutige “beinah” in die Tiefe stürzen.

Einen Happen gegessen haben wir im Victoria Falls Hotel. In Glanz und Gloria haben wir die englische Kolonialzeit nachempfunden als wir auf der Terrasse gespeist haben, während im Garten ganz zivilisiert die Warzenschweine einherstolzierten. Anschließend ging es dann zum Panoramaflug mit dem Hubschrauber über die Victoria-Fälle. Wunderschön!

Zum Abschluss des Tages, der “sundowner” mit einem Boot auf dem Zambesifluss. Bis alle Passagiere dann in ihren Hotels abgesetzt waren und wir zum Auto zurück kamen, war es bereits dunkel. Die Fahrt mit dem Auto zu unserer abgelegenen Lodge war etwas stressig: Achtung, nur keinen Menschen, Eselkarren, Tier oder Schlagloch übersehen. Wir hatten einen aufmerksamen Schutzengel.

Den nächsten Tag wollten wir nicht selbst nach Victoria Falls fahren, sondern uns bringen und wieder abholen lassen. Nachmittags sind wir also zum Tourismusbüro gebracht worden und gegen 18Uhr sollten wir von hier wieder abgeholt werden. Für uns war für den Nachmittag eine Wildsafari gebucht. Da wir noch immer keine Löwen in freier Wildbahn erlebt hatten, war uns das nur recht.

Der Nationalpark liegt etwas außerhalb des Ortes und als wir ihn erreichen folgt wieder die notwendige Schreibarbeit bevor wir weiterfahren dürfen. Schon bald darauf wird uns klar, das hier nicht viel zu erwarten bzw. zu sehen ist. Jacob, der Fahrer, zeigt uns verlassene Vogelnester, Sträucher, hin und wieder einen Vogel, in weiter Ferne ein paar Zebras und ein paar Spuren von Elefanten. Spätestens als ein umgefallener Baum uns den Weg versperrt, weiß ich, das Löwentreffen findet heute nicht statt; auch alle anderen Tiere haben heute Feiertag, scheint mir.

Die Rückfahrt zur Gorges Lodge verläuft wie verabredet. Das Abendessen mundete gut und ein Ober erzählte uns noch aus seinem Leben. 22 Jahre, spricht gut englisch, kommt aus dem Dorf das verstreut beidseitig entlang der 11 km langen Schotter-Straße liegt. Es macht ihm Freude und das merken die Gäste.

Doch zurück zu den Dorfbewohnern. Wenn sie zum Einkaufen nach Victoria Falls wollen, müssen sie bereits um 5 Uhr morgens los gehen denn nach 9 Uhr sind die Läden leer, bzw. die Ware unbezahlbar. Die Inflation ist unglaublich. Wir haben einen 100 Billionen Dollarschein (100 000 000 000) für einen US $ getauscht. Dieser Geldschein hat einen Wert von 1/100 Eurocent, sagte man uns. Dann Folgt der Rückweg, wiederum 4 bis 5 Stunden aber jetzt in der Hitze!

Heute Abend packen wir noch die Koffer da wir morgen eine lange Reise vor uns haben (500km) und nicht wissen, wie viel Zeit wir an der Grenze verbringen müssen.

Morgens gibt mein Mann dem Gärtner noch zweit T-Shirts. Zu Hause habe ich Kleidung ausgesucht um in Zimbabwe zu hinterlassen. Hiermit haben wir das Zimmermädchen beglückt. Kleidung zum Tauschen.

Die Grenzüberschreitung geht relativ schnell. Wir haben natürlich auch langsamerhand Übung im Ausfüllen der Formalitäten. Die Straße ist ausgezeichnet und mit einer Geschwindigkeit von 120km (erlaubt!) geht die Reise zügig, bis … ja, ein paar Schlaglöcher und ziemlich tief. Ich saß am Steuer und konnte wirklich nichts machen. Ganz unerwartet, völlig überrascht. Davon überzeugt mindestens einen Platten zu haben. Der Zustand der Straße zog sich über Kilometer hin. Entgegenkommende Lastwagen, die sich auch slalomartig zwischen den Löchern ihren Weg suchten, drückten uns dann auch noch regelmäßig in die Straßenseiten-Schieflage.

Diese Strecke hat natürlich extra Zeit gekostet und wir waren froh, als wir unsere Unterkunft erreichten.

Planet Baobab Lodge

Ersatzunterkunft, für die abgebrannte Lodge. Eigentlich nicht schlecht. Wären wir 40 Jahre jünger gewesen, hätten wir sie wahrscheinlich ganz gut gefunden.

Unsere Lodge war rund, komplett mit WC und Dusche. Das Bett hatte ein Moskitonetze. Es gab nur 2 kleine Lampen im Zimmer, also abends war es dunkel.

Auf jeden Fall war hier das größte und schönste Schwimmbecken, das wir auf der Reise gehabt haben. Was uns auch beeindruckt hat, war die künstlerische Gestaltung einer anzufertigenden Sitzecke im Freien. Aus Beton wurden Sofas gebaut, Sessel Tische und Hocker alles aus Stein bzw. Beton; verschmiert, geformt,bemalt.

Am nächsten morgen geht es weiter nach Maun zum Flughafen. Um 13Uhr soll unser Flugzeug zum Kanana Camp fliegen. Da es sich um kleine Flugzeuge handelt dürfen wir für die kommenden vier Tage nur zwei Reisetaschen an Gepäck mitnehmen; der Rest bleibt im Auto, das beim Reisebüro untergestellt zurückbleibt. Die Wahl was mitkommt ist nicht schwer, da das Wetter immer gleich ist und Safari-Ausflüge nicht mit offiziellen Veranstaltungen einher gehen. Wir kommen geraume Zeit vor dem Abflug des Fluges an. Das Flugzeug ist für sechs Personen einschließlich Pilot, also nicht sehr groß.

Nach einem 25-Minutenflug landen wir auf der Rollbahn unseres Camps. Per Transfer im Jeep von der Landebahn geht es zum Kanana Camp. “Kanana” heißt in der lokalen Setswana Sprache Paradies und dem entsprechend sind dann auch unsere Erwartungen. Auf jeden Fall ist unser Fahrer ausgesprochen aufmerksam.

Ankunft Kanana Camp: Erinnerungen an alte Filme erwachen: Die Herrschaft kommt aus der Sommerfrische nach Hause zurück und das Gesinde steht Spalier zur Begrüßung. Kanana besteht aus acht auf Stelzen gebauten Zelten und einer Haupt-Lodge die ebenfalls auf Stelzen gebaut ist.

Auf diese Weise hat man einen weiten Blick über die Ebene, die vor allem für die Vogelwelt bekannt ist. An das straffe Regime- mitten in der Nacht, um 5.30 Uhr, aufstehen – kann man sich tatsächlich gewöhnen und die Zeltunterkunft ist wirklich schön.

Die Gastgeber empfehlen uns hier die Wasserausflüge und im Shinde Camp die Wildfahrten zu machen. Beide Camps gehören zur gleichen Firma und so folgen wir ihrem Rat.

Die Mitreisenden hier sind hauptsächlich Vogelliebhaber mit riesigen Teleskop-Kameras und einer nicht endenden Begeisterungsfähigkeit.

Selbst wenn schon zig-mal fotografiert, wird der Partner aufgefordert doch noch ein Foto zu schießen; Es ist so “einmalig” schön! Selbst wenn es nicht so wäre, die Freude die die anderen ausstrahlen reißt auch uns mit.

Wir befinden uns hier in Gesellschaft von Engländern, einem Ehepaar aus Alaska, einem Deutschen Ehepaar aus Hamburg das so viel von Vögeln und Pflanzen weiß, das wir mit ihnen verabredet haben, dass sie uns bei der Zuordnung der Namen, der von uns fotografierten Objekte helfen werden.

Nach zwei Tagen und mehreren Bootsfahrten ua auch in einem Mokoro, dem einheimischen Einbaum-Boot, fliegen wir weiter zum nächsten Camp.

Das Shinde Camp liegt im nördlichen Teil des Okavango Deltas und ebenfalls fernab jeglichen Massentourismus. Maun, das Einkaufszentrum für diese Gegend ist per Flugzeug in etwa einer halben Stunde zu erreichen, während ein LKW ca. 7 Stunden unterwegs ist und frag nicht unter welchen Umständen! Die Architektur des Camps wird der Umgebung gerecht und beweist das Komfort und naturnahes Wohnen keine Gegensätze zu sein brauchen. Auch hier übernachten wir in einem Safarizelt mit Badezimmerabteilung auf einer etwas erhöhten Plattform mit Aussicht über Papyrus- und Palmenwälder.

Am ersten Morgen berichteten Gäste vom Besuch eines Elefanten, der sich am Baum in der Nähe ihres Zeltes zu schaffen machte während wir in der zweiten Nacht wach wurden vom Schmatzen eines Elefanten, der neben unserem Zelt (Laub)Blätter konsumierte.

Auf der vergeblichen Suche nach dem König der Wüste, zeigte man uns, abgesehen von anderen Tieren, die Reste eines Elefantenskelettes und das Kopfskelett eines Wasserbüffels.

Glücklicherweise wurde unser großer Wunsch, Löwen in freier Wildbahn zu begegnen, doch auch noch erfüllt! Am letzten Vormittag entdeckte unser Chauffeur erst eine Gruppe von vier Löwinnen und dann später noch eine von drei. Sie gaben sich sehr friedlich und da wir den Anweisungen unseres Begleiters absolut folgten, hatten wir ausreichend Gelegenheit diese Begegnung auf dem Foto festzuhalten.

Während unseres Rückfluges nach Maun haben wir noch extra Eindrücke aus der Luft vom Okavango Delta gewinnen können. Das Fliegen war jedesmal bei herrlichem Wetter und es war sagenhaft schön.

Cresta Riley’s Hotel; Maun

Nachmittags waren wir wieder in Maun, haben unser Auto abgeholt und uns ins Hotel begeben.

Ein Gutes Hotel mitten im Dorf. Zimmer mit Airco, das aber ziemlich laut ist. Das Essen ist einfach.

Am nächsten morgen ging es dann wieder weiter westwärts durch die Kalahari Wüste. Die Strecke gibt die Riesenhaftigkeit der Wüste ganz gut wieder. Die Landschaft ist eintönig, die Straßen sind leer, schlaglöcherfrei und in einem hervorragenden Zustand. Nähert man sich allerdings einer Stadt, muss man sich vor Eseln, Karren, Hühnern, Ziegen in Acht nehmen.

Die Grenzüberschreitung nach Namibia war Schreib- und Formularreich und problemlos. Etwas anders war es unterwegs allerdings bei den regelmäßigen Kontrollen damit die Maul- und Klauenseuche nicht von dem einen Gebiet bzw. Nationalpark ins andere Gebiet eingeschleppt wird. Zur Verhinderung müssen alle Auto(bus)-Passagiere durch ein “Schuhbad” gehen und danach wird das Vehikel vom Fahrer durch eine Chemie-Pfütze gefahren. Bei der letzten Kontrolle auf dem afrikanischen Kontinent war man extra streng. Alle Koffer mussten geöffnet werden und sämtliche Schuhe/Sandalen mussten ins Bad.

Zelda Game & Guest Farm

Die Entfernung von Maun nach Zelda Game ist 525 km (statt 370km). Weil wir das frühe Aufstehen im Okavango Delta Camp schon geübt hatten sind wir früh aufgestanden und auf leeren Straßen zur Farm gefahren wo wir um 2 Uhr Mittags ankamen.

Man merkt das es von einem Bauern geführt wird. Es wird an vielen Sachen gespart. Kaputte Lampen, Löcher in der Gardine, Putz der im Badezimmer abbröckelt, schmutziges Schwimmbad.

Schlafen kann man nicht, denn die Hähne fangen um Mitternacht an zu krähen bis morgens früh. Auf unsere Beschwerde wurde geantwortet dass es eine Farm ist und dass das Krähen bei Vollmond ganz normal sei!

Unterwegs nach Windhuk haben wir noch eine Menge Straußvögel gesehen.

Villa Verdi

Nach 2 schlaflosen Nächten konnte man hier zur Ruhe kommen. Hier wären wir gerne 2 Nächte verblieben statt in der “Guest Farm“.

In Windhuk gibt es viel Interessantes zu sehen aber leider war unsere Zeit hier sehr knapp bemessen. Wir hatten uns also überlegt was wir auf jeden Fall noch sehen-machen wollten und einiges haben wir dann auch noch realisiert. Irgendwann erreicht man dann aber den Punkt: und jetzt ist Schluss. Wir suchten uns in der Fußgängerzone eine Terrasse, bestellten ein Bier und genossen von dem, was so alles vorbei kam. Ich kann sagen, das war nicht Nichts! Eine Lust fürs Auge. Besonders die Frauen und Kinder; schlanke und dicke. Sie haben ein sagenhaftes Farbgefühl für was ihnen steht und wie es am besten zur Geltung kommt.

Ein schöner Abschluss unserer Afrikareise.

Elke Crone-Sturmberg (Niederlande)