Juergen Seitz | Namibia
Oktober 2009
Nachdem wir im Jahr 2008 über Umfulana den Nordosten Südafrikas und Swaziland erkundet hatten, wollten wir dieses Jahr die Fauna Afrikas noch etwas intensiver erleben. Am 29.10.2009 flogen wir mit Air Namibia nach Windhoek. Windhoek selbst wollten wir nur wenige Stunden widmen, nachdem das Reiterdenkmal auch gerade abgebaut und an seinem neuen Platz noch nicht wieder aufgebaut war. Wir wunderten uns über die guten Deutsch-Kenntnisse auch der schwarzen Bevölkerung. Wir wunderten uns, dass sich an der Christus-Kirche die Robert Mugabe Avenue und die Fidel Castro Straße kreuzten, und dass wir im Spar-Markt palettenweise Schokoladen-Nikoläuse aus unserem Nachbarort vorfanden.
Unsere erste Übernachtung hatten wir in Düsternbrook, nachdem dort die Wahrscheinlichkeit, einen Leoparden zu sehen sehr groß sein sollte und wir letztes Jahr keinen zu sehen bekamen, war dies für uns ein ‚Muss’. Wir haben dort einen Leoparden und auch Geparden gesehen. Dies war zwar nicht ganz in freier Wildbahn, aber immerhin. Von Düsternbook ging es weiter über den Tafelberg zur Etosha-Pfanne. Die Camps im Park waren besser als aufgrund der Reiseführer erwartet werden durfte. Auf unseren Pirschfahrten vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang haben wir alles gesehen, was es zu sehen gibt. Wir waren überwältigt von den vielen Tieren, die wir sahen.
Von der Etosha-Pfanne ging es für uns weiter Richtung Osten. Allerdings war unser Ziel nicht der Caprivi-Streifen, sondern das Okavango-Delta. Auf dem Weg nach Maun wollten wir uns noch die berühmten Bushman Paintings bei Tsodilo anschauen. Bis Tsodilo ist der Weg gut zu finden. Wir haben auch das Tor zum Park gefunden, allerdings war es bei unserem ersten Versuch verschlossen und wir mussten umkehren. Am Abend trafen wir dann in unserer Unterkunft den Direktor des Nationalmuseums von Botswana, der auch für diesen Park zuständig ist. Durch diese Bekanntschaft hatten wir am nächsten Tag eine besondere Betreuung vor Ort. Die letzten Kilometer vom Tor des Parks zum Park-Office sind jedoch ohne Allrad nicht zu schaffen. Der Sand ist teilweise sehr tief und ohne entsprechende Geschwindigkeit schafft man es nicht ‚durchzuschwimmen’.
Von Maun aus ging es dann mit dem Buschflugzeug ins Okavango-Delta. Das Okuti Camp lässt keine Wünsche offen. Auf unseren Pirschfahrten haben wir noch einmal alle großen Tiere gesehen, die man nur sehen kann. Löwen haben wir am Ende gar nicht mehr gezählt. Wir haben aber auch noch einmal einen Leoparden, und dieses Mal in freier Wildbahn, gesehen. Unser Weiterflug ging dann nach Kasane. Am Chobe River und im gleichnamigen Nationalpark sahen wir die berühmten großen Elefantenherden, aber auch Flusspferde und Krokodile. Die Sonnenuntergänge waren traumhaft schön. Nur in Savuti waren hitzebedingt nicht allzu viele Tiere zu sehen.
Den Abschluss unserer Reise bildeten die Victoria-Fälle in Simbabwe. Wir sind jetzt Trillionäre. Wir haben für ungefähr einen US-Dollar einen 100 Trillion Dollarschein erworben, für den man allerdings nichts bekommt. Bezahlt wird in südafrikanischen Rand und US-Dollar. Allerdings waren die Tankstellen beispielsweise geschlossen. Es gab keinen Sprit zu kaufen. Wir waren uns einig, dass es den Leuten in diese Ecke Simbabwes wahrscheinlich noch besser geht, als im Rest des Landes.
Nachdem wir unser Gepäck im Hotel nur abgestellt hatten, ließen wir uns gleich zu den Wasserfällen fahren. Hätten wir dies nicht gemacht, hätten wir keine Zeit gehabt, die Wasserfälle anzuschauen, denn der nächste Tag war für die Rafting-Tour auf dem Sambesi und der übernächste Tag für den Hubschrauber-Rundflug bereits verplant. Die Rafting Tour startete direkt unter den Wasserfällen. Von dort aus ging es den Sambesi hinunter bis zu der Stromschnelle Nummer 21. Wir waren mit einer Gruppe von Outdoor-Freaks unterwegs, die alle mindestens 15 Jahre jünger als wir waren. Man hatte den Eindruck, die Guides hätten es sichtlich genossen, dass wir mehr im Wasser als im Boot waren. Da das Wasser aber warm war, machte uns dies auch nichts aus. Wir hatten ja Schwimmwesten und Helme.
Von Victoria Falls ging es dann nach knapp drei Wochen über Windhoek zurück nach Deutschland. Nachdem das Flugzeug in Simbabwe nicht aufgetankt werden konnte, musste in Botswana ein Tankstopp eingelegt werden. Mit unserer Abreise begann dann auch die Regenzeit. Wir konnten in dem kleinen Flugzeug nach Windhoek die ersten heftigen Gewitter noch richtig genießen.
Es war ein Urlaub, der sich wahrscheinlich nicht mehr so schnell steigern lässt!