Dienstag, 17. Januar 2023

Inspiration für Ihre nächste Toskana Rundreise
Vier interessante Orte abseits von Florenz und Siena

Italiensehnsucht ist ein wohliges Gefühl. Sie schmeckt nach cremig-süßem Gelato, duftet nach Thymian und Zitronen. Ihre Farben sind Himmelblau, Weinrebengrün und Sonnenuntergangsgold. Untermalt wird sie vom Zirpen der Zikaden und dem Rauschen des Meeres. Und wo könnte sie besser gestillt werden als in der Toskana, mitten im Herzen Italiens? Hier verstecken sich steinerne Bauernhäuser hinter langen Zypressenalleen; die prachtvollen Palazzi der Renaissance-Städte erzählen von dem Aufstieg und Fall mächtiger Familien und auf den Piazze spielt sich das soziale Leben unter freiem Himmel ab. So ist es kein Wunder, dass die Toskana als eine der bekanntesten Kulturlandschaften Europas für viele quasi zum Inbegriff italienischer Kultur und Lebensart geworden ist. Als kleine Inspiration möchten wir Ihnen im Folgenden vier interessante Ausflugsziele für Ihre nächste Toskana Rundreise vorstellen.

Malerische Kulturlandschaft: Toskana
Malerische Kulturlandschaft: Toskana

1. Monte Amiata

Etwa auf halber Strecke zwischen Florenz und Rom liegt der Monte Amiata, mit 1738 Metern der höchste Berg der südlichen Toskana. Übersetzt bedeutet sein Name so viel wie „geliebter Berg“. Es handelt sich um einen erloschenen Vulkan, der das letzte Mal vor rund 180.000 Jahren ausgebrochen ist. Hier und da erinnern heiße Quellen und Fumarolen noch heute an den vulkanischen Ursprung. Während am Fuße des Monte Amiata noch Zypressen und Olivenbäume das Bild beherrschen, sind an seinen oberen Hängen Landschaften entstanden, die für die Toskana eher ungewöhnlich anmuten. Dichte Buchen-, Eichen- und Kastanienwälder erstrecken sich kilometerweit und bieten unter anderem einen Lebensraum für Schlangenadler und Wölfe. Vier Biodiversitätsreservate im Gebiet des Monte Amiata schützen die ursprüngliche Natur und lassen sich auf Naturlehrpfaden und Wanderwegen herrlich zu Fuß erkunden.

Dichte Laubwälder: Monte Amiata
Dichte Laubwälder: Monte Amiata

2. Bagni di San Filippo

Im Val d’Orcia, versteckt im Wald am Fuße des Monte Amiata, liegen die heißen Quellen von San Filippo. Sie gelten als ältestes, von Menschen genutztes Heilbad der Welt. Laut Überlieferungen kannten und nutzten bereits die Etrusker die heilenden Eigenschaften des Thermalwassers. Mit Temperaturen zwischen 25° und 52°C sprudelt das Wasser aus dem Vulkangestein und fließt in sanften Strömen bergab. Auf ihrem Weg ins Tal sammeln sich die Kaskaden des sogenannten "Rio Bianco" in natürlichen, terrassenartig aufgebauten Becken. Über einen Fußpfad am Ufer ist der Zugang zum Wasser einfach möglich. So verwundert es nicht, dass viele der Locals gerne die Heilquelle besuchen, um ein Bad im wohltuenden Schwefelwasser zu nehmen. Neben den natürlichen Pools im Wald gibt es auch im Ort ein angelegtes Thermalbad, das gegen eine Eintrittsgebühr den Komfort von Liegen, Sonnenschirmen und Duschen anbietet.

heilsames Thermalwasser: Bagni di San Filippo
heilsames Thermalwasser: Bagni di San Filippo

3. Carrara

Bereits seit der Zeit der Römer wird bei Carrara, vor der Kulisse der Apuanischen Alpen, der berühmte weiße Marmor abgebaut. In riesigen Steinbrüchen wird das wertvolle Material abgetragen, aus dem einige der berühmtesten Werke der italienischen Kunst und Architektur geschaffen wurden, so etwa Michelangelos David oder der schiefe Turm von Pisa. In der Stadt selbst finden sich aber aufgrund des reichen Vorkommens auch ganz alltägliche Gegenstände aus dem edlen Gestein, von Mauern über Straßenpflaster bis hin zu Blumentöpfen. So bietet schon ein einfacher Spaziergang durch die Straßen einen besonderen Anblick. Herzstück von Carrara ist die hiesige Kunstakademie, die mit einer außergewöhnlichen Sammlung sowie wechselnden Ausstellungen kunstinteressierte Herzen höherschlage lässt. Und auch die Kathedrale Sant’Andrea Apostolo, die zwischen dem 12. und dem 15. Jahrhundert erbaut wurde, ist einen Besuch wert.

Heimat des berühmten Marmors: Carrara
Heimat des berühmten Marmors: Carrara

4. Greve in Chianti

Südlich von Florenz, im Herzen des Chianti-Gebiets und im Tal des gleichnamigen Flusses, liegt das beschauliche Weinstädtchen Greve in Chianti. Aufgrund der strategisch wertvollen Lage zwischen Florenz und Siena sowie zwischen dem Valdarno dem Val di Greve entstand hier im Mittelalter ein wichtiger Handelsplatz und damit ein bedeutendes Zentrum der Region. Heutzutage findet auf dem Marktplatz, der dreieckigen, von Arkaden gesäumten Piazza Matteotti, unter anderem die jährliche Weinmesse statt. Immer im September werden bei der "Expo Chianto Classico" die besten Weine der Region vorgestellt. Darüber hinaus hat sich seit den späten 1990er Jahren von Greve in Chianti ausgehend das Cittàslow-Netzwerk gegründet. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von kleinen Städten und Orten, mit dem Ziel, die Lebensqualität zu verbessern und die Veränderung und des Stadtbilds durch Konzerne und Franchise-Unternehmen zu verhindern. Und so findet man in Greve in Chianti keine Hektik und auch keine internationalen Ketten. Stattdessen gibt es vor allem kleine Läden, die regionale Köstlichkeiten oder lokal gefertigte Kunstgegenstände verkaufen. So mutet ein Besuch mitunter beinahe wie eine kleine Reise in die Vergangenheit an.

ursprüngliches Stadtbild: Greve in Chianti
ursprüngliches Stadtbild: Greve in Chianti