Sonntag, 22. Januar 2023

7 einfache Tipps zum nachhaltigeren Reisen
Verantwortungsbewusst unterwegs sein

Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht dieser Welt verändern.

Afrikanisches Sprichwort

Nachhaltigkeit ist ein großes Wort und ein komplexes Thema, das unseren Alltag auf die unterschiedlichsten Weisen beeinflusst. Laut Umfragen geht der Trend seit einigen Jahren hin zu einem bewussteren Konsum, der von dem Wunsch nach einem nachhaltigeren Lebensstil geprägt wird. So ist es nur naheliegend, dass diese Überlegungen auch bei der Urlaubsplanung immer mehr wichtiger werden. Fakt ist, dass eine Reise per Flugzeug unweigerlich klimaschädliche Emissionen verursacht. Auf der anderen Seite ist der Tourismus für viele Staaten ein unverzichtbarer Wirtschaftszweig. Er schafft Jobs und sichert somit für viele Menschen die Lebensgrundlage, trägt zum interkulturellen Austausch bei und ist oft essentiell für den Schutz von Natur- und Kulturgüter. Wir sollten also nicht aufhören zu reisen. Wir sollten unsere Reisen jedoch mit Bedacht planen und uns auch vor Ort möglichst verantwortungsbewusst bewegen. Um Ihnen ein paar Anhaltspunkte zu heben, haben wir Ihnen im Folgenden einige Dos and Don'ts für nachhaltigeres Reisen aufgelistet.

7 einfache Tipps zum nachhaltigeren Reisen
7 einfache Tipps zum nachhaltigeren Reisen

1. Touristische Hotspots vermeiden

Ein extrem hohes Touristenaufkommen kann die natürlichen Kapazitäten eines Ortes schnell übersteigen. Der Massentourismus ist geprägt von starken sozialen und ökologischen Auswirkungen auf die besuchte Region, die unter anderem mit der Zerstörung von Lebensraum, baulichen und gesellschaftlichen Veränderungen im Stadtbild, dem Verlust der kulturellen Identität eines Ortes sowie steigenden Preisen und damit verbunden einem teurer werdenden Lebensunterhalt und einer reduzierten Lebensqualität für die Anwohner einhergehen können.

Besser ist es daher, sich bei einer Reise nicht auf die touristischen Hotspots zu konzentrieren, sondern auch mal unbekanntere Orte zu besuchen. So verteilt sich das Touristenaufkommen besser im Land und man unterstützt Gegenden, die in der Regel weniger vom Tourismus profitieren.

Je nach Reiseziel kann es mitunter auch sinnvoll sein, außerhalb der Hauptsaison zu reisen. So entlastet man jene Orte, die stark vom sogenannten Overtourism betroffen sind, und trägt dazu bei, dass sich das Einkommen aus dem Tourismus besser über das Jahr verteilt.

2. Mit dem Zug zum Flug

Für einige Reiseziele ist das Fliegen unerlässlich, das ist klar. Vermeiden kann man jedoch innerdeutsche Zubringerflüge zum Flughafen. Eine umweltfreundlichere Alternative ist die Anreise mit der Bahn.

umweltfreundliche Alternative zu Inlandsflügen: Zug zum Flug
umweltfreundliche Alternative zu Inlandsflügen: Zug zum Flug

3. Kleine, inhabergeführte Gästehäuser buchen statt große Hotels

Kleine Gästehäuser haben gegenüber großen Hotels hinsichtlich der Nachhaltigkeit meistens gleich mehrere Vorteile. Bei inhabergeführten Gästehäusern bleibt das Geld im Land und kommt der lokalen Bevölkerung zugute. Die Gewinne fließen nicht, wie es bei großen, internationalen Hotelketten oft der Fall ist, ins Ausland. Außerdem ist auch die Energie- und Umweltbilanz von kleinen Gästehäusern oft besser, denn in der Regel werden beispielsweise weniger Einwegprodukte genutzt und die Verpflegung ist im Vergleich zu klassischen All inclusive Angeboten besser an den tatsächlichen Bedarf der Gäste angepasst. Auch der Wasserverbrauch ist bei großen Hotels oft deutlich höher. Grund dafür sind oft große Pool- oder Gartenanlagen sowie der tägliche Wechsel von Handtüchern und Bettwäsche.

4. Lokale Restaurants besuchen

Für die Wahl eines Restaurants gilt im Kern das gleiche wie für die Wahl der Unterkünfte. Der Besuch lokaler Restaurants hält das Geld im Land und erhält die landestypische Küche. Im Idealfall sind die Menüs an regionale und saisonale Lebensmittel angepasst. Außerdem haben pflanzliche Nahrungsmittel in der Regel eine deutlich bessere Klimabilanz als Fleisch, Fisch oder andere tierische Produkte. Es lohnt sich also einen Blick auf das vegane Angebot zu werfen.

kulinarisch nachhaltig: landestypische Speisen
kulinarisch nachhaltig: landestypische Speisen

5. Tierbeobachtung auf Distanz

Wer auf seiner Reise eine Safari oder andere Aktivitäten mit Tieren plant, sollte sich im Klaren darüber sein, dass eine Beobachtung immer mit Distanz erfolgen sollte. So sind beispielsweise Angebote, bei denen wildlebende Tiere mit Futter angelockt werden, um eine Sichtung aus der Nähe zu ermöglichen, immer ein gefährlicher Eingriff in das fragile Ökosystem, denn das Jagdverhalten der Tiere wird durch das zusätzliche Futterangebot beeinflusst und so können Veränderungen im Populationsbestand herbeigeführt werden, die weitreichende Folgen haben. Aktivitäten bei denen wilde Tiere in Gefangenschaft gehalten werden sind aus tierethischer Sicht nie positiv zu bewerten. Gleiches gilt für eine direkte Interaktion mit wilden Tieren.

Safari im Nationalpark: respektvoller Abstand zu den Tieren
Safari im Nationalpark: respektvoller Abstand zu den Tieren

6. Einwegprodukte vermeiden

Um Plastikmüll zu reduzieren, sollte auf die Nutzung von Einwegprodukten soweit wie möglich verzichtet werden. So kann es schon helfen, dem Reisegepäck zum Beispiel Baumwollbeutel oder wiederbefüllbare Trinkflaschen hinzuzufügen, um vor Ort auf nachhaltige Alternativen zu Plastiktüten oder -flaschen zurückgreifen zu können. Wo das nicht möglich ist, beispielsweise weil das Leitungswasser nicht trinkbar ist und Trinkwasser zwangsläufig vorabgefüllt gekauft werden muss, sollte darauf geachtet werden, leiber wenige große Gebinde als viele kleine zu kaufen.

7. Öffentliche Verkehrsmittel, Fahrräder udn E-Mobilität nutzen

Für Tagesausflüge und kleinere Distanzen kann man oft problemlos auf das Auto verzichten. An vielen Orten bieten die öffentlichen Verkehrsmittel eine gute Alternative. Viele Unterkünfte bieten mittlerweile auch Fahrräder oder E-Bikes zum Verleih an, mit denen die Gegend aktiv auf eigene Faust erkundet werden kann. In größeren Städten gibt es mittlerweile auch zahlreiche Bike-Sharing Anbieter, bei denen man Räder gegen eine moderate Gebühr leihen kann. Auch bei der Wahl des Mietwagens lohnt es sich in Betracht zu ziehen, ob ein E-Auto durch passende Bedingungen vor Ort eine umweltfreundlichere Alternative zu einem herkömmlichen Verbrennermotor bieten könnte.

aktives Erkunden: Radtour
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