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Malin Harbecke unterwegs in Wales
Schlösser, Schiefer und Meersalz – Eine Entdeckungsreise durch Nordwales

Ankunft und erste kulturelle Einblicke

Auf Einladung von Visit Wales und Visit Britain durfte ich Ende März an einer Inforeise durch Nordwales teilnehmen. Meine kleine Reisegruppe, bestehend aus Vertretern der einladenden Tourismusverbände und einigen anderen Reiseveranstaltern, habe ich am Flughafen getroffen, bevor es nach Manchester ging. Dort hat uns unser Guide und unser Fahrer für die Reise abgeholt und schon ging es los, in Richtung Wales.

Unser erster Stopp war der kleine Ort Hawarden, wo wir zum Lunch in einem kleinen Farmshop mit Sandwiches versorgt wurden. Von dort aus spazierten wir dann durch den Ort bis zur Gladstone’s Library – eine Bücherei mit einigen Gästezimmern, die zu Ehren des ehemaligen Premierministers Gladstone erbaut wurde. Zum Abschluss des Tages ging es dann schon in unsere Unterkunft für die Nacht, an der wunderschönen Küste von Wales.

Narzissenwiese im Bodnant Garden
Narzissenwiese im Bodnant Garden

Botanische Highlights und mittelalterliche Festungen

Am nächsten Morgen ging es schon früh weiter, unser erstes Ziel war der Bodnant Garden. Dieser ist weltbekannt für die vielen verschiedenen Pflanzen, die von überall her in den Garten gebracht wurden und heute die verschiedensten Gärten in einem vereinen. Mein Highlight war hier die riesige Wiese mit Narzissen, der nationalen Blume von Wales. Aber auch das zugehörige Herrenhaus bot ein tolles Fotomotiv, dieses wurde dem Sohn einer ansässigen Familie mitsamt des Gartens zum 21. Geburtstag geschenkt.

Weiter ging es für uns in den mittelalterlichen Küstenort Conwy, wo wir das Schloss und die Stadt erkunden konnten. Die alte Stadtmauer ist noch sehr gut erhalten und ein Spaziergang durch den Ort und entlang des Hafens war bei dem tollen Wetter wirklich lohnenswert.

Conwy Castle
Conwy Castle

Walisische Spezialitäten und die Geschichte des Schiefers

Am Nachmittag stand ein Besuch der Penderyn Distillery in Llandudno mit einer Tour durch die Herstellungsräume und einem anschließenden Whisky Tasting an, sowie ein Besuch des Penhryn Castles. Anders als die anderen Burgen und Schlösser, die wir auf der Reise besucht haben, hatte das Penhryn Castle ein völlig anderes Ambiente. Das Schloss ist um einiges jünger und wurde von einer Familie aus der Gegend erbaut, welche durch die Schieferindustrie und Zuckerrohrplantagen in Jamaika reich wurde. Dass die Familie nicht besonders beliebt war, konnten wir auch später noch in Gesprächen in Zusammenhang mit der Schieferindustrie merken. Da das Schloss noch vollständig erhalten ist, war die Tour durch die verschiedenen Räume allerdings sehr eindrucksvoll. Der Tag endete in unserer Unterkunft mit Pub in Beaumaris, einer kleinen Stadt auf der Insel Anglesey, die wir am nächsten Tag noch weiter erkunden konnten.

Naturerlebnisse und Küstenzauber auf Anglesey

Der Samstag startete mit einer Küstenwanderung auf einem Teil des Wales Coast Path, ab dem maritimen Dorf Moelfre bis zum Strand von Traeth Lligwy. Auf der Wanderung konnten wir nicht nur viele Seevögel beobachten, sondern haben auch einiges über die Kultur an der Küste lernen können. Ganz zu Beginn konnte ich sogar eine Robbe im Wasser erspähen, leider reichte die Zeit, bis sie wieder untergetaucht war, allerdings nicht für ein Foto. Als Nächstes ging es für uns an die Westspitze von Anglesey nach South Stack, wo wir den Leuchtturm bewundern konnten und zu Mittag gegessen haben. Da die Insel und vor allem South Stack eine sehr große Vogelpopulation hat, zu der auch einige Papageientaucher gehören, haben wir anschließend noch eine kleine Einführung zum Naturschutz in der Region bekommen.

Wales Coast Path
Wales Coast Path

Der nächste Programmpunkt war von kulinarischer Art, allerdings nicht so, wie man vielleicht erwartet. Besucht haben wir die Halen Môn Sea Salt Company - ein Familienunternehmen, das regional sehr hochwertiges Meersalz herstellt. Dort haben wir eine Tour zur Produktion bekommen und konnten anschließend in einem Tasting das Salz und weitere Produkte probieren. Nach der Verkostung konnte ich einen Besuch im Gift Shop nicht auslassen, die Salzkaramell-Soße musste auf jeden Fall mit nach Hause kommen.

Den Abschluss des Tages bildete der Besuch des Caernarfon Castles, welches von König Edward I. erbaut wurde und bei Sonnenuntergang besonders eindrucksvoll aussah. Auf einem kleinen Spaziergang entlang des Hafens und über den Marktplatz – stets mit Blick auf das Schloss – konnten wir den Ort noch etwas genießen, bevor es für die Nacht in ein Hotel am Rande des Snowdonia Nationalparks ging.

Blick auf Mount Snowdon
Blick auf Mount Snowdon

Mediterranes Flair und lebendige Traditionen

An unserem letzten Tag in Wales haben wir das kleine Dorf Portmeirion besucht, welches von einem Architekten im italienischen Stil an der Küste von Nordwales erbaut wurde. Heute sind im Dorf einige Gästezimmer und Ferienwohnungen verteilt und es wurde schon für mehrere TV-Sendungen als Kulisse genutzt. Das kann ich gut verstehen, denn, wäre das Wetter ein wenig sonniger gewesen, hätte ich mich hier fast wie am Mittelmeer gefühlt. Der Besuch war aber nicht nur wegen des tollen Erscheinungsbilds interessant, die Anekdoten über die Geschichte von Portmeirion unseres Guides haben den Besuch noch weiter verbessert.

Da die Schieferindustrie in Nordwales einen recht großen Teil der Geschichte einnimmt, durfte ein Ausflug zu diesem Thema natürlich auch nicht fehlen. Hier ging es für uns in die Sllechwedd Slate Caverns, eine alte Schiefermine. Mit unserem Guide sind wir in die alten Schächte hinuntergestiegen, dort wurden uns die alten Werkzeuge gezeigt und die Arbeitsweisen erklärt. Zusätzlich zu den Erzählungen unseres Guides gab es einige Projektionen und Lichtspiele, die das Erlebnis noch vertieft haben.

Der letzte Programmpunkt der Reise war anschließend ein Besuch einer typisch walisischen Farm. Dort hat uns die Besitzerin Erin begrüßt und uns erst einmal gezeigt, wie ihre Aufgaben auf der Farm aussehen. Wir durften zuschauen, wie ein frisch geborenes Lamm versorgt wurde und haben außerdem eine kurze Show bekommen, wie die Schäferhunde die Schafe hüten. Mit ihren Hunden hat Erin schon bei einigen Wettbewerben gewonnen und man hat sehr gemerkt, wie wichtig ihr die gute Zusammenarbeit ist und wie sehr ihr und den Hunden das Training Spaß macht.

Damit war unsere Reise auch schon fast wieder vorbei, am letzten Abend konnten wir allerdings noch einmal das tolle Essen in unserer Unterkunft genießen. Recht früh am nächsten Morgen ging es dann wieder nach Manchester für unseren Rückflug.

Portmeirion
Portmeirion

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Veröffentlicht am Montag, 4. Mai 2026