5 von 5 Sternen
Christiana | Kanada
Juli 2022
Es war unsere erste Reise mit dem Reiseanbieter Umfulana. Die Fahrt war bereits 2019 geplant und wurde dann zweimal verschoben (Corona!!!). Im Juli 2022 ging es dann endlich los.
Unsere Reise führte von Vancouver über Vancouver Island bis nach Calgary.
Das persönliche Umfulana-Reisehandbuch enthielt alle wichtigen Informationen (Adressen, Fahrtrouten, Internetadressen, Telefonnummern, Geo-Daten, Voucher) alles untersetzt mit Fotos.
Der Start verlief etwas holprig (unser Verschulden!!!) wodurch wir einen Tag in Vancouver verloren. Das war dann nicht sooo tragisch, weil wir uns vor sechs Jahren diese Stadt ausführlich angeschaut hatten. Der „Anreise-Umweg“ verlief über Seattle. Dort hatten wir eine Übernachtung, so dass wir nicht mal „Schlaflos in Seattle“ waren!!!
Umfulana (Carina Twardowski) hat hinter den Kulissen SEHR daran gearbeitet, dass die Reise dann ohne Probleme stattfinden konnte. Reiseroute okay, Auto okay, Gastgeber okay, Quartiere bis auf eine Ausnahme okay.
Obwohl unser Sohn seit sieben Jahren in Vancouver lebt und arbeitet hat er seine nähere und weitere Umgebung noch nicht bereist. Da er uns auf dieser Fahrt begleitet hat, haben wir gemeinsam einen kleinen Teil Kanadas kennengelernt. Das war der familiäre Nebeneffekt unserer Reise.
Man kann für alle Stationen ein paar Besonderheiten hervorheben.
Die Fährüberfahrt von Tsawwassen auf die große Insel Vancouver Island bei herrlichstem Sonnenschein war sehr entspannend.
Die Inselhauptstadt Victoria mit ihrer Geschichte und ihren Bauwerken hatten wir vor sechs Jahren schon besichtigt und lernten jetzt einige Punkte kennen, die wir damals nicht gesehen haben. Wir durchstreiften den wunderschönen Beacon Hill Park auf unserem Weg zum Fisherman’s Wharf, um von dort auf die Whale Watching Tour zu gehen.(Es gab tatsächlich Orcas und Seelöwen zu sehen).
Auf dem Weg nach Ucluelet kommt man am 2021 eröffneten Malahat Skywalk vorbei (https://malahatskywalk.com/) – einem 600 m langen Baumwipfelpfad mit spektakulären Aussichten und einer Rutsche, wenn man die Stufen nicht wieder hinabsteigen möchte. Wir waren nicht oben, da wir erst mal unser nächstes Ziel zur angegeben Zeit erreichen wollten.
Das kleine Fischerdorf Ucluelet, von dem aus wir einige Wanderungen starteten ist ein entspannter Ort. (Kunst im öffentlichen Raum, Besuch des kleinen Hafens, alles fußläufig gut zu erreichen). Gastgeberin Nancy von unserer nächsten Unterkunft begrüßte uns in ihrem wunderschönen, an der Küste gelegenen Haus. Die Räume, Küche, nähere und weitere Landschaft um das Haus herum – alles prima. Nancys Frühstücke waren immer kleine Kunstwerke. Der Ort erwies sich als urwüchsig, mit vielen kleinen Gaststätten und Souveniershops mit Made-in-Canada-Produkten. Der Besuch des Amphitrite Leuchtturms und eine Kurz-Wanderung auf dem Wild Pacific Trail sind empfehlenswert. Ucluelet ist ein guter Ausgangsort für weitere Erkundungen der Gegend (Tofino). Der Besuch im Surfer-Paradies war wegen eines Landregens leider nur sehr kurz. Bei der An- und Rückfahrt von Ucluelet passiert man eine Straßenbaustelle (Kennedy Lake), die wohl noch einige Zeit bestehen wird. Die Vorbeifahrt wird durch Posten geregelt.
Chemainus zeigte eine Besonderheit in seiner alten Innenstadt – die Murals (über 50 Wandgemälde mit historischen Motiven – über eine große Fläche der Stadt verteilt) Man muss sich etwas Zeit nehmen, wenn man ALLE Gemälde sehen will. Chemainus ist nicht groß und fußläufig gut zu erkunden.
Direkt gegenüber von unserem Quartier ist eine kleine, unscheinbare Badestelle (Cook Street Park).
Über Nanaimo ging es per Fähre zurück aufs Festland.
Von der Horseshoe Bay führte die Fahrstrecke an Whistler vorbei, das wir bereits vor sechs Jahren besichtigt hatten, so langsam in die Rocky Mountains bis nach Pemberton.
Ab jetzt wurden die Fahrstrecken zwischen unseren Zielen immer länger. Das bedeutete, dass wir ohne Stopp zuerst einmal am Reiseziel ankommen wollten und die vielen Umfulana-Empfehlungen für Besuche am Wegesrand leider gar nicht nutzen konnten.
Auf Empfehlung unserer deutschen Gastgeberin Margit in Pemberton haben wir die Nairn Falls besucht, einen Wasserfall zwischen gewaltigen Felsen (https://bcparks.ca/explore/parkpgs/nairn_falls/). Auf dem Rückweg in den Ort sind wir entspannt auf einem rollstuhlgerechten Bohlenweg um den One Mile Lake mit seiner wunderschönen, öffentlichen Badestelle gewandert.
Unser nächstes Ziel war Clearwater. Weil wir zwei Fahrer waren, haben uns die sechs Stunden Fahrt nicht gestört. Kamloops wäre sicherlich einen Halt wert gewesen, aber, wir wollten erst mal auf der Ranch, unserer nächsten Unterkunft ankommen. Das Ziel liegt ziemlich außerhalb vom Ortskern von Clearwater und man könnte die im Reiseprospekt angegebenen 20 Minuten Fahrzeit bis zur Ranch besser durch die 28 km Entfernung austauschen. (Zeit ist relativ, Entfernung ist präziser). Unser Navi hatte Probleme bei der exakten Zieleingabe.
Die Umgebung der Ranch ist sehr weitläufig. Der Wells Gray Provincial Park lädt zu einem Besuch ein. Auf Empfehlung besuchten wir die Helmcken Falls (vierthöchster Wasserfall in Nordamerika mit 149 Metern Fallhöhe im Gegensatz zu den Niagarafällen mit 60 Metern!!! – sehr imposantes Fotomotiv) und in der Nähe gleich noch ein zweiter Wasserfall – die Dawson Falls. Sie liegen alle auf einem Weg. Die Dawson Falls sind deshalb interessant, weil man unmittelbar neben der Absturzkante steht und förmlich die Kraft spürt mit der sich das Wasser seinen Weg bahnt.
Auf dem Rückweg entweder zur Ranch oder nach Clearwater kann man noch einen kleinen Abstecher auf den Green Mountain Viewing Tower machen. Man erreicht ihn über einen ständig bergauf führenden, befahrbaren Waldweg und sollte sich nicht beirren lassen, ob da nochmal was kommt. Die Strecke ist ca. 4 km lang. Allerdings waren die umgebenden Bäume damals beim Bau des Turms bestimmt viel kleiner!!!
Den abendlichen Abschluss bildete ein Open Air Konzert auf dem Dutch Lake Community Centre Field mit einer kanadischen Drei-Mann-Kapelle, deren Repertoire von Led Zeppelin über Jimi Hendrix bis zu eigenen Titeln alles zu bieten hatte, was das Herz erfreute. Der Dutch Lake hat auch eine eigene Badestelle und Restaurants zu bieten.
Jasper Park hieß das nächste Reiseziel. Es war auf unserem Navi leider nicht zu finden. Die Beschreibung bei Umfulana ist zwar nicht wirklich falsch, aber ungenau. Die Anreisebeschreibung im Prospekt ist verwirrend. Die Overlander Mountain Lodge spielt erst am zweiten Tag eine Rolle, nämlich beim Frühstück. Man sollte sie einfach bei der Anreise links liegen lassen und ca. 2 km weiter fahren. zur Adresse. Dann landet man direkt am Eingang zum Bungalowgelände und geht dort ins Office. [Anmerkung Umfulana: Wir passen die Beschreibung etwas an]. Übernachtung und Frühstück liegen also ca. 2 km auseinander. In der Overlander Mountain Lodge muss man seinen Voucher dabei haben und vorlegen um das Frühstück zu bestätigen. Die Blockhäuser haben geräumige Zimmer und eine Küchenzeile. Vor den Bungalows besteht die Möglichkeit, auf einem speziellen Platz zu grillen (was wir natürlich gemacht haben!!!) Grillgut gibt es neben dem Office im General Store. Vor Ort gibt es eine Gaststätte mit angeschlossener, eigener Brauerei; dadurch auch leckere Biere der verschiedensten Sorten und Geschmacksrichtungen.
Von Jasper fuhren wir am nächsten Tag zurück in den Jasper National Park. (Achtung: Aufenthalt nur mit Park-Tagestickets, bis zum nächsten Tag aufbewahren). Ein Besuch, der sich lohnt, sind die „Miette Hot Springs“ (https://www.hotsprings.ca/miette), ein auf dem Berg gelegenes Freibad mit einer Wassertemperatur von 40°C. Das kommt so heiß aus dem Berg. Es gibt aber auch zwei kleinere Becken mit 15°C kaltem Wasser zum Abkühlen. Vorher empfiehlt sich eine Wanderung und Erkundung der näheren Umgebung. Man läuft an einem klaren Bergbach entlang, entdeckt eine schwefelhaltige Quelle mit über 50°C heißem, nach faulen Eiern riechendem, Wasser und passiert den 1984 stillgelegten Erholungsort Miette Aquacourt. Weiter oben am Bach kann man seine heißen Füße im eiskalten Wasser wieder sehr schön erfrischen und die Trinkflaschen mit frischem Quellwasser füllen.
Canmore wurde nach etwas über 5-stündiger Fahrt erreicht. Wenn unmotiviert Menschengruppen am Wegesrand stehen, gibt es vielleicht etwas Besonderes zu sehen – und ja: so sind wir zu unseren Grizzly- und Schwarzbärenfotos gekommen. Man fährt vorbei am Abzweig nach Lake Louise und Lake Moraine. Diesen Besuch nahmen wir uns für den nächsten Tag vor. Auch hier ist im Vorfeld etwas Bürokratie zu bewältigen: Man muss ein Zeitfenster buchen, um von den Zubringerbussen vom zentralen Lift-Parkplatz mitgenommen zu werden. Die Parkplätze direkt vor Ort sind meist hoffnungslos besetzt bzw. verlangen eine Parkgebühr. Man hatte uns im Voraus erzählt, dass der See mit der spektakuläreren Farbe der Lake Moraine ist und nicht der Lake Louise, was sich in der Realität auch bestätigte. Ausgeschildert ist allerdings meistens Lake Louise.
Die Fahrt am nächsten Tag nach Calgary war fast nur ein Hüpfer (weniger als 2 Stunden).
Die Umbuchung für den Rückflug (Streik bei der Lufthansa und die von Umfulana vorgeschlagene neue Route über Zürich) brachte uns einen zusätzlichen Tag für Calgary. Auch durften wir unser Mietauto den ganzen Tag weiterhin ohne Zusatzkosten nutzen.
Wir besichtigten zuerst die Calgary Public Library, einen 2018 eingeweihten, hochmodernen Bibliotheksbau mit sehr interessanter Architektur. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Es werden Führungen durch das Gebäude angeboten. Sehenswert ist die Altstadt und hier besonders die Stephen Avenue. Hier steht auch der Calgary Tower, der einen sehr guten Rundblick über die Stadt bieten soll (wir waren nicht oben). Am zweiten Tag haben wir uns die Peace Bridge vorgenommen und sind von dort ins Fort Calgary gefahren, in dem es eine interessante Ausstellung zur Geschichte der Stadt gibt mit vielen interessanten Exponaten.
Der Rückflug über die Schweiz nach Deutschland erfolgte dann schon (fast) problemlos: Die Sitzreihenabstände im Edelweiss-Flieger sind doch eher was für kleine Menschen.
Das Resümee unserer Reise fällt positiv aus. Wir haben sehr viele aufgeschlossene und freundliche Menschen getroffen. Es gab keine Sprachprobleme. Wenn es mal kompliziert wurde, konnte unser Sohn helfen (7 Jahre Kanada). Die für unsere Verhältnisse teilweise großen Entfernungen verhinderten zumindest für den engen Zeitraum unserer Tour ein „Abschweifen“ zu den von Umfulana vorgeschlagenen Zielen.
Die Quartiere und ihre Betreiber waren sehr entgegenkommend, die Zimmer sehr angenehm, die Frühstücke boten eine breite Palette (u.a. French Toast, Frittatas, selbst gebackenes Sauerteig-Weißbrot, frisches Obst….).
In allen Quartieren war stets ein Internetzugang gewährleistet. Dadurch waren wir beim Übermitteln der Urlaubseindrücke, Senden von Bildern und Empfangen von Nachrichten aus der Heimat immer auf dem neuesten Stand. Auch Umfulana konnte uns rechtzeitig auf die nötige Umbuchung unseres Rückflugs aufmerksam machen.
Wir werden Umfulana als individuellen Reiseveranstalter unbedingt weiter empfehlen und haben auch schon erste Anfragen!!!