Walking Safari
Die Wildnis mit allen Sinnen erleben
Eine Walking Safari ist weit mehr als nur eine „Wanderung“ – sie ist die wohl intensivste Art, die afrikanische Wildnis kennenzulernen. Während man auf einem klassischen Game Drive oft als außenstehender Beobachter von Highlight zu Highlight fährt, geht es zu Fuß um die Entschleunigung und das Entdecken auf Augenhöhe.
Hier stehen nicht die großen Tiere im Fokus, sondern das Erleben der Wildnis mit allen Sinnen, das Wahrnehmen winziger Details, das bewusste, langsame Bewegen und das stille Beobachten.
Wie läuft eine Walking Safari ab?
Die Sicherheit steht immer an erster Stelle. Sie werden stets von erfahrenen Guides begleitet, die hunderte Stunden Spezialausbildung hinter sich haben und zum Schutz der Gruppe immer eine Waffe mitführen.
Gruppengröße: Um die Ruhe zu bewahren und maximale Sicherheit zu garantieren, sind die Gruppen klein – meist maximal 6 bis 8 Personen.
Verhaltensregeln: Stille ist das oberste Gebot. Die Kommunikation erfolgt fast ausschließlich über Handzeichen. Man läuft in einer Reihe hintereinander, damit der Guide den Weg optimal sichern kann.
Für wen ist eine Walking Safari geeignet?
Alter: Aufgrund der notwendigen Disziplin liegt das Mindestalter meist zwischen 12 und 16 Jahren. Während einige Lodges kurze „Nature Walks“ auf dem Gelände für Kinder anbieten, ist die echte Wildnis-Wanderung ein Erlebnis für Erwachsene.
Fitness: Man sollte in der Lage sein, etwa 5 bis 10 Kilometer in unwegsamem Gelände und bei afrikanischer Hitze zu wandern.
Wie bereitet man sich auf eine Walking Safari vor?
Kleidung: Neutrale Farben wie Khaki, Olivgrün oder Braun tragen. Weiß und Schwarz vermeiden. Weiß leuchtet zu stark und Schwarz zieht Tsetsefliegen an.
Schuhwerk: Gut eingelaufene Wanderschuhe oder robuste Trailrunning-Schuhe sind Pflicht. Ein guter Knöchelschutz hilft auf dem unebenen Terrain.
Ausrüstung: Ein breitkrempiger Hut, Sonnencreme und ein hochwertiges Fernglas sollten nicht fehlen. Für die Flüssigkeitszufuhr ist ein kleiner Rucksack mit Trinkblase ideal.
Geheimtipp: Ein Wanderstock oder ein robuster Ast kann als zusätzliche Stütze auf unebenen Trails dienen und ist hilfreich, um hohes, nasses Gras beiseite zu drücken.
Erfahrungsbericht aus erster Hand
Ich durfte schon viele Walking Safaris erleben. Die letzte habe ich im Babanango Game Reserve unternommen.
Theoretisch kann man bei einer Walking Safari jedem Tier begegnen, das im Park heimisch ist. In der Realität sieht man zum Beispiel Löwen oder Leoparden zu Fuß jedoch eher selten aus nächster Nähe. Wir Menschen sind für die feinen Sinne der Raubkatzen oft viel zu laut, sodass sie sich meist zurückziehen, bevor wir sie bemerken. Das ist aber gar nicht schlimm, denn die Natur hält so viele andere beeindruckende Begegnungen bereit. Zebras, Giraffen oder Kudus aus der Bodenperspektive zu beobachten, lässt die Größe und Anmut dieser Tiere erst richtig deutlich spürbar werden. Außerdem kann man sich Zeit nehmen für die faszinierende Vogelwelt und spannende Details über die heimische Pflanzenwelt.
Während man im Safari-Fahrzeug oft ein geschützter Beobachter hinter Glas oder hoch oben auf dem Sitz ist, wird man zu Fuß zu einem Teil der Natur. Dabei erlebt man eine „lebendige Stille“. Die Sinne laufen auf Hochtouren: Man riecht den besonderen Duft des Kartoffelstrauchs, hört das Knirschen des trockenen Grases unter den Sohlen und spürt, wie der Herzschlag beschleunigt, wenn man plötzlich vor frischen Löwenspuren steht. Es ist eine respekteinflößende und zugleich zutiefst persönliche Erfahrung.
Merwin Rabe, Büroleitung des Umfulana-Büros in Südafrika
Frische Spuren lesen und die Wildnis mit allen Sinnen entdecken – unser Südafrika Reisevorschlag bietet die Möglichkeit für einen geführten Morning Walk im Krüger Nationalpark. Sind Sie bereit für dieses Abenteuer?