Reiseplanung starten
Dänemark & Europa

Barbara Harbecke und Mareike Bauer unterwegs in Dänemark
Hygge, Wind und Wikinger

Anreise und erste Kilometer

Unsere Reise begann am 15. Mai ganz unspektakulär mit der Deutschen Bahn bis kurz vor Münster. Danach wurde es zwar „typisch DB“, aber das Zugpersonal bewahrte trotz eines Weichendefekts und der siebten Ansage tapfer seinen Humor. Am Hamburger Hauptbahnhof angekommen, standen wir vor der ersten echten Herausforderung: die ausbaufähig beschriebene Mietwagenstation zu finden. Dank Mareikes grandiosen Fahrkünsten manövrierten wir unser „Schlachtschiff“ von Mietwagen nach kurzer Übernahme völlig mackenfrei aus dem engen Parkhaus. Nach anderthalb Stunden Fahrt über die Autobahn und dänische Landstraßen erreichten wir unser erstes Domizil in Tønder, das gemütliche Hostrups Hotel & Restaurant. Nach einem leckeren Abendessen ging es früh ins Bett, um Kraft für die anstehende Strecke zu tanken.

Schlossruine Trøjborg
Schlossruine Trøjborg

Am nächsten Morgen starteten wir nach einer erholsamen Nacht, einem stärkenden Frühstück und einem kurzen Rundgang durch das nette Backsteinörtchen – inklusive einer kleinen Trampolin-Sporteinheit für Mareike. Bei kühlen 9 °C und Regen machten wir uns auf den Weg Richtung Hjerting. Unterwegs passierten wir die Schlossruine Trøjborg und das im strömenden Regen liegende Schloss Schackenborg, das idyllisch in ein verschlafenes Reetdach-Örtchen eingebettet ist.

Ribe
Ribe

Ein echtes Highlight war Ribe: Das rot-weiße, mittelalterliche Wikingerstädtchen besticht durch herrliche Hinterhöfe, Cafés, kleine Flohmärkte und das älteste Kaufhaus des Landes – eine absolute Empfehlung! Die Weiterfahrt verwöhnte uns mit blühenden Fliederhecken, Fasanen am Wegesrand und leuchtend gelben Rapsfeldern vor saftigem Grün. Unser Tagesziel war das geschichtsträchtige Hjerting Badehotel direkt am Meer, das uns mit historischem, windverwehtem Ambiente und vorzüglichem Essen empfing.

Hjerting Badehotel
Hjerting Badehotel

Vorher aber ließen wir es uns nicht nehmen, trotz Wind und Gischt die Hängematten an der Wasserkante auszuprobieren, denn am Strand gab es neben besagten Hängematten auch Klettergerüste und einen wellenumtosten Steg.

Wellenumtoster Steg
Wellenumtoster Steg

Entlang der Margeritenroute in den rauen Norden

Der 17. Mai führte uns bei starkem Wind und 12 °C in die Limfjord-Region Tambohuse. Wir folgten größtenteils der wunderschönen, gut ausgeschilderten Margeritenroute durch verschlafene, ländliche Gegenden, das Wasser immer in Sichtweite. Unterwegs inspizierten wir das exklusive Henne Kirkeby Kro mit seiner Sterneküche sowie den Bork Wikingerhafen, ein tolles Freilichtmuseum und ein Muss für Wikingerfans.

Idyllische Landschaften an der Margeritenroute
Idyllische Landschaften an der Margeritenroute

n Ringkøbing schauten wir uns zwei extrem gegensätzliche Unterkünfte an – darunter unser absolutes „Übernachtungs-Schätzchen“ Møllegaarden, ein von Mutter und Tochter geführtes Detox- und Yoga-Retrat. Nach einem schnellen Abstecher durch das sonntags eher unscheinbare Holstebro und einer Fahrt über die schmale Landzunge Hvide Sande – inklusive gemütlichem Surf-Kaffee-Plausch mit Mattias bei West Wind – landeten wir am Limfjord. Nach einer engen Kehre standen wir dort plötzlich Auge in Auge mit einem Trampeltier, was für immense Lacher sorgte. Den Abend ließen wir bei guter dänischer Küche und leisen Wellengeräuschen im traditionellen Gasthaus ausklingen.

Kaffeepause bei West Wind
Kaffeepause bei West Wind

Die bisher weiteste Etappe brachte uns am 18. Mai bei 14–16 °C nach Skagen. Ein glücklicher Zufallsfund auf dem Weg war das historische Hotel Thinggaard in Hurup Thy nahe dem Nationalpark, wo uns der Manager trotz unseres spontanen Überfalls herzlich begrüßte und herumführte. Nach einem kurzen Stopp in Nykøbing Mors – das zwar hübsch ist, wir unseren Kunden zugunsten der schöneren Küstenstraße aber eher als Abstecher ersparen würden – entdeckten wir das völlig verschlafene Lild Strand und das exklusive, traumhaft in den Dünen gelegene Svinkløv Badehotel.

Mit dem Auto am Strand von Blokhus
Mit dem Auto am Strand von Blokhus

Über den bekannten Badeort Blokhus, wo niemand zum Strand geht, sondern alle mit dem Auto an den weißen Strand fahren, und Løkken, wo wir unsere Partnerin Lone in der noch im Ausbau befindlichen, aber geschmackvollen Villa Vendel besuchten, ging es zur versandeten Kirche (Den Tilsandede Kirke). Ein wunderbarer Ort zum Abschalten, besonders morgens oder abends.

Den Tilsandede Kirke
Den Tilsandede Kirke

Die kommenden zwei Nächte verbrachten wir im unaufgeregt mondänen Ruth’s Hotel in Alt-Skagen. Den nächsten Tag nutzten wir bei herrlichen 20 °C für einen Strandspaziergang in Grenen, wo Nord- und Ostsee aufeinandertreffen, einen Bummel durch Skagen samt Plausch mit einer lokalen Künstlerin sowie die Besichtigung von Hjorth’s Badehotel an der etwas raueren Westseite nahe der riesigen Wanderdüne Råbjerg Mile. Unser Skagen-Tipp: Besucht Orte wie Grenen oder die versandete Kirche am besten morgens oder am späten Nachmittag – dann ist es dort am ruhigsten.

Großstadtflair und dänische Riviera

Am 20. Mai hieß es Abschied nehmen von Skagen. In Aalborg trafen wir Kenneth von Aalborg Tours für eine extrem coole Street-Art-Tour, die selbst im Regen Spaß machte, bevor uns der Weg über das eher enttäuschende und von Leerstand geprägte Randers nach Aarhus führte. Die Anfahrt im Regen und durch Baustellen forderte unser Navi heraus, doch letztlich ergatterten wir einen Parkplatz direkt neben der Kathedrale und machten es uns nach einem kurzen Rundgang durch die malerische Gasse Møllestien im Hotel Royal gemütlich. Am nächsten Morgen besichtigten wir mit Hotelmanagerin Sophie das historische Haus sowie ein das SchwesterHotel nach französischen Vorbild, ehe wir mit der Fähre nach Sjællands Odde übersetzten.

Wichtige Erkenntnis: Da eine europaweite Störung der Kartenzahlung uns auf der Fähre zum bloßen Zuschauen verdammte (die Dänen zahlten einfach mit ihrer PayPal-Alternative), gilt ab jetzt: Ein paar dänische Kronen als Bargeld in der Tasche schaden definitiv nicht und ermöglichen dann auch einen Snack zwischendurch!

Streetart in Aalborg
Streetart in Aalborg

Über Liseleje, Tisvilde, Helenekilde und Gilleleje fuhren wir entlang der wunderschönen dänischen Riviera nach Kopenhagen. Die Landschaft besticht hier durch sanfte Hügel und Steilküsten, und überall am Wegesrand findet man liebevoll gestaltete und gut bestückte „Honesty-Schränke“ der Einheimischen mit Blumen, Honig oder Secondhand-Sachen. In Kopenhagen angekommen, testeten wir am Folgetag ausgiebig das Pflaster der Metropole: Nach dem Besuch der Bäckerei HART, dem bunten Treiben am Nyhavn, der Prachtstraße Strøget und der Luxus-Konditorei Le Glace (wunderschön, sprengt aber das Budget!) klapperten wir Christiansborg, Amalienborg und das Designmuseum ab. Nach einem Treffen mit unserer neuen Ausflugspartnerin und über 10 Kilometern in den Knochen stiegen wir auf ein Uber-eAuto um, besichtigten vier Bahnhof-nahe Unterkünfte und fanden unser absolutes Tages-Highlight: den Streetfood-Markt Reffen. Bei toller Musik am Wasser und libanesischem Essen zu absolut fairen Preisen genossen wir die Sonne.

Nyhavn
Nyhavn

Naturwunder und herzliche Gastgeber

Am 23. Mai ging es bei 25 °C von Kopenhagen Richtung Faxe Ladeplads. Während uns Køge enttäuschte, zog uns das Camp Adventure völlig in seinen Bann: Nach 1 km Offroad-Anfahrt erwarteten uns dort fantastische Jurten im Wald – tagsüber voller Kinderlachen, abends aber sicherlich eine Oase der Ruhe. Nach einer Inspektion des schön gelegenen Strandhotel Klinten in Rødvig trafen wir Anne von Klintetours am Stevns Klint. Ihre exklusive und kurzweilige Führung abseits der Masse war absolut faszinierend und wird fest in unser Programm aufgenommen! Über Præstø, wo wir eine feine neue Partnerunterkunft mit unkompliziertem Self-Check-in besichtigten, ging es in unser Apartment nach Faxe Ladeplads.

Stevns Klint
Stevns Klint

Der nächste Tag führte uns über die beeindruckenden Kreidefelsen von Møns Klint und vorbei am Ellevilde Boutique Hotel – einem echten, nachhaltigen Herzensprojekt-Juwel der Gastgeber Kirstin und Mann – über die Storebæltbrücke nach Fyn. In Millinge wurden wir im Apartment herzlichst empfangen und aßen im Hafen von Faaborg zu Abend. Am nächsten Morgen plauderten wir ausgiebig mit unserer wunderbaren Gastgeberin Marie-Luise und trafen dort sogar zufällig Stammkunden von uns. Nach Partnerbesichtigungen auf Fyn und einem Abstecher durch Odense nahmen wir die Fähre auf die Insel Als zu unserer letzten Station, dem Møllehusets B&B. Gastgeberin Maren empfing uns im schönen Bauerngarten zum Abendessen, nachdem wir noch kurz zur namensgebenden Mühle spaziert waren.

Abendessen im Bauerngarten
Abendessen im Bauerngarten

Am 26. Mai hieß es nach einem leckeren Frühstück mit hausgebackenem Brot Abschied nehmen. Zwei letzte, absolut lohnenswerte Unterkünfte in Sønderborg rundeten die Reise ab, bevor wir uns nach einem grandiosen Eis (endlich!) im Hafen von Sønderborg auf den Rückweg nach Hamburg machten. Nach einer staubedingten Punktlandung und insgesamt stolzen 2.229 Kilometern quer durch Dänemark sitzen wir nun völlig ermattet, aber glücklich im Zug – und sind unendlich froh über unsere frühzeitig gebuchten Sitzplätze!

Eis essen am Hafen von Sønderborg
Eis essen am Hafen von Sønderborg

Unsere wichtigsten Fazits der Reise

  • Die dänische Mentalität: Egal zu welcher Tageszeit: Die Dänen haben immer ehrlich gute Laune! Bei Augenkontakt folgt sofort ein freundliches „HEJ“ und ein warmes Lächeln. Hygge ist hier keine Marketing-Floskel, sondern gelebter Alltag.
  • Die Kulinarik: Das Essen in Dänemark ist durch die Bank weg – egal in welcher Preisklasse – unfassbar frisch, lecker und größtenteils regional.
  • Kopenhagen kompakt: Die Stadt ist riesig, multikulturell, extrem sauber und nachhaltig (Unmengen an eAutos und Fahrrädern). Man sollte sich bewusst Zeit nehmen, da die Viertel von hochmodern bis maritim oder shabby chic völlig unterschiedliche Charaktere haben. Das Angebot richtet sich zu 90 % an die Locals selbst, was die Stadt unglaublich authentisch und lebendig macht.

Falls Sie jetzt auch Lust bekommen haben, Dänemark zu entdecken, finden Sie hier einige Reisevorschläge. Gerne stellen wir Ihnen auch eine ganz individuelle Route zusammen. Jetzt kostenfrei einen Reiseentwurf anfragen oder einen Beratungstermin vereinbaren!

Veröffentlicht am Mittwoch, 3. Juni 2026