Puszta

Eben bis zum Horizont: Puszta

Eben bis zum Horizont: Puszta

Einöde zwischen Donau und Theiß

Puszta nennt man jene öde, vegetationsarme Ebene zwischen Donau und Theiß, die als westlicher Ausläufer der eurasischen Steppe gilt. Der Begriff kam auf, als sich die Bevölkerung während der Türkenherrschaft in die Städte zurückzog und das Land verödete. Später wurden wieder einzelne Hofstellen gegründet, die zuerst wegen der regelmäßigen Überflutungen nur temporär bewirtschaftet wurden. Als die Theiß im 19. Jahrhundert kanalisiert wurde, hörten die Überschwemmungen auf, was zu einer Verkarstung der Böden führte. Heute wird mit Kunstdünger wieder großflächig Landwirtschaft betrieben, wovon bis zum Horizont reichende Sonnenblumenfelder zeugen. Ursprünglich ist die Puszta nur noch an wenigen Stellen, z.B. im Hortobágy Nationalpark oder in kleineren Gebieten um die Theiß.



Sehenswürdigkeiten Puszta


Szarvas

Landschaftspark am Fluss Körös

Die verschlafene Kleinstadt liegt in der Ungarischen Tiefebene an einem Altarm des Flusses Körös. Bedeutung gewann sie als Marktflecken an der Landstraße zwischen Kecskemét und der rumänischen Grenze. Unter der Türkenherrschaft wurde jedoch der ganze Landstrich entvölkert, so dass Szarvas erlosch. Erst 1722 wurde die Stadt wiederbelebt – durch evangelische Slowaken, die Maria Theresia ansiedeln ließ. Noch heute wird in der Stadt Slowakisch gesprochen. Hauptattraktion ist jedoch das Arboretum, ein 85 Hektar großer Landschaftspark mit über 1600 Baumarten aus aller Welt. Er wurde im 19. Jahrhundert nach dem Vorbild von Schönbrunn angelegt.


Tiszakürti Arboretum

Landschaftspark an der Theiss

Der 17 Hektar große Park entstand Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Theiss eingedeicht und begradigt wurde. Auf dem ehemaligen Sumpfgelände konnte der Besitzer, Graf Bolza, ein Jagdhaus errichten. Später wurde Land dazugekauft und der Park auf 60 Hektar erweitert. Seit 2001 ist die Parkanlage ein Naturschutzgebiet, durch das ein paar schöne Wander- und Spazierwege führen.


Hortobagy

Schwarzstörche und Adler, Ziehbrunnen und traditionelle Gehöfte

Westlich von Debrecen dehnt sich die Hortobagy-Puszta aus, die früher ein Überschwemmungsgebiet der Theiß war. Weithin sichtbare Ziehbrunnen und Gehöfte, Rinder und Schafe bestimmen die einzigartige Landschaft, die 1973 zum Nationalpark und 1999 zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Inzwischen sind wieder Schwarzstörche, Falken und Adler heimisch. Durch den Park führen einige Wanderwege und ein Radweg. Fahrräder können am Eingang ausgeliehen werden. Unterwegs kann man Rast in einem der Landgasthäuser (Csardas) machen.
Geografisch gilt die Puszta als westlicher Ausläufer der eurasischen Steppenlandschaft. Im Sommer kann es sehr heiß und im Winter bitterkalt werden. Nach Trockenheit kann es zu Staubstürmen kommen, nach ergiebigen Regenfällen auch zu Überschwemmungen ganzer Landstriche, aus denen dann die Gehöfte wie Inseln aus einem Meer herausragen.


Opusztaszer

Freilichmuseum mit Monumentalgemäldge

Im Naturschutzgebiet von Pusztaszer mit Hainen, Wiesen und Flüssen  liegt Opusztaszer, wo einst die sieben Stammeshäuptlinge der Ungarn unter Fürst Arpád eine Nationalversammlung abhielten. Heute ist hier ein Freilichtmuseu und das Arpad-Denkmal. Es wurde erst 1987 gebaut und enthält ein Monumentalgemälde von 1896, in dem die ungarische Geschichte nationalistisch verklärt wird. Im Freilichtmuseum werden die verschiedenen Varianten der bäuerlichen Kultur und die typischen Szenen des öffentlichen Lebens der Umgebung aus dem 18. Jahrhundert gezeigt. Zu sehen sind eine Schule, ein Gehöft mit Stall, Schuppen, Getreidespeicher sowie Wein und Nutzgarten.


Kecskemet

Jugendstil und Marillenschnaps

Die Stadt liegt im fruchtbaren Land zwischen Donau und Theiß zwischen Gemüsefeldern, Weingärten und Obstwiesen. Berühmt ist die 100.000-Einwohner-Stadt vor allem für ihre herausragenden Jugendstilhäuser rund um das Rathaus und die große Kirche. Sie zeugen von vergangenem Reichtum, der bis in die Türkenzeit zurückreicht. Der Ziegenbock im Wappen ist auf den Namen der Stadt zurückzuführen, der auf deutsch soviel wie „Ziegengang“ bedeutet. Nach dem Abendessen sollte man unbedingt den Marillenschnaps Barack Pálinka probieren.


Debrecen

Zentrum des ungarischen Protestantismus

Die zweitgrößte Stadt Ungarns nach Budapest liegt ganz im Osten war ein Zentrum der Rinderzucht und des Handwerks. Im 16. Jahrhundert lag sie zwischen den Einflusszonen von Habsburg, Siegenbürgen und des Osamanischen Reiches. So siedelten sich viele Protestanten an. Bald wurde die Stadt das Zentrum des Protestantismus in Ungarn. Wahrzeichen der Stadt ist die Große Reformierte Kirche von 1819. Das liberale Klima ermöglichte ein Universität, an der heute 25.000 Studenten eingeschrieben sind.


Szeged

Sonnige Studentenstadt an der serbischen Grenze

Das Zentrum Südwestungarns verdankt sein geschlossenes Stadtbild dem Theiß-Hochwasser von 1879, als fast 6000 Häuser einstürzten und 60.000 Menschen obdachlos wurden. Danach wurde Szeged nach europäischem Vorbild mit breiten Alleen und begrünten Plätzen neu aufgebaut. Dass die Stadt nahe der serbischen Grenze einen fröhlichen und vitalen Eindruck macht, liegt an den fast 40.000 Studenten. Über 2000 Sonnenstunden pro Jahr haben der Stadt den Beinamen „Stadt des Sonnenscheins“ beschert. Acht Kilometer nördlich gibt es bei Kiskundorozsma einen netten Badesee mit sodahaltigem Wasser. 




Reisebeispiele Puszta

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