Basilikata

Basilikata: lukanische Dolomiten

Basilikata: lukanische Dolomiten

Armes, wildes, trockenes Land

Arm und wild: auf diese Eigenschaften kann man die Region zwischen Apulien, dem Golf von Tarent und dem Tyrhennischen Meer bringen. Sie ist touristisch so gut wie unerschlossen und gehört zu den am dünnsten besiedelten Regionen Europas. Das liegt auch an der Trockenheit. Während in den Bergen hinter der Westküste noch über 2.000 Millimeter Regen im Jahr fällt, herrschen um Matera im Osten wüstenhafte Bedingungen. Wer nicht abgeschreckt ist von der Kargheit des Landes, kann viele spannende Entdeckungen machen.



Sehenswürdigkeiten Basilikata


Volo dell'Angelo

Mit der Seilrutsche über ein Dolomitental

Die Bergdörfer Pietrapertoa und Castelmezzano gehören zu den schönsten in den Lucanischen Dolomiten. Beide Orte liegen sich gegenüber und ducken sich unter mächtige Felsen, zwischen denen zwei mehrere hundert Meter lange Seile gespannt sind. Daran ist eine Seilrutsche befestigt, mit deren Hilfe Menschen wie Adler über das Tal fliegen können. Der vollkommen ungefährliche Flug bietet neben Nervenkitzel auch ein paar großartige Einblicke in das zerklüftete und unzugänglich Tal. Auf dem 1.415 Meter langen Hinflug von Pietrapertosa nach Castelmezzano erreicht man eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h. Der Rückflug über das zweite Seil ist dann noch einmal eine kleine Steigerung. Den Engelsflug kann man wunderbar mit einem Ausflug in die Lucanischen Dolomiten kombinieren.


Castelmezzano

Bergdorf, in dem die Zeit stehen geblieben ist.

Am Westrand des Parco Gallipolli Cognato liegt Castelmezzano, ein Bergdorf, das sich an einen imposanten Felsen schmiegt und wo die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Im 6. und 5. Jahrhundert vor Christus gründeten griechische Kolonisten die Stadt Maudoron. Als die Sarazenen die Küstenstadt 1.500 Jahre später überfielen und plünderten, ließen sich die vertriebenen Einwohner am Fels nieder und gründeten um 1.000 nach Christus das heutige Castelmezzano.


Craco

Verlassenes Bergdorf in einer Mondlandschaft

Die Lage ist so markant, dass in dem mittelalterlichen Ort schon mehrere Filme gedreht wurden. Craco liegt in der Mondlandschaft der südlichen Basilikata. 1991 kam es zu Erdrutschen, die den halben Ort ins Tal gerissen haben. Der World Monuments Fund hat Craco daraufhin in seine Liste der gefährdeten Kulturdenkmäler aufgenommen. Heute wohnen nur noch wenige Menschen im Ort.


Rabatana

Mittelalterliche Festungsstadt in spektakulärer Lage

Die Altstadt von Tursi ist vor allem wegen ihrer Lage interessant: an einer senkrechten Abbruchkante, die dem Ort im Mittelalter Schutz bot. Tatsächlich beginnt die Geschichte damit, dass die Bewohner des benachbarten Anglona während der germanischen Völkerwanderung hier Schutz vor den marodierenden Goten suchte. Später haben die Sarazenen Tursi als Festung ausgebaut, der sie den Namen Rabatana gaben. Um 900 n.Chr. mussten sie sich jedoch den Byzantinern geschlagen geben. Es scheint, als hätte sich Tursi seitdem nicht mehr sehr verändert.


Matera

Uralte Höhlenstadt in der Basilikata

Seit 1993 ist die Hauptstadt der östlichen Basilikata Weltkulturerbe. Dazu verholfen haben ihr die Sassi, eigentümliche Höhlenbehausungen, die tief in den Kalktuff eingeschnitten sind. Jahrhundertelang lebten hier Bauern mit ihrem Vieh zusammen, bis dies in den 1950iger Jahren des 20. Jahrhunderts zur nationalen Schande erklärt wurde und die Bewohner in die umliegenden Plattensilos umgesiedelt wurden. In den 1970iger Jahren wurden die bereits verfallenden Höhlen restauriert und zur Touristenattraktion. Matera ist auch ein Schauplatz in Carlos Levis Roman „Christus kam nur bis Eboli“. Dort wird das Fest der Madonna della Bruna am 2. Juli geschildert, das auch heute noch vom Morgengrauen bis in die tiefste Nacht dauert. Unbedingt sollte man sich auch einige der Höhlenkirchen anschauen, die seit dem 8. Jahrhundert gebaut und gegraben wurden.


Grotta di Pertosa

Römische Kultstätte in Tropfsteinhöhle

Der Zugang zu der 35 Millionen Jahre alten Tropfsteinhöhle südlich von Pertosa führt durch das Wasser und kann nur per Boot erreicht werden. Innen fährt man 300 Meter auf dem “schwarzen Fluss” (fiume negro) durch die Höhle, bevor man aussteigt. Die kurze Führung dauert eine Stunde, es ist auch ein ausführlicherer Rundgang möglich, der etwa zwei Stunden dauert und durch riesige Hohlräume und tunnelartige Stollen zu einer Kapelle führt. Bevor die Christen sie dem heiligen Erzengel Michael weihten, wurde die Grotte von Griechen und Römern als Kultstätte genutzt.


Monte Pollino

Uhus, Geier und Wölfe

Der Nationalpark Pollino ist mit knapp 2.000 Quadratkilometern der größte Italiens und einer der größten in Europa. Er umfasst die südlichsten Ausläufer der Apennin-Bergkette, das Pollino- und das Orsomarso-Massiv. Im Osten reicht er vom Tyrrhenischen Meer bis zum Ionischen Meer im Westen. Zwischen den Bergrücken haben Wildwasser grandiose Schluchten geschaffen. In den Buchenwäldern sind Geier, Uhus und Wölfe heimisch. Höchster Berg ist der Monte Pollino mit 2.248 Metern. Wanderwege führen zum Gipfel mit wunderbarer Aussicht über die weite Bergwildnis.




Reisebeispiele Basilikata

Nach Oben