02.09.2007

Namibiareise von Stefan Thiel

Von Kapstadt nach Windhoek

Im Juli waren wir mit Umfulana in Südafrika und Namibia unterweges. Der Weg führte von Kapstadt nach Windhoek.

Die Stationen waren im einzelnen:
– Stellenbosch
– Cedarberge
– Springbock
– Fish River Canyon
– Aus
– Sossusvlei
– Swakopmund
– Hohenstein-Gebirge
– Etosha
– Waterberge
– Windhoek.

Insgesamt waren wir 21 Tage unterwegs und haben dabei 4.500 km zurückgelegt. Trotz der Länge der Strecke war es eine entspannte Fahrt, da wir fast immer einen Wechsel von Fahrttag und Aufenthaltstag hatten. Jede Etappe der Reise brachte neue Landschaften und neue Eindrücke. Die Unterkünfte (alle bis auf das Muratie in Stellenbosch über Umfulana gebucht) waren jede für sich einzigartig, bei jeder haben wir uns wohl gefühlt und wurden mit perfektem Service bedacht. Besonders hervorzuheben waren hierbei die Lodges im Hohenstein, bei Springbock am Waterberg. Bei diesen Unterkünften wurde der Aufenthalt durch die besondere Herzlichkeit der Mitarbeiter zu einem besonders schönen Erlebnis. Insgesamt haben wir unser "Abenteuer" sehr genossen.

Fahrzeug:
Wir haben die Reise mit einem normalen PkW absolviert, einem VW Polo von Avis. Es war kein Problem, die Reise ohne einen 4WD zu absolvieren. Den mitgebuchten zweiten Ersatzreifen haben wir nicht gebraucht, wir haben die ganze Fahrt ohne Reifenpanne überstanden. Und auch ansonsten hatten wir keine Schwierigkeiten. Das Einhalten der Empfehlung, auf den Dirtroads nicht wesentlich schneller als 60 km/h zu fahren, war dabei vermutlich hilfreich. Generell waren die Strassen nur im Süden Namibias etwas schwierig (insbesondere von Aus nach Sossusvlei). Nördlich von Sossusvei waren auch die D-Roads leicht zu befahren und die C-Roads sogar fast durchgängig geteert.
Auch das Tanken war kein Problem. Das Tankstellennetz in Namibia ist zwar übersichtlich, aber dicht genug, dass der Tank nie weniger als zur Hälfte gefüllt war, wenn die nächste Gelegenheit zum Tanken kam.

Sicherheit:
Auch wenn der Touristenmord im Khomas-Hochland in die Zeit unseres Urlaubs fiel: Wir haben uns auf der Reise nie unsicher gefühlt. Wir hatten keine negativen Erlebnisse.

Wetter:
Hier hatten wir für Juli-Reisende sicherlich Glück. In Südafrika hatten wir kaum Regen, sondern noch schöne, warme Tage. In Namibia haben uns alle Kaltfronten verpasst, Minusgrade in den Nächten haben wir nicht erlebt.

Umfulana:
Nach zwei vorhergehenden Reisen mit Umfulana (Sizilien / Südafrika - Gardenroute) sind wir es fast schon gewohnt, als Kunden dieses Unternehmens immer gut untergebracht zu werden. Es hat sich auch wieder bestätigt, auch bei den diesjährigen Unterkünften genoss Umfulana eine besondere Wertschätzung, die auch an die Kunden weiter gegeben wurde. Die Auswahl der Lodges und des Reiseverlaufes war tadellos, die Unterlagen wieder gut (kleinere Fehler bei den Entfernungen waren nicht tragisch, einzig die Beschreibung der Einfahrt nach Windhoek sollte dringend überarbeitet werden, da inzwischen die Autobahn nicht mehr in der Innenstadt mündet, sondern die Stadt umfährt). Wir freuen uns auf das nächste Mal.

Reiseverlauf im Einzelnen:

Nachdem dem Flug von Frankfurt nach Kapstadt mit der SAA hatten wir zunächst drei Tage Aufenthalt in Stellenbosch, ein Cottage auf dem Muratie Wine Estate war unsere Unterkunft (dies war die einzige Unterkunft, die wir nicht über Umfulana gebucht hatten). Die drei Tage waren ideal, um ersteinmal anzukommen. Diverse Weinprobe, eine Wanderung auf dem Vineyard Hiking Trail und die 4-Pässe-Fahrt waren ein entspannter Start.

Nach drei Tagen ging es dann richtig los. Die nächste Station war eine Lodge in den Cedarbergen, wo wir für die nächsten beiden Nächte gebucht waren. Die Fahrt ging über den Bainskloof-Pass, danach hatten wir noch einen netten Stopp in Tulbagh auf Ryks Wine Estate und letztlich kamen wir noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang in der Lodge an. Die Gastgeber waren sehr herzlich, das Essen lecker und die kleinen Hütten sehr gemütlich, letztlich auch wegen der Feuerstelle im Vorraum. Den Tag haben wir - ausgerüstet mit einer Menge von Empfehlungen des Gastgebers - mit einer ausgiebigen Fahrt durch die Cedarberg-Area verbracht.

Von den Cedarbergen ging es dann durch das Namaqualand in die Nähe von Springbock, zu einer Guest-Farm. Die Strecke war lang (500 km), aber da sie weitgehend auf der N7 absolviert werden konnte und wir auf Abstecher unterwegs verzichteten, kamen wir noch so zeitig auf der Farm an, dass wir noch an der Sundowner-Fahrt im Landrover teilnehmen konnten. Die Unterkunft war einfach toll, wir übernachteten in einer an einen Fels gebauten, sehr geräumigen Rundhütte aus Reet. Hier waren wir richtig traurig, dass wir nur eine Nacht Aufenthalt hatten. Wir hätten hier gerne noch einen weiteren Tag mit Wandern auf dem renaturierten Farmgelände verbracht. Auch das überaus freundliche Personal und das exzellente Dinner machten uns den Abschied schwer.

Von Springbock ging es dann erst einmal zur Grenze nach Namibia. Nach einem problemlosen Grenzübertritt fuhren wir dann weiter zum Fish River Canyon. Hier hatten wir zwei Übernachtungen in einer Lodge. Nach der relativen Einsamkeit der vorhergehenden Stationen war diese Lodge dann schon fast irritierend belebt. Aber dennoch war es ein schöner Aufenthalt. Den Tag haben wir mit einem Morningwalk zum Sonnenaufgang mit einem Guide begonnen, dann mit einer langen Wanderung auf eigene Faust fortgesetzt und am Nachmittag mit der von der Lodge angebotenen ausgiebigen Sundownerfahrt über das Farmgelänge abgeschlossen, auf der uns der Guide sehr engagiert die Natur und die Farm nahe brachte.
Die Unterkünfte waren sehr nette kleine Häuschen. Abends auf der Terasse sitzend bekamen wir noch Besuch von einigen Kudus, die in der Nähe der Hütten ästen. Das Dinner wurde im Restaurant als Buffet angeboten. Durchaus lecker.

Den obligatorischen Besuch des Fish River Canyon haben wir dann am nächsten Tag auf dem Weg zur nächsten Station erledigt. Hier sind wir erst zum Hauptaussichtspunkt gefahren und dann zum Traileinstieg gewandert und haben dabei den schönen Ausblick genossen. Die zwei Stunden waren toll, aber auch ausreichend. Die Fahrt zu dem anderen Aussichtspunkten haben wir aufgrund des katastrophalen Straßenzustandes schnell abgebrochen.

Vom Fish River Canyon ging es weiter nach Aus. Nach einem langen Stück Gravel Road haben wir unseren Lunch im Seeheim Hotel eingenommen (Tipp: Hier gibt es sehr gutes Biltong zu kaufen). Von da aus ging es dann auf der Teerstraße zur nächsten Lodge. Dort waren wir in einem wunderschön in den Fels gebauten kleinen Häuschen (von der Rezeption waren es noch einmal 7 km Sandpiste bis dorthin).

Auf die obligatorische Fahrt von Aus nach Lüderitz haben wir verzichtet, stattdessen haben wir am Vormittag die von der Lodge angebotene Tour über das Farmgelände gemacht. Wir mussten zwar mangels anderer Teilnehmer für drei zahlen (Mindestteilnehmer), aber das war es wert. Wir haben viele Tiere gesehen (natürlich auch die hier ansässigen Wildpferde) und hatten ein tolles Frühstück am "Gods Window". Auch auf dieser Fahrt hatten wir einen sehr engagierten Guide, der uns einen spannenden Vormittag beschert hat. Am Nachmittag haben wir eine Wanderung auf eigene Faust gemacht, die Lodge hat mehrere schöne Trials ausgeschildert.
Das Dinner in der Lodge war wie in der vorherigen Unterkunft als Buffet veranstaltet und durchaus lecker (allerdings war es einmal exakt das gleiche wie in der vorhergenden Stopp - beide Lodges gehören zur selben Gruppe und haben scheinbar Rezepte getauscht).

Von Aus ging es dann weiter zur nächsten Lodge in der Nähe von Sossusvlei. Die Fahrt auf der D707 und anschließend durch den Namib-Naukluft-Park war landschaftlich beeindruckend, allerdings aufgrund der schlechten Straßen auch etwas anstrengend.
Hier hatten wir auch wieder zwei Übernachtungen. Den Tag haben wir dann natürlich im Sossusvlei verbracht. Entgegen unseres ursprünglichen Plans hatten wir die Tour dann doch nicht auf eigene Faust unternommen, sondern uns aufgrund der vorherigen guten Erfahrungen einem Angebot der Lodge für eine geführte Fahrt angeschlossen. Auch diese hatte sich wieder gelohnt, wir hatten einen sehr lustigen und eindrucksvollen Tag in den Dünen, im Deadvlei und im Sesriem Canyon (das Steckenbleiben im Sand hatte besonderen Unterhaltungswert).
Die Unterkünfte auf der Lodge sind kleine Hütten, von deren Veranda man einen unvergleichlichen Blick auf eine endlose Wüstenfläche hat. Auf der Terasse der Lodge sitzt man sehr entspannt, das Dinner ist sehr gut, wenn auch leider etwas sehr europäisch und etwas zu hektisch serviert.

Von Sossusvlei ging es dann durch die Namib nach Swakopmund. Eine lange, aber sehr eindrucksvolle Fahrt. Ein kleiner Zwischenstopp in Walvis Bay bei den Flamingos hat sich wirklich gelohnt, denn nach so viel Sand ist der Atlantik sehr erfrischend. In Swakopmund nächtigten wir in einem kleinen Hotel, wo wir vor dem Dinner noch eine nette Weinverkostung hatten. Hier hatten wir nur eine Übernachtung, was aber auch so in Ordnung war. Da die Fahrt zur nächsten Unterkunft sehr kurz war, so blieb am Morgen genug Zeit für einen ausgiebigen Bummel durch die Stadt. Wer die gleiche Route nimmt hat genügend Zeit für den Welwitschia Drive, leider haben wir dies verpasst (Permit erforderlich!).

Zur Lodge am Hohenstein Gebirge benötigten wir von Swakopmund nur etwa zwei Stunden. Am Ankunftstag haben wir noch einen Sundowner-Drive im Landrover-Drive gemacht, am nächsten morgen eine ausgiebige Wanderung mit Guide Ruben (der uns sehr geduldig einige Damara-Worte beizubringen versuchte. Wir scheiterten sehr lange an den Klick-Lauten, doch schließlich konnten wir zumindest den Stadtnamen sprechen). Von der Veranda konnten wir Tiere am nahe gelegenen Wasserloch beobachten. Das Dinner auf der Veranda war toll, am zweiten Abend wurde für uns zum Abschied dann sogar noch gesungen.
Den Aufenthalt hier haben wir besonders genossen. Toll war auch, das wir die einzigen Gäste waren. Die noch recht junge Lodge ist auf einer komplett renaturierten Farm angesiedelt und wird von einem einheimischen Management geleitet. Alle Mitarbeiter waren sehr enthusiastisch bemüht, uns den Aufenthalt möglichst angenehm zu gestalten, was ihnen auch gelungen ist. Man merkte, dass alle Angestellten sehr stolz auf ihre Lodge sind, und das auch zu Recht.

Weiter ging es dann auf den weiten Weg nach Etosha (ca. 500 km), allerdings fast durchgehend auf Teerstraßen.
Hier haben wir in einer Lodge außerhalb des Parks genächtigt. Wir hatten zwei Übernachtungen, den Tag haben wir natürlich komplett im Park verbracht (von der Lodge wurden wir mit einem Picknick-Korb ausgestattet). Die Lodge war nah am Parkeingang, so dass es kein Problem war, schon zur Parköffnung am Gate zu stehen. Der Park bot natürlich eine Fülle von Tieren, an einem Wasserloch bot sich uns das Bild einer Vollversammlung von diversen Tierarten, u.a. Elefanten - unvergleichlich. Ein Tag war hier natürlich zu kurz, beim nächsten Mal werden wir hier mehr Zeit mitbringen. Das Haupthaus ist wunderschön, unsere Lodge selbst war klasse, das Dinner und der Service perfekt.

Von Etosha ging es dann zur vorletzten Station, dem Waterberg. Die Strecke war überschaubar, wir waren schon am Mittag da und konnten noch den Drive am Nachmittag mitmachen, auf dem wir dann auch die beiden Nashörner der Lodge sichteten. Am nächsten Tag haben wir eine Wanderung mit Guide auf das Plateau gemacht. Wir waren 5 Stunden unterwegs, die Führung war einfach Klasse. Der Ausblick vom Plateau auf die Kalahari auch. Am Nachmittag waren wir dann noch auf eigene Faust wandern. Auch auf dieser Lodge war das Personal um den bestmöglichen Service (erfolgreich) bemüht. Viele kleine Aufmerksamkeiten machten den Aufenthalt zum Genuss. Hier konnten wir abends Stachelschweine beobachten und morgens Dikdiks beim spielen zuschauen.

Leider ging es dann zur letzten Station nach Windhoek. Hier hatten wir eine nette Übernachtung in einem Guesthouse vor dem Rückflug. Von hier aus konnten wir zu Fuss in die Innenstadt laufen und am nächsten Morgen bequem zum Flughafen fahren. Wir hatten hier auch das Dinner eingenommen und dies wirklich nicht bereut.

Und dann ging es leider auch schon zurück von Windhoek über Johannesburg nach Deutschland sprich Frankfurt Flughafen.



Nach Oben