Andalusien

Maurisches Flair: Küstenstädtchen in Andalusien

Maurisches Flair: Küstenstädtchen in Andalusien

Maurische Traditionen in El Andaluz

Die südlichste Provinz Spaniens stand am längsten unter islamischer Herrschaft. Weltgeschichtliche Bedeutung erreichte „El-Andaluz“ unter den Emiraten von Córdoba und Granada. Jahrhundertelang lebten Juden, Christen und Muslime friedlich miteinander. Die Wissenschaft und die Medizin erreichten eine erste Blüte lange vor der italienischen Renaissance. Die Herrschaft der Mauren und das Zeitalter der Toleranz in Spanien wurden durch die Reconquista 1492 in Granada beendet. Die Einflüsse der Muslime sind jedoch bis heute überall spürbar: am bekanntesten sind die Alhambra in Granada, die Mezquita von Córdoba und die Giralda in Sevilla. Aber auch der Volkstanz Flamenco hat seine Wurzeln in der maurischen Kultur.  



Sehenswürdigkeiten Andalusien


Caminito del Rey

Abenteuerlicher Kletterpfad

Der knapp drei Kilometer lange Klettersteig des „Kleinen Königspfads“ führt in 100 Meter Höhe durch die wilde Schlucht des Guadalhorce. Er wurde 1905 gebaut, um die Arbeiter an einem Wasserkraftwerk mit Material zu versorgen. Aber auch König Alfonso XIII. bewältigte ihn 1921 – daher der adelige Name. Wegen tödlicher Unfälle und seinem schlechten Zustand wurde der Weg gesperrt und erst nach seiner Restaurierung 2015 wieder eröffnet. Seinen früheren Schrecken hat der Steg verloren – über den Glas- und Bohlenweg geht man sich oberhalb des alten Pfades. Wer will, kann sich dennoch mit einem Klettergeschirr an Stahlseilen sichern, die in der Felswand verankert sind. Nicht mehr als 400 Wanderer dürfen täglich auf den Steig. (04:30 Stunden, 6 Kilometer, auf: 420 m, ab: 250 m)

Umfulana Route:
www.komoot.de/tour/7764182


El Torcal

Wandern durch eine wilde Karstlandschaft

Etwa zehn Kilometer südlich von Antequera liegt der über 1.000 Hektar große Naturpark, der eine der bedeutendsten Landschaften Spaniens schützt und Geologen und Botaniker anzieht. In vielen Jahrtausenden ist eine wild zerklüftete Karstlandschaft entstanden, durch die ein 45-minütiger Wanderweg führt.

Umfulana Route:
www.komoot.de/tour/7764360


Antequera

Herz von Andalusien

711 begann die Eroberung der iberischen Halbinsel durch die aus Nordafrika stammenden muslimischen Mauren. Ab etwa 716 war auch das frühere Anticaria eine maurische Stadt, geprägt von deren Kultur, Tradition und Architektur, und erhielt einen neuen Namen: Medina Antaquira. In der Zeit der Reconquista wurde die Stadt zu einem wichtigen Grenzort. Davon zeugt die Maurenburg, von der allerdings nur noch imposante Trümmer übrig sind. Wegen ihrer Bedeutung für Kultur und Geschichte des Landes und der zentralen Lage an den Verbindungswegen zwischen den großen andalusischen Städten nennt man die Stadt auch „Herz von Andalusien“. 

Nähere Informationen:
www.turismo.antequera.es


Écija

Adelspaläste in der Bratpfanne Andalusiens

Écija, die Stadt der Türme, liegt am Río Genil zwischen den beiden andalusischen Metropolen Córdoba und Sevilla in einer sonnendurchglühten Ebene, die wenig charmant auch Bratpfanne Andalusiens genannt wird. Sie gilt aber auch als eines der wichtigsten Kunstzentren Andalusiens, wo der Adel im 18. Jahrhundert um die Wette gebaut hat. Am zentralen Platz, der Paza de España, stehen die wichtigsten Gebäude: das Rathaus, die römischen Bäder und die Kirche Iglesia de San Francisco.


Alcala La Real

Mächtige Maurenburg in den Olivenhainen

Schon von fern sieht man die mächtige Burg aus dem 13. Jahrhundert über der Stadt thronen, die von maurischen Kalifen zum Schutz vor den Christen gebaut wurde. Vom Turm der Burgkapelle blickt man weit über die sanften Hügel, die Stadt und die Olivenhaine.


Alcaudete

Maurische Grenzburg mit sieben Türmen

Die wuchtige Burg auf einem Hügel diente der Sicherung der christlich-muslimischen Grenze in Andalusien. Ursprünglich wurde sie von den Mauren errichtet, hat aber mehrfach die Seiten gewechselt. Stolz und unverwüstlich thront sie noch heute über den Olivenhainen und der Stadt. Nach der Reconquista wurde sie dem Calatrava-Orden übergeben. Der mehreckige Bau wird mit sieben Türmen gesichert. Zwei Türme flankieren das Hauptportal mit Rundbogen und Zierrahmen. Im Innern erhebt sich ein hoher Wehrturm aus dem 16. Jahrhundert, den die Grafen von Alcaudete später zu ihrer Residenz machten. 


Cahorros von Monachil

Auf Seilbrücken in eine Schlucht bei Granada

Der Wanderweg startet östlich der Alhambra und führt durch eine enge Schlucht. Der Weg ist als „Cahorros Bajos“ ausgeschildert. Zurück kann man ab Tajo del Lunes einen anderen Weg nehmen und über die Höhe nach Granada zurückkehren. (2:45 Stunden, 8,61 Kilometer, auf und ab: 300 m)

Umfulana Route:
www.komoot.de/tour/7742873


Carmona

Historische Stadt auf dem Berg

Die Stadt liegt strategisch günstig auf dem dem Alcores, einem Höhenzug in der Zentralebene Andalusiens. Von dort kann man von der Sierra Morena im Norden bis zum Gipfel des San Cristobal im Süden blicken. Carmona ist einer der ältesten Orte in Andalusien und seit vorgeschichtlicher Zeit ununterbrochen besiedelt. Iberer, Kathager, Römer, Mauren: alle haben ihre Spuren in der Stadt hinterlassen. Besonders auffällig ist die Zitadelle von Peter dem Grausamen, im dem heute ein Parador Platz gefunden hat. Man betritt die Stadt von Cordoba aus durch das maurische Stadttor, das wiederum auf einer römischen Konstruktion aufgebaut ist.


Poqueira-Schlucht

Maurische Dörfer am Fuß der höchsten Berge Spaniens

Das tief eingeschnittene Tal wird überragt von den höchsten Gipfeln der Sierra Nevada. Unterwegs liegen ein paar uralte Dörfer mit maurischem Ursprung: Pampaneira, Bubión, Capileira und La Cebadilla. (5:34 Stunden, 16,2 Kilometer, auf und ab: 810 m)

Umfulana Route:
www.komoot.de/tour/7742817


Castillo von Almodóvar

Spanische Bilderbuchburg über dem Guadalquivir

Wegen der Nähe zum Guadalquivir-Fluss war die Burg von herausragender Bedeutung für die Provinzhauptstadt Córdoba. Sie wurde im 8. Jahrhundert von den Arabern errichtet und im 13. Jahrhundert von den Christen restauriert. Von den insgesamt neun Türmen können die beiden mächtigsten am südlichen und nördlichen Ende bestiegen werden. Von oben bietet sich das schönste Panorama über die Ebene. Der Waffenhof der Burg, ihre Zisternen und die mit Zinnen bekrönten Mauern sind weitgehend erhalten. Führungen werden angeboten.


Fundación NMAC Montenmedio Arte Contemporáneo

Skulpturenpark mit moderner Bildhauerkunst

Der 30 Hektar große Skulpturenpark besteht aus einer Dauerausstellung internationaler, moderner und heutiger Bildhauerkunst. Regelmäßig finden im Park auch Wechselausstellungen und künstlerische Aktionen statt. Den Besuch kann man mit einem Spaziergang durch den angrenzenden Naturpark Parque Natural de la Breña y Marismas del Barbate verbinden. Der Park ist montags geschlossen.

Nähere Informationen:
www.fundacionnmac.org


Auf dem Sternenweg

Am Rio Genil flussaufwärts durch mediterrane Wälder

Der Vereda de la Estrella führt von Güejar hinein in die Sierra Nevada bis zu den Nordabstürzen des Mulhacén. Dort wachsen mediterrane Eichen, Ahorn und eine riesige Kastanie, die „El Abuelo“ (Großvater) genannt wird. Der Weg beginnt an der Brücke über den Rio Genil und folgt dem Fluss aufwärts in die Bergwelt am Alcazaba. Auf dem Rückweg gibt es zwei bewirtschaftete Hütten. (5:30 Stunden, 21 Kilometer, auf und ab: 820 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de/tour/7742842


Auf den Pico de Mulhacén

Atemberaubender Fernblick vom höchsten Berg Spaniens

Der Pico de Mulhacén ist mit 3482 Metern der höchste Berg der Iberischen Halbinsel. Der Aufstieg beginnt an der Schutzhütte, die ganzjährig bewirtschaftet wird. Ein Shuttle Service von der Nationalpark-Verwaltung in Hoya del Portillo zur Hütte ist eingerichtet. (05:11 Stunden, 8,75 Kilometer, auf und ab: 960 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de/tour/7742864


Vejer de la Frontera

Weißes Dorf hinter der Costa de la Luz

Neun Kilometer hinter der Küste liegt eines der schönsten „weißen Dörfer“. Sechs Jahrhunderte maurischer Herrschaft haben ihre Spuren hinterlassen. Blendend weiße Häuser säumen die schmalen Kopfsteinpflastergassen und -treppen. Die Altstadt wird von einer zwei Kilometer langen Stadtmauer mit vier Toren umringt.  Ganz oben liegt das Castillo, eine maurische Burg aus dem 10. Jahrhundert, die später von den Christen mit viel Respekt vor der klugen Anlage erweitert wurde.


Jerez de la Frontera

Sherry, Flamenco, Rassepferde

Die meisten Besucher der 180.000 Einwohner zählenden Stadt kommen wegen des Jerez-Weins, der unter dem Namen Sherry weltbekannt wurde. Man kann ihn in den zahllosen Bodegas (Weinkellern und Weinhandlungen) verkosten und kaufen. Darüber hinaus ist die Stadt etwas landeinwärts von Cadiz bekannt für ihre Pferdezucht und den Flamenco-Tanz. Allen diesen Merkmalen der Stadt ist ein jährlich stattfindendes Fest gewidmet: das Festival del Flamenco, die Feria del Caballo und die Fiesta del Otonto nach der Weinlese. Wer auch nur in einer sympatischen Stadt Südspaniens ein wenig bummeln und gut essen will, wird auf seine Kosten kommen.


Wanderung nach Los Caños de Meca

Zwischen Klippen und Kiefern an der schönsten Steilküste Andalusiens

Die Steilküste zwischen Barbate und Lox Caños gehört zu den schönsten Küstenabschnitten am Golf von Cadiz. Hinter den imposanten Sandsteinklippen beginnt ein großer Kiefernwald. Der Wanderweg führt durch Naturschutzgebiet. Zurück kann man einen Pfad durchs Hinterland nehmen. Wer nur den Hinweg nimmt, wird mit zwei Stunden Wanderzeit auskommen. (4:30 Stunden, 17 Kilometer, auf und ab: 230 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de/tour/7760792


Costa de la Luz

Weitläufige Badestrände, kleine Buchten

Costa de la Luz nennt man die spanische Atlantikküste von der portugiesischen Grenze bis nach Gibraltar. Obwohl der Küstenstrich meist in gleißendes Licht (Küste des Lichts) getaucht ist, wird es hier nie so heiß wie im Landesinneren. Ein beständiger Wind vom Meer sorgt für angenehme Frische. Weitläufige Sandstrände, die ideal zum Baden sind, wechseln mit kleineren Buchten und schroffen Felsenküsten. Trotz ihres landschaftlichen Reizes ist die Costa de la Luz noch weniger erschlossen als die Costa de la Sol, die sich im Osten anschließt.


Jaén

Arabische Burgen und christliche Kirchen inmitten endloser Olivenhaine

Die Bischofsstadt im Schatten der übermächtigen Burg ist das Zentrum des größten Olivenanbaugebiets der Welt. Besonders im bergigen Süden kann man schöne Landschaftseindrücke von schier endlosen Olivenhainen sammeln. Die karthagische Gründung wurde 207 von den Römern erobert. Städtisch wurde der Ort jedoch erst unter den Mauren, die 712 einzogen. In der Reconquista fiel Jaén eine besondere Rolle zu. Hier sammelten sich die Truppen des kastilischen Königs vor dem Sturm auf Granada. Neben der arabischen Burg ist vor allem die Kathedrale besonders sehenswert.


Cádiz

Phoenizierstadt auf Halbinsel

Die Hafenstadt südwestlich von Jerez de la Frontera liegt mitten im Meer auf einem Felsen am Ende einer fast zehn Kilometer langen Landzunge. Die frische Seeluft macht den Aufenthalt auch im Hochsommer angenehm. Wegen seiner strategisch einmaligen Lage war der Ort schon sehr früh besiedelt. Cádiz gilt als älteste Stadt Spaniens. Archäologen finden Überreste phönizischer und karthagischer Herkunft. Heute wird die Hafenstadt von wuchtigen Mauern umgeben, die sie gegen die extremen Gezeitenunterschiede schützen. Hohe Flachdachhäuser mit Balkonen prägen das Stadtbild, das immer wieder durch Palmen bestandene Parks aufgelockert wird.


El Guadix

Höhlenviertel Troglodytos

Das Städtchen auf der Hochebene Hoya ist eines der ältesten auf der Iberischen Halbinsel. Bemerkenswert ist das Höhlenviertel der Stadt: Troglodytos liegt im Süden der Altstadt und fällt durch die konischen Hügel mit den weißgetünchten Fassaden und Schornsteinen schon von weitem auf, hinter denen große Höhlen in den weichen Fels getrieben wurden. Heute wohnen hier vor allem Künstler. Zentrum des Ortes ist die Kathedrale, die auf den Fundamenten einer Moschee steht.


Coto de Doñana

Paradies für Zug- und Wasservögel

Der Nationalpark Coto de Doñana liegt im Mündungsgebiet des Rio Guadalquivir und ist wegen der zahllosen Zugvögel, die hier vor der Überquerung Gibraltars hier rasten, einer der wichtigsten Naturräume Europas. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts grassierte in den sumpfigen Niederungen die Malaria, weshalb der Küstenstrich kaum besiedelt ist. Drei Ökosysteme umfasst der Park, das Nassgebiet, die Wanderdünen und das buschige Trockenland. Der Zugang ist nur in Begleitung von Wildhütern erlaubt. Vom Informationszentrum wird eine vierstündige Rundfahrt im Allradwagen angeboten. Eine andere Möglichkeit, den Park zu erkunden, ist eine Bootsfahrt auf dem Fluss.


Baeza

Bilderbuchstadt aus der Renaissance

Zur Römerzeit hieß die Stadt Beatia Baecula. Unter den Westgoten war sie kurz Bischofssitz, bevor die Mauren sie zur Taifa, der Hauptstadt eines Kleinkönigreiches, machten. 1227 holte die Reconquista die Stadt zurück ins katholische Spanien. Das heutige Stadtbild stammt auf dem 16. Jahrhundert, als Baeza eine wirtschaftliche Blüte erlebte. Die Universität am Plaza Santa Cruz und viele prächtige Renaissancebauten wurden errichtet, von denen der beeindruckenste vom Ende des 15. Jahrhunderts stammt. Der Palacio Jabalquinto hat eine wunderschöne Fassade, in die Diamantquader und gotische Pfeiler eingebaut sind. Der Palast umschließt einen typisch andalusischen Patio mit einer wuchtigen Treppe.


Úbeda

Renaissancestadt und Tor zur Sierra Cazorla

Die Stadt mit knapp 35.000 Einwohnern liegt im Westen der Sierra Cazorla. Der historische Kern überrascht mit einem komplett erhaltenen Stadtbild, das aus der Renaissace stammt. Tatsächlich war Úbeda im 16. Jahrhundert eine der führenden spanischen Städte, die an der Verbreitung humanistischer Ideen beteiligt war. Besonders deutlich wird die Bedeutung des „Salamanca von Andalusien“ auf der Plaza de Váquez de Molina. Dort stehen die prächtigsten Bauten der Stadt. Der Alcazar, wie man die maurischen Stadtpaläste nennt, ist allerdings abgerutscht und ins steil abfallende Tal des Guadalquivir-Flusses gestürzt. Heute kann man dort ungehindert die Szenerie der Sierra Cazorla bewundern.


Kolumbusstatue in Huelva

Wo Kolumbus seine erste Reise in die Neue Welt begann

Von Huelva aus stach Kolumbus am 3. August 1492 in See, um auf dem westlichen Seewag von Europa nach Ostasien zu gelangen. Am 12. Oktober 1492 erreichte er die Karibischen Inseln, die dem amerikanischen Kontinent vorgelagert sind. Wie man seinem Bordbuch entnehmen kann, wähnte er sich südlich von Japan und wollte von dort direkt nach Quin-sai. Das ist die legendäre Stadt, von der Marco Polo mehr als 200 Jahre zuvor begeistert berichtet hatte. Sie entspricht wahrscheinlich der heutigen Großstadt Hangzhou. Trotz dieser grandiosen Fehleinschätzung leitete sein Projekt die Globalisierung ein, weshalb man ihm 1929 in Huelva ein Denkmal gesetzt hat. Die mächtige Statue, die von der amerikanischen Bildhauerin Gertrude Vanderbilt Whitney entworfen war, war ein Geschenk Amerikas an das spanische Volk.


Desfiladero de Despeñaperros

Einziger Pass über die Sierra Morena

Der einzige Pass über die Sierra Morena führt durch die malerische Schlucht von Despeñaperros. Die Berglandschaft rund um den gleichnamigen Fluss ist heute ein Naturpark, wo in den Korkeichenwäldern wieder Luchse, Wölfe, Hirsche und Adler leben. Nicht immer war der Pass so friedlich wie heute. 1212 eroberte ein christliches Heer in einer blutigen Schlacht den strategisch wichtigen Pass und leitete den Untergang des maurischen Andalusien ein.




Weitere Sehenswürdigkeiten Andalusien




Reisebeispiele Andalusien

Nach Oben