Frisches Haff

Ostseeidyll: Frisches Haff mit Nehrung

Ostseeidyll: Frisches Haff mit Nehrung

Naturidyll zwischen Danzig und Königsberg

Das Frische Haff (polnisch Zalew Wiślany) ist ein Teil des Ostsee südwestlich von Kaliningrad. Es wird durch die Frische Nehrung, eine ca. 70 km lange und 2 km breite Halbinsel, von der Danziger Bucht getrennt. Der Name hat nichts mit „Frische“ zu tun, sondern mit den Friesen, die als erst Deutsche die Nehrung besiedelten. Als die Rote Armee am Ende des Zweiten Weltkriegs nach Westen vordrang, schnitt sie den ostpreußischen Flüchtlingen den Landweg ab, weshalb Zehntausende den Weg über das zugefrorene Frische Haff nahmen. Viele erfroren dabei oder starben durch Luftangriffe. Heute gehört der Süden zu Polen, während der Norden russisches Staatsgebiet ist.



Sehenswürdigkeiten Frisches Haff


Frauenburger Dom

Kirche des Nikolaus Copernicus

Der Ort mit dem deutschen Namen Frauenburg ist vermutlich aus einer slawischen Siedlung hervorgegangen. Im 13. Jahrhundert wurde er Sitz des Fürstbistums Ermland. Im 14. Jahrhundert entstand der mächtige Frauenburger Dom, dessen berühmtester Domherr Nikolaus Copernicus war. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entwickelte der Theologe und Astronom hier, im hintersten Winkel der Welt, sein Heliozentrisches Weltbild. Rings um den Dom wurde eine Mauer angelegt. Vom Achteckigen Glockenturm genießt man eine schöne Aussicht über die Stadt und das Haff.


Tolkmicko

Netter Fischerort am Frischen Haff

Das nette Fischerdorf mit dem deutschen Namen Tolkemit war ursprünglich eine pruzzische Siedlung, die im 13. Jahrhundert im Preußischen Ordensland das Stadtrecht erhielt. Es liegt malerisch am Ostufer des Frischen Haffs umgeben von Wiesen und Wäldern. Die Kirche stammt aus dem 14. Jahrhundert.


Krynica Morska

Seebad mit schönen Stränden

Das Seebad mit dem deutschen Namen Kahlberg ist der Hauptferienort an der Frischen Nehrung. Restaurants und Imbissstände konkurrieren um Kunden, ebenso Souvenieranbieter aller Art. Über eine bewaldete Anhöhe gelangt man zum Strand, der zu den schönsten am Frischen Haff gezählt wird. Ein Pendeldienst befördert während der Saison die Gäste dorthin. Im kleinem Haffhafen legen die Ausflugsdampfer aus Elblag und Frombork an.


Elbląg

Hansekaufleute und Ordensritter

1237 errichtete der Deutsche Orden an einer strategisch günstigen Stelle eine Burg. die Ansiedlung unterhalb wurde wenig später die Hansestadt Elbing. Sie profitierte vom Fluss, der den Draunsee mit dem Frischen Haff verbindet. Als jedoch die Weichselmündung im 17. Jahrhunderte verschlammte, verlor der Handelsplatz seine Bedeutung. Einen Aufschwung gab es erst wieder im 19. Jahrhundert, als der Oberländische Kanal gebuat wurde. Leider wurde die Altstadt im 2. Weltkrieg fast völlig zerstört. Von ihrer Bedeutung im Mittelalter zeugt nur noch die mächtige Nicolaikirche. Die gotische Hallenkirche war eine der größten im Bereich des Deutschen Ordens. Nett ist eine Bootsfahrt auf dem Oberländer Kanal.


Kąty Rybackie

Ruhe und Einsamkeit am Landschaftspark

Als ersten Ort auf der Frischen Nehrung erreicht man Katy Rybackie (zu deutsch: Bodenwinkel). Im Gegensatz zum größten Urlaubsort Krynica Morska kann man hier Ruhe und Einsamkeit finden. Nebenan liegt der Landschaftspark „Mierzeja Wislana“, ein 14 Hektar großes Naturschutzgebiet für Kormorane und Graureiher. Im Sommer kann man am Fischerhafen auf der Haffseite das Muzeum Zalewu Wiślanego besichtigen, wo man viel über das Leben der Fischer und die Geschichte der Fischerei auf dem Haff erfährt.


KZ Stutthof

Das Konzentrationslager östlich von Danzig wurde nach dem Angriff auf Polen errichtet. Es war zunächst ein Zivilgefangenenlager. Ab 1941 unterstand es der Danziger Gestapo. Heute gibt es dort eine Gedenkstätte. Im Museum befinden sich die Daten von etwa 110.000 ehemaligen Häftlingen. Das Gelände kann insgesamt besichtigt werden. In den Ausstellungen werden zusätzlich Dokumentarfilme vorgeführt, die das Martyrium der Opfer zeigen.


Stegna

Fachwerkkirche mit barocken Deckenmalereien

Die Kirche wurde 1682/1683 als Fachwerkbau mit Ziegelausfachung errichtet. Ihr Frontturm wird von einem Nadelhelm bekrönt und trägt eine Wetterfahne mit der Jahreszahl 1683. Das Innere der Saalkirche wird von einem flachen Holzgewölbe überspannt, an dem sich ungewöhnliche Leinwandmalereien finden. Von der übrigen barocken Ausstattung ragt noch der vor 1681 gefertigte Prospekt der großen Orgel hervor. Das Instrument wurde 1914 eingebaut. Vor 1945 war die Kirche evangelisch. Heute finden dort katholische Gottesdienste statt.


Kanał Elbląski

Königlich preußische Schiffseilbahn

Der Oberländische Kanal genannt wurde von 1844 bis 1860 vom königlich preußischen Bauamt in Königsberg erbaut. Der 130 Kilometer lange verbindet mehrere Seen wie den Geserichsee und Städte in Ostpreußen von Iława (deutsch: Deutsch Eylau) über Ostróda (Osterode) bis Elbląg (Elbing) zum Frischen Haff. Eine Besonderheit sind die fünf Rollberge, auf denen die Schiffe den Höhenunterschied von 99 Metern überwinden. Sie werden dazu auf Schienenwagen über Land transportiert, die als Standseilbahnen ausgelegt und von Wasserrädern angetrieben werden. Das Kanalsystem steht unter Denkmalschutz.




Reisebeispiele Frisches Haff

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