Kastilien und León

Land der Burgen: Kastilien-León

Land der Burgen: Kastilien-León

Ruhmreiches “Land der Burgen”

Die mit 94.000 Quadratkilometern größte autonome Gemeinschaft war das Machtzentrum des alten Spaniens. Insgesamt sieben Regionen, zahllose Denkmäler und historische Bauten werden von der UNESCO zum Weltkulturerbe gezählt. Über 300 Schlösser und Festungen geben der Gegend ihren Namen „Kastilien“ (Land der Burgen). Trotz dieser ruhmreichen Vergangenheit verpasste Castillia y León  die industrielle Revolution und verkam im 18. und 19. Jahrhundert zum Getreidelieferanten Madrids.Heute sind noch viele mittelalterliche Traditionen lebendig, zum Beispiel der Paso del Fuego, bei dem man barfuß über heiße Kohlen geht, oder der Carneval del Toro von Salamanca. Die kastilische Küche ist vor allem für ihren Cochinillo, den Ferkelbraten, bekannt. Aber auch Lamm, Hülsenfrüchte, Schinken und Chorizo sowie Wurst vom iberischen Schwein stehen häufig auf dem Speisezettel.



Sehenswürdigkeiten Kastilien und León


Astorga

Station auf dem Jakobsweg

Die Stadt mit 12.000 Einwohnern war in der Römerzeit wegen des Goldabbaus bedeutend, wovon noch heute die 2.000 Jahre alte Stadtmauer zeugt. Später entwickelte sie sich wegen ihrer Lage am Schnittpunkt wichtiger Verkehrswege. Von Ost nach West führt der Jakobsweg und von Nord nach Süd die Via de la Plata, die die galizischen Häfen mit der Hauptstadt Madrid verbindet. So hat ein lebhafter Fuhrbetrieb die Stadt zu Wohlstand gebracht. Weil auf der Via de la Plata Kakao und Zucker transportiert wurde und sich die Landwirtschaft wegen der kargen Böden kaum lohnte, kam später auch Süßwarenherstellung dazu. Wer durch Astorga kommt, muss Hojaldres und Mantecados probieren. Das erste ist ein Blätterteiggebäck, letzteres wird mit Butter hergestellt. 


Avila

Mystische Frömmigkeit und kastilischer Adelsstolz

Mystische Frömmigkeit und kastilische Adelsherrlichkeit prägen den Geist der Stadt bis heute. Romantische Kirchen und gotische Stadtpaläste säumen das Gewirr der mittelalterlichen Gassen, die von einer vollkommen erhaltenen Stadtmauer umschlossen sind. Das 2500 Meter lange Monument mit 88 Türmen und neun Stadttoren ist die wichtigste Sehenswürdigkeit von Avila. Die bekannteste Persönlichkeit ist die Heilige Theresa von Avila, die als die größte Mystikerin des Mittelalters gilt. Zusammen mit Toledo und Segovia gehört Avila zu den drei historischen Metropolen in der Umgebung der spanischen Hauptstadt.


Burgos

Historische Stadt am Jakobsweg

Die Stadt liegt am Jakobsweg nach Santiago di Compostela. Wegen ihrer Höhenlage hat sie kontinentales Klima mit kalten Wintern und sehr heißen Sommern. Aus Burgos stammt El Cid, der christliche Nationalheld Spaniens, der im 11. Jahrhundert den Kampf gegen die Mauren mit angeführt hat. Seine Gebeine liegen in der Kathedrale, die heute wegen ihrer Größe und architektonischen Bedeutung Welterbe der UNESCO ist.

Nähere Informationen:
www.turismoburgos.org


Castrillo de los Palvazares

Schönstes Dorf rund um Astorga

Eines der schönsten Dörfer rund um Astroga ist Castrillo de los Palvazares. Es ist die Heimat der Maragatos, die einst in ganz Spanien als Fuhrleute arbeiteten. Ihre Vorfahren kamen wohl mit den Mauren aus Nordafrika und vermischten sich vor langer Zeit mit den Goten. Bestimmte Traditionen und Trachten haben sich bis heute erhalten.


Ciudad Rodrigo

Grenzort mit Stadtmauer und langer Geschichte

Gegründet wurde die Stadt bereits im sechsten vorchristlichen Jahrhundert von Keltoiberern. Ein Zeugnis dieser Zeit ist ein Eber aus Granit, den man heute noch besichtigen kann. Unter Kaiser Augustus kamen die Römer und nannten die Siedlung Augustóbriga. Während der Völkerwanderung verwüsteten Sueben und Westgoten die Gegend. Danach musste die Stadt von ihrem Namensgeber, Graf Rodrigo, im 12. Jahrhundert neu gegründet werden. Sie erlebte eine kurze Blüte während der Romanik. Danach versank sie wieder in den Dornröschenschlaf des Grenzlands. Noch heute ist Ciudad Rodrigo von einer zwei Kilometer langen Stadtmauer mit sieben Toren umgeben. Wegen der jahrhundertealten Bausubstanz wurde die Stadt zum Conjunto histórico-artístico erklärt.


Hoces del Río Duratón Natural Park

Archäologische Funde in einer Kalksteinschlucht

Der Park im Nordosten der Provinz Segovia ist wegen seiner landschaftlichen Schönheit und seiner archäologischen Funde einen Ausflug wert. Der Rio Duratón überwindet nach der Einmündung des Flusses Sepúlveda mehr als hundert Meter Höhenunterschied. In den Kalksteinschluchten brüten Greifvögel in großer Zahl, vor allem Gänsegeier. Der Park befindet sich in den Gemeindebezirken von Sepúlveda, Sebúlcor und Carrascal del Río. Man kann zwei verschiedene Arten von Rundgängen machen: Oben am Rande des Abgrunds entlang und unten entlang des Flussufers.


La Alberca

Wo vor 200 Jahren die Zeit stehen geblieben ist.

Gut tausend Meter über dem Meer liegt das Dorf mit tausend Einwohnern, das zu den schönsten Spaniens gezählt wird. Das ganze Ensemble, in dem die Zeit stehengeblieben ist, steht unter Denkmalschutz. Die Bewohner des Ortes lebten jahrhundertelang als Selbstversorger von der Viehzuchtund und vom Handwerk. Seit den 1960er Jahren ist der Tourismus in Form von Tagesausflüglern oder der Vermietung von Ferienwohnungen (casas rurales) hinzugekommen. Zentrum des Ortes ist die säulenumstandene und mit Blumen geschmückte Plaza Mayor. Die Bruchstein- und Fachwerkhäuser haben hölzerne Balkone, die alle nach Süden ausgerichtet sind. In der Mitte befindet sich auch ein Brunnen mit einem steinernen Kreuz, an dessen Schaft die Leidenswerkzeuge Christi zu sehen sein sollen.

Nähere Informationen:
www.laalberca.com


León

Hauptstadt eines alten Königreiches

Im Jahre 68 nach Christus errichteten die Römer auf dem Gebiet der heutigen Stadt ein Heerlager, um die einheimischen Stämme in Schach zu halten. 800 Jahre später eroberte der König von Asturien die Stadt von den Mauren. Als León dann 914 zur Hauptstadt des Königreiches León aufstieg, begann eine 200-jährige Blütezeit. Die Station auf dem Jakobsweg zwischen Burgos und Santiago de Compostela  wurde zu einer der wichtigsten Städte der Iberischen Halbinsel. Zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten in León zählen die gotische Kathedrale, die königliche Basilika San Isidoro, die ehemalige Pilgerherberge San Marcos sowie das Museum für Gegenwartskunst (MUSAC).


Parque Natural del Cañon del Río Lobos

Eremitenkloster in der Wolfsschlucht

Der Río Lobos (Wolfsfluss) ist ein 55 Kilometer langer Nebenfluss des Duero und entspringt im Südosten der spanischen Provinz Burgos auf einer Höhe von 1100 Meter über dem Meer. Eine große landschaftliche Attraktion ist der knapp 10.000 Hektar große Parque Natural del Cañon del Río Lobos. Südlich des Parks liegt die kleine Ortschaft Ucero mit der nahegelegenen Ermita San Bartolomé. Sowohl in historischer als auch in kultureller Hinsicht bedeutsam ist die Stadt El Burgo de Osma. Südöstlich von La Olmeda steht ein mittelalterlicher Wachturm (Atalaya) aus der Zeit der muslimischen Besetzung  im 10./11. Jahrhundert.


Ribera del Duero

Angesagtes Weinbaugebiet in Nordspanien

Das Weinbaugebiet im Norden Spaniens, das vom Duero durchflossen wird, erlebte in letzter Zeit eine rasante Entwicklung und gehört heute den den bekanntesten Weinregionen Spaniens. Auf gut 20.000 Hektar wächst ein Wein, der sich auch auf internationalen Märkten einen guten Namen erarbeitet hat. Dass der Weinbau schon mindestens 2.000 Jahre Tradition hat, beweist ein römisches Mosaik, das man im Städtchen Baños de Valdearados gefunden hat. Es zeigt den Gott Bacchus mit Ariadne. Besonders der Tempranillo kommt in der Gegend voll zur Entfaltung. Diese Rebsorte heißt hier Tinta del Pais. Die Trauben sind ähnlich denen im Rioja-Gebiet, nur sind sie am Duero kleiner und die Schalen dicker; der Most ist somit konzentrierter. In kleinen Mengen werden auch Cabernet Sauvignon, Merlot, Malbec, Garnacha tinta und Albillo angebaut.


Sierra de Gredos

Schneebedeckte Gipfel im spanischen Scheidegebirge

Die mächtige Felswand mit schneebedeckten Gipfeln ist der höchste Teil des spanischen Scheidegebirges, das von Ost nach West verläuft und nicht nur Kastilien sondern ganz Spanien in Nord und Süd teilt. Es bildet eine phantastische, weite Landschaft, die zu den beliebtesten Wander- und Bergsteigerregionen des Landes gehört. Das höchste Massiv, der Amanzor (2592 m), ist Teil eines Naturparks, in dem Gämsen und Steinböcke leben.


Toros de Guisando

2.600 Jahre alte Steinskulpturen

An einem uralten Viehtriebweg, der durch ganz Spanien führt, stehen vier steinerne Stiere. Das Besondere ist ihr Alter, das auf bis zu 2,600 Jahre geschätzt wird. Die massigen Skulpturen wurden vermutlich von Keltiberern hergestellt, die Spanien vom 8. bis zum 5. Jahrhundert vor Christus bewohnt haben. Die 1,40 Meter hohen Figuren stehen in einer Reihe, die genau noch Norden ausgerichtet ist. Die Stiere schauen also zur aufgehenden Sonne. An den Köpfen zweier Tiere sind noch Löcher zu erkennen, in denen einst die Hörner steckten. Sogar die Hautfalten kann man erkennen. Drei Stiere haben herabhängende Schwänze mit Quasten und einer hat einen Hodensack. 




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