Galicien

Mehr Irland als Andalusien: Galicien

Mehr Irland als Andalusien: Galicien

Grüner Nordosten Spaniens

Im Nordwesten Spaniens lebte vor über 2.000 Jahren das keltische Volk der Gallaeker, nach dem das Gebiet bis heute benannt ist. Hohe Berge (bis 2.100 Meter) schotten es vom Rest Spaniens und von Portugal ab. Stark zergliedert ist die Küste, die mit einer Gesamtlänge von fast 1.700 Kilometern rund ein Drittel der gesamten spanischen Atlantikküste ausmacht. An der Mündung der Flüsse haben sich trichterförmige Rias gebildet – ähnlich den Fjorden in Norwegen, nur dass sie insgesamt kürzer sind. Das Klima wird vom Atlantik geprägt. Die Winter sind mild, die Sommer nicht allzu heiß. Dafür sorgt die hohe Luftfeuchtigkeit. Nebel, Winde und die grüne Berglandschaft wecken mitunter Assoziationen mit Irland oder der Bretagne.



Sehenswürdigkeiten Galicien


Cabo Fisterra

Grandioser Blick vom „Ende der Erde“

Der Name des Kaps stammt aus dem lateinischen: „Finis Terrae“ heißt „Ende der Erde“. Vielen Jakobspilgern gilt das Kap als das eigentliche Ende des Jakobswegs – der Camino a Fisterra endet hier. Wer vom Ort Fisterra zur romanischen Kirche Santa Maria das Areas und weiter zum Leuchtturm wandert, hat vom Monte de Facho einen grandiosen Blick über den Atlantik. 


Cañón do Sil

Aussicht über einen grandiosen Canyon

20 Kilometer östlich von Ourense hat der Río Sil eine wilde Schlucht ausgehobelt und ein grandioses Tal geschaffen. Von der Abbruchkante oben hat man immer wieder phantastische Ausblicke. Diese Rundtour ist eine Einstimmung auf die Umgebung bei Parada de Sil. Sie führt durch einen alten Wald von Esskastanien zu zwei wunderbaren Aussichtspunkten. (3,4 Kilometer, 1:15 Stunden, auf und ab: 65 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de


Costa da Morte

Spaniens abgelegene Westküste

Spaniens westlichste Küste zieht sich zwischen dem Kap Finisterre und A Coruna entlang und ist eine der abgelegensten Regionen Europas. Trotz Christianisierung durch das nahe gelegene Santiago halten sich vorchristliche Mythen beharrlich, etwa dass Wind Albträume hervorruft oder in den wilden Wäldern im Hinterland der Riese Pedras de Abalar lebt. Ihren Namen erhielt die „Todesküste“ wegen der vielen Schiffbrüche, zuletzt 2002, als ein Öltanker kenterte und das Ökosystem schädigte. Heute, nachdem die Folgen weitgehend beseitigt sind, kann man eine ursprüngliche Küste entdecken und ein faszinierendes Hinterland.


Hórreo de Carnota

Kapellenähnlicher Kornspeicher keltischer Herkunft

Das grüne Galizien erinnert eher an Irland als an Andalusien. Und ähnlich wie in Irland lassen sich auch in Galicien Spuren der einst keltischen Besiedlung finden: Kirchen, Kreuze und die Hórreos. Sie stehen fast in jedem Garten und dienten der Kornspeicherung. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit musste das Getreide gut belüftet werden. Gleichzeitig durften aber keine Mäuse und Ratten eindringen. Böse Geister wurden durch Kreuze und Obelisken abgehalten, mit denen die Bauwerke oft verziert sind. Der längste Hórreo gleicht mit etwa 35 Metern Länge  einer Kapelle und befindet sich in Carnota.


Mirador de Paxareiras

Ausblick auf den Atlantik

Die dünnen gelben Äste des Stechginsters biegen sich im Wind fast bis zum Boden, die Haare wehen ins Gesicht. Immer wieder halten vorbeifahrende Autos und Motorräder auf dem stürmischen Plateau westlich von Santiago di Compestela an. Denn nicht nur der Wind, sondern vor allem der Blick vom Aussichtspunkt Mirador de Paxareiras ist atemberaubend. Hinter der Halbinsel von Monarzo türmt sich der schier unendliche Atlantik auf.


Monasterio Oseira

Von der Einsiedelei zum reichen Trappistenkloster

Die Klosteranlage wurde im 13. Jahrhundert von Trappisten gegründet, die sich meist in der Wildnis niedergelassen haben. Der Orden ist aus den Zisterziensern hervorgegangen und ist für seine Strenge bekannt. Schweigen und körperliche Arbeit waren wesentliche Elemente des Mönchslebens. Bald wurde die Einsiedelei zu einem der reichsten Klöster Galiciens, so dass nach einem Brand die Anlage in barocker Pracht neu gebaut werden konnte. 1835 wurde das Kloster verlassen und verfiel. Knapp hundert Jahre später wurde es wieder besetzt und renoviert. Bis heute wird es von Trappisten bewohnt.


Mondoñedo

Historisches Städtchen am Jakobsweg

Das galizische Provinzstädtchen liegt an der Route Camino de la Costa, einer Variante des des Jakobswegs. Von hier aus sind es noch 160 Kilometer nach Santiago de Compostela. Mittelpunkt der Altstadt, die als Conjunto histórico-artístico klassifiziert ist, ist die Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert mit barocken Türmen. Im Inneren steht am Hochaltar eine Marienstatue aus der St. Pauls Kathedrale in London. La Nuestra Señora la Inglesa, wurde während der Reformation vor den englischen Bilderstürmern hier in Sicherheit gebracht.


Monte Aloia

Aussichtsberg bei Tui

Das kleine Naturreservat rund um den 629 Meter hohen Monte Aloia lohnt einen Besuch wegen der Zedern aus dem Libanon, die vor über hundert Jahren angepflanzt wurden und sich zu schöner Größe entwickelt haben. Vor allem aber gibt es mehrere Aussichtspunkte über die herrliche Flusslandschaft.


Ourense

Römische Brücke, romanische Pforten

Schon die Römer schätzten die heißen Quellen auf dem Gebiet von Ourense und nutzten sie als Thermal- und Heilbrunnen. Sie bauten eine Brücke über den Miño, deren Fundamente noch heute stehen. Im 5. Jahrhundert wurde die Stadt Bischofssitz. Die heutige Bischofskirche stammt aus dem 13. Jahrhundert, als die „Goldstadt“ auch wegen der großen jüdischen Gemeinde als Handelszentrum aufblühte. Die Kathedrale ist das Wahrzeichen der Stadt und gilt nach der Kirche von Santiago als die schönste in Galicien. Herausragend ist die Portico del Paradiso zur westlichen Vorhalle. Die romanische Pforte ist mit Skulpturen aus der Apokalypse verziert. 


Pazo de Oca

Blühender Garten rund um einen Adelssitz

Der typisch galicische Landsitz lohnt einen Besuch vor allem wegen der botanischen Pracht des Parks. Der Ursprung der Anlage geht auf das 13. Jahrhundert zurück, aber das heutige Erscheinungsbild wurde Mitte des 18. Jahrhunderts geprägt, als die gepflegten Gärten rund um das Wohnhaus angelegt wurden. Das herausragende Element ist das meisterhaft genutzte Wasser, das sich auf zwei große Teiche verteilt. Die Steininsel in der Mitte hat die Form eines Schiffes mit zwei Matrosenfiguren.


Ponte Internacional Valença-Tui

Historische Brücke über den Grenzfluss Minho

Die 318 Meter lange Gitterträgerbrücke führt über den portugiesisch-spanischen Grenzfluss Minho. Die Brücke verbindet die beiden Städte Valença (Portugal) und Tui (Spanien). Die doppelstöckige Brücke wurde in den Jahren 1882 bis 1884 nach Plänen von Gustav Eiffel errichtet. Bis heute fährt oben die Eisenbahn und ein Stockwerk tiefer die Autos. Die Grenzposten an beiden Enden der Brücke sind seit dem Schengener Abkommen 1995 funktionslos.


Rias Gallegas

Einsamen Strände, verschlafene Fischerdörfer

Mit ihren weit ins Land reichenden Fjorden, herben Landschaften, einsamen Stränden und verschlafenen Fischerdörfern gehört die Küste im äußersten Nordwesten zu den eindrucksvollsten Landschaften Spaniens. Noch spielt der Tourismus eine untergeordnete Rolle, was für Natur- und Invidualtouristen ideal ist. Ein landschaftlicher Höhepunkt sind die Vixia de Herbeira, die mit über 600 Höhenmetern höchsten Klippen Europas, die man auf einer Rundfahrt entlang der Küste nördlich von Ferrol bestaunen kann.


Vigo

Lebhaftes Hafenstädtchen im Schatten zweier Burgen

Rund um einen idealen Naturhafen ist die größte Stadt Galiciens, Vigo, entstanden. Bereits in der Antike legten hier phönizische Kaufleute und Fischer an. Die Altstadt mit engen Treppengassen zieht sich an einem Hang hügelaufwärts. Oben thronen zwei Festungen, das Castillo de San Sebastián und das Castillo del Castro, von dem aus man eine herrliche Fernsicht hat. Besonders lebhaft sind der Fischmarkt und die Rúa Real mit ihren vielen Kneipen, Restaurants und Austernständen.




Weitere Sehenswürdigkeiten Galicien




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