Bretagne

Von Meer umspült: Côte d'Emeraude

Von Meer umspült: Côte d'Emeraude

1.500 Kilometer Küste und keltische Kultur

Die Bretagne ist fast vollständig vom Meer umspült. Ihre teils liebliche, teils zerklüftete Küste erstreckt sich über 1.500 Kilometer. Die eigenwillige Landschaft wird vom Grau der Schieferdächer, vom Blau-Grün der Fluten und vom Rosa der Hortensien geprägt. Ginster, Jod und die Meerbrise komponieren einen unverwechselbaren bretonischen Duft. Die rätselhaften Steinreihen von Carnac, die Menhire von Locamriaquer, die Legenden der Tafelrunde, der Mythos von Tristan und Isolde sowie die Geschichten über den Zauberer Merlin zeugen von einer bis heute keltisch geprägten Kultur.
Fast jedes Dorf hat seinen eigenen Heiligen, der jährlich auf dem Calvère verehrt wird. Diese eigentümlichen Feste, auch grand pardon genannt, haben vorchristliche, keltische Wurzeln. Reizvoll sind die Städte entlang der Küste, besonders die Hauptstadt Rennes. Im Norden zieht sich die Côte d'Emeraude, die Smaragdküste, mit ihren familienfreundlichen Stränden, ihren kleinen Häfen, Buchten, Klippen und eindrucksvollen Panoramablicken von der alten Seeräuberstadt Saint Malo bis nach Erquy hin. Südöstlich von der grandiosen, ins Meer hineinragenden Landspitze Pointe du Raz, die Ihre Schönheit an stürmischen Tagen entfaltet, beginnt ein lieblicher Landstrich mit endlosen Sandstränden und zahllosen Buchten.



Sehenswürdigkeiten Bretagne


Circuit des Enclos Paroissiaux

Christliche Heiligtümer mit druidischen Wurzeln

In den alten Ortschaften an der Nordküste der Bretagne sind vor allem die Calvaires interessant. Auf den uralten, eingefriedeten Pfarrhöfen werden bis heute Heiligenfeste abgehalten, die wie Theaterstücke inszeniert werden. Die Bretagne hat insgesamt 777 Heilige, um die sich viele, zum Teil vorchristliche druidische Legenden ranken. Der Circuit des Enclos Paroissiaux ist eine touristische Strecke, die zu den schönsten Pfarrhöfen führt. Besonders eindrucksvoll ist St. Thégonnec, das man durch ein Triumphtor betritt.


Corniche de l'Armorique

Sandstrände, Landzungen und kleine Häfen

Die Küste zwischen St-Michel-en-Grève und Morlaix präsentiert sich als Bretagne aus dem Bilderbuch: Felsklippen und Sandstrände, Landzungen und kleine Häfen wechseln einander ab. Erschlossen wird die Corniche de l'Armorique über ein kurvenreiches Stück der D64. Wer die 60 Kilometer mit dem Auto fahren möchte, sollte viel Zeit einplanen für Fotopausen und Spaziergänge.


Cornouaille

Ehemaliges Herzogtum an der Südküste

Das historische Herzogtum reicht von der Pointe du Raz im äußersten Nordwesten bis nach Quimperlé im Südosten. Der Name „Cornouaille“ ist von Cornwall abgeleitet. Im 5. und 6. Jahrhundert flüchteten nämlich christianisierte Kelten vor den heidnischen Angelsachsen von Cornwall  über den Kanal in die Bretagne. Unter dem ersten Herrscher Dagan und gründeten sie ein Königreich, um das sich Sagen und Legenden ranken. Tristan und Isolde sollen hier gelebt haben. Ihre Burg soll in Plmarc'h gestanden haben.


Golfe de Morbihan

Prähistorische Funde rund um ein inselreiches Binnenmeer

Der Golf ist eigentlich ein Binnenmeer mit vielen Inseln und ist nur über eine schmale Passage mit dem Atlantik verbunden. Zwischen den Landspitzen sind die Gezeitenströme extrem stark. Wenn die Flut kommt, stürzt das Wasser durch die Passage ins Innere – mit Geschwindigkeiten von bis zu 12 km/h. Die Yachthäfen im Golf stellen daher Lotsen an, die die Freizeitkapitäne sicher wieder aufs offene Meer bringen. Die Wattflächen des Golfs bilden einen besonderen Lebensraum, der vor allem im Winter von Hunderttausenden von Gänsen, Enten und Stelzvögeln bevölkert ist.  In der Gegend gibt es eine seltene Fülle prähistorischer Denkmäler: Menhire, Dolmen, Hügelgräber oder Steinkreise zeugen von einer rätselhaften vorkeltischen Hochkultur, deren Alter auf bis zu 6.000 Jahre geschätzt wird.


Menhire von Carnac

Rätsel um 7000 Jahre alte Hinkelsteine

Die über 3.000 Hinkelsteine, die bei Carnac in lockeren Reihen stehen, geben den Archäologen Rätsel auf. Manche von ihnen sind bereits vor 7.000 (!) Jahren aufgestellt worden und damit eher als Pyramiden oder Steinbauten in Indien und China. Die Steine können also nicht von den Druiden stammen, wie man im 19. Jahrhundert annahm. Sie sind das Meisterwerk eines unbekannten, vorkeltischen, westeuropäischen Steinzeitvolkes, das außer gewaltigen Steinsetzungen nichts hinterlassen hat. Menhire gibt es überall an der Westküste Europas von Spanien bis Schottland, doch nirgendwo so viele wie in Carnac. Sagen und Mythen ranken sich um die Steine. Christliche Missionare hielten sie für ein Teufelswerk und ließen Kreuze einmeißeln. Heilerinnen und Hexen versuchten, mit ihrer Hilfe Unfruchtbarkeit zu heilen. Noch heute sieht man Frauen, die bei Vollmond ihre Bäuche an den Steinen reiben. Trotz zahlloser Theorien: Den ursprünglichen Sinn wird jedoch wohl niemand mehr ergründen können. Einzig der Satz von Flaubert trifft mit Sicherheit zu: „Die Steine von Carnac sind große Steine.“


Parc Régional d'Armorique

Ursprüngliche Wälder und Heidelandschaften

Noch in der Antike war die Bretagne dicht bewaldet. Die Römer holzten großflächig ab und verwendeten das Buchen- und Eichenholz für den Schiffsbau oder Holzkohle. Die größten Restbestände der Wälder sind zum Parc Régional d'Armorique zusammengefasst. Auf 112.000 Hektar erstreckt er sich von der Westküste weit bis in Inland. Dort wachsen Rotbuchen, Kastanien und Ahornbäume. An den Westhängen, wo der Küstenwind pfeift haben sich Strauchlandschaften und Heide ausgebreitet.


Pointe du Raz

Sturmumtoste Westspitze Frankreichs

An drei Seiten von Meer umgeben ist Frankreichs westlichstes Kap – das dramatische Pointe du Raz. 70 Meter hoch ist die Landspitze, die mit steilen Klippen in das strömungsreiche Meer hineinragt. An der Südseite der Halbinsel liegen malerische Fischerdörfer und Badeorte. Besonders wild sind die Felsformationen am Fischereihafen St. Guénolé. Dazwischen finden sich immer wieder Strände mit feinem Sand. Fähren führen von Audierne zu der vorgelagerten, von Stürmen umtosten Ile de Sein.


Rennes

Studentisches Leben zwischen historischem Fachwerk

Die Hauptstadt der Bretagne liegt etwa gleich weit von der bretonischen Nord- und Südküste entfernt. Heute ist sie auch die kulturelle Hauptstadt des Nordwestens, obwohl sie nach dem Stadtbrand von 1720 keinen typisch bretonischen Eindruck mehr macht. Sehenswert ist die Altstadt mit dem fachwerkgesäumten Place Champs-Jacquet. Belebend auf die Atmosphäre wirken die beiden Universitäten mit zusammen über 50.000 Studenten.


Vannes

Altstadt zwischen Ramparts und Yachthafen

Die 50.000-Einwohner-Stadt am Golfe de Morbihan hat eine entzückende Altstadt. Bunte Fachwerkhäuser mit Edelboutiquen und Gourmet-Restaurants säumen schmale Kopfsteinpflastergassen, die auf die halbkreisförmige Place Gambetta am Yachthafen zulaufen. Die mittelalterliche Stadt ist von den Ramparts umgeben, einer Festungsmauer, die heute teilweise in Parks integriert ist. Sehenswert sind ferner die gotische Kathedrale, die mit 110 Metern Länge eine der größten in der Bretagne ist, und das Herzogsschloss Château de l'Hermine, wo heute das Institut culturel de Bretagne residiert.




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Reisebeispiele Bretagne

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