Namib

Älteste Wüste der Erde: Namib

Älteste Wüste der Erde: Namib

Älteste Wüste der Welt

Die Namib, was in der Hottentottensprache soviel wie „große Leere“ bedeutet, ist die älteste Wüste der Welt und erstreckt sich entlang der Küste von Namibia über eine Länge von 1.300 km (Nord-Süd) und eine Breite von etwa 120 km (Ost-West). Der Kuiseb, der von Windhoek nach Walvis Bay fließt und nur selten Wasser führt, teilt die Namib in zwei landschaftlich sehr verschiedene Teile. Nördlich ist sie von schroffen Felsen unterschiedlichster Färbung und Schluchten geprägt. Südlich breitet sich ein Sandmeer mit langen rötlichen Dünen aus, die ständig in Bewegung sind. Im Sommer herrschen extreme Oberflächentemperaturen von bis zu 70° Celsius. Bemerkenswert ist der Küstenstreifen, in dem sich Walvis Bay und Swakopmund befinden. Aufgrund des kalten Benguela Stroms im Atlantik herrscht hier an etwa 100 Tagen im Jahr dichter Nebel, der sich 10 km landeinwärts abrupt auflöst.



Sehenswürdigkeiten Namib


NamibRand Nature Reserve

Wüstenparadies am Rande der Namib

1984 erwarb der Windhoeker Geschäftsmann, J.A. Brückner, am Rande der Wüste Namib eine Farm – aus Liebe zu dieser einmalig schönen Landschaft. Nach und nach kamen weitere Farmen hinzu. Entstanden ist daraus ein Wüstenparadies am 1976 Meter hohen Losberg, das mit über 2.000 Quadratkilometern zu den größten privaten Naturschutzgebieten Afrikas gehört. Die Rinderzucht wurde eingestellt; stattdessen leben wieder Bergzebras, Kuhantilopen, und Springböcke auf NamibRand, aber auch Leoparden, Giraffen, Hyänen und Löffelhunde. Die Zäune zum angrenzenden Namib-Naukluft Park sind abgerissen, so dass die Tiere sich großflächig bewegen und dem Regen nachziehen können.


Schloss Duwisib

Rheinromantik in der Wüste

Am Rande der Wüste Namib steht ein Schloss im Stile romantischer Rheinburgen – mit Zinnen und Brunnen im Innenhof. An seinem Ort wirkt das grundsolide Bauwerk doch etwas skurril. 1908 hat es Baron von Wolff, der mit der Schutztruppe nach Namibia gekommen war, in Auftrag gegeben. Architekt war Wilhelm Sander, der auch die Heinitzburg in Windhoek gebaut hat. Die Baukosten explodierten, aber glücklicherweise war von Wolff mit einer reichen Amerikanerin verheiratet. Der fröhliche Draufgänger von knapp zwei Metern Länge hatte den kühnen Plan, eine Farm von 150.000 Hektar (!) um sein Schloss herum zusammenzukaufen. Doch dann kam der Erste Weltkrieg. Als glühender Patriot meldete er sich zu den Waffen und fiel kurze Zeit später in Frankreich. Das historisch restaurierte Schloss dient heute als Museum.


Lüderitz

Diamantenstadt am stürmischen Atlantik

Die Stadt am stürmischen Atlantik ist nach dem Bremer Kaufmann benannt, der 1883 die Bucht und das weite Umland für 250 Gewehre und 600 englische Pfund als seinen Privatbesitz erwarb. Ein Jahr später stellte Bismarck die Bucht unter den Schutz des Deutschen Reiches, was als Beginn der Kolonialisierung Südwest-Afrikas gilt. Aufgrund seiner abgeschiedenen Lage blieb die Stadt lange Zeit wirtschaftlich unbedeutend. Dies änderte sich schlagartig, als 15 Kilometer landeinwärts bei Kolmanskuppe Diamanten gefunden wurden. Dieser Boom endete jedoch nach wenigen Jahren, als die Diamantengesellschaft ihren Sitz an den Oranje verlegte. Im Stadtzentrum erinnern noch einige Häuser im Jugendstil oder wilhelminischen Stil an den Diamantenrausch.

www.luderitz-tc.com


Tirasberge

Artenreichtum zwischen Wüste und Savanne

Die Tirasberge sind ökologisch besonders vielseitig, da sie im Schnittpunkt von vier Vegetationszonen liegen: dem Sandmeer der südlichen Namib, der Savannenübergangszone, der Namakaroo und der Sukkulentensteppe. Da bis über 2.000 Meter hohen Berge fangen den letzten Regen vor der Wüste ab, weshalb hier seit der deutschen Kolonialzeit extensive Rinderzucht betrieben wurde. Heute wird die Landschaft zunehmend renaturiert, so dass sich die ursprüngliche Tierwelt, vor allem eine erstaunliche Vielzahl von Reptilien, wieder ausbreitet: unter anderem Schildkröten, Schlangen, Eidechsen, Chamäleons und Geckos.


Kolmanskop

Ghost-Town in der Wüste

Das Diamantenfieber in Namibia begann, nachdem in 1908 grandiose Steine unweit von Lüderitz gefunden wurden. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden mehr als 1000 Kilogramm Diamanten gefunden. Mittelpunkt der Diamantenindustrie war Kolmannskop, das schnell wuchs und über Schule, Kasino und Krankenhaus verfügte.
Nach 1918 verlagerte sich das Zentrum der Diamantensuche nach Süden zum Orange River, so dass Kolmannskop zur Geisterstadt wurde. Noch heute ist die Region südlich von Lüderitz – das „Sperrgebiet“ – für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Kolmanskop Tour Company hat jedoch eine Konzession, Touren ins Sperrgebiet zu unternehmen. Die Öffnungszeiten sind wetterbedingt auf Vormittags 08:00 – 13:00 Mo – Sa begrenzt. In dieser Zeit werden zwei geführte Touren(09:30 und 11:00) angeboten. Sie sind informativ und im Eintrittspreis bereits enthalten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig und die Teilnahme nicht verpflichtend. Man kann sich im Gelände frei bewegen. Wer das gute Licht der auf- und untergehende Sonne zum Fotografieren nutzen möchte, besorge sich ein Foto Permit unbedingt am Tage vorher bei Lüderitz Safaris & Tours in Lüderitz. Damit kommt man bereits zu Sonnenaufgang hinein. Mit dieser Genehmigung kann man ebenfalls an den Touren teilnehmen. 

www.kolmanskuppe.com


Kuiseb Pass

Außerirdische Impressionen am Rande der Namib

Der Pass führt über keinen Berg, sondern durch eine vom Fluss ausgewaschene Schlucht, die mit ihrem schwarzen Geröll fast unirdisch wirkt. An einigen Aussichtspunkten lohnt sich ein Stopp, um den Rundblick zu genießen. Die Geologen, Henno Martin und Hermann Korn, versteckten sich hier in der Region während des Zweiten Weltkriegs zwei Jahre lang, um der drohenden Internierung zu entgehen. Ihr Buch „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ ist die Reportage eines ungewöhnlichen Abenteuers und eine Liebeserklärung an die Namib. 


Klein Aub

Eingestürzte Kupfermine

Nur wenige Hütten säumen die Kreuzung der ungeteerten Pisten C14 und D1290. Von 1964 bis 1987 gab es am Ort eine Kupfermine, in der auch Gold und Silber gefunden wurde. 2010 stürzte die verlassene Mine ein und hinterließ einen 50 Meter tiefen Krater.


Hakosberge

Tafelberge und ausgetrocknete Canyons

Das Gebirge in Zentralnamibia liegt 130 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Windhoek. Höchste Erhebung ist der Gamsberg, ein markanter Tafelberg mit 2347 Metern Höhe. Zwei Pässe führen über die Hakosberge: der Gamsberg-Pass (1494 m) und der Us-Pass (1812 m). Die Gegend um den Gamsberg eignet sich für Wanderungen. Die Hakosberge bieten ideale Bedingungen zur Sternenbeobachtung. Neben der Internationalen Amateur-Sternwarte steht das HESS-Teleskop auf Göllschau. Durch die Hakosberge, die zur Großen Randstufe gehören, schneidet der Kuiseb-Canyon Südlich der Hakosberge liegen die Naukluftberge.


Gamsberg

Eldorado für Astronomen

Der charakteristische Tafelberg im Khomas-Hochland ist mit 2347 Metern Höhe der vierthöchste Berg Namibias. Seine über zwei Quadratkilometer große Gipfelhochfläche ist im Besitz des Max-Planck-Institutes für Astronomie und kann nur mit einer Sondererlaubnis besichtigt werden. Im Naturreservat um den Berg gibt es ein paar schöne Wanderwege.


Aus

Oase zwischen Huib-Gebirge und Namib-Wüste

Die kleine Ortschaft liegt auf 1500 Metern im Huib-Gebirge hoch über der Namib und wirkt wie eine Oase. Grund dafür ist das Kap-Klima, das etwa bis zu dieser Breite für Winterregen sorgt. So leben um Aus bis heute Wildpferde, die aus der Pferdehaltung der deutschen Schutztruppe vor 1914 hervorgegangen sind. Bizarre Landschaften und eine reiche Sukkulentenvegetation entlang der Felsklippen machen ein faszinierendes Landschaftsbild aus. Unter den vielen Felszeichnungen der San gibt es eine stark verwitterte Besonderheit: ein Segelschiff, dessen Maler vor 500 Jahren vom Kap viele tausend Kilometer bis hierher zurückgelegt haben muss.


Blutkuppe

Granit-Inselberg mit Aussicht über die Wüste

Der rund abgeschliffene Granit-Inselberg verdankt seinen Namen der roten Äderung im Gestein, die besonders bei Sonnenuntergang tatsächlich an Blut erinnert. Man kann die Blutkuppe auch besteigen, allerdings ist Vorsicht geboten, denn der Granit erodiert durch die extemen Temperaturunterschiede und zerplatzt. Die Aussicht dafür entschädigt auf jeden Fall. Rings um die Blutkuppe gibt es mehr Vegetation als in der übrigen Namib. Die drei Campsites für Selbstversorger werden von schweigenden Köcherbäumen bewacht. Man kann die Blutkuppe von Norden her mit einem PKW erreichen, von Süden ist es nur mit einem Allrad über einen ausgewiesenen 4x4-Weg möglich. Für den Besuch der Blutkuppe ist ein Permit nötig, das man bei Namibia Wildlife Resorts in Sesriem, Swakopmund oder in Windhuk erhält. Dort bekommt man auch eine einfache Wegskizze ausgehändigt.


Bethanie

Ältestes Steinhaus in Namibia

1815 wanderte der Missionar Heinrich Schmelen aus der Kapregion in den öden Norden. In seinem Gefolge war eine Gruppe der verachteten Orlam, wie man die unehelichen Kinder weißer Buren und Namafrauen nannte. Nördlich des Oranje-Flusses fand er eine Quelle und gutes Weideland. Er nannte den Ort Bethanien – nach der Stätte, wo Jesus getauft wurde – und baute das erste Steinhaus in Südwest-Afrika. Es ist heute noch zu besichtigen. 1959 kam eine Kirche hinzu. Heute ist Bethanien ein kleiner, aber wichtiger Versorgungsstützpunkt, in dem es außer Post und Polizei alles gibt, was für das tägliche Leben benötigt wird.




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Reisebeispiele Namib

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