Namib

Älteste Wüste der Erde: Namib

Älteste Wüste der Erde: Namib

Älteste Wüste der Welt

Die Namib, was in der Hottentottensprache soviel wie „große Leere“ bedeutet, ist die älteste Wüste der Welt und erstreckt sich entlang der Küste von Namibia über eine Länge von 1.300 km (Nord-Süd) und eine Breite von etwa 120 km (Ost-West). Der Kuiseb, der von Windhoek nach Walvis Bay fließt und nur selten Wasser führt, teilt die Namib in zwei landschaftlich sehr verschiedene Teile. Nördlich ist sie von schroffen Felsen unterschiedlichster Färbung und Schluchten geprägt. Südlich breitet sich ein Sandmeer mit langen rötlichen Dünen aus, die ständig in Bewegung sind. Im Sommer herrschen extreme Oberflächentemperaturen von bis zu 70° Celsius. Bemerkenswert ist der Küstenstreifen, in dem sich Walvis Bay und Swakopmund befinden. Aufgrund des kalten Benguela Stroms im Atlantik herrscht hier an etwa 100 Tagen im Jahr dichter Nebel, der sich 10 km landeinwärts abrupt auflöst.



Sehenswürdigkeiten Namib


Alexander Bay

Zugvögel und orangene Flechten

Die nördlichste Stadt an der Westküste liegt an der Mündung des Oranje in den Atlantik. Jenseits des Flusses liegt Oranjemund im Diamantensperrgebiet von Namibia, das man über eine Brücke erreicht kann . Der Grenzübergang ist zwischen 6 und 22 Uhr geöffnet. An der Mündung des Oranje liegt ein Sumpfgebiet, das eine wichtige Zwischenstation für zahllose Zugvögel ist und  daher zum Schutzgebiet erklärt wurde.
Östlich von Alexander Bay kommt man durch das weltgrößte Habitat von Flechten in einer Wüstenlandschaft. Es sind 26 Arten bekannt. Auffällig sind die grünen und orangen Flechten. 


Arandis

Uranstadt in der Wüste

60 Kilometer nordöstlich von Swakopmund liegt die 5000-Einwohner-Siedlung mit Polizeistation, Kirche, Krankenhaus, Schule, Shop und Tankstelle. Die Reissbrettstadt von 1972 wurde für die Arbeiter in der nahegelegenen Uranmine gegründet. 1992 wurde Arandis vom Minenbetreiber, dem Rössing-Konzern, anlässlich der zwei Jahre zuvor errungenen Unabhängigkeit des Landes als „Geschenk“ an den namibischen Staat übergeben und erhielt den Status einer Stadt. Bis heute ist Arandis fast zu 100 Prozent von der Minengesellschaft abhängig, die bis mindestens 2021 dort Uran gewinnen will.


Aus

Oase zwischen Huib-Gebirge und Namib-Wüste

Die kleine Ortschaft liegt auf 1500 Metern im Huib-Gebirge hoch über der Namib und wirkt wie eine Oase. Grund dafür ist das Kap-Klima, das etwa bis zu dieser Breite für Winterregen sorgt. So leben um Aus bis heute Wildpferde, die aus der Pferdehaltung der deutschen Schutztruppe vor 1914 hervorgegangen sind. Bizarre Landschaften und eine reiche Sukkulentenvegetation entlang der Felsklippen machen ein faszinierendes Landschaftsbild aus. Unter den vielen Felszeichnungen der San gibt es eine stark verwitterte Besonderheit: ein Segelschiff, dessen Maler vor 500 Jahren vom Kap viele tausend Kilometer bis hierher zurückgelegt haben muss.


Blutkuppe

Granit-Inselberg mit Aussicht über die Wüste

Der rund abgeschliffene Granit-Inselberg verdankt seinen Namen der roten Äderung im Gestein, die besonders bei Sonnenuntergang tatsächlich an Blut erinnert. Man kann die Blutkuppe auch besteigen, allerdings ist Vorsicht geboten, denn der Granit erodiert durch die extemen Temperaturunterschiede und zerplatzt. Die Aussicht dafür entschädigt auf jeden Fall. Rings um die Blutkuppe gibt es mehr Vegetation als in der übrigen Namib. Die drei Campsites für Selbstversorger werden von schweigenden Köcherbäumen bewacht. Man kann die Blutkuppe von Norden her mit einem PKW erreichen, von Süden ist es nur mit einem Allrad über einen ausgewiesenen 4x4-Weg möglich. Für den Besuch der Blutkuppe ist ein Permit nötig, das man bei Namibia Wildlife Resorts in Sesriem, Swakopmund oder in Windhuk erhält. Dort bekommt man auch eine einfache Wegskizze ausgehändigt.


Kuiseb Pass

Außerirdische Impressionen am Rande der Namib

Der Pass führt über keinen Berg, sondern durch eine vom Fluss ausgewaschene Schlucht, die mit ihrem schwarzen Geröll fast unirdisch wirkt. An einigen Aussichtspunkten lohnt sich ein Stopp, um den Rundblick zu genießen. Die Geologen, Henno Martin und Hermann Korn, versteckten sich hier in der Region während des Zweiten Weltkriegs zwei Jahre lang, um der drohenden Internierung zu entgehen. Ihr Buch „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ ist die Reportage eines ungewöhnlichen Abenteuers und eine Liebeserklärung an die Namib. 


Namib-Naukluft Park

Größter Nationalpark der Erde

Der Namib-Naukluft Park ist mit knapp 50.000 Quadratkilometer größer als Niedersachsen und gilt als der größte Nationalpark weltweit. Er erstreckt sich im Norden bis zur Skelettküste und im Süden bis zum Diamantensperrgebiet. Im Osten wird der Park durch das private Namib Rand Nature Reserve Schutzgebiet begrenzt. Er enthält die höchsten Dünen der Welt, die zerklüfteten Naukluft-Berge, die unwirtliche Westküste und endlose Karstebenen – eindrucksvoller als in Afrikas größtem Naturschutzgebiet Namib-Naukluft-Park zeigt sich in ganz Namibia die Landschaft selten.


NamibRand Nature Reserve

Wüstenparadies am Rande der Namib

1984 erwarb der Windhoeker Geschäftsmann, J.A. Brückner, am Rande der Wüste Namib eine Farm – aus Liebe zu dieser einmalig schönen Landschaft. Nach und nach kamen weitere Farmen hinzu. Entstanden ist daraus ein Wüstenparadies am 1976 Meter hohen Losberg, das mit über 2.000 Quadratkilometern zu den größten privaten Naturschutzgebieten Afrikas gehört. Die Rinderzucht wurde eingestellt; stattdessen leben wieder Bergzebras, Kuhantilopen, und Springböcke auf NamibRand, aber auch Leoparden, Giraffen, Hyänen und Löffelhunde. Die Zäune zum angrenzenden Namib-Naukluft Park sind abgerissen, so dass die Tiere sich großflächig bewegen und dem Regen nachziehen können.


Orange River

Größter und wasserreichster Fluss Südafrikas

Der Orange River ist mit 2000 Kilometern Länge Südafrikas größter und wasserreichster Fluss. Er entspringt im regenreichen Hochgebirge von Lesotho und durchquert den trockenen Westen als Fremdfluss, d.h. er hat nach dem Zufluss des Vaal keinen Zulauf mehr. Ein Wildwasser also, das mitten durch die Wüste fließt. Bei Augrabies donnert er in grandiosen Wasserfällen 160 Meter in die Tiefe und fließt danach durch eine romantische, kaum zugängliche Schlucht. Zum Kanufahren ist er ganzjährig geeignet.


Richtersveld Transfrontier Park

Bergwüste des Namalandes

Der 2004 gegründete Park ist der dritte grenzübergreifende Park Südafrikas und nach dem Krüger-Park und dem Kgalakgadi-Park der drittgrößte des Landes. Er schützt die Bergwüste des Namalandes, die trotz der Diamantenfunde weitgehend erhalten geblieben ist. Das Land ist nach wie vor im Besitz der Namas, die einen Teil der Parkeinnahmen erhalten und ihre Herden, meist Ziegen, weiden lassen. Ihre traditionelle Beweidungsart schadet der sensiblen Pflanzenwelt nachweislich nicht. Da das karge, abgelegene Gebiet auf den ersten Blick nicht gerade bezaubernd wirkt, ist es für Touristen bislang nur wenig erschlossen. Bei Sendlingsdrift gibt es eine Fähre über den Oranje Fluss, der die Lebensader des Parks und zugleich die Grenze zwischen Richtersveld und Fish River Canyon bildet.


Schloss Duwisib

Rheinromantik in der Wüste

Am Rande der Wüste Namib steht ein Schloss im Stile romantischer Rheinburgen – mit Zinnen und Brunnen im Innenhof. An seinem Ort wirkt das grundsolide Bauwerk doch etwas skurril. 1908 hat es Baron von Wolff, der mit der Schutztruppe nach Namibia gekommen war, in Auftrag gegeben. Architekt war Wilhelm Sander, der auch die Heinitzburg in Windhoek gebaut hat. Die Baukosten explodierten, aber glücklicherweise war von Wolff mit einer reichen Amerikanerin verheiratet. Der fröhliche Draufgänger von knapp zwei Metern Länge hatte den kühnen Plan, eine Farm von 150.000 Hektar (!) um sein Schloss herum zusammenzukaufen. Doch dann kam der Erste Weltkrieg. Als glühender Patriot meldete er sich zu den Waffen und fiel kurze Zeit später in Frankreich. Das historisch restaurierte Schloss dient heute als Museum.


Sesriem-Canyon

Trockenfluss in schattiger Schlucht

Heutzutage ist der Tsauchab ein Trockenfluss, der nur nach den seltenen Regenfällen Wasser führt. Vor mehreren Millionen von Jahren muss er ein reißendes Wildwasser gewesen sein, sonst hätte er nicht einen bis zu 30 Meter tiefen Canyon in das Sedimentgestein graben können. Als im 19. Jahrhundert die Trekburen den Canyon fanden und das in ihm stehende Wasser schöpfen wollten, benötigten sie ein langes Seil aus sechs Riemen, von denen jeder aus einem Oryxfell gemacht war. So heißt die schattige Schlucht bis heute Sesriem-Canyon (Sechsriemenschlucht).


Solitaire

Kleinstsiedlung am Namib-Naukluft Park

Bereits der Name verweist auf die Abgeschiedenheit und Einsamkeit: In der Mitte von Nirgendwo liegt seit 1848 eine private Kleinstsiedlung mit weniger als hundert Bewohnern. Ältestes Gebäude ist der 1849 errichtete Laden. Zwei Jahre später kam die Kirche dazu, die sogar eine eigene Orgel hat. Von überregionaler Bedeutung ist die Tankstelle, sie ist weit und breit die einzige zwischen Windhoek und Walvis Bay. Der Bäcker, Percy „Moose“ McGregor, hatte Solitaire mit seinem Apfelkuchen berühmt gemacht; alle bedeutenden Touristenratgeber, darunter der Lonely Planet, verweisen auf den Apple Pie in Solitaire, viele mit dem Zusatz „bester Apfelkuchen in Afrika“. Leider ist Percy inzwischen verstorben.


Spitzkoppe

Namibias Matterhorn

Der Inselberg, der seine Umgebung um mehr als 700 Meter überragt, gehört du den meist fotografierten Motiven Namibias. Rings um die bizarren Gesteinsformationen ist die Vegetation relativ üppig, da das „Matterhorn Namibias“ Regen abfängt. Wie am Brandberg und in Twyfelfontein gibt es auch hier jahrtausendealte Felsmalereien. Die bekannteste Fundstelle ist das Buschmann-Paradies. Durch Vandalismus sind diese Malereien aber weitgehend zerstört. Daneben gibt es noch die Nashornwand, was zeigt, dass diese hier früher auch gelebt haben müssen.


Tirasberge

Artenreichtum zwischen Wüste und Savanne

Die Tirasberge sind ökologisch besonders vielseitig, da sie im Schnittpunkt von vier Vegetationszonen liegen: dem Sandmeer der südlichen Namib, der Savannenübergangszone, der Namakaroo und der Sukkulentensteppe. Da bis über 2.000 Meter hohen Berge fangen den letzten Regen vor der Wüste ab, weshalb hier seit der deutschen Kolonialzeit extensive Rinderzucht betrieben wurde. Heute wird die Landschaft zunehmend renaturiert, so dass sich die ursprüngliche Tierwelt, vor allem eine erstaunliche Vielzahl von Reptilien, wieder ausbreitet: unter anderem Schildkröten, Schlangen, Eidechsen, Chamäleons und Geckos.




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