Kalahari

Schönes Wetter in der Kalahari

Schönes Wetter in der Kalahari

Rote Dünen, weiße Gräser, schimmernde Salzpfannen

Die 1,2 Millionen Quadratkilometer große Senke bedeckt einen großen Teil des südlichen Afrika. Das vollkommen flache Becken reicht von Südafrika über Namibia bis Angola und nimmt den größten Teil Botswanas ein. Nach Osten erstreckt sie sich bis Zambia und Zimbabwe. Eigentlich ist die Kalahari eine Trockensavanne, wird aber wegen des roten Sandes als Wüste bezeichnet. Charakteristisch sind die sog. Pfannen, in denen der selten fallende Regen zusammenläuft und bald wieder verdunstet. Zurück bleibt dann eine weiß gelbliche Salzkruste. Prominentestes Beispiel ist die Etosha Pfanne in Namibia. Obwohl es kein Oberflächenwasser gibt, ist die Kalahari überraschend wildreich. Die Tiere ziehen – von Zäunen ungehindert – hin und her, immer dem Regen nach.



Sehenswürdigkeiten Kalahari


Molopo

Lebensader in der Kalahari

Rivier nennt man im südlichen Afrika einen Fluss, der nur zeitweise Wasser führt. Der Molopo ist ein solcher Trockenfluss: trotz seiner Länge von 960 Kilometern und einem Einzugsgebiet, das mit 370.000 Quadratkilometern größer ist als ganz Deutschland, führt er nur ganz selten Wasser. Seine Quelle sprudelt bei Lichtenburg. In der Nähe der Augrabies Falls mündet er schließlich in den Orange River. Auch wenn der Molopo kein Wasser führt, ist er die Lebensgrundlage für viele Säugetiere und Vögel, darunter  Buschböcke, Spitzmaulnashörner und Elenantilopen. Im Fluss finden Erdmännchen ihren idealen Lebensraum. 


Askham

Verschlafenes Nest in der Kalahari

Der verschlafene Ort auf dem Weg zum Kalahari Transfrontier Park hat sich ab 1931 um eine Schule entwickelt, in die Kinder aus der halben Kalahari gegangen sind. Bereits mit sieben Jahren wohnten sie im Internat und haben ihre Eltern oft ein halbes Jahr nicht gesehen. Ein paar Kilometer weiter wurde gleichzeitig eine Polizeistation eingerichtet, die in einem riesigen Gebiet für Ordnung sorgen sollte. Da die Polizei mit Kamelen auf Streife ging, wurde eine Kamelaufzucht begonnen – mit zeitweise mehr als 400 Tieren. Heute ist Askham eine Versorgungsstation für die Farmer ringsumher. Reisende finden eine Tankstelle und einen Supermarkt.


Witsand Nature Reserve

Weiße Dünen im roten Sand

Im Witsand Nature Reserve findet man 20 bis 60 Meter hohe, vom Wind geformte Sanddünen. Mit ihrem schimmernden Weiß bilden sie einen perfekten Kontrast zum roten Sand rings umher. Wenn die Bedingungen stimmen, dann erzeugen die Dünen Geräusche und werden darum auch „Roaring Sands of the Kalahari“ oder auf Afrikaans „Brulsand – Brüllender Sand“ genannt. Als Naturreservat proklamiert wurde das 3.500 Hektar große Gebiet im April 1994. Seither wächst die Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Über 170 verschiedene Vogelarten sind inzwischen heimisch, daneben Insekten und vor allem Käfer, die man in den Dünen findet.

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Kuruman

Stärkste Naturquelle der südlichen Hemisphere

Das Wüstenstädtchen in der Kalahari ist aus einer britischen Missionsstation hervorgegangen. Sie gilt als „Oase der Kalahari“, da sich dort Berge, Wasser und dichte Vegetation mitten in einer Halbwüstenregion finden. Dies verdankt die Stadt stärkste Naturquelle der südlichen Hemisphere, Die Oog, auch Eye of Kuruman genannt. Sie liefert täglich etwa 20 Millionen Liter Wasser guter Qualität. Die Quelle ist Nationaldenkmal. Benannt ist die Stadt nach Kudumane, einem San-Häuptling des 18. Jahrhunderts. Es treten extreme Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter auf. Während der Wintermonate gibt es regelmäßig Frost, von Dezember bis April sorgen feuchte Nord- und Nordostwinde für häufige Gewitter, im Sommer werden trotz der Höhenlage die 40 °C überschritten. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt 420 mm pro Jahr.


Wonderwerk-Höhle

Älteste Feuerstelle der Welt

2012 machten Wissenschaftler aus Toronto in der 140 Meter weit ins Erdinnere reichenden Höhle einen sensationellen Zufallsfund: In einer 0,99 bis 1,07 Millionen Jahre alten Schicht fanden sie angeschmorte Knochen, Asche verbrannter Pflanzen und andere Hinweise auf Feuer. Sie haben damit die älteste bekannte menschliche Feuerstelle der Welt entdeckt. Damit verschob sich die Annahme, ab wann unsere Vorfahren das Feuer nutzten. Frühere gesicherte Fundstellen sind lediglich etwa 400.000 Jahre alt. In der Wonderwerk-Höhle haben die Frühmenschen der Gattung Homo Erectus aber bereits vor einer Millionen Jahre gekocht oder gegrillt – allerdings weder mit Holz noch Holzkohle, sondern mit trockenem Laub und Gras, denn die Feuertemperatur lag unter 700 Grad Celsius. 


Wanderung am Orange River

Erfahrung von Einsamkeit und Stille

Die Wanderung führt von den Augrabies Falls über dem Ufer des Orange Rivers flussabwärts. Zurück geht man durch das Hinterland. Eine Erfahrung von Einsamkeit und Stille. (HIn und zurück: 4 Stunden, 14 Kilometer, auf und ab: 90 Meter)

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Augrabies Falls

Donnernder Wasserfall in der Halbwüste

Die Augrabies Falls liegen 120 Kilometer westlich von Upington und 40 Kilometer nordwestlich von Kakamas. Der durchschnittliche Regenfall beträgt 107 mm/Jahr und beschränkt sich vor allem auf die Zeit zwischen Januar und April. Im Park dominieren die Kontraste: Von den grandiosen Wasserfällen des Orange Rivers unweit des Camps bis zur Halbwüste ist das Land das ideale Ökosystem für Springbok, Klipspringer, Kudu, Eland, Gemsbok, Breitmaulnashorn und eine Vielzahl von Vögeln. Der Wasserfall ist der sechstgrößte der Erde und zählt zu den Naturwundern Afrikas. Die Flora ist typisch für wasserarme Zonen. Sie besteht aus dem eigentümlichen Köcherbaum, dessen großzellige Blätter hervorragende Wasserspeicher sind, dem Kameldorn, der Baumfuchsie und der wilden Olive.

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Kgalagadi Park

Größtes Landgebiet der Erde im Urzustand

Der Park (früher Kalahari Gemsbok Park) umfasst zusammen mit dem Reservat auf der Seite Botswanas 3,6 Millionen Hektar (!) und ist damit eines der wenigen großen Gebiete der Erde, die im Urzustand erhalten sind. Große Herden von Wild können ungehindert umherziehen. Zu den Raubtieren des Parks gehören der große Kalahari Löwe, Leopard, Gepard, verschiedene Arten der Hyäne, Wildhund und Schakal. Nicht weniger als 215 Vogelarten sind verzeichnet. Die Tagestemperaturen steigen im Sommer oft über 40 Grad und sinken in Winternächten bis unter null Grad ab. Insbesondere in der Regenzeit gibt es unbeschreiblich schöne Farbspiele: Rötliche Dünen, grüne Akazien, ein tiefblauer Himmel und zum Greifen nahe Haufenwolken sichern ein grandioses Naturerlebnis.


Verneuk Pan

Ausgetrockneter Salzsee

Die Salzpfanne nördlich von Brandvlei ist durch natürliche Austrocknung eines Sees entstanden. Das Gebiet ist etwa 50 Kilometer lang und elf Kilometer breit. Der Name leitet sich vom Afrikaans-Wort verneuk für „Täuschung“ ab und bezieht sich auf die dortigen Luftspiegelungen. Das Gebiet wurde bekannt, als 1929 der britische Rennfahrer Malcolm Campbell dort vergeblich versuchte, den Landgeschwindigkeitsrekord zu brechen. Heute nutzen Drachenflieger die Aufwinde über der glutheißen Pfanne.


Sandfontein

Ursprüngliches Stück Afrika mit immenser Artenvielfalt

Das private Wildreservat im Süden Namibias schützt ein ursprüngliches Stück Afrika von fast 80.000 Hektar. Die weiten Ebenen werden durch blau schimmernde Bergketten am Horizont begrenzt, die besonders am Nachmittag ein unwirkliches Farbspiel entfalten. Im Süden reicht das Gelände bis an den Orange River, der die Grenze zu Südafrika bildet. Obwohl die Landschaft extrem trocken ist, sind mehr als 4.000 Tierarten heimisch, darunter Nashörner, Leoparden, Geparden, Strauße, verschiedene Antilopenarten, Paviane und Schakale. Mehrere Wanderwege und botanische Lehrpfade unterschiedlicher Länge führen zu Aussichtspunkten und Sehenswürdigkeiten, unter anderem zu einem deutschen Soldatenfriedhof, der an die Schlacht von Sandfontein im Jahr 1914 erinnert.




Weitere Sehenswürdigkeiten Kalahari




Reisebeispiele Kalahari

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