Friaul

Vielfältige Kulturlandschaft: Friaul

Vielfältige Kulturlandschaft: Friaul

Vielfältige Landschaft zwischen Julischen Alpen und Adria

Friaul – oder Julisch Venetien – ist die Region an der Grenze zu Slowenien und Österreich. Im Norden ist sie von den Alpen begrenzt, im Süden liegt die Adria. Eindrucksvoll ist die aus kargen Felsen geformte Karsthochebene, spektakulär ist die Aussicht auf die Ostdolomiten sowie die Karnischen und Julischen Alpen. Zwischen Seen und Tälern sind Naturschutzgebiete eingerichtet. Die Küste besteht aus Lagunen und langen Sandstränden mit einigen renommierten Urlaubsorten wie Lignano Sabbiadoro. Von Monfalcone bis Triest ist die Küste dagegen felsig. Der großen Vielfalt der Landschaft entspricht auch ein umfangreiches Kulturerbe, das von verschiedenen Völkern mitgestaltet wurde. Heute existieren die unterschiedlichen Traditionen friedlich miteinander.



Sehenswürdigkeiten Friaul


Spilimbergo

Kunst und Mosaikstadt auf einem Aussichtsplateau

Das Aussichtsplateau westlich des Tagliamento war schon in prähistorischer Zeit befestigt. Von hier aus konnte man die Kaufmannswege, die über die Alpen nach Deutschland führten, schützen und bewachen. Im Mittelalter wuchs der Ort zu einem Handelszentrum heran, sodass neue Stadtmauern gebaut werden mussten. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich das Mosaikfußboden-Handwerk. Fußbodenleger aus Spilimbergo verdienten sich ihr Geld auf den Baustellen von Venedig. Heute führt eine Kunst- und Handwerksschule dieses Erbe fort.


Palmanova

Reißbrettstadt aus der Renaissance

Die Stadt südlich von Udine wurde Ende des 16. Jahrhundert als Retortenstadt angelegt. Ihr sternförmiger Grundriss hat sich bis heute erhalten. Die Straßen sind breit und regelmäßig, so dass die Soldaten vom Exerzierplatz möglichst schnell zur Stadtmauer kamen.  Die drei großen Stadttore, die Porta Aquileia, die Porta Udine und die Porta Cividale, sind bis heute erhalten.

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Aquileia

Ruinen einer antiken Metropole

Das verschlafene Dorf mit etwa 3.000 Einwohnern war  eine der größten Städte des römischen Reiches. Davon zeugen beeindruckende Reste der antiken Stadt im Freigelände und in zwei Museen. In der mittelalterlichen Kathedrale befindet sich das bedeutendste frühchristliche Fußbodenmosaik Italiens vom Anfang des 4. Jahrhunderts. 452 wurde die Stadt von den Hunnen zerstört. Mit dem Aufstieg Venedigs verlor Aquileia endgültig seine Vorherrschaft.


Grado

Stadt auf der Sanddüne

Die alte Hafenstadt des römischen Aquileia liegt auf einer Küstendüne am äußersten Ende des Golf von Venedig. Nach dem Ende des römischen Reiches gehörte Grado zur Republik Venedig und ab 1815 zum habsburgischen Kaisertum. Erst hundert Jahre später kam die Stadt zu Italien. Da die Strände flach und als einzige in der Adria nach Süden ausgerichtet sind, kommen im Sommer viele Badegäste, die sich am über drei Kilometer langen Hauptstrand verteilen. Der Hafen wird heute hauptsächlich von Fischern benutzt.


Cividale del Friuli

Stadt der Langobarden

Die Stadt, die in der Römerzeit Forum Iulii hieß, erlebte ihre Blüte erst nach dem Untergang Westroms. Während der Völkerwanderung kamen die Langobarden über die Alpen. Der germanische Stamm der „Langbärte“ soll ursprünglich an der Elbe gewohnt haben. Bald war die gesamte östliche Po-Ebene unter der Herrschaft der Langobarden, woran der Name der Provinz Lombardei bis heute erinnert. Cividale del Friuli wurde von 569 bis 774 nach Christus zur Hauptstadt der Langobarden. Über den Fluss Natisone führt die Teufelsbrücke, das Wahrzeichen der Stadt. Die kleine Kirche Santa Maria in Valle aus dem 8. Jahrhundert steht nahe am Fluss im alten langobardischen Viertel und war möglicherweise eine langobardische Pfalzkapelle. Sie wird deshalb auch Tempietto Longobardo genannt.


Riserva Naturale della Foce dell'Isonzo

Vogelparadies an der Mündung des Isonzo

Am Mündungsdelta des Isonzo im östlichen Teil der Region Friaul Julisch Venetien wurde zum Schutz von Zugvögeln ein 2.400 Hektar großes Naturreservat eingerichtet. Wer das Reservat erkunden will, beginnt am besten auf der Isola della Cona, einem 50 Hektar großen renaturierten Süßwasser-Sumpf. Vom dortigen Besucherzentrum führt ein Naturwanderweg bis zur Mündung des Isonzo. Im Reservat leben auch ein paar Camargue-Pferde, die hier ausgewildert wurden.


Castelmonte

Marienwallfahrtsort und Wehrdorf

Auf einer Bergkuppe bei Cividale liegt der bekannte Marienwallfahrtsort. Schon die Fahrt über eine enge Straße durch einen dichten Wald ist ein Erlebnis. Vom Parkplatz aus steigt man auf Stufen zum Tor hinauf und folgt dann der Hauptgasse zur Kirche. Massive Wehrhäuser drängen sich um die Kirche an der Hügelspitze. Pilger verehren hier eine angeblich wundertätige Statue der Muttergottes aus dem 14. Jahrhundert, die heute am Hauptaltar steht. Unter der Kirche befindet sich eine große Krypta, der älteste Teil des Heiligtums. In der Pilgerherberge „Casa del Pelegrino“ gibt es eine Kleinigkeit zu essen oder zu trinken.


Görz

Dreisprachige Stadt zwischen Italien und Slowenien

Die Stadt am Isonzo war seit dem Spätmittelalter Besitz der Grafen von Görz und später der Habsburger. Die Stadt war von alters her dreisprachig. 1900 hatte Görz 25.432 Einwohner, davon 16.112 Italiener, 4.654 Slowenen und 2.760 Deutsche. Nach dem Ersten Weltkrieg kam es zu Italien und hieß ab jetzt Gorizia. Aus dieser Zeit stammt das beeindruckende Beinhaus für die gefallenen italienischen Soldaten. Nach dem Zweiten Weltkrieg besetzten jugoslawische Partisanen den Bahnhof und beanspruchten die Stadt. Sie wurde 1947 geteilt. Der Osten kam zu Jugoslawien und hieß ab jetzt Gorica, der Westen blieb bei Italien. Erst 2004, als Slowenien der EU beitrat, konnte man wieder ohne Pass von einem Stadtteil in den anderen. Hauptsehenswürdigkeit ist der ummauerte Burgberg.




Weitere Sehenswürdigkeiten Friaul




Reisebeispiele Friaul

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